William – RIP

Mit ganz viel Enthusiasmus hatte ich kürzlich meinen ersten Versuch in Color Work gestartet: Der „William“ war das Objekt meiner Begierde. Die MaPro stimmte (aus vielen Fehlern klug geworden, mache ich die jetzt fast immer) und mit Begeisterung startete ich genau nach Anleitung. Danach fängt das Teil mit einem Riiiiesenausschnitt an, den man nachträglich dann auf ein individuell erträgliches Maß verkleinern kann. Da geht das Dilemma schon los, denn man hüte sich vor dieser Geschichte, denn das sieht grauenhaft stümperhaft aus, man sollte da lieber vorab ein wenig rechnen und den Pulli dann so starten, wie man ihn am Ende haben möchte. Ich habe den nachträglichen Weg gewählt und war entsetzt. Viel entsetzter war ich aber, als die fertigen Karnickel mich lustig angrinsten und die erste Anprobe möglich war – ich war auf dem besten Weg zu einem gestrickten Vier-Mann-Zelt.

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Aus die Maus und Schluss mit lustig, die Enttäuschung war so groß, dass ich es gerade noch fertigbrachte, die Maschen zu zählen – ja, stimmte, und dann habe ich das Fiasko in Windeseile wieder in zwei Knäule verwandelt.

Was das Einstrickmuster betrifft – für den ersten Versuch waren die Hasen vielleicht etwas überdimensioniert, aber im Grunde fand ich mich damit schon ganz gut, für’s erste Mal jedenfalls. Ob ich diesen William noch einmal starten werde, weiß ich nicht, aus heutiger Sicht eher nicht, aber auf alle Fälle werde ich ein ähnliches Projekt nach einer gewissen Trauerzeit noch einmal in Angriff nehmen 😉

Inzwischen ist meine neue Strickbutze auch längst vollendet und ich bin damit nun glücklich und zufrieden. Der Gatte meinte schon, er freue sich immer sehr, wenn ich sie mal verlasse und sei es nur, um in der Küche nachzufragen, wann Essen fertig sei…

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Ein richtiges „Vorher“ gibt es nicht, aber bereits im Abbau sah die Ecke so aus:

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Man sieht den Unterschied und versteht sicher, dass ich mich Tag für Tag freue, diese Idee ausgebrütet und noch dazu unverhofft allerhand Stauraum für neue Wolle gewonnen zu haben.

An- und Abgebibertes

Die Besiedlung des heimischen Oderbruchs mit Bibern geht in Windeseile voran, dabei haben diese Zahnkünstler hier wahrlich nicht nur Freunde. Sie scheinen aber zu wissen, dass man ihnen (noch) nichts tun darf , harren daher tapfer aus und geben überall Kunde von ihren wohl unverwüstlichen Gebissen. Da kann man als in die Jahre gekommener zahntechnisch einigermaßen gequälter Nicht-Biber schon mal ein wenig neidisch werden…

Gerade haben sie einen der unzähligen Gräben für sich entdeckt und allen Gerüchten zum Trotz, sie mögen keine Erlen, mögen sie diese hier wohl sehr. Und so sind sie fleißig am Bibern:

Auf ca. zwei Kilometern gibt es keinen nicht bereits verkosteten Baum, aber tröstlich ist, dass da weit und breit kein Deich ist, in dem sie ihre Wohnung bauen könnten.

 

Wäääärbunnnng!

Nochmal Klartext: Werbung durch Vorzeigen der Einkäufe. Pöse. Mach ich trotzdem.

Fangen wir aber harmlos und werbefrei an: Heute hat der Gatte Geburtstag. Von Jahr zu Jahr mehr wünscht er sich für diesen Tag, dass der einfach so vorüber geht und keiner Notiz davon nimmt. Da ich nicht keiner bin, nehme ich sehr wohl Notiz davon und versuche das eine oder andere Wünschlein zu erfüllen; heuer war es ein Gutschein für anteilige Kostenübernahme bei seinem nächsten Hochsee-Angeltörn – bin ziemlich groß damit rausgekommen;-)

Zur Feier des Tages wollten wir dann trotz (oder gerade wegen) Sauwetters in unser Lieblingscafé nach Oderberg fahren, was wir getan haben. Uns empfing leider ein Zettel im Fester, der aufklärte, dass bis Monatsende Urlaub ist. Waaaah… Und weit und breit kein anderes ähnlich nettes Etablissement in Sicht. Also wenigstens nach Polen an die Tanke (Super für 1,08 € – na, wer wird da nicht neidisch?), bissi Kuchen eingekauft und zurück ins nasse Heimatdorf.  Und hier hatte die nette Postfrau mir doch glatt ein Wollpaket vor die Tür gestellt, was für eine Freude, so hatte also auch ich mein selbstfinanziertes Geschenk, auch ohne Geburtstag.  Frau Fadenkram hatte nämlich auf Instagram (auch Werbung?) einen neuen Wollshop entdeckt, der aufgrund seiner heftigen WSV-Werbung auch wirklich nicht zu übersehen war. Und hier gab es auch jede Menge Farbverlaufswolle, die mich immer und unweigerlich zu Kaufhandlungen zwingt animiert verführt – passt alles, man suche sich das harmloseste aus 😉 Ja, und heute war sie da. Zeig ich auch gleich mal.

Da wären dreimal je 200 g „Tonga“, ein Mischgarn aus Acryl, Wolle und Alpaca (jaja, beißt super!) in eher gedeckter Farbigkeit.

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Und dann viermal je 200 g Dream Colour aus 100% Wolle, die mich eigenartigerweise nicht beißt, sollte demzufolge Merino sein.

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Mit den beiden mit Grünverläufen und den beiden mit Rot/Lila-Verläufen will ich genau wie mit den beiden im Bild oben äußeren Tonga-Sorten versuchen, ein Ton-in-Ton-Mosaik-Gestrick zu werkeln, bei dem sich im Idealfall nirgendwo gleiche Farben treffen. Hahaha, ich weiß, schweres Ding, aber Versuch macht kluch, weiß man ja.

So, das ist der aktuelle Stand; jetzt gehe ich noch ein wenig das Geburtstagskind flauschen, er hat es sich verdient. Zu unserer ganz großen Freude gab es diese Woche nun auch endlich die frohe Botschaft, dass die Nachwehen seiner OP im August nun offenbar überstanden sind und alles wieder im grünen Bereich ist. Eine riesengroße Erleichterung machte sich breit und seither läuft der Herr Fadenkram mit einem seligen Lächeln auf dem Gesicht umher und schmiedet Pläne für Haus und Garten…

Ganz verliebt

Getreu dem Motto „was schert mich mein Geschwätz von gestern“ habe ich es gerade unbezwinglich in mir gespürt, diesen Pullover von Stephen West zu stricken. Und zwar schnell. Und zwar sofort. Und zwar in Windeseile. Und ohne Unterbrechung. Und das ist gelungen.

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Die Idee dabei hat mich begeistert, erst recht, da es auch wieder ein Top-Down-Gestrick ist; nur mit der gerippten Passe hatte ich vorab so mein Problemchen. Es stellte sich aber heraus, dass da überhaupt kein Problem existiert, im Gegenteil, einen so genialen Halsabschluss hatte ich bisher nur sehr selten, wenn überhaupt. Die Anpassung an die menschliche Anatomie geschieht am Hals mittels einiger verkürzter Reihen, die hier wirklich unsichtbar sind, und der schrittweisen Verbreiterung der Rippen bis zur Ärmelabtrennung – einfach genial einfach.

Kunterbunte Reste in Hülle und Fülle waren schnell gefunden und mit 4,5er Nadeln und drei Fäden wuchs das Teil in Windeseile heran. Für die Passe und die Bündchen habe ich all die vielen Reste der Pittura verwurstet, zusammen mit einem Faden Drops Lace in Lila und einem dünnen Faden schokobraunem NoName-Garn. Zusammen dann so doppelte Sockenwollstärke.

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Lila und Braun habe ich durchgehend beibehalten mit jeweils kleinen oder größeren Resten Sockenwolle kombiniert. Das Quietschlila da mittendrin gefällt mir jetzt nicht mehr so, aber es ist nun mal drin und da bleibt es auch, war der Rest Ferner-Lace vom Ägypter-Tuch, musste halt auch mal weg 😉

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Jetzt habe ich also unverhofft einen wunderbar kuscheligen und warmen Winterpullover, der trotz seiner Dicke und Länge gerade mal 690 Gramm auf die Waage bringt. Jetzt muss er nur noch baden und dann warten wir gemeinsam auf den Winter…

Dies und das und auch noch 2019

Euch allen – wenn auch verspätet – ein gutes, gesundes, entspanntes und wolliges 2019!

Wie auch immer Ihr hinein gerutscht seid, Ihr seid drin, genau wie wir, und müsst nun durch, alles Gute dafür!

Bei uns war alles genau wie Weihnachten – still, friedlich und gemütlich, an Silvester waren wir für 2918 definitiv zum letzten Mal in der Spreewaldtherme in Burg, abends dann hieß es mit Beerenbowle (großes Zugeständnis an den bösen Alloholl!!), Raclette und Fernsehen auf das neue Jahr warten, das dann ja auch pümktlich kam. Auch an diesem Silvester war es hier sehr ruhig, was wir sehr genossen haben, nach Mitternacht war eine knappe Stunde leichtes Geböller, das war’s bis zum nächsten Mal – herrlich!

Der Gatte hat mir einen großen Wunsch erfüllt (er wurstelt noch mit den Nachwirkungen herum, aber es geht super voran!). Da ich mal wieder große Pläne hatte, meine Strickbutze umzuräumen hin zu viel mehr Gemütlichkeit, war nun der große Schrank darin ein großer Störfaktor. Er sollte daher mit einem Highboard im Nebenzimmer den Platz tauschen. Eingerichtet auf eine längere Debatte tat ich schließlich mutig diesen Wunsch kund und war wirklich überrascht, dass der Gatte sofort zustimmte. Und schon ging das los und zwar besser als erwartet befürchtet, denn der Schrank musste nicht demontiert werden und passte wirklich auf den Millimeter haarscharf im Ganzen durch die Tür. Der einzige Kollateralschaden war meine riesige Monstera, die hab ich platt gemacht. Das wäre ihr eh nicht erspart geblieben, da sie dringend umgetopft werden muss. Das geht nun als Stummelfragment richtig gut, in voller Pracht und Herrlichkeit wäre es unmöglich gewesen. Ich bin ganz sicher, sie wird sich erholen und zu neuer Pracht auflaufen.

Ein Blick ins Chaos am Neujahrstag:

Ja, und was wurde als erstes eingeräumt? Richtig, Wolle! Mein Bett ist wieder benutzbar, alles ist verstaut, ein neuer Teppich ist eingezogen, am Fenster steht eine „Hilfsmonstera“ und nun fehlt noch ein passendes Regal über dem Highboard, und da liegt erstmal wieder der Hase im Pfeffer. Aber auch das wird. Und ich bin schon jetzt  hochzufrieden!

Viel gestrickt habe ich die Tage nicht, aber dafür mal etwas für mich ganz neues gestartet: „William“ von Ann Kingstone in Colorwork. Bin ja so gespannt, bisher bin ich daran immer gescheitert, aber nach den ersten Runden sieht das noch ganz gut aus…

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Für mich gibt es dann die Variante mit dem dezenteren Ausschnitt und auf den Nadeln habe ich gleich die frisch geschossene Pingouin-Wolle zusammen mit Drops Baby-Merino und einem dünnen Fädchen ich-weiß-nicht-was.

Weihnachten ganz unspektakulär

Das wollten wir schon immer mal: Weihnachten ohne allen Stress, total entspannt, nur nach den eigenen Vorstellungen. Und so wird es dieses Mal für uns auch sein! Der Sohn hat Probleme mit Dienstplan und Schichtdienst, den Rest der Zeit möchte er – frisch verheiratet – ganz sicher zu zweit mit seiner Angetrauten verbringen. Wer wenn nicht wir hätte da nicht vollstes Verständnis!

Und so war der Auftakt zum Fest heute ein spontaner Ausflug an die Ostsee, nach Zinnowitz auf der schönen Insel Usedom. Vorab mal kurz nach Greifswald, das zur genau passenden Zeit aus seiner Fassung gepurzelte Brillenglas (Strickbrille – geht ja gar nicht!) wieder einmontieren lassen. Hat perfekt und ohne jede Warterei geklappt samt Schraubenkleber. Dann fix auf die Insel. Es wehte ein steifer Wind, aber dafür konnten wir sogar ein paar Sonnenstrahlen erhaschen, was uns hier schon sehr lange nicht mehr vergönnt war.  00-Zinnowitz-01

Am Strand waren kaum Menschen unterwegs, ebenso auf der Autobahn, wo wir oftmals kilometerweit alleine unterwegs waren. Hinzu und auf dem Rückweg erst recht – das  hatten wir noch nie – in beiden Richtungen nach Auffahrt auf die Autobahn für entspanntes dahingurken Tempomat einschalten und erst bei Abfahrt nach ca. 120 Kilometern wieder ausschalten. 00-Zinnowitz-02

Auf der Rückfahrt irgendwo nett zu essen hat natürlich nicht geklappt, das haben wir dann zuhause nachgeholt – traditionell mit Bratwurst und Sauerkraut.  Dann gemütlich unter’m Weihnachtsbäumchen Bescherung und Tagesausklang – so könnte von mir aus jeder Heilige Abend ablaufen!

Euch allen wünsche ich ein ebenfalls entspanntes, gesundes und harmonisches Weihnachtsfest – genießt es!

Protzpost

Eiskalt erwischt hat mich doch letzte Tage der Fotograf der weltbedeutenden „Märkischen Oderzeitung“ beim Daddeln Warten auf den Gatten. Während dieser bei der Doktorin seines Vertrauens ansaß, hatte ich Zeit, mich dem Shopping-Vergnügen hinzugeben. Da das aber spätestens nach einer Stunde (inkl. Eisbecher!) überhaupt kein Vergnügen mehr ist, hatte ich mich einfach zu dem einsamen Weihnachtsmann des Centers gehockt. Dort sah mich der Fotograf ebendieser Zeitung als lohnendes Motiv an und drückte ab. Und so kam ich dann samt roter Jacke in die Zeitung und ziere sogar als Aufmacher die Facebook-Seite der Regionalpräsenz des Blattes. Ja und irgendwas hat das wohl wie wir da so in gleicher Pose sitzen – ich nur nicht so verträumt, aber einigermaßen abwesend schon 😉

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Am Gesichtsausdruck während des Thriller-Lesens muss ich allerdings noch hart arbeiten….

In den Kasematten…

waren wir gestern zu einem sehr gemütlichen, originellen und liebevoll hergerichteten Weihnachtsmarkt im Küstriner Vorland. Hier, in dem winzigen Nestchen Gorgast hatte der der Preußenkönig 1883 nach dem Sieg über Frankreich innerhalb von sechs Jahren Bauzeit ein trutziges und gewaltiges Fort errichten lassen, das zusammen mit fünf weiteren das Gebiet um Küstrin schützen sollten. Dazu kam es nie, denn bei Fertigstellung war das Bauwerk militärtechnisch schon total veraltet und nicht mehr zu gebrauchen. Es diente dann nur als Depot und ist daher noch so ausgesprochen gut erhalten und kann jetzt sogar für private Festlichkeiten gemietet werden.

Uns interessierte dieses Gemäuer schon seit längerem und der jährliche Weihnachtsmarkt dort war nun das Signal. Und es war toll dort! IMG_0879Der äußere Ring mit polnischem Steinofen-Bäcker, hier zieht es heftig, aber drinnen dann war es warm und heimelig…

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Die Händler hatten gut Platz und mussten nicht frieren….  IMG_0874Es gab auch massig Trödel, in dem man herrlich wühlen konnte…

Auch Selbstgestricktes und -genähtes war vertreten. Wie so die Verkäufe waren, weiß ich nicht, aber dass ich für alle Zeiten von Märkten, bei denen ich hinter dem Tisch stehe, geheilt bin, das steht mal fest.

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Hier ist der Gatte dabei, mir „ganz heimlich“ eine Kleinigkeit (vermutlich ist sie grün und würde im echten Leben quaken ;-)) zu erwerben.

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Es gab sehr viele polnische Stände, liegt hier in der Natur der Sache, die Grenze ist keine 10 Kilometer entfernt, die das Angebot auflockern und bei Obst und Gemüse beispielsweise eine Fülle an wirklich heimischen Produkten zu unschlagbaren Preisen anbieten, darunter auch meine geliebten Boskoop-Äpfel….

Fazit, nach Wildschwein vom Spieß, vor Ort gebackenen Spritzkuchen (die Auswahl der Leckereien war mehr als schwer) und allerhand sonstigen Schätzen sind wir zufrieden und beeindruckt wieder abgezogen, zumal sich die Gänge dann schlagartig gefüllt hatten und der „gemeine Oderländer“ zeichnet sich ja unter anderem dadurch aus, dass er gerne an engsten Durchgängen verweilt, Mitmenschen zum Schwatze animiert und sich dabei pudelwohl fühlt… Den Stau hinter sich bemerkt er nicht.