Dschungel-Trip

Meine Hände mögen derzeit keine Blätter mehr stricken, einige Stellen an ihnen bringen das recht deutlich zum Ausdruck. Also habe ich ein „Zwischen-den-Blättern“-Projekt gestartet, ein – hmmm – Gebilde, das mir auf den Nägeln brennt, seit ich es gesehen und die Anleitung gekauft habe. Bislang hatte ich über der Materialfrage gebrütet, gestern dann hatte ich eine Eingebung; es muss ja nicht grau sein, es darf doch auch etwas farbig sein. Die wunderbare NoNa-Farbverlaufswolle (hier die Färbung „Jungle“) von Hungariana durfte also an den Start.

Die Anleitung ist einfach und bestens verständlich geschrieben und die Wolle flutschte nur so über die Nadel. Heute früh sah das dann schon so aus: Dschungel-01Den Wollshop habe ich erst kürzlich entdeckt und ihn inzwischen ziemlich leergekauft 😉 Dieses ist ein weiches glatt und regelmäßig gesponnenes Dochtgarn aus einem 50/50%-Gemisch aus Merino und Acryl mit einem dezenten leichten Glanz (sieht man nicht so auf den Fotos…) und 300 Metern auf 100g. Mit 3,5er Nadel verstrickt es sich schnell und gut, man muss nur mit der Spliss-Neigung klarkommen, die ja all diese Garne zeigen. Mit der passenden Nadel ist auch das kein Problem. Nona_03_01

 

Satz mit X

…war mal wieder nix…. 0-Blätterschal-05

Dieser wüste Haufen sollte eigentlich ein weiterer Blätterschal werden, dessen Konstruktion die Tücken des Ivy-Schals nicht aufweist. Angefangen hatte ich damit vor mehr als drei Jahren, also noch in der alten Heimat. Irgendwann hatte ich da wohl die Faxen dicke, das Ding flog in die Ecke und guckte mich nur selten mal vorwurfsvoll an. Ich habe nicht zurück geguckt. Bis jetzt der „Ivy“ diese irre Blätter-Stricklust ausgelöst hat; da dachte ich mir folgerichtig, dass es nun an der Zeit wäre, dieses nette Werk doch endlich zu beenden. Naja, an den Anfangs-Halbblättern weiter zu werkeln. Und das tat ich bis heute und bis hierhin: 0-Blätterschal-04Das Farbdesaster wollte ich ignorieren, die Färbung der fertigen hellen Blätter hatte eine Strickfreundin mal für mich gemacht und die war ideal, allerdings ist das nur ca. 1/5 des Tuches. Die Nachfärbung war dann farblich ganz anders ausgefallen – so mit rosa. Also hab ich es mit dem vorhandenen Gelbbunten versucht, nette Idee, aber das passt nicht so und die Wolle ist auch wesentlich dünner. Nun wollte ich die rosabunte Wolle passend überfärben. Gut gedacht, aber nicht ganz so gut gelungen; die oberen dunklen Halbblätter sind Teil davon. So richtig gefiel mir das alles nicht, aber alles wieder ribbeln, das gefiel mir noch viel weniger. Die Entscheidung kam aus einer ganz anderen Ecke – in der unteren Blätterreihe waren kurz hintereinander zwei so gravierende Strickfehler, dass es einfach nicht mehr weiter ging, es war nicht zum Passen zu bringen. Also war die Entscheidung gefallen. Nadel ziehen und neu starten. Hab ich getan. Geplant ist erstmal die beiden Neufärbungen miteinander zu kombinieren (Foto unten) – theoretisch gefällt mir das auch sehr gut. 0-Blätterschal-01Sofern es mir nun gelingt, maximale Konzentration aufrecht zu erhalten, könnte es dann irgendwann demnächst wieder ein fertiges Stück geben. So weit bin ich schon wieder: 0-Blätterschal-02

Eigentlich und uneigentlich…

…eigentlich habe ich den „Poison Ivy“ fertig. Uneigentlich gefällt mir das aber gar nicht. Hier ist es ganz extrem zu sehen, dass die Fotos der Designer immer ganz viel anders und immer viel schöner aussehen als das, was man nach ihrer Anleitung gerade gewerkelt hat. Und so sollte der traumhaft geniale Schal nun in diesem Zustand beendet sein (was mir ja sehr entgegengekommen wäre, da mir vor allem die dreimal 850-Maschen-I-Cords zum Halse heraushängen) – geht aber gar nicht: 0-ivy-01Die äußere Blätterkante zipfelt und und krempelt sich; um das zu wissen, brauche ich das Werk auch gar nicht erst zu spannen. Habe also seufzend angefangen, noch zwei I-Cords dran zu basteln. Minimal tröstend ist, dass die beiden ein paar Maschen weniger haben als ihre mittigen Geschwister. Also frisch ans Werk! 0-ivy-03Ätzend ist die Rückreihe nach der Maschenaufnahme, da diese ganzen Schlingenanschläge mühsam links abgestrickt werden. Aber ich bin sicher, ich schaffe das 😉

Ansonsten bin ich stolz auf mein Werk, zuallererst auf meine Geduld damit, denn ich habe ehrlich nicht damit gerechnet, das Teil je fertig zu kriegen. Wie die Designerin es geschafft hat, am Stielansatz der Blätter ohne Loch hinzukommen, wird mir ein ewiges Rätsel sein, es geht nicht. Bei mir jedenfalls nicht. Stört mich aber nicht. Ich freue mich auf und über einen tollen neuen Schal.

Die Wolle, Mille Colori Socks & Lace von Lang Yarns, hat das Stricken teilweise zu einer Strafe gemacht. Es ist ein Dochtgarn, das dermaßen schnell auffasert, dass nach drei bis vier neu angeschlagenen Maschen schon Auflösungserscheinungen auftreten. Dazu dann lange extremst dünne Abschnitte – es macht wirklich keinen Spaß. Bei den Blättern habe ich dann das Aufschlingen schnell eingestellt und habe die Maschen von der Rückseite aufgestrickt. Ist aufwändiger, geht aber viel besser, auch was das anschließende Abstricken betrifft.

April, April…

Das, was der Petrus uns da so an Osterwetter zusammengepanscht hat, kann man eigentlich nur als Aprilscherz ertragen. Freitag konnten wir bei strahlendem Sonnenschein den Frühling begrüßen, gestern hat es dafür den ganzen Tag geregnet und heute ist alles weiß. Ostern-01Das gab es hier den ganzen Winter über nicht, also brauchen wir das jetzt auch nicht mehr!

All das Federgetier ist auch ziemlich verwirrt, die Stare sind längst da, die ersten Störche konnten wir in ihren hohen Nestern bewundern, Stieglitze, Grasmücken und Zaunkönige sind ebenfalls angekommen. Und nun sowas; man sieht ihnen an, dass sie es nicht lieben… Ostern-03Allerdings verbinde ich seit jeher Ostern mit Mistwetter, das war so, als ich Kind war, das war so, als meine Kinder Eiersucher waren und das bleibt wohl für alle Zeiten so.

Egal, was Ihr heute so für Wetter habt – macht das beste daraus! Frohe Ostern wünsche ich Euch; ein paar erholsame Tage werden es ja allemal, die man mit einem schönen Strickzeug auch locker ertragen kann 😉

Ostern-04

Irgendwo muss er doch stecken – der Frühling…

 

Erwischt

Vormittags ist bei mir immer eine Runde „was gibt es Neues im Netz“ angesagt, die mich heute auch (logisch!) zu Ravelry führte. Und da wurde ich eben Zeuge einer überaus beeindruckenden Schnapszahl (mit der Sieben habe ich es ja sowieso, selbst geheiratet haben wir am 7.7.):Rav-01-01

Siebenmillionensiebenhundertsiebenundsiebzigtausendsiebenhundertsiebenundsiebzig Mitglieder – das muss erstmal geschafft werden, Glückwunsch Ravelry!

Der Feuersalamander

lange hat er gebraucht, der Feuersalamander, um das Licht der Welt endlich zu erblicken. So ganz himmelhoch glücklich bin ich mit ihm dann auch nicht. Daher bleibt er, wie er ist und ich verzichte auf das Futter, denn die schräge Naht gefällt mir nicht und das nette Müsterchen geht irgendwie unter und hat zu viel „Loch“. Der Anfang war ja vielversprechend, das Endergebnis nicht so. Vielleicht war das Garn nicht die passende Wahl? Seht selbst:

Feuersalamander-02

113 g leicht ist das Teilchen, verstrickt habe ich mit 4er Nadeln einen Rest der Malabrigo Silky Merino und dazu Selbstgefärbtes in Orange-Tönen.

Da ich gerade Svetlana Gordon in Serie stricke, kommt als nächstes der geniale Aurora-Borealis-Schal, der mir wesentlich besser gefällt.

 

Läuft wie ein Länderspiel…

…dachte ich mir. Bis eben. Auf der Rücktour, bei der die oberen Blatthälften der ersten von drei Blätterreihen des „Poison Ivy“ entstehen. Ivy-05

Auf einmal stimmten die Maschenzahlen nicht mehr, nichts passte und irgendwann ging mir dann ein Licht auf – Schnappatmung – dieses Blatt hatte in der Hinreihe keinen Stiel bekommen! Ivy-04

Ivy-03

Man kann sich ja nun auch sofort denken, dass dieses Dilemma nicht etwa kurz nach dem Start der Rückreihe aufgetreten ist, nein, natürlich fast genau in der Mitte, mehr zum Anfang hin (Bild oben). Tricksen geht absolut nicht und was die “Freude” ins Unermessliche steigert, ist dieses mistige Garn, das man teilweise nur mit purer Überlistung verstricken kann. Ribbeln wird es ganz bestimmt nicht diensteifriger machen. Heißt, das Zeug reicht nun nicht mehr, aber ich habe ja noch eine zweite Farbkombi,

0Socks_lace-02-1-2_medium2lillabunt ;-),

dann muss die eben mit dazu, denn im Gegensatz zu sonstigen Missgeschicken, hat mich das jetzt (noch?) nicht demotiviert, ich will diesen Schal haben, jawohl! Wenn es sein muss, auch in lila, aber bitte mit allen Blattstielen.
Menno. Ich fang jetzt von vorne an und ich achte auf die Blattstiele!

Blattgewimmel

Endlich möchte ich mich mal wieder dem Blogthema zuwenden – Stricken. Als bekennender Fan von Svetlana Gordon kann ich mich gerade nicht bremsen und nach Aurora Borealis und Feuersalamander-Snood (muss ich ja beides noch zeigen!) ist jetzt der Poison-Ivy-Schal dran. Abgesehen davon, dass er einfach nur hinreißend aussieht, wenn er fertig ist, besteht er aus sehr kurzen verkürzten Reihen und massig Hin- und Hergedrehe, dazu Unmengen von Markern. Hier gab es gratis einen tollen Tip der Designerin, dem ich sofort begeistert gefolgt bin – so kleine Loom-Gummis; bei ihr sind es Hunde-Zöpfchengummis. Egal, wie man sie nennt, sie sind wirklich super geeignet und nichts verhakelt sich daran, auch nicht bei 62 Stück auf einer Nadel 😉

Inzwischen habe ich 18 der insgesamt 23 halben Blätter des ersten von drei Blattstreifen geschafft. Es ist frickelig, ja schon, aber es macht Spaß und wird (noch?) nicht langweilig. Am Ende kann ich dann sagen, ich habe jede einzelne Masche dieses Werkes gezählt, was der Wahrheit entspricht. Das Foto zeigt zwei Blatt-Unterseiten.Ivy-02Die 18 bisher fertigen sehen dann so aus: Ivy-01

Das Garn – Mille Colori Socks von Lang Yarns – ist wieder eine Herausforderung. Es ist ein sehr ungleichmäßig gesponnenes Dochtgarn, das es nur schwer aushält, wenn Maschen neu angeschlagen werden, und das passiert hier sehr häufig und dann auch noch bis zu 12 Stück. Das fasert das Garn total auf, zweimal ist es mir gerissen. Jetzt mache ich lieber einen Strick- statt des angegebenen Schlingenanschlages, das hält es besser aus und schont meine Nerven. Die extrem dünnen Stellen behandle ich dann wie rohe Eier und hoffe, sie halten stand. Keine gute Empfehlung, erst recht nicht bei dem Preis. Nun ja, ist halt so, dafür sind die Färbungen für solche Werke am besten geeignet. Die Blatt-Oberseiten werden dann lila-bunt. Bin gespannt, probiert habe ich noch nicht, das muss einfach passen 😉