So ganz nebenbei

habe ich mal wieder meiner Ribbelleidenschaft gefrönt und dieses Schal-Monster – soweit das ging – wieder in Faden verwandelt. Kissen-03Und siehe da, schon beim meditativen Vorgang des Ribbelns kam mir spontan die Idee für die Metamorphose in den Sinn, das könnte als Kissen(hülle) sicher noch gute Dienste tun! Die nächste Idee war, dass aufgrund des kurzen aber heftigen Farbverlaufs „irgendwas mit verkürzten Reihen“, eines meiner absoluten Lieblingsthemen, her müsste. Das Passende fand ich dann auch ganz schnell hier , der Schal vom Titelfoto, den ich schon mal gestrickt und vor kurzem verschenkt habe, sollte in Teilen auferstehen. Kissen-05Es ging mit Nadeln 5,0 flott voran, 256 Gramm ehemaliger Schal stecken drin, gerade habe ich das Ganze zusammengehäkelt (!) und bin sehr angetan davon.

Kissen-02

Farbe in die Wolle!

Im Kopf stricke ich schon seit längerem ein Stück nach dem anderen in diesem wunderbaren zweifarbigen Patent, neudeutsch: Brioche. Und genau passend zu diesem Wahn erschien das neue Buch von Nancy Marchand: Knitting Brioche Lace. Nachdem ich zu lange darüber grübeln musste, hatte sich das Problem von selbst gelöst. Das Buch ist auf Amazon vergriffen und aus der Traum – dachte ich enttäuscht. Aber ich konnte es dennoch auftreiben, und zwar bei Stephen & Penelope in Amsterdam, und kann es jetzt  kaum erwarten. Tapfer verzichtet habe ich auf das „Leafy Brioche“, das ebenfalls hier zu haben ist.

Nachdem ich mich ja schon vor einiger Zeit über meine Pläne hierfür ausgelassen hatte, die derzeitigen Umstände mich jedoch erstmal anderes auf die Nadeln nehmen ließen, habe ich gestern wenigstens wieder eine Färbeorgie gestartet, nachdem mich die Ergebnisse der letzten optimistisch gestimmt hatten. Es lag noch einiges von der Drops Baby-Merino herum, das dringend ein neues Gesicht brauchte. Also genauer gesagt, zwei neue Gesichter, die sich gut miteinander vertragen, sollten her. Und ich kann sagen, es hat geklappt.

Aus Grau wurde ein leicht kupfriges Rot, genauso sollte es auch werden. baby-merino-ueberfaerbt-01 und aus Hellbeige wurde ein eher unerwartetes, jedoch wie ich finde, kein hässliches Gelb, das aber vom beabsichtigten Sonnengelb etwas weg ist. Macht nichts, ich finde es auch so schön. baby-merino-ueberfaerbt-02

Baby_merino_faerb-02

Beide zusammen dann finde ich traumhaft schön und kann mir schon genau vorstellen, was daraus werden könnte. Baby_merino_faerb-01

Und als kleiner Spaß nebenbei entstand auf Drops Flora dieses hier: Ute-Strang_auf_flora_01 Hier erscheint das kräftig und farbenfroh, ist es aber nicht wirklich, es bestätigt sich immer wieder, wer leuchtende Farben möchte, sollte diese nicht auf einem Mischgarn mit so viel Alpaka erwarten!

Sommergarten

wie in Ermangelung anderer aktueller Themen versprochen, hier nun ein kurzer Rundgang durch unseren Garten. Dieser nimmt Gestalt und Formen an, mir denen wir im Traum nie gerechnet geschweige, die wir je geplant hätten. Irgendwie ist das alles etwas monströs, aber doch irgendwie idyllisch…

Ein Blick auf unseren derzeitigen Dschungel erklärt, was ich meine (die Oberkante der Wetterstation liegt bei etwas über zwei Metern). Dschungel-03

Im Hintergrund in der Bildmitte steht die Korkenzieherweide, die vor genau zwei Jahren inklusive ihrer Umgebung so aussah: 0Grotte-01

Der Weg durch den aktuellen Dschungel wird eingerahmt von einem Riesenhibiskus, der kurz vor dem Knospenknall steht und so einem kaum zu bändigenden Trompetenblumen-Monsterbusch. Dessen Knospen sind wie Holz, es macht immer so nett „klonnnggg“, wenn man mit dem Schädel dagegen prasselt. Dschungelpfad

Auf der anderen Gartenseite geht es etwas geordneter zu, aber da ist auch noch Platz für Höhenmeter, was man schon am ehemaligen Stall ganz gut sehen kann;-)  Langsam habe ich mich aber überzeugen lassen, dass der Wilde Wein hier und genauso am Gartenhaus großes Potenzial hat, die Dächer zum Einsturz zu bringen. Diese sind zwar schön gedeckt, musste ja gut aussehen, aber das Gebälk darunter ist arg vom Zahn der Zeit angenagt. Und „vom Bewuchs zerquetscht“ ist leider kein Kriterium für einen Versicherungsfall….Stall-01

Ein kleiner Schwenk nach links bringt den Augustapfel mit ins Bild, der meint, seine Früchte wären reif. Mag ja sein, richtig schöne Schneewittchen-Äpfel, aber die schmecken so gar nicht, so dass ich über einen Austausch nachdenke, der Gatte will da aber noch nicht so mitgehen. Augustapfel-01

In dem Teich daneben unter den Seerosenblättern tobt das wilde Leben, abgesehen von Myriaden Mückenlarven, die jetzt aber von drei kleinen Rotfedern aufgeschmatzt werden, wohnt dort ein großer dicker Frosch, der aber leider sehr menschenscheu ist; man hört ihn eher, als dass man ihn sieht. Eine Ringelnatter hat in der Nähe ihren Unterschlupf; da sie oft im Teich unterwegs ist, fürchten wir das schlimmste für die Rotfedern, zu sehen ist leider nix und wir hoffen, dass sie es eher auf die dicken Wasserkäfer abgesehen hat oder einfach nur durstig ist oder schwimmen will.

Das Idyll wird vervollständigt mit einem Blick auf den ehemaligen „Pavillon“, dessen Gerippe so herrlich vom Wilden Wein auf der einen Seite bewachsen ist, auf der anderen wird er immer inniger von einer Wisterie umschlungen, eine große Strauchrose, ich glaube die heißt sinnigerweise „Veilchenblau“, kämpft bisher erfolgreich auf der Vorderseite gegen die wilden Schlinger an. Inmitten dieser Blätterlaube stehen neben dem Apfelsinenbäumchen Grill und Smoker, das Reich des Gatten, in dem er leider viel zu selten aber mit größter Hingabe die leckersten Sachen zaubert.

Pavillon

Soweit der Rundgang, einige Tropfen fallen gerade, aber wir hoffen inständig auf richtigen Regen. Auch wenn wir die amtliche Erlaubnis haben, aus dem Graben am Grundstücksende Gießwasser zu entnehmen, so ist das doch wirklich nicht das Gelbe vom Ei und äußerst mühsam und kräftezehrend…

Man muss langsam an den Winter denken…

…und anfangen, Schals zu stricken. Das waren meine Gedanken, nachdem ich gerade ein Pulloverprojekt voll an die Wand gefahren und mit Frust im Bauch nach einem Gestrick mit Spaßfaktor und Geling-Garantie gesucht habe. Gerade im rechten Moment fiel mir das tolle Schoppel-Heft „Knit the Cat 10“ ein, das ja einige sehr schöne Modelle enthält, unter anderem diesen wunderschönen Schal im Verkürzte-Reihen-Strick. Da der schon länger auf der Liste meiner Begehrlichkeiten ziemlich weit oben stand, durfte er jetzt auf die Nadeln. Da Wollkäufe derzeit eher verpönt sind, fand sich ein großes Knäuel geribbelter JaWoll Magic von ich-weiß-nicht-wann, das mal dieses Tuch war. Das Tuch war damals Strickspaß pur, aber ich kam mir darin absolut albern vor, es war so ganz und gar nicht meins und teilte dann schnell das Schicksal anderer Kollegen, die auch schon meiner Ribbelwut zum Opfer gefallen waren. Jetzt findet das Garn seine neue und sicher endgültige Bestimmung gemeinsam mit mehreren Resten gelb-bunter Sockenwolle. Das erste Segment von fünfen ist fertig und sieht so aus:

Knit-the-cat-10-schal-01 Ich bin restlos zufrieden und denke, das Teilchen ist auf dem besten Wege zu einem Lieblingsstück 😉 Da ja gerade die näcshte Hitzewelle im Anrollen ist, wird demnächst wieder reichlich Gelegenheit zum Stricken sein. Irgendwann dann wird auch dieses fantastische Brioche-Tuch an den Start gehen, im Moment bin ich dafür einfach zu hibbelig.

In den letzten beiden Wochen, die so herrlich kühl waren, haben wir wie die Wühlmäuse im Garten geschuftet, um all das bei der Hitze zuvor Liegengebliebene aufzuarbeiten. Inzwischen sind auch Himbeeren, Johannisbeeren und Sauerkirschen geerntet und verarbeitet. Es ist jetzt unser vierter Sommer hier im Oderbruch und  ich muss sagen, was den Garten betrifft, toppt der alle vorigen. Alles hat inzwischen ein wenig Struktur und Gestalt angenommen und es wächst, dass es eine Freude ist. Da macht auch die Gartenarbeit Spaß, wenn sie mit guten Ernten belohnt wird, gleich noch viel mehr. Demnächst kommt dann mal ein Gartenpost, dass Ihr wisst, wovon die Rede ist…

Die Lebensgeister erwachen wieder…

Obwohl ich total hibbelig auf das Susurrate-Tuch bin, habe ich mich aufgrund akuter Hitze-Hirnausfälle doch lieber noch zurückgehalten, denn die Konzentration, die man dafür mit Sicherheit braucht, hätte ich nicht aufbringen können. Außerdem ist es ja auch noch eine ganze Weile hin bis zum Winter. Jetzt genieße ich die überaus angenehmen Temperaturen und wünsche mir, der Sommer bliebe bis hin zum Herbst in diesem wohltuenden Bereich. Den Gefallen wird er mir sicher nicht tun, aber wünschen darf man ja mal…

Dieser Aufschub heißt aber nicht, dass zwischendurch nichts neues auf die Nadeln gekommen wäre, doch, ist. Und zwar die Neuauflage des letztes Jahr schon gestrickten Pimenton-Pullis von Claudia Eisenkolb (Himawari), der mich so begeistert hatte, dass ich inzwischen einige Farbkombinationen dafür auf Lager genommen habe. Die temperaturtechnisch geeignetste, farblich aber kaum abweichende, durfte jetzt auf die Nadel, das wunderbare „Allino“ von BC Garn, das mit 50% Baumwolle und 50% Leinen die ideale Sommermischung bietet. Pim2-02 Es ist mit 3,5er Nadeln flott zu verstricken, kommt aber einigermaßen ruppig daher. Die Erfahrung sagt aber, das glättet sich nach dem Baden, wenn nicht, ist es auch egal. Der aktuelle Stand ist schon recht beachtlich und zeigt reale Aussichten auf eine baldige Vollendung.  Pim2-01Unsicher bin ich mir noch bei den Ärmelchen, eigentlich ist der Abschluss ja mit dem unteren dunklen Streifen vorgesehen, aber aufgrund der altersgerechten Bingoflügelchen an den Oberarmen (Stricken ist zwar auch sportlich, aber an Bodybuilding kommt es nun mal leider nicht annähernd heran…) hab ich es doch gern ein wenig länger. Sieht aber irgendwie komisch aus. Darüber weiter zu sinnieren hat es ja noch genug Zeit…

Großes in der Planung

Nein, nein, wir ziehen nicht um, es geht hier ausschließlich ums Stricken. Da habe ich ja kurz hintereinander zwei Tücher fertig bekommen, das „Good Vibrations“ war just for fun, der Evanescence Shawl dagegen war sozusagen zum Warmlaufen im Zweifarbigen Patent. Dass da Großes folgen sollte, war mir sofort klar, als ich genau in der Phase der ernsthaften Suche nach einem Projekt (eigentlich war ja „Under Dutch Skies“ von Nancy Marchant schon lange geplant…) auf den gerade in dem Moment veröffentlichten Susurrate Shawl stieß. Wooow, der sollte es sein! Einen Einführungsrabatt gab es auch, also ran an die Bouletten. Hier wollte ich nun alles wohlüberlegt gestalten und nicht wieder drauflos stricken, um dann über die Farben zu sinnieren…

Eine Idee war schnell gefunden, die Hälfte des Materials lag von einem leider sehr misslungenen Teststrick in Form von 250 g giftgrün Knäuel-gefärbter Drops Flora schon herum. florafc3a4rben-02.jpgDas Gegenstück habe ich gestern gebuntet, hässlich dunkelgraue geribbelte Drops Baby-Merino kam in den Farbtopf und in einem perfekten dunklen Violett und glatt wie neu aus diesem wieder heraus.

Bingo! Nicht nur, dass die Farben passen, auch das Farbgewicht stimmt absolut genial, denn für den optimalen Farbeffekt beim Zweifarb-Patent muss soviel wie möglich Hell (leicht)-Dunkel (schwer)-Kontrast zwischen den Farben bestehen. Das kann man bestens testen, indem man ein Graustufen-Bild der beiden Garne erzeugt. Bei mir sieht das jetzt so aus und ich bin maximal zufrieden.

Dass sich sogar relativ dunkle Industriegarne wunderbar umfärben lassen, hatte ich vor einiger Zeit zufällig festgestellt und fand das wunderbar, als sich ein grauer Abbindefaden dann in einem sehr angenehmen Grün präsentierte. Seit längerem schon habe ich eine Menge Drops-Garne in Farben herumzuliegen, bei denen ich mich frage, was ich wohl geraucht haben mag, als ich die bestellt hatte (die Frage ist rein hypothetisch, ich rauche seit fast 15 Jahren nicht mehr, aber irgendwas muss bei der Kaufentscheidung ja passiert sein ;-)). Egal, für diese „Schmuddelkinder“ eröffnen sich nun tolle neue Möglichkeiten, denn die jeweiligen Garne sind ja abgesehen von der Farbe durchaus brauchbar.

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Der „Faden der Erkenntnis“

Good Vibrations vollendet

Die Anfänge dieses handlichen kleinen Tuchs hatte ich ja im vorigen Post schon gezeigt. Jetzt habe ich es vollendet und bin sehr zufrieden; passiert ja auch nicht immer 😉 Good_Vi-06

Ich habe es etwas größer als angegeben gestrickt mit 14 statt 10 Rand-Dreiecken, da mir so ganz kleine Tücher nicht gefallen. Es bringt insgesamt 195 g auf die waage, 150 davon sind das „Hauptgarn“. Gestrickt habe ich mit Nadeln 3,0 und dafür ging das wirklich sehr schnell über die Bühne.

Hitzestrick und Wolle-Test

Hier in Fernost glimmt und glüht die Luft nach wie vor und macht – außer Milliarden von Mücken – Mensch und Tier eher döselig und träge als unternehmungslustig oder gar froh. Solche wie mich mit überbordender Schweißproduktion schon mal gar nicht. Daher bin ich in solchen Zeiten immer heilfroh, dass ich vom Grundtyp her Stubenhocker bin und mein Strickzimmer auf der meist kühlen Nordseite liegt. So murkse ich mehr oder weniger munter an verschiedenen Ufos, aber das wird irgendwann langweilig und dann muss das nächste werdende UfO auf die Nadeln.

Sowas hatten wir dann gestern abend. Eigentlich wollte ich ja nur mal sehen, wie diese in Leipzig erbeutete Wolle in glattrechts so aussieht, da sie für mich ja eher untypisch dunkel daher kommt. cosiMir war aber klar, dass ich bei den hirnerweichenden Temperaturen bei einem solchen Vorhaben sofort einschlafen würde und dabei die Gefahr besteht, mir im Niedersinken die Nadeln in die Augen zu bohren. Muss man ja nicht haben, zumal hier für Krankheiten und ähnliches der Gatte zuständig ist.

Also durch die Planung und die Anleitungsbibliothek gesurft und schnell war ein passendes kleines einfaches Projekt gefunden, „Good Vibrations“ heißt es und ist ein schneller Spaßstrick, aus dem in Windeseile ein nettes Tuch wird. Good_Vi-01

Nach wenigen Reihen hat man es drauf und es geht locker voran, während des Anfangs ist der Kopf sogar noch in der Lage, ganz fix einen Plan für das Ganze auszuarbeiten. Meiner heißt, zur farblichen Auflockerung jeweils einige Meter von den unzähligen gelb-bunten SoWo-Resten zu verwursten – sieht nett aus und gibt dem Stash-Gewissen so einen netten „Ich-arbeite-daran“-touch 😉 Jetzt bin ich gespannt (aber optimistisch), ob es mir gelingt, komplett unterschiedliche Restchen zu finden oder ob Wiederholungen nötig werden könnten. Ist letztlich wurscht, es macht einfach Spaß und damit mache ich jetzt weiter 😉 – auch wenn ich immer noch nicht weiß, wie das nun in Glattrechts aussieht….Good_Vi-02

Evanescence fertig

Heute mal kein empörtes Gemecker, sondern die Freude über ein fertig gewordenes Strickstück. Der Patent-Tuch-Schal „Evanescence“ ist fertig und was soll ich sagen, das hat richtig, richtig Spaß gemacht! Nach anfänglicher Unsicherheit bei der Farbkombi habe ich dann die Rot-Variante gewählt und los ging das. Evane_09Da meine letzte Patentstrickerei schon eine ganze Weile her ist, ich bei einem neuen Versuch vor einiger Zeit jämmerlich gescheitert bin, war es eine Herausforderung, aber genau hierfür war diese Anleitung goldrichtig. Es ist eine einfache aber abwechslungsreiche und nie langweilende Strickerei, die auch in einer guten Zeit von den Nadeln sein kann.

Gestrickt habe ich mit Sockenwolle (400 m/100g) und habe von der Dunkelroten ca. ein Gramm übrigbehalten, die Helle war mit 72 Gramm dabei; gestrickt habe ich mit 3,25er Nadeln, was wohl keine ganz schlechte Wahl war, bei einem weiteren Versuch würde ich allerdings 3,0 mm bevorzugen. Evane_10

Und hier auch noch die Rückseite, die alle Fehler und auch die Abnahmestellen prächtig markiert 😉 : Evane_08

Ich und meine Krankenkasse

– Aus der (neuen) Reihe Geschichten, die das Leben besser nicht schreiben sollte…

Es gibt so Dinge, die einem den Tag oder auch gleich mehrere vermiesen können, die aber nicht notwendig wären, wenn jeder willens und in der Lage wäre, den Job, für den er bezahlt wird, einfach zu machen.

So ein Ding ist das mit meiner Krankenkasse und dem Umgang des zuständigen Bearbeiters mit dem Zwangsbeitrag aus meiner winzig kleinen Betriebsrente. Knapp 20% davon werden verlangt, das sind etwas über 30 Euro, und da ich nicht bereit bin, das von meinem Konto einziehen zu lassen, herrscht das blanke Chaos.

Dieses äußert sich vor allem in unmotivierten Mahnungen mit beigefügten mindestens dreiseitigen Belehrungen und Drohungen mit Verweis auf zahllose Gesetze. Fein, immer wieder erheiternd. Dann geht ein Theater los, in dessen Verlauf ich mehrfach beweisende Belege für meine sehr wohl erfolgten Zahlungen zur Verfügung stelle. Der Kassencomputer sieht das offenbar anders und der Kassenmitarbeiter ist willenloser Sklave seines Computers. Soweit die Vorgeschichte, wie sie sich mir darstellt.

Nun das aktuelle Drama, das mir das Blut in Wallung bringt. Da bekomme ich Anfang Februar (!) eine Nachricht der Kasse, dass meine Beitragspflicht zu diesem Rentchen zum Ende November des Vorjahres beendet sei.  Woow, dachte ich mir, vielleicht auch mal ein nettes Zeichen für die eingeborenen Alten? Super! Den für Dezember bereits gezahlten Beitrag schrieb ich ab, da ich keine Lust auf das endlose ergebnislose Gezerre darum hatte.

Und dann kam dieser Tage ein dicker Brief der Kasse: Beitragsmahnung ab Dezember 2018 ohne irgendeine Erklärung – nix. Ich wollte das als schlechten Scherz abbuchen, aber die Erfahrung sagt ja, die machen keine Scherze. Also mal wieder den netten aber strikt ahnungslosen Herrn A. angerufen. Jahhhaaaa, meinte der fröhlich, die betriebsrentenzahlende Kasse hätte mich zum Dezember abgemeldet und nun aber mitgeteilt, dass ich die Rente ja doch weiter beziehen würde (laut Vertrag lebenslang). Da muss ich dann natürlich auch die Beiträge (nach)zahlen! Und da sich inzwischen die krankenkasseninterne Beitragshöhe nach oben verändert hat, seien die jetzt sogar höher als vorher! Hahaha…

Ich konnte nicht mitlachen und ob ich rückwirkend die Fehlleistung der Rentenkasse auszubaden habe, das kläre ich anderweitig, jedoch schien es mir an der Zeit, über den Dezember-Beitrag zu reden, der ja auch gemahnt war.“Achja“, sprach der nette Herr A. nach allerlei Tastengeklimpere, „richtig, am 7. Januar wurde der ja gebucht!“  Na wunderbar, ich war begeistert und erleichtert! Das weitere Geplänkel erspare ich euch und mir, wir einigten uns im Verlauf einer guten halben Stunde, dass ich einen neuen Bescheid bekäme, in dem auch die Nachzahlung (ein bisschen ärgern wollte ich den Kassencomputer, geb ich ja zu) etwas gesplittet wird, denn alte Leute haben das Geld nicht immer in Haufen unter der Matratze liegen.  Schon am nächsten Tag, also gestern, kam der neue Bescheid. Man ahnt es wohl schon, aber ich sag es dennoch – er sah auf’s Haar aus wie der vorige, nur die Beiträge waren höher und damit auch die Gesamtsumme, die ich unverzüglich zu begleichen hätte. Also wieder ans Rohr, der Herr A. hatte aber schon seinen wohlverdienten Feierabend, seine Kollegin war dran. Also alles wieder von vorne ausgebreitet, dann – klimper, klimper, klimper – kam diese dann zu der weisen und absolut überraschenden Einschätzung, ich könne mal froh sein, dass nur der Dezember gemahnt wurde, denn es fehlten ja auch die Beiträge März/April 2018. Ich habe nur kurz und schrill gelacht und erklärt, das werde ich morgen, so wie heute, dann mit Herrn A. klären. Habe ich versucht, er lässt sich verleugnen. Was denn nun?