Protzpost

Eiskalt erwischt hat mich doch letzte Tage der Fotograf der weltbedeutenden „Märkischen Oderzeitung“ beim Daddeln Warten auf den Gatten. Während dieser bei der Doktorin seines Vertrauens ansaß, hatte ich Zeit, mich dem Shopping-Vergnügen hinzugeben. Da das aber spätestens nach einer Stunde (inkl. Eisbecher!) überhaupt kein Vergnügen mehr ist, hatte ich mich einfach zu dem einsamen Weihnachtsmann des Centers gehockt. Dort sah mich der Fotograf ebendieser Zeitung als lohnendes Motiv an und drückte ab. Und so kam ich dann samt roter Jacke in die Zeitung und ziere sogar als Aufmacher die Facebook-Seite der Regionalpräsenz des Blattes. Ja und irgendwas hat das wohl wie wir da so in gleicher Pose sitzen – ich nur nicht so verträumt, aber einigermaßen abwesend schon 😉

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Am Gesichtsausdruck während des Thriller-Lesens muss ich allerdings noch hart arbeiten….

In den Kasematten…

waren wir gestern zu einem sehr gemütlichen, originellen und liebevoll hergerichteten Weihnachtsmarkt im Küstriner Vorland. Hier, in dem winzigen Nestchen Gorgast hatte der der Preußenkönig 1883 nach dem Sieg über Frankreich innerhalb von sechs Jahren Bauzeit ein trutziges und gewaltiges Fort errichten lassen, das zusammen mit fünf weiteren das Gebiet um Küstrin schützen sollten. Dazu kam es nie, denn bei Fertigstellung war das Bauwerk militärtechnisch schon total veraltet und nicht mehr zu gebrauchen. Es diente dann nur als Depot und ist daher noch so ausgesprochen gut erhalten und kann jetzt sogar für private Festlichkeiten gemietet werden.

Uns interessierte dieses Gemäuer schon seit längerem und der jährliche Weihnachtsmarkt dort war nun das Signal. Und es war toll dort! IMG_0879Der äußere Ring mit polnischem Steinofen-Bäcker, hier zieht es heftig, aber drinnen dann war es warm und heimelig…

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Die Händler hatten gut Platz und mussten nicht frieren….  IMG_0874Es gab auch massig Trödel, in dem man herrlich wühlen konnte…

Auch Selbstgestricktes und -genähtes war vertreten. Wie so die Verkäufe waren, weiß ich nicht, aber dass ich für alle Zeiten von Märkten, bei denen ich hinter dem Tisch stehe, geheilt bin, das steht mal fest.

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Hier ist der Gatte dabei, mir „ganz heimlich“ eine Kleinigkeit (vermutlich ist sie grün und würde im echten Leben quaken ;-)) zu erwerben.

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Es gab sehr viele polnische Stände, liegt hier in der Natur der Sache, die Grenze ist keine 10 Kilometer entfernt, die das Angebot auflockern und bei Obst und Gemüse beispielsweise eine Fülle an wirklich heimischen Produkten zu unschlagbaren Preisen anbieten, darunter auch meine geliebten Boskoop-Äpfel….

Fazit, nach Wildschwein vom Spieß, vor Ort gebackenen Spritzkuchen (die Auswahl der Leckereien war mehr als schwer) und allerhand sonstigen Schätzen sind wir zufrieden und beeindruckt wieder abgezogen, zumal sich die Gänge dann schlagartig gefüllt hatten und der „gemeine Oderländer“ zeichnet sich ja unter anderem dadurch aus, dass er gerne an engsten Durchgängen verweilt, Mitmenschen zum Schwatze animiert und sich dabei pudelwohl fühlt… Den Stau hinter sich bemerkt er nicht.

Eigentlich…

…wollte ich heute endlich den neuen Superschal spannen. Uneigentlich hatte ich unerwarteterweise den Gatten mit einer gestern gaaanz leise angedachten radikalen dezenten Veränderung unseres Wohnzimmers hin zu etwas mehr Gemütlichkeit dermaßen angefixt, dass er heute nach dem Frühstück sofort anfing die Möbel zu rücken. Natürlich gehörte dazu, sie vorher auszuräumen, dazwischen, darin und dahinter tüchtig zu reinigen, minimalen Neuanschaffungsbedarf zu diskutieren, sich ständig den Schädel an der nun erstmal einsam herumbaumelnden Lampe einzurennen, die verrücktenschobenen Highboards wieder einzuräumen, vorher den Inhalt ebenfalls zu reinigen usw…. Das Gute an solchen Aktionen, die ich ja eher spontan mag, ist, dass man es dem Gatten erstmal ganz genau erklären muss, weil es ja nicht seinem Gehirn entsprungen und daher schwerer vorstellbar ist. Das gibt dann so eine Meinungsaustauschs-Geschichte, von der er immer behauptet, er käme mit seiner Meinung und ginge dann mit meiner. Egal. Jedenfalls haben wir im aktuellen Fall wirklich beide konstruktiv den Fall diskutiert, mit dem Ergebnis, dass unter anderem mindestens 2.000 Glocken gespart werden können, denn wir brauchen gar keine neuen Sitzmöbel, da man die vorhandenen, die ja auch noch recht neu sind, tatsächlich sehr gut passend umgestalten kann. Auch der Fernseher kann bleiben, denn er wird bis auf zwei bis drei Millimeterchen Luft in seine ihm zugedachte neue Position passen. Für den bisher viel zu großen Tisch zu dem Ensemble haben wir tatsächlich im erreichbaren Umkreis einen Glaser gefunden, der die Platte auf ein angenehmes Maß verändern kann und wird. Haaach, ich freu mich, denn schon jetzt in der Versuchsanordnung sieht das richtig gut aus! Leider bleibt allerhand Sofa von der riesigen bisher alles erdrückenden „Wohnlandschaft“ übrig, was schade ist und nach einigem schweren Nachdenken eventuell wenigstens teilweise doch noch irgendwo unterzubringen ist. Aber es ist keine Neuanschaffung angesagt, also hält sich der „Verlust“ dann doch in Grenzen. Nur – und nun kommen wir auf den Anfang der Geschichte zurück – fehlt mir jetzt der immer reichliche Platz zum Spannen großer und/oder langer Strickwerke. Aber das findet sich auch, darüber werde ich jetzt bei ein paar Runden Gestricke sinnieren, während der erschöpfte Gatte sein wohlverdientes Mittagsschläfchen hält….

F.E.R.T.I.G :-)

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Das war vorgestern. Endlose Reihen á 606 Maschen + endlose I-Cords lagen vor mir…

Und jetzt – es ist geschafft!!!

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Ja, das musste ich gleich mal zeigen… Morgen geht es dann ins Bad, danach auf die Streckbank. Ich bin ja so gespannt….

Verstrickt habe ich mit Nadeln 3,0 mm 213 g SoWo hangefärbt, 82 g handgesponnenes BFL und 65 g Ferner Lace – macht also 360 g und ich möchte das nicht noch einmal stricken 😉

Nix los hier

Außer den üblichen Hüftverbreiterern hat der liebe Nikolaus uns auch den Entschluss beschert (nein, nicht den, keine Süßigkeiten mehr zu essen, klappt ja eh nicht), in das nördlich gelegene Kleinstädtchen Angermünde zum traditionellen Gänse- und Weihnachtsmarkt zu gurken. Der Himmel war grau und feucht, aber wenigstens fiel nicht direkt so viel raus wie befürchtet. Da wir Pünktlichkeitsfanatiker sind, waren wir natürlich schon vor Eröffnung dort und waren schon da einigermaßen enttäuscht. Zwei Gänse- und diverse Fress- und Glühweinbuden, ein Kleinkinder-Karussell, das war’s.

Gaensemarkt

Selbst der Weihnachtsmann latschte überaus gelangweilt herum. Wenigstens wollten wir einen Happen essen und landeten bei der üblichen Bratwurst. Meine war nur alt, die vom Gatten war wohl noch älter, sodass ihm richtig fein übel wurde, was uns dann auf der Rückfahrt den Besuch im Lieblings-Café ersparte. Eine Gans haben wir auch nicht gekauft, die kriegen wir hier im Dorf für fünf Euro weniger das Kilo direkt von der Wiese und wissen, sie hatte dort ein feines Leben.

Hier an den Nadeln passiert auch nicht allzu viel, ich stricke tapfer an dem letzt gezeigten Schal von Svetlana Gordon und hätte ich nicht einmal unbemerkt die falsche Richtung bei einem neuen Segment (und damit auch bei den drei folgenden) gewählt, wäre die zweite Reihe fertig, so hab ich da noch drei Segmente und nur noch wenig Lust dazu. Der Hammer kommt aber erst, es werden dann 606 (ja, sechshundertundsechs) Maschen aus dem Rand aufgenommen, die dann hin und her gestrickt, dann kommt ein I-Cord drüber. Das Ganze dreimal, bis der Zusammenstrick-I-Cord das Ganze hoffentlich glücklich beendet. Ich hoffe, dass ich bis Weihnachten fertig bin 😉 jaja, ich weiß, die Endrunden vom Nuvem sind viel schlimmer, aber der war längst nicht so dermaßen frickelig ;-))

Zur meditativen Erholung zwischendurch habe ich dann ein bissel geribbelt. Mein Landlust-Tuch, das total die Form verloren hatte und den „Crazy-Stripes“, der schon ewig hier herumdümpelte, weil sich herausgestellt hatte, dass ich mir inzwischen zuviel Hüftgold einverleibt hatte und er einfach zu eng war. Und so leberwurstpellenmäßig mag ich das ja gar nicht. Also verwandelte ich das gute Stück auch größtenteils in ein lustiges Geribbel. In der Reihenfolge des Entstehens:

An das Pulloverfragment mit einem Ärmel (!) werde ich nun munter geringelt in leichter A-Form den Body anstricken und dabei versuchen, mittels trickreicher Knäule-Wechselei etwas breitere Streifen hinzubekommen. Aus dem Tuch werden wohl Socken, da ich diese Färbung aus den Anfangszeiten meiner Färbe-Karriere sehr schön finde.

Ja, das ist der Stand der Dinge. Strickzeit hab ich aus wettergründen (ja, es regnet tatsächlich auch hier mal!) reichlich. Und das Ziel heißt, diesen tollen Schal bis Weihnachten fertig zu haben.

Mosaikpulli geschafft!

Was lange die Nadeln blockiert währt, wird auch mal gut – oder so. Also habe ich den Mosaik-Pullover nun doch noch geschafft. img_0802.jpg

Das mit den Ärmeln war der Gau. Der Versuch von Armlöchern war ja sowas von schief gegangen. Nach laaanger Pause dann ribbeln und wieder neu hochstricken für gerade angesetze Ringelärmel. Zur Auflockerung mit zwei Mustersätzen in der Mitte und rund mit Ringeln gestrickt. Das ging in die Hose, weil das Muster sich doch sehr zusammenzieht und die Ringel dann gebeutelt haben. Also nur Ringel.

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Irgendwie muss ich völlig unbemerkt altersweise Geduld gelernt haben, jeder andere Pullover wäre schon längst in die Tonne Ecke geflogen. Apropos, man sollte niemals auf die Idee kommen, ein größeres Mosaikgestrick ribbeln zu wollen, man wird bei all der Dreherei dabei zu schnell total blöd in der Birne…

Gestern war Premierentragen und alles ist gut. Der Pulli sitzt und wärmt hervorragend, nur das klappt leider nicht allzu lange, denn es ist ja Alpaka drin, was mich bekanntermaßen und doch ständig ignorierterweise nun mal beißt. Vor allem am Hals.

Technische Daten: 580 g Drops „Nord“ mit Nadeln 3,5. Einfach drauflos gestrickt 😉

Sorry für die miesen Fotos, ist gerade kein Licht dafür. Wen es interessiert, die Farben sind Jeansblau (16) und Nebel (8) – wie passend, der verdüstert uns hier schon seit Tagen die Landschaft und die Stimmung…

 

UfOmania geht in die nächste Runde

Ganz tapfer habe ich mir nun ein Wahnsinnswerk hervorgekramt, das ja auch mal fertig werden soll. Es ist der Schal „Under the Sea„von Svetlana Gordon.

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Diese Designerin bewundere ich ja aufrichtig, habe auch schon so einiges von ihr gestrickt, aber das ist immer eine Herausforderung vor allem an die Geduld. Bei diesem Unterwasserdingsi kam dann auch noch dazu, dass ich mich in der Materialfrage total verschätzt hatte – ja, man soll schon glauben, was in der Anleitung steht, näääch?

Da beide Farben eher ausgefallen waren, gestaltete sich die Nachschuborganisation äußerst kompliziert. Bis ich dann bei Ferner so einigermaßen passend fündig wurde. Aber da war dann schon die Luft raus, das Körbchen mit dem Gestrick verschwand ganz diskret und kam jetzt bei der großen UfO-Jagd verschämt wieder ans Licht. Nun bin ich auch wild entschlossen, wenigstens ein gutes Stück voran zu kommen. Das Gekringel unten ist der erste von zwei Musterstreifen, der Anfang des zweiten liegt mitten drin.

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Ja und auch dieses Teil wird dann nicht zu meiner roten Winterjacke passen – leider …..

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Der nächste Streich

So ein wenig geht es doch voran mit dem UfO-Abbau. Einer der Kandidaten, die mir eigentlich am Herzen lagen, hat es nun zu seiner Vollendung geschafft. Es ist der (Achtung, Werbung!) Amburgo von Himawari. Hier hatte ich ihn schon einmal kurz vorgestellt, bin dann auch ganz gut voran gekommen, aber der letzte Ärmel hatte mir dann den letzten Nerv gezogen – oder so. Egal, das Ergebnis zählt, nicht der mühsame Weg dahin.

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Gestrickt habe ich ihn mit Nadeln 3,5 aus 600 g Panama von Rowan (das war Werbung), ein kühles weiches Garn mit allerhand Leinen und Baumwolle darin, das absolut nicht kratzt und damit sogar bei mir in direkten Kontakt mit der Haut kommen kann. Auf dem Foto oben stimmt auch die Farbe. Den Halsauschnitt, der gut gelungen ist, habe ich trotzdem noch mit drei Runden Rippe umstrickt, um das Untendrunter nicht so blitzen zu lassen;-)

In ganzer Pracht sieht das dann so aus:

Ich bin sehr zufrieden und hoch motiviert für die weiteren UfOs. Zwischendurch habe ich aber einen höchst gelungenen Beutezug gemacht – 950 Gramm (Achtung, Werbung!) „Björk“ von Lang Yarns. Björk-02

Ein federleichtes fluffiges und kuscheliges Garn überwiegend aus Merino, bei dem zwei Fäden in unterschiedlichem Farbverlauf nebeneinander her laufen. Auch wenn die einzelnen Farben etwas – naja schmutzig – wirken, gibt es doch einen netten Gesamteindruck. Bei der Menge kann das dann auch nur eine dicke Jacke werden. Nach all den Ufos ;-))))))))