Ich und meine Krankenkasse

– Aus der (neuen) Reihe Geschichten, die das Leben besser nicht schreiben sollte…

Es gibt so Dinge, die einem den Tag oder auch gleich mehrere vermiesen können, die aber nicht notwendig wären, wenn jeder willens und in der Lage wäre, den Job, für den er bezahlt wird, einfach zu machen.

So ein Ding ist das mit meiner Krankenkasse und dem Umgang des zuständigen Bearbeiters mit dem Zwangsbeitrag aus meiner winzig kleinen Betriebsrente. Knapp 20% davon werden verlangt, das sind etwas über 30 Euro, und da ich nicht bereit bin, das von meinem Konto einziehen zu lassen, herrscht das blanke Chaos.

Dieses äußert sich vor allem in unmotivierten Mahnungen mit beigefügten mindestens dreiseitigen Belehrungen und Drohungen mit Verweis auf zahllose Gesetze. Fein, immer wieder erheiternd. Dann geht ein Theater los, in dessen Verlauf ich mehrfach beweisende Belege für meine sehr wohl erfolgten Zahlungen zur Verfügung stelle. Der Kassencomputer sieht das offenbar anders und der Kassenmitarbeiter ist willenloser Sklave seines Computers. Soweit die Vorgeschichte, wie sie sich mir darstellt.

Nun das aktuelle Drama, das mir das Blut in Wallung bringt. Da bekomme ich Anfang Februar (!) eine Nachricht der Kasse, dass meine Beitragspflicht zu diesem Rentchen zum Ende November des Vorjahres beendet sei.  Woow, dachte ich mir, vielleicht auch mal ein nettes Zeichen für die eingeborenen Alten? Super! Den für Dezember bereits gezahlten Beitrag schrieb ich ab, da ich keine Lust auf das endlose ergebnislose Gezerre darum hatte.

Und dann kam dieser Tage ein dicker Brief der Kasse: Beitragsmahnung ab Dezember 2018 ohne irgendeine Erklärung – nix. Ich wollte das als schlechten Scherz abbuchen, aber die Erfahrung sagt ja, die machen keine Scherze. Also mal wieder den netten aber strikt ahnungslosen Herrn A. angerufen. Jahhhaaaa, meinte der fröhlich, die betriebsrentenzahlende Kasse hätte mich zum Dezember abgemeldet und nun aber mitgeteilt, dass ich die Rente ja doch weiter beziehen würde (laut Vertrag lebenslang). Da muss ich dann natürlich auch die Beiträge (nach)zahlen! Und da sich inzwischen die krankenkasseninterne Beitragshöhe nach oben verändert hat, seien die jetzt sogar höher als vorher! Hahaha…

Ich konnte nicht mitlachen und ob ich rückwirkend die Fehlleistung der Rentenkasse auszubaden habe, das kläre ich anderweitig, jedoch schien es mir an der Zeit, über den Dezember-Beitrag zu reden, der ja auch gemahnt war.“Achja“, sprach der nette Herr A. nach allerlei Tastengeklimpere, „richtig, am 7. Januar wurde der ja gebucht!“  Na wunderbar, ich war begeistert und erleichtert! Das weitere Geplänkel erspare ich euch und mir, wir einigten uns im Verlauf einer guten halben Stunde, dass ich einen neuen Bescheid bekäme, in dem auch die Nachzahlung (ein bisschen ärgern wollte ich den Kassencomputer, geb ich ja zu) etwas gesplittet wird, denn alte Leute haben das Geld nicht immer in Haufen unter der Matratze liegen.  Schon am nächsten Tag, also gestern, kam der neue Bescheid. Man ahnt es wohl schon, aber ich sag es dennoch – er sah auf’s Haar aus wie der vorige, nur die Beiträge waren höher und damit auch die Gesamtsumme, die ich unverzüglich zu begleichen hätte. Also wieder ans Rohr, der Herr A. hatte aber schon seinen wohlverdienten Feierabend, seine Kollegin war dran. Also alles wieder von vorne ausgebreitet, dann – klimper, klimper, klimper – kam diese dann zu der weisen und absolut überraschenden Einschätzung, ich könne mal froh sein, dass nur der Dezember gemahnt wurde, denn es fehlten ja auch die Beiträge März/April 2018. Ich habe nur kurz und schrill gelacht und erklärt, das werde ich morgen, so wie heute, dann mit Herrn A. klären. Habe ich versucht, er lässt sich verleugnen. Was denn nun?

Serviceparadies D

Endlich kann ich mal wieder richtig meckern und werde das jetzt auch mit Genuss tun 😉 Der Frustverursacher ist einer der großen Möbelmärkte hierzulande, der unter anderem auch mit tollem Service protzt – wie alle eben, muss man demzufolge auch nicht so ernst nehmen.

Dort kauften wir vor gut zwei Jahren nach der Sanierung unserer Veranda Möbelstücke für dieselbe. Ich weiß ja nicht, wie Ihr es haltet, aber wir haben uns angewöhnt, nichts Bestimmtes im Sinn zu haben sondern halt „mal gucken“ zu gehen, so ist man einfach flexibler bei der Auswahl. Es klappte auf Anhieb und weiße Hochglanzmöbel zogen ein, die passten, wie extra angefertigt – die Freude war groß. Bis dann irgendwann die Frontfolien an den Schubfächern und Türen anfingen sich zu lösen. Erst ein bisschen, dann ein bisschen mehr und dann ganz massiv.

Überzeugt, die Garantiezeit wäre vorbei, grollten wir vor uns hin, bis es mir gelang, die AGB der Kette zu finden und da stand versteckt und verschämt, dass man 2 Jahre Garantie gewähre.  Hollaa!!!! Es waren gerade noch ein paar Tage bis zum Ablauf der Frist, also schrieb ich schnell eine Reklamationsmail und harrte der Dinge, die da kommen würden. Und tatsächlich, es kam eine Mail zurück, deren Inhalt doch ernüchternd war; man teilte lediglich mit, die Beanstandung an den Hersteller geschickt zu haben und „falls dieser sich melden sollte“ mir Bescheid zu geben. Aha. Also habe ich noch einmal nachgehakt mit dem Hinweis auf ihre Grantiefristen und bekam – gar keine Antwort mehr. Inzwischen habe ich ein eher un-nettes Schreiben an die Geschäftsleitung dieses Marktes und des Hauptsitzes der Kette komponiert, diese aber noch nicht abgeschickt.  Und heute kommt ganz unverhofft eine Postkarte ange-roller-t, auf der steht: „Es ist soweit! Ihr Austauschteil ist eingetroffen! Die Austauschteile bitten wir Sie bei der Abholung mitzubringen bzw. bei Lieferung bereitzustellen…“

Nun dachte ich, die Austauschteile würden wir bekommen, nein, wir sollen sie hinbringen. Nuja, der Gatte meint, ich solle nicht immer so krümelkackerisch daher kommen, es wäre doch schon so gemeint, wie wir uns das denken. Okay, nehmen wir es an. Aber ich denke nicht daran, diesen Kram da wieder hinzukarren, aber ehe ich mich darüber aufrege, muss ich erstmal telefonieren und versuche inzwischen, die Nachricht als „prinzipiell gut“ zu verinnerlichen.

BER II – der Gatte am Limit

Vorneweg: Ich habe mir nichts Böses dabei gedacht, ganz im Gegenteil, es war als (Geburtstags-)Freude geplant, die auch spätwinterliche Abwechslung ins Landleben bringen sollte. Aber nicht so, ich schwöre! Worum es geht? Um das neue Treibhaus! Das ist inzwischen eine seeehr lange Geschichte, und die geht so:

Mitte Februar kam dieses mit internationaler Fernspedition hier an und sah erstmal recht harmlos aus: Eine große Rolle (die Platten), zwei große Kartons, in denen es metallen klapperte, und noch ein bissel Kleinkrams, Schrauben, Tape und Trallalla. Und da die Witterung danach war, ging der Gatte sofort freudig zu Werke, aus allerhand blechernem Kleinkram sollte das Gerippe zusammengebastelt werden. Die Anleitung dazu sah schon mal beängstigend minimalistisch aus und dann stellte sich auch ganz schnell heraus, dass die einzelnen Teile keineswegs gekennzeichnet waren, wie im Shop versprochen. Erster Frust schlich sich langsam heran, da viele Teile sehr ähnlich waren und am Ende dann doch nicht zusammengehörten. BER-000Was aber Geduldsgeschichten betrifft, ist er mir weit voraus und der „Must-Have-Effekt“ tat sein übriges (das vergammelte alte Treibhaus musste schließlich für das neue weichen), so dass irgendwann nach vielen heftigen Flüchen und Drohungen (die doofen Blechprofile zeigten sich davon leider total unbeindruckt!) die Giebelgerippe inklusive Fenster- und Türrahmen fertig waren. BER-00

Der Rest war dann vergleichsweise ein Klacks.

Erschwerend und verzögernd kamen dann leider auch noch zwei üble und langwierige Erkrankungen ins Spiel. Seit ein paar Tagen geht es aber wieder aufwärts mit dem Herrn Fadenkram, so dass nun die Außenplatten das Haus als solches erkennbar machen.

BER-01

Die noch zu klärende Frage lautet jetzt: Wie bitteschön soll dann die vierte und letzte Platte oben am First befestigt werden? An alle anderen kam man ja von beiden Seiten und von innen heran, aber die letzte? Als wir diese „windschlüpfrige“ Form gewählt hatten, haben wir uns ja was dabei gedacht, denn hier auf dem absolut platten und waldlosen Land hat es sehr oft und sehr heftigen Wind. Dass dieses Konstruktionsprinzip nun aber den Zusammenbau doch heftigst erschwert, war uns da nicht klar. Nun ist heftigstes Sinnieren angesagt und ich hoffe, dass es erfolgreich sein wird. Als letzte Hürde in dieser Serie lauert dann noch die Befestigung der Firstabdeckung über die komplette Hauslänge, das überlegen wir dann aber später….

Nachtrag

In einer wahnwitzigen waghalsigen „Jetzt-ist-alles-egal-irgendwie muss das ja werden“-Aktion wurde nun einfach die große Leiter angelegt und schwupps – alle Probleme erledigt, das Haus ist dicht, die Großbaustelle bis auf die Feinheiten erledigt. Auch die Rauchgasentschwefelungsanlage hat auf Anhieb funktioniert und der Gatte ist stolz und glücklich, was er sich allemal verdient hat! BER-03

Drei mal vier Meter misst das Haus und bietet reichlich Platz (auch in der Höhe) für alles, was man da so drin machen kann. Es wird Zeit, die Tomaten blühen schon verzweifelt in ihren winzigen Verkaufstöpfchen und allerhand andere Pflanzen warten ebenfalls auf ihren Start.

Wer meint, er braucht auch so ein Häuschen und kann und will es mit so einem Bastelsatz allemal aufnehmen, der findet ihn hier (unseres ist die Variante Polycarbonat, die stärkere Platte, 3 x 4 m). Aber wie gesagt, man muss es wirklich wollen ;-). Zu dem absolut fantastischen Preis kamen dann in unserem Falle noch 100 Glocken für die Spedition und halt diverse Verzweiflung und Tobsuchtsanfälle…

Die DSGVO ist nicht nur schlecht!

das wollte ich jetzt mal ganz deutlich klarstellen. Eigentlich geht sie mir ja am Allerwertesten vorbei und ich habe wirklich keinen Bock, diesen Blog hier aufzurüsten. Allerdings habe ich letzt als winzig kleines Zugeständnis – sozusagen als Zeugnis dafür, dass mir diese Geschichte durchaus schon zu Ohren gekommen ist – ein „Impressum“ mit meinem Klarnamen komponiert (ja, hoch lebe der Datenschutz!). Und dies just zur rechten Zeit, denn meine Schulfreundin „Erna“

Thuserna-02war gerade heftig auf der Suche nach mir. Leider hatten wir uns irgendwann Anfang der Neunziger Jahre aus den Augen verloren und der Name des Gatten, den ich ja jetzt trage (also den Namen, nicht den Gatten) war ihr eher nebulös im Gedächtnis. Mein Foto mit Hund auf der Ego-Seite gab letztlich den Aha-Effekt. Und so bekam ich eine Mail mit der vorsichtigen Frage, ob ich es denn wohl wäre. Jahaaa, ich war es! Was für eine Freude! Ein paar Tage später trafen wir uns und obwohl so viele Jahre dazwischen lagen, kam es uns vor, als setzten wir ein vor kurzem beendetes Gespräch fort. Nuja, so viele ereignisreiche Jahre wollen ja dann erstmal nachgearbeitet werden, aber das werden wir ganz sicher schaffen.

Leider kam mein „Impressum“ zu spät, um mir die Teilnahme an der gigantischen 50-Jahre-Abi-Feier zu ermöglichen, aber die 60 Jahre sind ja auch bald erreicht…

Geschichten vom Bau – Tag 2

war der Ausblick gestern abend schon recht optimistisch, so ist er heute ja schon fast entzückend. Nach getaner Arbeit bot sich vorhin dieses Bild: Veranda-Tag 2- 01k

gestern: Veranda-Tag 1- 02

Die andere Seite: Veranda-Tag 2- 02k Auf die rote Wand rechts kann morgen Gipskarton geklebt werden, hier muss kein Untergestell gebaut werden, was die Sache vereinfacht. Der Wermutstrofen ist die Türwand; die neue Tür hat eine Lieferzeit von ca. vier Wochen, so lange muss die Vollendung leider warten. Bis dahin wird jedoch der Fußboden ausgeglichen – er hat auf ca. 1,40 m eine Neigung von über 5 Zentimetern; gut an der Tür-Unterseite zu sehen – und neu gefliest sein.

Zur Entspannung zwischendurch haben sich jetzt klammheimlich die vielen bunten Wildtulpen am Südgiebel über die verblühten Schneeglöckchen und Winterlinge geschoben. Was für ein schöner Anblick!

Die Hyazinthen tun sich noch etwas schwer, aber in den Startlöchern stehen sie auch schon.

Liebe Grüße in die Runde – habt einen schönen Abend

Regina

Geschichten vom Bau

heute also sollte es ja mit der Veranda-Sanierung losgehen. Wider besseren Wissens waren wir da bis gestern guter Dinge. Und dann kam das Unheil wieder mit geballter Gewalt über uns, bzw. erstmal über den Herrn Fadenkram. Ich saß in meinem Strickbüdchen und wurde immer kleiner im Sessel, während das Fluchen und Schimpfen vor der Tür immer lauter wurde.

Verständlich, oder? (raufhauen macht die Bilder und damit das Grauen richtig groß 😉)

Nach einer ziemlich schlaflosen bzw. alpgeträumten Nacht, nach der für mich feststand, die Jungs würden sich das kurz ansehen und sich sofort verabschieden, harrten wir also bebend der Dinge, die da kommen sollten. Wir konnten bis dahin durch einen wandhohen Riss an der Stirnseite sogar die Nachbarn beobachten – wer hat sowas schon?

Aber dann kam es wie meist alles ganz anders, sie nahmen es gelassen, denn sie kennen sowas, da das Oderbruch im Grunde komplett auf Modder schwimmt, um das mal salopp auszudrücken, und dadurch solche Geschichten häufig vorkommen. Und schon ging es flink ans Werk, erstmal mit sehr viel Staub und Gepolter, dann aber systematisch mit Mörtel und Kelle weiter. Am Nachmittag war alles geflickt, verschmiert und geglättet und wir staunten nur. Feierabend gestern und Feierabend heute in der Gegenüberstellung: gestern-heute1

Natürlich ist nun die eigentlich bevorzugte Variante – alles fein schön glatt putzen und nett anstreichen vom Tisch. Variante 2 muss es sein – Vorsatzschalung mit Gipskarton, was die Sache natürlich nicht gerade preiswerter und den Raum wieder kleiner macht.

Es gab dann auch noch eine weitere, noch bittere Pille – die Haustür ist nicht zu retten. Die wurde in die Wand gehämmert ohne Rücksicht auf Verluste, alles ist schief, verbogen und ausgerissen. Die fünf Zentimeter Höhenunterschied im Boden hatte man da mit aller Gewalt „ausgeglichen“, was dann so aussieht – gehalten wird sie nur vom Bauschaum und seit die seitlichen Verkleidungsbretter entfernt sind, lässt sie sich auch nicht mehr schließen (zum Glück aber wenigstens noch abschließen):

Veranda 02 Haustuer2

Nunja, dann also auch das noch – was bleibt uns weiter übrig.  Es gab aber auch einen lustigen Moment, als wir unter dem untersten der diversen Bodenbeläge (von oben nach unten: Rips-Teppich braun, Rips-Teppichfliesen bunt, Ripsteppich grün, Linoleum 1 (Farbe nicht benennbar), Linoleum 2 (irgendwann mal bräunlich) eine Ausgabe der örtlichen Parteipostille „Neuer Tag“ vom 5. März 1980 fanden.

Ja, das war Tag 1 der Veranda-Sanierung und im Gegensatz zu gestern sind wir einigermaßen guter Dinge, voraussichtlich aber auch wesentlich ärmer, als optimistisch angenommen. Auf die neue Tür werden wir auch ca. vier Wochen warten müssen, so lange kann dann auch die Eingangswand nicht fertig werden. Auch das überstehen wir.

In diesem Sinne liebe Grüße in die Runde

Froggie aus dem Staub

Die neue Zeitrechnung bei Fadenkrams

Leider ist es ja so, dass der Gatte eher sorglos programmiert ist und dazu neigt, auf sein Glück zu vertrauen. Das ist bei mir ganz anders und da prallen dann schon mal die Gegensätze aufeinander. So auch beim Hauseingang. Der Sicherung desselben, genauer gesagt, denn die ist ja mehr als saumäßig – es ist beidseits eine funktionstüchtige Klinke dran. Man kann die Tür von außen abschließen, klar doch, aber wenn man bloß eben mal schnell in den Garten geht???? Das Problem ist dieses „bloß eben mal schnell“ – des öfteren schon bin ich vom Einkaufen gekommen, das Gartentor stand offen, die Haustür war unverschlossen und kein Gatte in Sicht. In manchen Gegenden sicher kein so ganz großes Problem, hier in Fernost schon, denn die allgemeine Sicherheitslage, vor allem Wohnungseinbrüche betreffend, ist eher katastrophal. Und nach einem großen Warnartikel in der Lokalpresse, der das Blut in den Adern (in meinen auf jeden  Fall!) gefrieren ließ, war nun klar, es muss ein neuer Beschlag an die Haustür, so dass man diese nur mit Schlüssel öffnen kann. Klartext: Von außen muss ein feststehender Knauf dran.

Man weiß ja, dass sowas viel zu einfach gesagt ist, das Leben ist härter als die Theorie des Laien. Also alles genau ausgemessen und zur Sicherheit neben dem Zettel mit den Maßen auch mit dem kompletten ausgebauten Beschlags-Klapparatismus ausgerüstet, steuerte der Herr Fadenkram optimistisch den nächstgelegenen, gerade mal 30 km entfernten großen Baumarkt an und fand dort sogar (was gar nicht so üblich ist) einen sehr hilfsbereiten Verkäufer. Gemeinsam einigte man sich auf ein passendes und auch optisch ansprechendes Modell (hahaha, einfach Knauf dran und fertig – neeee, das geht nur mit Komplettbeschlag – außen UND innen!). Frohen Mutes und 70 Euro ärmer (ich weiß, das hätte auch noch viiiel teurer werden können, aber rechnet das mal in Wolle um!) kam der Herr Fadenkram dann in anbrechender Abenddämmerung zurück. Im Dunkeln werkelt sich sowas ja schlecht, also schnell den Urzustand noch mal hergestellt und dann den Spruch getan: „Das ist morgen nach dem Frühstück in 10 Minuten erledigt!“

Damit kommen wir jetzt zu der Überschrift. Die 10 Minuten fingen kurz nach Neun an und sind jetzt, lange nach High Noon, noch längst nicht zuende. Und ich habe inzwischen staunend gelernt, über welch umfangreiches Repertoire an Flüchen und Schimpfworten der normalerweise doch eher friedliche Gatte verfügt – man lernt ja nie aus, auch nicht nach so langer gemeinsamer Zeit. Zur Stärkung, vor allem zur Kräftigung des inzwischen sehr angeschlagenen männlichen Nervenkostüms, gibt es jetzt erstmal Mittag; eine nahrhafte Cowboy-Pfanne wie damals auf den Spuren Jack Londons, der ja auch allerhand aushalten musste – aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Ja, und ich mache mir nun schon mal prophylaktisch Gedanken über einen Noteinstieg ins Haus, denn wenn der neue Sicherungsmechanismus in Funktion kommen sollte, gibt es so viele Möglichkeiten, dass man mal schlüssellos und höchst bedeppert vor der gut gesicherten Tür steht und erfährt, wie es potentiellen Einbrechern geht – man kommt einfach nicht rein! Die erste Überlegung war schon mal halb gut: Einen entsprechend großen Hund anschaffen, der Türen aufmachen kann. Aber was, wenn der auch gerade draußen steht? Und die Diva im Fell wäre darüber höchst ergrimmt – nee, streichen wir gleich wieder.

Ich sinniere also weiter und erzähle Euch demnächst, wie lang die 10 Minuten wirklich waren 😉

Liebe Grüße aus dem Regen

Regina

 

Viel schlimmer geht’s nimmer ODER Der heiße Draht ins Jenseits

Im Mai ist meine Schwiegermutter gestorben. Es folgte neben Fassungslosigkeit und Trauer eine hektische und stressige Zeit – jeder, der schon mal einen nahen Verwandten verloren hat, der kennt das. Eine der unliebsamen Aufgaben ist es, scheinbar unendlich viele Dinge abzumelden oder zu kündigen. Bei Verträgen mit Versorgern lässt man da ja besondere Sorgfalt walten, man weiß ja, die wollen alles ganz genau wissen und verlangen auch – um erkennen zu können, dass es sich nicht um einen Scherz handelt – eine Kopie der Sterbeurkunde. So geschehen auch bei der Abmeldung beim Stromversorger, dem wir selbstverständlich auch die Anschrift ihres Sohnes für die weitere Korrespondenz mitgeteilt haben.
Und nun brachte die Post vier Briefe dieses Versorgers, selbstverständlich an Schwiegermutters Adresse, und der wohl makaberste war dieser hier und der Hammer der letzte Satz:

Mit Extrapost dann noch die Aufforderung eine eventuell neue Bankverbindung für die weiteren Abbuchungen mitzuteilen.

Ja hallo, liebe E-ONs, geht’s noch? War es die Hitze, die Gedankenlosigkeit, das völlige Desinteresse, ja sogar Analphabetentum oder was sonst wohl? Das zu erfahren, werden wir nun einen Folge-Briefwechsel starten – ich halte Euch auf dem Laufenden.

kopfschüttelnde Grüße in die Runde
Froggie

Hab es gut, liebe Rose, wo immer Du jetzt auch bist, wir denken an Dich;
mir warst Du eine tolle Schwiegermutter und als diese behalte ich Dich in meinen Gedanken…

Gestern haben wir meine Schwiegermutter zur letzten Ruhe begleitet;
sie war völlig unerwartet am 12. Mai verstorben. Trauer und
Fassungslosigkeit haben uns seither fest im Griff gehabt, denn sie hatte
sich nach einem schweren häuslichen Unfall Ende Februar endlich wieder
aufgerappelt und gut erholt und stand unmittelbar vor ihrer Entlassung
aus der Reha-Klinik. Da passierte das Unfassbare.

Inzwischen haben wir die Geschehnisse akzeptieren müssen und haben nun zum zweiten
Mal so kurz hintereinander die Hinterlassenschaften eines langen Lebens zu ordnen und aufzulösen; keine so schöne Aufgabe, die wieder alles an Kraft erfordert, was wir aufzubringen in der Lage sind.

Das heißt, hier wird es sicher noch eine Weile recht ruhig sein, auch wenn ich in den wenigen Stunden der Ruhe stricke. Es kommt aber nichts Vernünftiges dabei heraus,
wahrscheinlich bin ich doch nicht bei der Sache, die Gedanken kreisen um so viele andere Dinge, so viele Fragen sind und bleiben für immer offen…

Traurige Grüße in die Runde

Froggie

Ooooooch nöööööö…..

da hab ich es doch in der vergangenen Woche tatsächlich endlich geschafft, mir eine Schneiderpuppe zu kaufen. Und war total happy, dass es mir endlich auch gelungen war, eine in meiner Größe zu finden, die ja puppenmäßig eher wenig angesagt ist. Und um das Glück vollkommen zu machen, kam das Ding dann schon am nächsten Tag an.
Voller Begeisterung schleppte ich den Riesenkarton ins Haus, öffnete ihn ungeduldig, zerrte die vermeintliche Minna raus und was war? Es war ein Kerl!
Tiefe Enttäuschung machte sich breit und Gnatz auf den Verkäufer. Aber erstmal ins Angebot im Shop gucken. Ja, und da stand es dann – sehr klein, aber es stand da – „männlich“. Puh, also hatte ich das Ding an der Backe.
Schnell war der Verkäufer angeschrieben, der zeigte sich auch verständnisvoll, weil ich sofort alle Schuld auf mich genommen hatte und versprach voller Entgegenkommen Umtausch zum Sonder-Versandpreis. Uff, toll, alles wird gut, dachte ich mir. Bis ich dann daran ging, den ungewollt gekauften Kerl wieder für die Rückreise fertig zu machen. Obwohl der Standfuß hier bleiben durfte, stellte sich schnell heraus, dass selbst ein großer Umzugskarton für den Body zu klein war. Also wieder ab in den riiiiesigen Originalkarton. Da hätten ja zwei von seiner Statur rein gepasst, aber einer hat mir ja schon gereicht.
Dann alle Paketdienste nach dem günstigsten Versandpreis abgegrast. Wider Erwarten machte DHL das Rennen. Für gerade mal 5,99 € Online-Frankierung konnte ich dem Herrn die Heimatadresse auf die Verpackung pappen und der Herr Wollfrosch bugsierte das Monster zur örtlichen Poststelle. Mir schwante Schlimmes aber ich soll ja nicht schon immer vorher unken….
Leider hatte ich doch wieder recht und wir sollten uns nun vorläufig nicht mehr bei der Christel von der Post sehen lassen, denn sie ist maximal vergrätzt, nachdem sie ca. zehn Minuten über Unterfrankierung gestritten hatte und dann meinte, wenn sie nicht mal ihren Euro dran verdienen könne, wäre es wohl eine gottverdammte Zumutung, dieses Monsterding in ihr kleines Lager zu stecken.
Okay, ich möchte hiermit in aller Form um Entschuldigung bitten, wir hatten ja schon eine Packstation in Betracht gezogen, da solche Debatten ja des öfteren stattfinden, aber die Packstation macht es sich leicht und uns schwer, denn die hat so große Fächer gar nicht erst, was aber nun wieder nicht an uns liegt…
Nun bin ich gespannt, wie die Geschichte ihren Lauf nimmt; bin aber zuversichtlich und voller Hoffnung, dass sie dann beim zweiten Anlauf ihr glückliches Ende finden wird.

Habt einen schönen Restsonntag, liebe Grüße in die Runde
Froggie