Mosaik – doppelte Bruchlandung und vorsichtiges Herantasten

Leider sind meine bisherigen höchst ambitionierten Ausflüge in die Welt des gestrickten Mosaiks mit Bravour gegen die Wand geknallt.  Über relativ wenige Maschen testgestrickt erschien diese Variante mit Verlaufsgarn sehr vielversprechend, in der Praxis rundgestrickt für XL war es der Flop schlechthin. Hätte frau sich eigentlich denken können….

zigzag_start-02 Geribbelt. Neustart in dezenterer Farbigkeit und in Teilen statt rundherum. Die Entscheidung ist inzwischen gefallen – geht auch nicht.

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Nun ist wieder Sinnieren angesagt. Ute hat Maßstäbe gesetzt, Nora ebenfalls. Ich muss da nun unbedingt nachziehen, ich sehe ja, das geht, man frau muss nur vorher nachdenken und nicht erst hinterher. Das versuche ich jetzt gerade. Die erste überaus verlockende Idee, in diese Weste – heißt, in eine zweifarbige Nachfolgeversion – Mosaikstreifen einzufügen, habe ich wieder verworfen, die Streifen sind zu schmal, das Mosaik zieht sich zusammen, das wird eher nix, zumal die dunkelgrüne Wolle leider wesentlich dünner daher kommt als die gelbe. Aber geübt habe ich damit schon mal (ungewohnt in krausrechts, geht aber sehr gut ;-)) Mosaik-01und denke, zwei Dinge sind zu beachten; unterschiedliche Nadelstärken für Muster und glatte Abschnitte und eventuell nicht komplette Reihen im Muster zu stricken, sondern dieses mit glatten Rippen fortführen oder diese dazwischen platzieren, wie man es bei dieser absolut genialen Jacke sehen kann. Jetzt kommt die Maschenprobe erstmal ins Wasser, wird dann vermessen und dann geht die Rechnerei los. Egal wie sehr ich diese hasse, ohne geht hier sicher nichts, jedenfalls nicht, wenn endlich etwas tragbares dabei rauskommen soll.

Der „Feuersalamander“ am Start

wie am Sonntag verkündet, sollte SOFORT ein Teilchen nur für mich auf die Nadeln. So ist es geschehen. Das Rennen gemacht hat mal wieder eine Anleitung von Swetlana Gordon, deren Designs ich liebe, weil sie immer einzigartig, überraschend und trotzdem narrensicher in den Anleitungen beschrieben sind. Dieser „Feuersalamander“ besteht im Grunde aus eingerahmten Löchern. Damit es durch diese nicht zieht – sie sollen ja den Hals wärmen – wird gleich noch ein gegengleiches Teil sozusagen als Futter gestrickt. Das werde ich wohl nicht tun, das wird mir dann im Sinne des Wortes wohl eher atemberaubend am Hals. Feuer-01Das Muster ist eingängig und leicht zu verinnerlichen, es ist jedoch ein ganz schönes Gefriemel und braucht seine Zeit. Hier findet das farbgefloppte Restknäuel der Malabrigo Silky Merino gut Verwendung, dazu selbstgefärbtes Wolle-Seiden-Gemisch.

Zum Zeitpunkt der Fertigstellung lässt sich noch nichts sagen, aber ich arbeite heftig daran 😉

Liebe Grüße in die Runde, genießt den Feiertag!

Geribbelt

heute musste Vienna dran glauben, denn mir war ribbelig. Und diese Jacke wartete schon lange in der Opfer-Kiste auf ihr unausweichliches Schicksal.

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Superlana von LG – 100% Merino, 110 m / 50 g

Dieses Gekräusel hat sich inzwischen im warmen Bade entspannt geglättet und wird die Nacht auf der Leine verbringen, um dann auf seinen neuen Einsatz zu warten.

Die Jacke war ein Teststrick für Regina Mößmer; ich weiß nicht mehr, ob es an mir, der Wolle oder der Anleitung lag, jedenfalls war sie an Hals und Schultern dermaßen breit, dass sich absolut nichts richten ließ. Schade, denn eigentlich mochte ich das Design mit einem dezenten Lochmusterstreifen im Rücken und netten Täschchen über dem Bündchen der Vorderteile.  Nun habe ich mir alles aufgeschrieben und werde eventuell noch einmal mein Glück versuchen, allerdings wird das wohl noch eine Weile dauern, jetzt ist leichter Sommerstrick angesagt.

Liebe Grüße in die Runde

Regina

 

Voll gegen die Wand

ging mein erster Makrameè-Eulen-Versuch. Inzwischen weiß ich, woran es lag, aber das hat nicht geholfen, die Fäden waren zu kurz (weil halt dicker als vorgesehen) und Ansetzen geht da nicht. Türkise Perlen passen ja ohnehin nicht so ideal zu Eulen, aber eulenfarbene hatte ich gerade nicht.fiaskoTrotzdem, man sieht wenigstens schon, was es hätte werden sollen und können – man weiß ja, Versuch macht kluch. Ich habe da jetzt schon etliche Versuche hinter mir, finde diese Handarbeitstechnik faszinierend, aber wirklich klug bin ich noch lange nicht. Dafür aber großer Optimist, denn im Frühjahr kommt der nächste und vorerst letzte Großeinsatz der Handwerker hier im Haus – die Veranda, die ein einziges Grauen ist bis hin zu direkter Verbindung zum Garten, was viele kleine tüchtige Mäuse schamlos ausnutzen, indem sie clever rein klettern und sich, nachdem sie sich durch irgendwelche Ritzen gezwängt haben, vorzugsweise in meinem Bettkasten niederlassen wollen. Jaja, ich weiß, das ist bäähhh, ich mag solch enges Miteinander mit Mäusen auch nicht und fange sie daher mit Schoggie in Lebendfallen, da sie für Schlagfallen (die ich auch nicht mag und schon gar nicht nachts direkt unter mir) zu clever sind und diese leer fressen ohne dabei zu Schaden zu kommen. Das ist ein tolles Spiel für die Mäuse, für mich aber nicht, denn nachdem ich sie mit vollen Bäuchen draußen ausgesetzt habe, sind sie wieder drin, wenn der Bauch leer ist. Also schnell die Veranda grundsanieren, ein williger und kompetenter Baubetrieb ist gefunden und wenn es ein wenig wärmer geworden ist, dann geht das los.

Was das mit der Eule zu tun hat? Nichts, jedenfalls nichts mit der Eule als solcher. Aber mit Makrameé, denn ich beabsichtige, die beiden großen Verandafenster dann mit geknüpften Vorhängen zu dekorieren. Das ist relativ einfach (bilde ich mir jedenfalls noch ein), braucht nur viel Schnur, unwahrscheinlich viel Schnur, und flinke Finger. Bis dahin werde ich halt noch ein paar Blumendingsis knippern, um nicht aus der Übung zu kommen ;-).

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Ziemlich glücklos…

… war ich mit meinem aktuellen Teststrick-Pulli und das ärgert mich sehr, denn es steckt ja bekanntlich viel Arbeit in so einem Teil, umso mehr, je größer es sein muss – bei einer 34/36 könnte ich das jedenfalls gelassener sehen als bei einer satten XL  😉

Die Ursache ist identifiziert (jawohl, ich habe eine ausführliche Maschenprobe gemacht und die war okay), die gewählte Nadelstärke (zum Erreichen der MaPro) war zu groß. Und so kam es, dass der Pulli in seinem Urzustand frisch von den Nadeln bestens passte, aber wie das so ist, etwas holperig in der Ansicht daher kam. Also ab ins Entspannungsbad, dann wie empfohlen, liegend auf Decken und Handtüchern getrocknet. Das sah schon recht eigenwillig, heißt, riesig aus, aber noch herrschte Hoffnung, dass es sich beim Trocknen wieder etwas zusammenzieht. Hat es aber nicht. Überhaupt nicht ein bisschen.

Das traurige Ergebnis (das ich noch nicht zeigen darf) ist ein sackförmiges Etwas mit einem riesigen Ausschnitt, das mir um die Schenkel schlabbert mit der Tendenz, die Kniekehlen zu erreichen, und dabei eine Schulterpartie formt, die ich nie im Leben ausfüllen könnte. Natürlich ist es ein Top-Down-Pulli (etwas anderes kommt mir ja kaum mal auf die Nadeln), an dem also absolut nichts zu retten ist.

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Das verwendete Garn war die Drops Baby Merino. Ich frage mich, wie das Dings wohl aus der Waschmaschine kommen würde, denn dank Superwash-Ausrüstung soll es dafür ja geeignet sein.  Vielleicht sollte ich ja den Schrumpf-Test bei 60° machen? Ich vermute aber, der würde eher weiteres Wachstum bringen. Also lieber gleich ribbeln. Aber was dann daraus fabrizieren?

Denjenigen, die bis hierher durchgehalten haben, verrate ich nun auch noch, dass mir mit der Comodo-Jacke aus dem gleichen Garn, die ich parallel gestrickt hatte, genau das gleiche passiert ist; allerdings „nur“ in der Länge, so dass die vorderen Zipfel fast Bodenkontakt hatten. Die ist schon geribbelt – ohne vorher zu fotografieren, so groß war der Frust…

Nunja, ich werd es überleben, das Garn in die NoGo-Area meines Wollregals verbannen (eine Pullovermenge davon hab ich ja noch) und mich erfreulicherem Fadenkram zuwenden. Aber erstmal soll der Barcelona-Snood fertig werden und da sieht es gar nicht so schlecht aus ….

Habt einen schönen vierten Advent – liebe Grüße in die Runde

Regina – leicht frustig, um es mal positiv zu sagen

 

Ich hab es getan!

Seit langem schon umkreise ich lüstern die äußerst ungewöhnlichen Designs von Sybil, aber bisher fehlte immer so der letzte Anstoß, der kam jetzt unerwartet und überraschend, da ich in Ute eine Gleichgesinnte gefunden habe. Und so verabredeten wir uns kurz entschlossen zum Mini-Samstagabend-KAL „Pieces of eight Mitts„, ein Projekt, von dem ich ziemlich überzeugt war, es könne nur in einem Fiasko enden. Tat es aber nicht, ich habe dafür nur das aktuelle Hörbuch abgeschaltet, die Katze ausgesperrt und dann ging es mit höchster Konzentration und diesem komischen Garn zur Sache –achterdingsda-001

mit diesem Ergebnis:

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Ganz zufrieden bin ich noch nicht, ich hätte eine halbe Nadelstärke mehr verwenden sollen, das Garn ist auch nicht optimal, aber egal, es klappt, also Ziel erreicht. Zwischendrin, kurz nach dem Start mit dem Daumen, war das noch gar nicht klar ;-)) achterdingsda-01Liebe Sonntagsgrüße in die Runde

Regina

Die neue Zeitrechnung bei Fadenkrams

Leider ist es ja so, dass der Gatte eher sorglos programmiert ist und dazu neigt, auf sein Glück zu vertrauen. Das ist bei mir ganz anders und da prallen dann schon mal die Gegensätze aufeinander. So auch beim Hauseingang. Der Sicherung desselben, genauer gesagt, denn die ist ja mehr als saumäßig – es ist beidseits eine funktionstüchtige Klinke dran. Man kann die Tür von außen abschließen, klar doch, aber wenn man bloß eben mal schnell in den Garten geht???? Das Problem ist dieses „bloß eben mal schnell“ – des öfteren schon bin ich vom Einkaufen gekommen, das Gartentor stand offen, die Haustür war unverschlossen und kein Gatte in Sicht. In manchen Gegenden sicher kein so ganz großes Problem, hier in Fernost schon, denn die allgemeine Sicherheitslage, vor allem Wohnungseinbrüche betreffend, ist eher katastrophal. Und nach einem großen Warnartikel in der Lokalpresse, der das Blut in den Adern (in meinen auf jeden  Fall!) gefrieren ließ, war nun klar, es muss ein neuer Beschlag an die Haustür, so dass man diese nur mit Schlüssel öffnen kann. Klartext: Von außen muss ein feststehender Knauf dran.

Man weiß ja, dass sowas viel zu einfach gesagt ist, das Leben ist härter als die Theorie des Laien. Also alles genau ausgemessen und zur Sicherheit neben dem Zettel mit den Maßen auch mit dem kompletten ausgebauten Beschlags-Klapparatismus ausgerüstet, steuerte der Herr Fadenkram optimistisch den nächstgelegenen, gerade mal 30 km entfernten großen Baumarkt an und fand dort sogar (was gar nicht so üblich ist) einen sehr hilfsbereiten Verkäufer. Gemeinsam einigte man sich auf ein passendes und auch optisch ansprechendes Modell (hahaha, einfach Knauf dran und fertig – neeee, das geht nur mit Komplettbeschlag – außen UND innen!). Frohen Mutes und 70 Euro ärmer (ich weiß, das hätte auch noch viiiel teurer werden können, aber rechnet das mal in Wolle um!) kam der Herr Fadenkram dann in anbrechender Abenddämmerung zurück. Im Dunkeln werkelt sich sowas ja schlecht, also schnell den Urzustand noch mal hergestellt und dann den Spruch getan: „Das ist morgen nach dem Frühstück in 10 Minuten erledigt!“

Damit kommen wir jetzt zu der Überschrift. Die 10 Minuten fingen kurz nach Neun an und sind jetzt, lange nach High Noon, noch längst nicht zuende. Und ich habe inzwischen staunend gelernt, über welch umfangreiches Repertoire an Flüchen und Schimpfworten der normalerweise doch eher friedliche Gatte verfügt – man lernt ja nie aus, auch nicht nach so langer gemeinsamer Zeit. Zur Stärkung, vor allem zur Kräftigung des inzwischen sehr angeschlagenen männlichen Nervenkostüms, gibt es jetzt erstmal Mittag; eine nahrhafte Cowboy-Pfanne wie damals auf den Spuren Jack Londons, der ja auch allerhand aushalten musste – aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Ja, und ich mache mir nun schon mal prophylaktisch Gedanken über einen Noteinstieg ins Haus, denn wenn der neue Sicherungsmechanismus in Funktion kommen sollte, gibt es so viele Möglichkeiten, dass man mal schlüssellos und höchst bedeppert vor der gut gesicherten Tür steht und erfährt, wie es potentiellen Einbrechern geht – man kommt einfach nicht rein! Die erste Überlegung war schon mal halb gut: Einen entsprechend großen Hund anschaffen, der Türen aufmachen kann. Aber was, wenn der auch gerade draußen steht? Und die Diva im Fell wäre darüber höchst ergrimmt – nee, streichen wir gleich wieder.

Ich sinniere also weiter und erzähle Euch demnächst, wie lang die 10 Minuten wirklich waren 😉

Liebe Grüße aus dem Regen

Regina

 

Pottsauer…

… bin ich mal wieder und habe nun endgültig den Produkten des leider allgegenwärtig überproportional heftig vertretenen Wollfabrikanten mit den Anfangsbuchstaben L und G abgeschworen, für immer und ewig, jawohl. Zu oft habe ich mich über Ausbluten, Massen von Knoten, labberiges Garn usw. geärgert, muss man doch nicht, es gibt doch inzwischen zum Glück so reichlich Alternativen!

Und nun zum aktuellen Ärgernis. Vor zwei Jahren hatte ich mir aus dem netten Baumwoll-Bändchengarn „Inside“ einen Pulli gestrickt, den ich nach der ersten Wäsche ribbeln musste, da er total eingelaufen war. Aber nun – neu gestrickt – trage ich ihn gerne und mit Begeisgterung, da er gut passt und mich nicht beißt. Demzufolge habe ich sofort zugeschlagen, als ich das Garn bei Iiibääh zu einem absolut unwiderstehlichen Preis ersteigern konnte. Jetzt sollte es auf die Nadeln. Aus dem ersten Dilemma klug geworden, startete ich vorsichtshalber ein Experiment mit für mich unfassbarem Ergebnis:

inside02Oben und unten sieht man einen vorschriftsmäßig bei 30° im Schonwaschgang gewaschenen (noch nicht hundertprozentig trockenen aber bereits heftig gestreckten) Strang und in der Mitte einen noch ungewaschenen. Ich hatte jeweils drei 150-g-Knäule zu einem Strang gehaspelt. Man könnte jetzt sicher ausrechnen, wieviel an den 150 Metern pro Knäuel jetzt fehlt, aber das muss nicht sein, das Foto spricht Bände.

Zum Glück habe ich genug Garn, um auch mit nur drei Vierteln der Ausgangslänge hinzukommen, aber lustig ist was anderes…

Empörte Grüße in die Runde

Regina, die demnächst ihren nächsten Reinfall mit Wolle von diesem Erzeuger berichten wird…