So ganz nebenbei

habe ich mal wieder meiner Ribbelleidenschaft gefrönt und dieses Schal-Monster – soweit das ging – wieder in Faden verwandelt. Kissen-03Und siehe da, schon beim meditativen Vorgang des Ribbelns kam mir spontan die Idee für die Metamorphose in den Sinn, das könnte als Kissen(hülle) sicher noch gute Dienste tun! Die nächste Idee war, dass aufgrund des kurzen aber heftigen Farbverlaufs „irgendwas mit verkürzten Reihen“, eines meiner absoluten Lieblingsthemen, her müsste. Das Passende fand ich dann auch ganz schnell hier , der Schal vom Titelfoto, den ich schon mal gestrickt und vor kurzem verschenkt habe, sollte in Teilen auferstehen. Kissen-05Es ging mit Nadeln 5,0 flott voran, 256 Gramm ehemaliger Schal stecken drin, gerade habe ich das Ganze zusammengehäkelt (!) und bin sehr angetan davon.

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Good Vibrations vollendet

Die Anfänge dieses handlichen kleinen Tuchs hatte ich ja im vorigen Post schon gezeigt. Jetzt habe ich es vollendet und bin sehr zufrieden; passiert ja auch nicht immer 😉 Good_Vi-06

Ich habe es etwas größer als angegeben gestrickt mit 14 statt 10 Rand-Dreiecken, da mir so ganz kleine Tücher nicht gefallen. Es bringt insgesamt 195 g auf die waage, 150 davon sind das „Hauptgarn“. Gestrickt habe ich mit Nadeln 3,0 und dafür ging das wirklich sehr schnell über die Bühne.

Hitzestrick und Wolle-Test

Hier in Fernost glimmt und glüht die Luft nach wie vor und macht – außer Milliarden von Mücken – Mensch und Tier eher döselig und träge als unternehmungslustig oder gar froh. Solche wie mich mit überbordender Schweißproduktion schon mal gar nicht. Daher bin ich in solchen Zeiten immer heilfroh, dass ich vom Grundtyp her Stubenhocker bin und mein Strickzimmer auf der meist kühlen Nordseite liegt. So murkse ich mehr oder weniger munter an verschiedenen Ufos, aber das wird irgendwann langweilig und dann muss das nächste werdende UfO auf die Nadeln.

Sowas hatten wir dann gestern abend. Eigentlich wollte ich ja nur mal sehen, wie diese in Leipzig erbeutete Wolle in glattrechts so aussieht, da sie für mich ja eher untypisch dunkel daher kommt. cosiMir war aber klar, dass ich bei den hirnerweichenden Temperaturen bei einem solchen Vorhaben sofort einschlafen würde und dabei die Gefahr besteht, mir im Niedersinken die Nadeln in die Augen zu bohren. Muss man ja nicht haben, zumal hier für Krankheiten und ähnliches der Gatte zuständig ist.

Also durch die Planung und die Anleitungsbibliothek gesurft und schnell war ein passendes kleines einfaches Projekt gefunden, „Good Vibrations“ heißt es und ist ein schneller Spaßstrick, aus dem in Windeseile ein nettes Tuch wird. Good_Vi-01

Nach wenigen Reihen hat man es drauf und es geht locker voran, während des Anfangs ist der Kopf sogar noch in der Lage, ganz fix einen Plan für das Ganze auszuarbeiten. Meiner heißt, zur farblichen Auflockerung jeweils einige Meter von den unzähligen gelb-bunten SoWo-Resten zu verwursten – sieht nett aus und gibt dem Stash-Gewissen so einen netten „Ich-arbeite-daran“-touch 😉 Jetzt bin ich gespannt (aber optimistisch), ob es mir gelingt, komplett unterschiedliche Restchen zu finden oder ob Wiederholungen nötig werden könnten. Ist letztlich wurscht, es macht einfach Spaß und damit mache ich jetzt weiter 😉 – auch wenn ich immer noch nicht weiß, wie das nun in Glattrechts aussieht….Good_Vi-02

Nun endlich…

…ist es vollbracht und ich bin so froh, dieses Werk auch vollendet zuhaben. Man ahnt es schon, es ist wieder ein Design von Svetlana Gordon, über die Anfänge und Mühen damit hatte ich ja bereits hier und hier berichtet. Fertig gestrickt ist es demzufolge ja schon lange, die Problematik lag im Spannen, denn mit stattlichen 2,60 Metern hat der Schal eine Länge, die man nirgendwo mal so eben einen Tag lang aufspannen kann. Meist passiert das dann auf meiner Liege und die Frage heißt dann, trockenen lassen und auswärts schlafen oder wie oder was? Und nun – taadaaa:

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Es stecken 360 g Wolle darin, 82 g handgesponnenes BFL, 65 g Ferner Lace, die die hellen Anteile liefern und dazu dann 213 g handgefärbte lilabunte Sockenwolle, die ich zum Glück fast identisch nachfärben konnte.  Gestrickt habe ich eeeeewig mit Nadeln 3,0 zu einem Monsterschal von 2,60 m Länge und 35 cm Breite. Und gewiss ist, dieses Teil werde ich nicht noch einmal stricken, ja, nicht einmal an sowas denken!  Bissi Augenpulver?

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Ganz verliebt

Getreu dem Motto „was schert mich mein Geschwätz von gestern“ habe ich es gerade unbezwinglich in mir gespürt, diesen Pullover von Stephen West zu stricken. Und zwar schnell. Und zwar sofort. Und zwar in Windeseile. Und ohne Unterbrechung. Und das ist gelungen.

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Die Idee dabei hat mich begeistert, erst recht, da es auch wieder ein Top-Down-Gestrick ist; nur mit der gerippten Passe hatte ich vorab so mein Problemchen. Es stellte sich aber heraus, dass da überhaupt kein Problem existiert, im Gegenteil, einen so genialen Halsabschluss hatte ich bisher nur sehr selten, wenn überhaupt. Die Anpassung an die menschliche Anatomie geschieht am Hals mittels einiger verkürzter Reihen, die hier wirklich unsichtbar sind, und der schrittweisen Verbreiterung der Rippen bis zur Ärmelabtrennung – einfach genial einfach.

Kunterbunte Reste in Hülle und Fülle waren schnell gefunden und mit 4,5er Nadeln und drei Fäden wuchs das Teil in Windeseile heran. Für die Passe und die Bündchen habe ich all die vielen Reste der Pittura verwurstet, zusammen mit einem Faden Drops Lace in Lila und einem dünnen Faden schokobraunem NoName-Garn. Zusammen dann so doppelte Sockenwollstärke.

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Lila und Braun habe ich durchgehend beibehalten mit jeweils kleinen oder größeren Resten Sockenwolle kombiniert. Das Quietschlila da mittendrin gefällt mir jetzt nicht mehr so, aber es ist nun mal drin und da bleibt es auch, war der Rest Ferner-Lace vom Ägypter-Tuch, musste halt auch mal weg 😉

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Jetzt habe ich also unverhofft einen wunderbar kuscheligen und warmen Winterpullover, der trotz seiner Dicke und Länge gerade mal 690 Gramm auf die Waage bringt. Jetzt muss er nur noch baden und dann warten wir gemeinsam auf den Winter…

Buntes Dingsi fertig

Viel gibt es dazu nicht zu sagen, außer dass es fertig ist und infolge reichlicher Abwechslung bei den Strickrichtungen auch nicht langweilig wurde. Ganz so, wie ich mir das dachte: Zwei Segmente weniger stricken, NICHT zum Kreis schließen, und es entsteht zwangsläufig ein Tuch – nein, so war das nicht; fünf Segmente weniger hätte wohl gefunzt. Das „Tuch“ hat einfach zu viel Rund und damit zu viel Stoff im Rücken; man muss sich nun wirklich darin einwickeln. Ob es dann noch mit Stricken und anderen wichtigen Tätigkeiten klappt, kann ich noch nicht beurteilen, denn es hängt erstmal auf der Leine.

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Wie groß es danach sein wird, weiß ich auch noch nicht, jedoch um einiges größer als vor dem Bade. Zwischendurch sah es unter anderem so aus:

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Und genau hier hätte ich aufhören sollen, dann hätte es auch mit dem Tuch geklappt.

Zu der Anleitung – dass ich sie mit $ 8,33 total überteuert finde, hatte ich ja schon erwähnt. Anfänger sollten sich auch tunlichst fernhalten, es wird nichts erklärt oder beschrieben, es ist lediglich eine reihenweise Auflistung, bei der man auch ab und an ins Grübeln kommt, was eigentlich genau gemeint ist.

Mit einem netten Gruß aus der fadenkramschen Tierwelt wünsche ich Euch einen gemütlichen Restsonntag:

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Diese dicken Brummer hat es in diesem Sommer sehr reichlich bei uns und sie sind unermüdlich dabei, an einer großer Sonnenblume Material für ihren Nestbau zu ernten. Hornisse von hinten kommt auch ganz nett, finde ich (sie mögen es nicht beobachtet zu werden und drehen einem ganz fix das Hinterteil zu, während der abseits postierte Wächter recht fies anfängt zu brummen) :

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Jammern und Spielen

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Es ist sehr still geworden in der Bloglandschaft und das macht mich traurig. Mehr als die Hälfte der Blogs, die ich hier ursprüglich in der Leseliste hatte, existieren nicht mehr – aus welchen Gründen auch immer und wegen dieser dämlichen total überbewerteten DSGVO. Weitere Lieblingsblogs sind in der Sommerpause – da besteht ja noch Hoffnung. Ja, Mädels, so sehr ich Euch auch verstehe, Ihr fehlt mir!

So, das musste ich jetzt mal verkünden. Was mich betrifft, bin ich noch wild entschlossen weiterzumachen. Mal sehen, wie lange.

Und da das hier in erster Linie ein Strick- und kein Jammerblog ist, zeige ich Euch gleich mal, was ich so als Entspannungsgestrick für Zwischendurch auf den Nadeln habe. Der  Amburgo wächst ja stetig, aber nun bei den langen Runden immer rundherum ist das doch recht eintönig und so schlafe ich bei meiner Abendstrickerei gern auch mal ein…

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Auf Pinterest habe ich letzt so ein lustiges Verkürzte-Reihen-Dingsi (das eine kleine Decke werden soll) entdeckt (jaja, Pinterest, ich konnte noch nicht entscheiden, ob das nun Fluch oder Segen ist, da ja dort so viele Viren lauern…), dem ich nicht lange widerstehen konnte. Die Selbstüberlistung „…die Anleitung wird nur gekauft, wenn Wolle im Stash ist!“ ging voll in die Hose, denn die perfekte Wolle lauerte im Regal. Also musste ich zuschlagen.

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Es ist eine perfekte Kombi – die Wolle beißt mich, also für Pulli und Co. nicht geeignet, dafür ist sie herrlich warm und voluminös, um im Winter die Schultern zu wärmen.

Das Gestrick geht locker voran, und wenn man das einfache Prinzip dabei verinnerlicht hat, wird das auch schnell ermüdend. Aber man sieht gut, wie es voran geht. Die äußerst minimalistische Anleitung finde ich mit 8,33 $ unverschämt teuer, aber sie ist brauchbar, auch wenn sie nicht einmal die Tuch-Variante anbietet 😉

Sonne auf der Haut

selten nur begeistert mich ein Projekt von Anfang an so sehr, wie die soeben vollendete „Sonnenküste“ von Heidi Kirrmaier. Sunshine-04-1Hier hat einfach alles gepasst, angefangen vom Garn, der „Panama“ von Rowan (Achtung: könnte böse Werbung sein!), die perfekt geschriebene Anleitung, damit der Spaß am Stricken und natürlich das perfekt passende Ergebnis.

„Panama“ ist ein leichtes und lockeres leicht noppiges Mischgarn aus 55% Viskose, 33% Baumwolle, 12% Leinen mit 135 m auf 50 Gramm, das ich mit 3,5er Nadeln flott von oben nach unten verstrickt habe. Gerade mal 417 Gramm bringt das Teilchen auf die Waage – hatte bei meiner Größe definitiv mit wesentlich mehr gerechnet!

Hoch interessant ist der Start oben mit dem Halsausschnitt. Breite Raglan-Streifen betonen die Form, die anfangs mittels verkürzter Reihen perfekt entsteht. Sunshine-05Diese Streifen verlaufen dann entlang der Seiten des Pullis, an denen auch kleine Umschlag-Löchlein leichte A-Form und Weite bringen und nett aussehen – sofern man es mag. Mein Fazit: Den mache ich bestimmt noch mal!

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Der Blätterschal – es ist vollbracht!

0Blätterschal-05Nie hätte ich gedacht, dass der mal fertig wird! Gestartet hatte ich ihn 2013/2014. Schnell stellte sich heraus, dass die geplante Wolle nicht mal ansatzweise für zwei Blätterreihen reichen würde und ich verlor die Lust, konnte mich aber nicht aufraffen, das Elend zu ribbeln. Immer mal wieder guckte ich das Fragment schief an, aber es regte sich auch kein Fünkchen Lust zum Weitermachen. Inzwischen hatte ich handgefärbte Wolle für die Fortsetzung gesponsert bekommen, aber die passte farblich dann doch nicht und zu wenig war es immer noch. Doch dann kam der Poison Ivy und nicht klein zu kriegende Blättersucht hatte mich gepackt. Erstmal ging der Versuch weiterzumachen komplett in die Hose. Aber der Ehrgeiz war geweckt. Es hieß, alles auf Null, Wolle passend überfärben, für das Mittelteil passendes Garn suchen (Stashabbau war dringend angesagt) und dann – NEUSTART! Irgendein Vögelchen zwitscherte mir, statt 25 Blättern pro Seite nur 23 zu stricken, da mein Garn dicker als das der Designerin war. Was für eine geniale Entscheidung, sie führte dazu, dass die Wolle reichte – gerade mal so, aber das ist ja egal.

Gestern wurde das Werk dann von der Streckbank erlöst und präsentiert sich nun in aller Pracht und Herrlichkeit 😉

2,55 m in der Länge und 56 cm in der Breite misst das Teil, verstrickt sind 417 g Sockenwolle mit Nadeln 3,0 mm. Und nun kann ich sagen, dass es mir vorläufig reicht mit der Blätterstrickerei…

0Blätterschal-080Blätterschal-09Der „schäbige Rest“ – eine Blättergirlande vom ersten Versuch und die verbliebenen 20 g Fadenenden:

Megumi – murksiges Spiel mit verkürzten Reihen

Ein Schaltuch – oder wie auch immer man es nennen will – von Ruth Kindla aus ihrem Buch „Die verkürzte Reihe – das Original“ wollte schon lange auf meine Nadeln. Es gab jedoch nie die richtig zündende Garnidee, denn es musste ein sehr langer Verlauf sein. Also bin ich am Ende doch bei dem empfohlenen Garn, der Amitola von Louisa Harding, gelandet, ebenso habe ich mich an die Nadelstärken-Empfehlung – 4,0 mm – in der Anleitung gehalten. Das hätte ich nicht tun sollen, denn was im Buch bei der eher minimalistischen Beschreibung und Bebilderung der Anleitung nicht zu erwarten war, ist der Umstand, dass das Ding endlos lang ist. Statt der angegebenen 90 cm „Zipfel“länge sind es 130cm. Viel zu lang; einfach um den Hals gelegt, reichen diese Zipfel fast bis auf den Boden. Eine 3er statt der angegebenen 4er Nadel hätte das sicher verhindert.Megumi-03

Diese Länge macht es dann auch sehr schwierig, eine wirklich tragbare Drapierung zu finden; mir ist jedenfalls noch nichts gescheites eingefallen. Ribbeln geht nicht, das erlaubt das Garn nicht. Also hab ich mal die Minna bemüht und genau wie die Designerin den unteren Teil einfach weggelassen bzw, hinten versteckt 😉

Das ist schade, denn die Gestaltung des Tuches mit den einzelnen Abschnitten finde ich sehr gelungen. Megumi-02

Bisher habe ich mir alle Verkürzte-Reihen-Bücher von Ruth Kindla gekauft (vier inzwischen, dabei wird es nun auch bleiben), jedoch noch nicht viel daraus gestrickt. Allen gemeinsam ist leider die viel zu oberflächliche Beschreibung und Strickanleitung der Modelle; sie werden ausnahmslos auf zwei Seiten, eine davon Foto(s), vorgestellt. Dazu fällt mir ein, dass die Anleitung zur „Neptunia“ von Heidrun Liegmann stramme 40 A-4-Seiten umfasst….

Aber den Vogel schießt die Darstellung der Zählmuster ab; diese befinden sich auf beigelegten großen Bogen in einer Größe, die jegliches Erfassen oder gar Zählen mit dem normalen menschlichen Auge unmöglich macht. Ich scanne das dann Stück für Stück und drucke es erheblich vergrößert aus. Sehr mühsam, sehr umständlich, eine echte Zumutung. Erschwert wird die Arbeit damit zusätzlich dadurch, dass sich nirgends, nicht mal an den Absatzenden der Charts, Angaben zur jeweiligen Maschenzahl befinden. Nein, es macht einfach keinen Spaß und Anfänger werden hier zwangsläufig scheitern, Strickerinnen, die nicht mit meiner Elefantengeduld gesegnet sind, ebenfalls.  Schade, sehr schade!

Liebe Grüße zum Wochenanfang

Regina