Erfolgreich entwurmt ;-)

Das Monstertuch, das mit dem Wurm drin, ist fertig. Und es gefällt mir. Und es ist gigantisch… Slip-03

Hier liegt es schüchtern und diskret nach dem Abnadeln und bringt gerade mal 1,95 x 0,54 m an die Latte. An sich ja auch nicht schlecht. Aber dann ging es in die lauwarme Strick-Badewanne. Gnadenlos an die Leine gepappt sah das dann so aus: Slip-06

Uiiijuiiiijuii, dachte ich mir, das Teil hat das Zeug zum Monster! Ja und heute früh entpuppte es sich dann mit 2,40 x 0,75 m als solches. Kuschelig warm und weich in einer für mich eher untypischen Farbigkeit. Die wiederum einer mich derzeitig beherrschenden Dreifarbigkeits-Marotte entsprungen ist. Obwohl ganz neu in meinem Besitz, wusste ich beim Kauf der Wolle leider noch nichts von der roten Jacke…

Das Tuch, seine Muster und Farben begeistern mich und so darf es vor den Wintereinsätzen erstmal eine Weile an die Wand der Herrlichkeiten, wo bis heute das Ägyptertuch von Ute seinen Platz hatte. Dieses könnte aber demnächst zum Einsatz kommen. Man sieht auch, dass meine Lust am Mosaikstrick ungebrochen ist. Derzeit grübele ich schon über einer Neuauflage dieses oder eines ähnlichen Tuches mit dünnerem Garn in Grautönen und einem dezenten bisschen Rot dabei ….Slip-07

Zu den technischen Details: Anleitung „Slip Knit Love“ von Lisa Hannes, gestrickt aus 400g Drops Merino Extra Fine, 105 m auf 50 g. Krausrechts mit Nadeln 4,0 mm, Musterstreifen mit 5,0 mm.

Da ist der Wurm drin…

Da ich ja nur zwölfunddrölfzig Tücher habe, muss jetzt dringend ein neues her, denn der Winter scheint zu nahen. Nachdem ich den Sommer über nur geschwitzt hatte, hat irgendwer oder irgendwas in mir einen Schalter umgelegt und nun friere ich hingebungsvoll. Ja, auch bei immer noch 27°. Schon eine neue Qualität, obwohl ich seit jeher nur zwei Temperaturbereiche für mich kenne: Zu kalt oder zu warm. Aber wie gesagt, in der Wahrnehmung scheint sich etwas verschoben zu haben und mir graust es schon vor der nächsten Heizkostenrechnung, wenn ich jetzt schon friere.

Ja, also das neue Tuch. Ein richtig dickes kuscheliges soll es werden aus der eigens angeschafften Drops Merino Extra Fine (Merinogarne sind gerade im Drops-Sale!). Merino_Extra-Fine-03-1

Das Objekt der Begierde war in Windeseile aus der Planung gefischt, eine Farbskizze mühsam gemalt und los ging das. Da ich mich meist sklavisch an einmal Festgelegtes halte, wunderte ich mich zwar über die Farbzusammenstellung, aber strickte tapfer drauflos. Bis ich dann endlich merkte, dass ich in der Anleitung die Farben falsch markiert hatte. Anstatt gleich mal nachzugucken…. Slip-01

Also ribbeln und neu starten; was hier gelb ist, muss türkis werden und umgekehrt. Eigentlich logisch, oder? Was sich aber schon erkennen lässt, ist, dass das Tuch durch clevere Randgestaltung mit Zu- und Abnahmen einen wirklich netten Schwung bekommt.

Buntes Dingsi fertig

Viel gibt es dazu nicht zu sagen, außer dass es fertig ist und infolge reichlicher Abwechslung bei den Strickrichtungen auch nicht langweilig wurde. Ganz so, wie ich mir das dachte: Zwei Segmente weniger stricken, NICHT zum Kreis schließen, und es entsteht zwangsläufig ein Tuch – nein, so war das nicht; fünf Segmente weniger hätte wohl gefunzt. Das „Tuch“ hat einfach zu viel Rund und damit zu viel Stoff im Rücken; man muss sich nun wirklich darin einwickeln. Ob es dann noch mit Stricken und anderen wichtigen Tätigkeiten klappt, kann ich noch nicht beurteilen, denn es hängt erstmal auf der Leine.

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Wie groß es danach sein wird, weiß ich auch noch nicht, jedoch um einiges größer als vor dem Bade. Zwischendurch sah es unter anderem so aus:

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Und genau hier hätte ich aufhören sollen, dann hätte es auch mit dem Tuch geklappt.

Zu der Anleitung – dass ich sie mit $ 8,33 total überteuert finde, hatte ich ja schon erwähnt. Anfänger sollten sich auch tunlichst fernhalten, es wird nichts erklärt oder beschrieben, es ist lediglich eine reihenweise Auflistung, bei der man auch ab und an ins Grübeln kommt, was eigentlich genau gemeint ist.

Mit einem netten Gruß aus der fadenkramschen Tierwelt wünsche ich Euch einen gemütlichen Restsonntag:

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Diese dicken Brummer hat es in diesem Sommer sehr reichlich bei uns und sie sind unermüdlich dabei, an einer großer Sonnenblume Material für ihren Nestbau zu ernten. Hornisse von hinten kommt auch ganz nett, finde ich (sie mögen es nicht beobachtet zu werden und drehen einem ganz fix das Hinterteil zu, während der abseits postierte Wächter recht fies anfängt zu brummen) :

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Jammern und Spielen

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Es ist sehr still geworden in der Bloglandschaft und das macht mich traurig. Mehr als die Hälfte der Blogs, die ich hier ursprüglich in der Leseliste hatte, existieren nicht mehr – aus welchen Gründen auch immer und wegen dieser dämlichen total überbewerteten DSGVO. Weitere Lieblingsblogs sind in der Sommerpause – da besteht ja noch Hoffnung. Ja, Mädels, so sehr ich Euch auch verstehe, Ihr fehlt mir!

So, das musste ich jetzt mal verkünden. Was mich betrifft, bin ich noch wild entschlossen weiterzumachen. Mal sehen, wie lange.

Und da das hier in erster Linie ein Strick- und kein Jammerblog ist, zeige ich Euch gleich mal, was ich so als Entspannungsgestrick für Zwischendurch auf den Nadeln habe. Der  Amburgo wächst ja stetig, aber nun bei den langen Runden immer rundherum ist das doch recht eintönig und so schlafe ich bei meiner Abendstrickerei gern auch mal ein…

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Auf Pinterest habe ich letzt so ein lustiges Verkürzte-Reihen-Dingsi (das eine kleine Decke werden soll) entdeckt (jaja, Pinterest, ich konnte noch nicht entscheiden, ob das nun Fluch oder Segen ist, da ja dort so viele Viren lauern…), dem ich nicht lange widerstehen konnte. Die Selbstüberlistung „…die Anleitung wird nur gekauft, wenn Wolle im Stash ist!“ ging voll in die Hose, denn die perfekte Wolle lauerte im Regal. Also musste ich zuschlagen.

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Es ist eine perfekte Kombi – die Wolle beißt mich, also für Pulli und Co. nicht geeignet, dafür ist sie herrlich warm und voluminös, um im Winter die Schultern zu wärmen.

Das Gestrick geht locker voran, und wenn man das einfache Prinzip dabei verinnerlicht hat, wird das auch schnell ermüdend. Aber man sieht gut, wie es voran geht. Die äußerst minimalistische Anleitung finde ich mit 8,33 $ unverschämt teuer, aber sie ist brauchbar, auch wenn sie nicht einmal die Tuch-Variante anbietet 😉

Das Schattenreich im Sonnenschein

Jaja, ich weiß, total blöder Titel. Aber das Hirn ist zu heiß, um Geistesblitze zu produzieren 😉

Jedenfalls habe ich nun mein Schattentuch in affenartiger Geschwindigkeit vollendet und bin stolz auf mein (und Utes) Werk, das jetzt gerade nach dem Wannen- ein Sonnenbad nimmt (ich weiß, dass das nicht gut für Wolle ist, aber zum Spannen ist es zu groß und in ein paar Minuten dann auch schon trocken).

Das Tuch hat im Wasser einiges an Breite und Länge zugelegt: Frisch von der Nadel waren es 166 x 80 cm, jetzt sind es 188 x 83 cm – gespannt wäre da sicher nochmal was dazu gekommen.

Verstrickt habe ich 158 g NoNa-Wolle, dazu 153 g Drops Flora zusammen mit  73 g Drops Lace in schwarz. Das Tuch ist mit seinen 384 g ein Leichtgewicht, das sich angenehm um die Schultern legt – nur gerade jetzt nicht 😦

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In der Draufsicht ist der geniale Effekt nicht zusehen, das ist klar, er erscheint wie bei einer 3-D-Postkarte, wenn man von der Seite oder von oben oder unten guckt. Kann ich hier auch nur ansatzweise zeigen, weil es für Foto-Akrobatik ebenfalls viel zu heiß ist.

Hier unten kommt das aber schon ganz gut zur Geltung:

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ein bisschen dichter dran:

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Fazit: Das ist ein richtig kuschlig-warmes Wintertuch, in das man sich gut einrollen und stricken kann. Im Moment eine eher schweißtreibende Vorstellung…

Wenn die Anleitung online ist, könnt Ihr sie hier bei Ute (pöse Wääärpunk – ich krieg aber nix, sondern musste hart schuften dafür!!!!) finden.

Ausflug ins Reich der Schatten

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Was liegt wohl näher, als bei glimmender Sonne mal ein etwas stärkeres Garn, gern auch allerhand Wolle darin, aus dem Vorrat zu fischen und sich auf einen Teststrick für die Wintergarderobe einzulassen? Dieses Mal geht es mit Ute ins Reich der Schatten. Ja, wahrscheinlich brauche ich für meine neuen Vorlieben auch immer erst eine Vordenkerin und -strickerin, die mir den Einstieg erleichtert. Bei dieser spannenden Angelegenheit lag es sehr nahe, dass ich die Frage nach der Teststrick-Bereitschaft ohne Nachzudenken sofort positiv beschieden hatte.  Dabei hatte ich die Materialfrage überhaupt nicht bedacht – aber das Glück ist mit dem Tüchtigen und der Stash wird es schon hergeben. So war es auch. Das superschöne feuerfarbene Nona-Garn sollte es sein, dazu für den schwarzen Kontrast Drops Flora vereint mit einem Faden Drops Lace. Und los ging das. Gestern. Heute früh sah das dann so aus – in der Draufsicht:  Schatten-01-1

Die Schattensicht kommt dann etwa so daher:  Schatten-02

Dass es Spaß machen würde, hatte ich ja gedacht, dass es aber auf Anhieb suchterzeugend wäre, nicht. Und so schaffte ich es dann gestern auf einen Rutsch von neun Startmaschen auf 247 Maschen in der Reihe, was jetzt den sichtbaren Zuwachs doch schon etwas bremst.

Meinen Ruf als Virenschleuder habe ich ja längst weg, also verrate ich auch gleich, wo Ihr die Anleitung dann nach ihrer Veröffentlichung finden könnt – hier nämlich.

Blattgewimmel

Endlich möchte ich mich mal wieder dem Blogthema zuwenden – Stricken. Als bekennender Fan von Svetlana Gordon kann ich mich gerade nicht bremsen und nach Aurora Borealis und Feuersalamander-Snood (muss ich ja beides noch zeigen!) ist jetzt der Poison-Ivy-Schal dran. Abgesehen davon, dass er einfach nur hinreißend aussieht, wenn er fertig ist, besteht er aus sehr kurzen verkürzten Reihen und massig Hin- und Hergedrehe, dazu Unmengen von Markern. Hier gab es gratis einen tollen Tip der Designerin, dem ich sofort begeistert gefolgt bin – so kleine Loom-Gummis; bei ihr sind es Hunde-Zöpfchengummis. Egal, wie man sie nennt, sie sind wirklich super geeignet und nichts verhakelt sich daran, auch nicht bei 62 Stück auf einer Nadel 😉

Inzwischen habe ich 18 der insgesamt 23 halben Blätter des ersten von drei Blattstreifen geschafft. Es ist frickelig, ja schon, aber es macht Spaß und wird (noch?) nicht langweilig. Am Ende kann ich dann sagen, ich habe jede einzelne Masche dieses Werkes gezählt, was der Wahrheit entspricht. Das Foto zeigt zwei Blatt-Unterseiten.Ivy-02Die 18 bisher fertigen sehen dann so aus: Ivy-01

Das Garn – Mille Colori Socks von Lang Yarns – ist wieder eine Herausforderung. Es ist ein sehr ungleichmäßig gesponnenes Dochtgarn, das es nur schwer aushält, wenn Maschen neu angeschlagen werden, und das passiert hier sehr häufig und dann auch noch bis zu 12 Stück. Das fasert das Garn total auf, zweimal ist es mir gerissen. Jetzt mache ich lieber einen Strick- statt des angegebenen Schlingenanschlages, das hält es besser aus und schont meine Nerven. Die extrem dünnen Stellen behandle ich dann wie rohe Eier und hoffe, sie halten stand. Keine gute Empfehlung, erst recht nicht bei dem Preis. Nun ja, ist halt so, dafür sind die Färbungen für solche Werke am besten geeignet. Die Blatt-Oberseiten werden dann lila-bunt. Bin gespannt, probiert habe ich noch nicht, das muss einfach passen 😉

Megumi – murksiges Spiel mit verkürzten Reihen

Ein Schaltuch – oder wie auch immer man es nennen will – von Ruth Kindla aus ihrem Buch „Die verkürzte Reihe – das Original“ wollte schon lange auf meine Nadeln. Es gab jedoch nie die richtig zündende Garnidee, denn es musste ein sehr langer Verlauf sein. Also bin ich am Ende doch bei dem empfohlenen Garn, der Amitola von Louisa Harding, gelandet, ebenso habe ich mich an die Nadelstärken-Empfehlung – 4,0 mm – in der Anleitung gehalten. Das hätte ich nicht tun sollen, denn was im Buch bei der eher minimalistischen Beschreibung und Bebilderung der Anleitung nicht zu erwarten war, ist der Umstand, dass das Ding endlos lang ist. Statt der angegebenen 90 cm „Zipfel“länge sind es 130cm. Viel zu lang; einfach um den Hals gelegt, reichen diese Zipfel fast bis auf den Boden. Eine 3er statt der angegebenen 4er Nadel hätte das sicher verhindert.Megumi-03

Diese Länge macht es dann auch sehr schwierig, eine wirklich tragbare Drapierung zu finden; mir ist jedenfalls noch nichts gescheites eingefallen. Ribbeln geht nicht, das erlaubt das Garn nicht. Also hab ich mal die Minna bemüht und genau wie die Designerin den unteren Teil einfach weggelassen bzw, hinten versteckt 😉

Das ist schade, denn die Gestaltung des Tuches mit den einzelnen Abschnitten finde ich sehr gelungen. Megumi-02

Bisher habe ich mir alle Verkürzte-Reihen-Bücher von Ruth Kindla gekauft (vier inzwischen, dabei wird es nun auch bleiben), jedoch noch nicht viel daraus gestrickt. Allen gemeinsam ist leider die viel zu oberflächliche Beschreibung und Strickanleitung der Modelle; sie werden ausnahmslos auf zwei Seiten, eine davon Foto(s), vorgestellt. Dazu fällt mir ein, dass die Anleitung zur „Neptunia“ von Heidrun Liegmann stramme 40 A-4-Seiten umfasst….

Aber den Vogel schießt die Darstellung der Zählmuster ab; diese befinden sich auf beigelegten großen Bogen in einer Größe, die jegliches Erfassen oder gar Zählen mit dem normalen menschlichen Auge unmöglich macht. Ich scanne das dann Stück für Stück und drucke es erheblich vergrößert aus. Sehr mühsam, sehr umständlich, eine echte Zumutung. Erschwert wird die Arbeit damit zusätzlich dadurch, dass sich nirgends, nicht mal an den Absatzenden der Charts, Angaben zur jeweiligen Maschenzahl befinden. Nein, es macht einfach keinen Spaß und Anfänger werden hier zwangsläufig scheitern, Strickerinnen, die nicht mit meiner Elefantengeduld gesegnet sind, ebenfalls.  Schade, sehr schade!

Liebe Grüße zum Wochenanfang

Regina