Blattgewimmel

Endlich möchte ich mich mal wieder dem Blogthema zuwenden – Stricken. Als bekennender Fan von Svetlana Gordon kann ich mich gerade nicht bremsen und nach Aurora Borealis und Feuersalamander-Snood (muss ich ja beides noch zeigen!) ist jetzt der Poison-Ivy-Schal dran. Abgesehen davon, dass er einfach nur hinreißend aussieht, wenn er fertig ist, besteht er aus sehr kurzen verkürzten Reihen und massig Hin- und Hergedrehe, dazu Unmengen von Markern. Hier gab es gratis einen tollen Tip der Designerin, dem ich sofort begeistert gefolgt bin – so kleine Loom-Gummis; bei ihr sind es Hunde-Zöpfchengummis. Egal, wie man sie nennt, sie sind wirklich super geeignet und nichts verhakelt sich daran, auch nicht bei 62 Stück auf einer Nadel 😉

Inzwischen habe ich 18 der insgesamt 23 halben Blätter des ersten von drei Blattstreifen geschafft. Es ist frickelig, ja schon, aber es macht Spaß und wird (noch?) nicht langweilig. Am Ende kann ich dann sagen, ich habe jede einzelne Masche dieses Werkes gezählt, was der Wahrheit entspricht. Das Foto zeigt zwei Blatt-Unterseiten.Ivy-02Die 18 bisher fertigen sehen dann so aus: Ivy-01

Das Garn – Mille Colori Socks von Lang Yarns – ist wieder eine Herausforderung. Es ist ein sehr ungleichmäßig gesponnenes Dochtgarn, das es nur schwer aushält, wenn Maschen neu angeschlagen werden, und das passiert hier sehr häufig und dann auch noch bis zu 12 Stück. Das fasert das Garn total auf, zweimal ist es mir gerissen. Jetzt mache ich lieber einen Strick- statt des angegebenen Schlingenanschlages, das hält es besser aus und schont meine Nerven. Die extrem dünnen Stellen behandle ich dann wie rohe Eier und hoffe, sie halten stand. Keine gute Empfehlung, erst recht nicht bei dem Preis. Nun ja, ist halt so, dafür sind die Färbungen für solche Werke am besten geeignet. Die Blatt-Oberseiten werden dann lila-bunt. Bin gespannt, probiert habe ich noch nicht, das muss einfach passen 😉

Megumi – murksiges Spiel mit verkürzten Reihen

Ein Schaltuch – oder wie auch immer man es nennen will – von Ruth Kindla aus ihrem Buch „Die verkürzte Reihe – das Original“ wollte schon lange auf meine Nadeln. Es gab jedoch nie die richtig zündende Garnidee, denn es musste ein sehr langer Verlauf sein. Also bin ich am Ende doch bei dem empfohlenen Garn, der Amitola von Louisa Harding, gelandet, ebenso habe ich mich an die Nadelstärken-Empfehlung – 4,0 mm – in der Anleitung gehalten. Das hätte ich nicht tun sollen, denn was im Buch bei der eher minimalistischen Beschreibung und Bebilderung der Anleitung nicht zu erwarten war, ist der Umstand, dass das Ding endlos lang ist. Statt der angegebenen 90 cm „Zipfel“länge sind es 130cm. Viel zu lang; einfach um den Hals gelegt, reichen diese Zipfel fast bis auf den Boden. Eine 3er statt der angegebenen 4er Nadel hätte das sicher verhindert.Megumi-03

Diese Länge macht es dann auch sehr schwierig, eine wirklich tragbare Drapierung zu finden; mir ist jedenfalls noch nichts gescheites eingefallen. Ribbeln geht nicht, das erlaubt das Garn nicht. Also hab ich mal die Minna bemüht und genau wie die Designerin den unteren Teil einfach weggelassen bzw, hinten versteckt 😉

Das ist schade, denn die Gestaltung des Tuches mit den einzelnen Abschnitten finde ich sehr gelungen. Megumi-02

Bisher habe ich mir alle Verkürzte-Reihen-Bücher von Ruth Kindla gekauft (vier inzwischen, dabei wird es nun auch bleiben), jedoch noch nicht viel daraus gestrickt. Allen gemeinsam ist leider die viel zu oberflächliche Beschreibung und Strickanleitung der Modelle; sie werden ausnahmslos auf zwei Seiten, eine davon Foto(s), vorgestellt. Dazu fällt mir ein, dass die Anleitung zur „Neptunia“ von Heidrun Liegmann stramme 40 A-4-Seiten umfasst….

Aber den Vogel schießt die Darstellung der Zählmuster ab; diese befinden sich auf beigelegten großen Bogen in einer Größe, die jegliches Erfassen oder gar Zählen mit dem normalen menschlichen Auge unmöglich macht. Ich scanne das dann Stück für Stück und drucke es erheblich vergrößert aus. Sehr mühsam, sehr umständlich, eine echte Zumutung. Erschwert wird die Arbeit damit zusätzlich dadurch, dass sich nirgends, nicht mal an den Absatzenden der Charts, Angaben zur jeweiligen Maschenzahl befinden. Nein, es macht einfach keinen Spaß und Anfänger werden hier zwangsläufig scheitern, Strickerinnen, die nicht mit meiner Elefantengeduld gesegnet sind, ebenfalls.  Schade, sehr schade!

Liebe Grüße zum Wochenanfang

Regina

Das Geflatter

Schon lange trieb sich ein Projekt in meinem Strickhirn herum, jetzt wollte es auf die Nadeln. Beim Garn habe ich mich an das Originalgarn gehalten, leider war meine Farbwahl nicht wirklich optimal. Crazy Zauberball hörte sich schon mal gut an, aber „Pianoa Bar“ war leider etwas daneben gegriffen; es ist für mein Empfinden einfach nicht genug Kontrast zwischen den Farben. Hätte ich aber wissen können, denn welche Piano-Bar kommt schon in leuchtenden Farben daher? Nuja, das wird dann wohl einen zweiten Versuch zur Folge haben, fürchte ich 😉phoenix-01Das absolut miese Regenwetter-Fotolicht tut ja nun sein Übriges, aber viel mehr Farbe ist da auch nicht… Blitz war auch nicht hilfreich, verdeutlicht aber die die hochinteressante Strickweise, bei der jedes Feld mit einer Lochreihe abgesetzt wird:

phoenix-02
Hinten Mitte, seitlich nach oben gehen dann die „Flügel“ ab

So, genug gejammert; die Details. Das Tuch heißt „Phönix“ und ist ein Design von Ruth Kindla. Um es zu stricken, sollte einem die Art der Darstellung ihrer Strickschriften schon etwas geläufig sein, sonst könnte man daran scheitern. Aber einmal verinnerlicht, geht es mit Nadeln 4,5 flott voran; ich hatte es in drei Tagen fertig – und das bei einer Spannweite von über zwei Metern! Es stecken  genau 207 Gramm drin und ich habe mir gratuliert, doch drei Knäule gekauft zu haben; der Rest gibt locker noch ein Paar Stulpen dazu.

Noch ein paar Bilder (draufhauen macht sie groß   ;-)):

Liebe Grüße aus dem Regen

Regina

 

 

Criss-Cross fertig

(Klick auf’s Bild macht es groß   😉 )

Dieses wunderbare Tuch (ganz herzlichen Dank an den Designer für die kostenlose Anleitung!!!) hatte ich Rekordzeit fertig und es hat sich bereits bei seinen ersten Einsatz auf dem winterlichen Oderdeich bestens bewährt. Gestrickt habe ich es mit Nadeln 4,5 aus Malabrigo-Lace doppelt – gerade mal 156 g stecken drin, abgekettet habe ich bei 240 Maschen. Da dieses Garn unwahrscheinlich ergiebig ist und die großen Nadeln das Ihre taten, hat es auch noch für ein Paar Stulpen in dem bereits oft gestrickten Oktobeere-Muster gereicht – 37 g stecken in ihnen, gestrickt habe ich ebenfalls doppelfädig mit Nadel 2,5. Da dieses Garn jede Elastizität vermissen lässt, sorgt dieses Muster für die nötige „Hauthaftung“.

Ich finde, das ist eine gelungene Kombi aus nicht mal ganz 200 g; sie wird mich im Winter wohl oft begleiten.

LIebe Grüße in die Runde

Regina

Satz mit „X“

war mal wieder nix…

Die Absicht war, Malabrigo Lace mit Drops Lace zu verpaaren; so nebeneinander sah das sehr passend aus. lanade-malabrigo-lace-01Gut gedacht, aber absolut daneben – soweit wieder mal das Ding mit Theorie und Praxis. criss-cross-03

Also zurück auf Start und Malabrigo Lace mit sich selbst verpartnert; sieht schon besser aus und so bleibt das jetzt auch. brisa-031Es wird dann das superweiche und warme Tuch „Criss-Cross“ von Chris Gerngroß; die Anleitung gibt es kostenlos auf Ravelry. Gesehen und „geklaut“ habe ich die Idee bei Ibu, ihr Tuch ist so schön, das muss ich auch haben, und zwar SOFORT   ;-).

Hier eine Ahnung, wie es mal aussehen könnte – es ist noch viel zu stricken….brisa-01

Criss-Cross, Malabrigo Lace „Brisa“, 429 m/50 g, zweifädig mit Nadeln 4,5 mm 

Von dem Garn habe ich 200 g, also werde ich nach den ersten 100 g das Tuch erstmal beiseite legen und ein Paar passende schöne lange Stulpen stricken, eventuell auch ein Stirnband, das so nett die Ohren warm hält – könnte ja sein, dass es doch noch mal einen Winter gibt…

Was dann übrig ist, wird das Tuch auf die richtige Größe bringen; dann kann es kalt werden!

Liebe Grüße in die Runde

Regina

 

Vorsätzliches

Vorsätze sind dazu da, gebrochen zu werden. Weiß man ja. Warum aber fasst man dann immer wieder welche, wenn man ganz genau weiß, dass es eh keinen Sinn hat? Man möchte sich selbst so ein bissel schlechtes Gewissen machen? Sicher nicht. Man erhofft Hilfe bei Einsichten? Ein bisschen vielleicht, funktioniert aber auch nicht, jedenfalls nicht bei mir. Also dienen sie nur der Bestätigung eigener Schwäche… Egal. Ich stricke jedenfalls wieder an einem Tuch, so!

Es ist eine Premiere, denn erstmals habe ich mich überwinden können, ganz dünnes Garn mit relativ dicker Nadel zu stricken und da sind wir wieder beim nächsten „Vor…“, denn ich hatte das Vorurteil, dass das ein elendes Gefrickel wäre. Ist es gar nicht.mupfel-01 Soweit bin ich bisher mit meiner „Muschel“ gekommen und habe inzwischen 250 Maschen auf der Nadel, alle 20 Reihen werden es 50 mehr und Ende soll bei 500 Maschen sein, bei mir eventuell mehr, wenn 150 g verstrickt sind, sofern das dann noch nicht als Schleppe auf dem Boden schleift ,-)

Man kann ja nicht gerade sagen, dass es sehr flott voran gehen würde, jedenfalls was das sichtbare Ergebnis betrifft, aber es entsteht mit der Malabrigo Silkpaca ein Traum in weich und fluffig, der aller Mühe wert ist.

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Silkpaca, 70% Baby-Alpaka, 30% Seide, 384 m/50 g

Ich habe hier mal ganz vorsätzlich auf Bunt verzichtet, dieses Tuch wird für sich wirken und braucht keine Vielfarbigkeit. Das Design von Nicola Susen ist wie fast alles von ihr wunderbar einfach, unkompliziert in Konstruktion und Ausführung und hat ein sehr effektvolles Ergebnis – kurz gesagt, ich freu mich schon auf meine Muschel – gute Vorsätze hin oder her….

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Soft Swing fertig

es kam so unerwartet wie der Blitz aus heiterem Himmel, als Ute mir anbot, ihr neues Tuch Soft Swing testzustricken, hatte ich ja hier bereits berichtet.

Nun ist es fertig – ein herrlich großes Tuch, das immerhin 385g auf die Waage bringt und das höchstwahrscheinlich noch ein wolliges Geschwister für den Winter bekommen wird. Leider mag die recht schwere Baumwolle hier nicht so richtig „zipfeln“, man denke sich diese also an den Kanten entlang 😉

Mein Fazit: Ein schneller Strick mit viel Schick. Die Anleitung ist gut und verständlich geschrieben und eignet sich hervorragend für solche, die schon immer mit „geswingten“ verkürzten Reihen geliebäugelt aber sich nicht so recht ran getraut haben. Hier sind diese ganz einfach und man erkennt ganz nebenbei das Prinzip dabei. Für den zweiten Versuch kann man dann ganz sicher auch Größenvariationen in Angriff nehmen, denn die sind dann nur noch ganz simple Rechnerei. Den Farbspielereien sind auch keine Grenzen gesetzt und man bekommt allerhand Platz im Wolllager – also ran, Mädels!

Liebe Grüße

Regina

Ich kann es einfach nicht lassen

und bin schon wieder mal am Teststricken, was ja an sich nicht schlimm ist, aber dieses Mal ist es ein Tuch – und das, wo ich doch dem Tücherstricken abgeschworen habe! Dieses Tuch jedoch vereint in sich alles, was ich so mag – kraus rechts, verkürzte Reihen, so bissi wie Swingstrick, Spielen mit Farben und Garnen. Also war ich schnell von Utes (die Schöpferin des „Linientreu„) Angebot überzeugt und habe sofort losgelegt. Der Anfang ist so richtig erholsames Immer-nur-hin-und-her; jede Reihe wird dabei um eine Masche länger und das bis 270 Maschen. Bei 220 bin ich jetzt und das Hin und Her hat sich inzwischen sehr relativiert;-)Testtuch-01

Nebenbei habe ich die Garnauswahl auch festgelegt, Baumwolle von Rico, die ihr Leben bei mir als Sommerpulli gestartet hatte, den ich aber inzwischen schon wieder geribbelt habe und mit einem zweiten Versuch als Pulli auch gescheitert bin. Das Garn hat das aber nicht übel genommen und nun findet es seine End-Verwendung. Dass es nach jeder Wäsche größer wird, macht bei dem Tuch absolut gar nix, eher im Gegenteil. Dazu eine zweite Farbe von den ursprünglich Dreien und ein Rest kunterbuntes gut abgelagertes Bändchengarn.Testtuch-02Was sonst noch so auf den Nadeln ist – und das ist wirklich wieder eine ganze Menge, zeige ich demnächst.

Kommt gut ins Wochenende – uns hier erschlägt gerade mal wieder die Hitze und vor den Fenstern tobt das Treckerrennen der Ernteschlachten, die auf den umliegenden Feldern überall geschlagen werden. Ich habe mir aber vorgenommen, Dinge, die ich nicht ändern kann und die ja nicht geschehen, um mich zu ärgern, mit viel mehr Gelassenheit hinzunehmen – und es gelingt – meistens;-)

Liebe Grüße

Regina