Jushi am Start und Brioche-Zweifel

So lange schon habe ich diese Anleitung oder besser das, was sie am Ende werden soll, angehimmelt und nie den richtigen Anfang gefunden. Kennt man ja, irgendwas ist immer (wichtiger oder so). Aber jetzt war es so weit – das tolle Merino-Garn aus der Leipziger Wollfest-Beute schien mir genau das Passende zu sein. 2 x 200 Gramm habe ich davon, also wird es dezent zweifarbig, aber Ton-in-Ton. Jushi-02

Das Foto ist mittlerweile schon wieder „veraltet“, bin ein Stück weiter und bei der dann hoffentlich gelungenen Farbmischung. Wie bei der Designerin Claudia Eisenkolb (Himawari) so üblich, wird nahtlos von oben nach unten gestrickt.  Ein wenig irritiert mich ja noch dieses zum Ausschnitt hin hochgezogene Gestrick, aber ich habe großes Vertrauen, dass am Ende alles schick sein wird, ansonsten fülle ich das einfach mit verkürzten Reihen auf 😉 Es ist eine Menge Linksgestrick, nicht so ganz meine Idealvariante, aber ich kämpfe mich tapfer durch. Nebenbei läuft ein Monster-Hörbuch mit über 33 Stunden, mal sehen, wer eher fertig ist 😉

Und immer, wenn das Rundherum langsam in einen tiefen Schlaf abzugleiten droht, muss Abwechslung her. Ebenfalls schon lange angehimmelt, sollte nun dieser Schal/dieses Tuch endlich auf die Nadeln. Bei der Garnwahl war ich mir so sicher wie man nur sein kann und strickte munter drauf los. Erstmal musste ich mich wieder einigermaßen in das Brioche einfummeln und klebte daher mit den Augen nur an der Anleitung. Als ich dann mal bei Tageslicht so richtig drauf geguckt habe, kamen die Zweifel an den Farben. Das dunkle Lila wirkt fast schwarz und das helle Speckled-Garn wirkt grau uns langweilig – finde ich. Also vielleicht doch nicht so eine gelungene Kombi?

Und dann fiel mir ein, es sollte ja schon längst mal „was mit Rot“ sein. Für einen Test schien mir das Projekt durchaus geeignet. Langes Wühlen in den Vorräten brachte dann ein selbstgefärbtes schönes Dunkelrot zutage und dazu dann das etwas freundlichere Speckle von Kathinchen. Wollefest-12 Ja, es ging ganz fix mit dem neuen Anfang und nun habe ich die Qual der Wahl… Eva-01

Die Farben sind hier bei beiden Varianten nicht berauschend getroffen, aber das macht das Problem auch nicht kleiner. Also stricke ich jetzt erstmal Jushi weiter und sinniere, während hier der Herrentags-Wahnsinn tobt. Die Hauptstädter sind in hellen Scharen aus ihrer individualverkehrsfeindlichen Heimatstadt mit ihren laut blubbernden (das ist ja noch gut auszuhalten), meist aber monsterhornissenmäßig vollgas-knatternden Zweirädern ausgerechnet über das Oderbruch hergefallen. Sehr schön, da kommt dann die Idee im Garten weiterzustricken gar nicht erst auf. Also wählen wir die ungesunde aber leckere Variante und fahren erstmal ins Hauptdorf Eis schlecken. Dabei kann ich ja auch nachdenken.

Winterweste fertig

In Windeseile hatte ich den Fehlkauf der Gomitolo Versione für den neuen Blätterschal von Svetlana Gordon umgelenkt in eine kuschelig warme Weste. Gestrickt mit Nadeln 3,75 ging das locker voran und ich habe einen tollen Warmhalter für den nächsten Winter.

Diese Wolle, Riesenknäule mit 700 Metern auf 200 Gramm, ist dick, warm und  Gomi_versi_02kuschelig sowie unwahrscheinlich ergiebig, so dass diese lange und ausreichend weite XL-Weste mit mal gerade 360 g ausgekommen ist. Super! Wenn ich mich dann aufraffen kann, werde ich noch einen I-Cord rundherum stricken, um die Abschlüsse ein wenig zu stabilisieren und diese hässliche Stelle rechts unten zu verbergen;-) Tailfeather-04

Nun endlich…

…ist es vollbracht und ich bin so froh, dieses Werk auch vollendet zuhaben. Man ahnt es schon, es ist wieder ein Design von Svetlana Gordon, über die Anfänge und Mühen damit hatte ich ja bereits hier und hier berichtet. Fertig gestrickt ist es demzufolge ja schon lange, die Problematik lag im Spannen, denn mit stattlichen 2,60 Metern hat der Schal eine Länge, die man nirgendwo mal so eben einen Tag lang aufspannen kann. Meist passiert das dann auf meiner Liege und die Frage heißt dann, trockenen lassen und auswärts schlafen oder wie oder was? Und nun – taadaaa:

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Es stecken 360 g Wolle darin, 82 g handgesponnenes BFL, 65 g Ferner Lace, die die hellen Anteile liefern und dazu dann 213 g handgefärbte lilabunte Sockenwolle, die ich zum Glück fast identisch nachfärben konnte.  Gestrickt habe ich eeeeewig mit Nadeln 3,0 zu einem Monsterschal von 2,60 m Länge und 35 cm Breite. Und gewiss ist, dieses Teil werde ich nicht noch einmal stricken, ja, nicht einmal an sowas denken!  Bissi Augenpulver?

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Man soll eben nie nie sagen ;-)

Noch vor drei Tagen hätte ich empört und belustigt gegrunzt, hätte mir jemand gesagt, dass ich innerhalb der nächsten beiden Tage zwei Topflappen gestrickt haben werde. Und genau das ist aber passiert. Getreu der früheren Da*none-Werbung „…irgendwann kriegen wir euch alle…“ bin ich schließlich auch dem Topflappenhype auf Insta erlegen, habe die Anleitung von Ducathi gekauft, ein bissel nichtsnutziges geribbeltes Baumwollgarn hervorgekramt und los ging das. ToLa-04Es ist einfach nach diversen Pullovern (die leider alle noch unvollendet sind) und Tüchern ein tolles Gefühl, so ratz-fatz-haste-nicht-gesehen, ein Strickstück fertig zu haben, das dann auch noch einen ganz praktischen Nutzen hat. ToLa-03Da die Farbkombi dann doch recht düster daher kommt, habe ich heute vormittag gleich einen zweiten angeschlagen, der doch ein wenig freundlicher wirkt, Reste gibt es wahrlich genug! ToLa-02

Die (deutsche) Anleitung ist durchdacht, klar und verständlich geschrieben und kommt mit wirklich pfiffigen Details daher, die diesen Lappen auch wirklich für seinen eigentlichen Zweck geeignet machen. Das doppelfädige Krausrechts-Gestrick mit relativ dünnen Nadeln gibt Stabilität und Dichte, die Cord-Rippen dazwischen verstärken das Ganze noch und halten es in Form. Und zu dem witzigen Aufhänger muss man weiter nichts sagen, er entzückt einfach!

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Das erste Pärchen wartet auf seinen Einsatz 🙂

Vorsicht: Enthält unverlangte und unbezahle Werbung!

Sumu II fertig

(Enthält Werbung – unbeabsichtigt)

Nachdem der erste Sumu so unerwartet schnell fertig geworden war, mir über die Maßen gefällt und noch die gleiche Wolle in anderer Farbe vorhanden war, war es eigentlich logisch, sofort die Neuauflage zu starten 😉 Außerdem wollte ich wissen, woher beim ersten diese eigenartige Längendifferenz gekommen war – das weiß ich jetzt: Von mir, einzig und allein von mir. Der Künstler und sein Werk sozusagen ;-).

Hier nun Sumu II (die technischen Daten finden sich beim ersten, ich schreibe sie nicht noch einmal auf); links vor dem Bade, rechts danach:

Man sieht, es hat allerhand Längenzuwachs gegeben, und genau das war beabsichtigt.

Sehr angenehm ist mir auch die sehr bequeme leichte Fledermausform der Ärmel, an die ich jetzt vor dem Zusammenstricken ein Bündchen angefügt hatte, eine weise Entscheidung, denn so flatterige Ärmel sind nicht mein Ding. Sumu2-03

Der Ausschnitt ist sehr schön angelegt, nicht zu tief, aber man schön noch ein Pulli oder eine Bluse drunter ziehen. Sumu2-05

Alles in allem, ich bin sehr zufrieden, zumal ich mich mit den Farben nun auch arrangiert habe, auch wenn es eine eigenartige Färbung für Industriegarn ist, keine Farbfolge ist gleich und die Farben selbst sind in den einzelnen Knäulen sehr unterschiedlich. Ich denke, ich habe daraus das bestmögliche gemacht…

Getucked

(enthält unbeauftragte unbezahlte Werbung, mea culpa)

Nicht immer klappt es ja mit Begehrlichkeiten und der Realität danach. Aber mein neues Tuck-Buch ist jeden Cent wert, wobei ja Nancy Marchant als Autorin eigentlich ein Garant für Qualität und Gebrauchstauglichkeit ist – man denke nur an die fantastischen Brioche-Bücher!

An dem stürmischen Regenwochenende, an dem wir wirklich nicht mehr Outdoor als zwei Spaziergänge zwischen jeweils zwei großen Regentiefs geschafft haben, war ja jede Menge Strickzeit. Die habe ich genutzt, um allerhand Muster aus dem Buch in unterschiedlichen Garnarten zu testen. Das hat irre Spaß gemacht und es ist spannend zu sehen, wie sich die Muster in verschiedenen Garnstärken so entfalten und das auf Vorder- und Rückseite.

Die Muster haben sehr kurze Rapporte, sind logisch und einfach zu stricken, man braucht allerdings gute Konzentration. Mir will es einfach nicht gelingen, die Folgen von vier bis acht Musterreihen auf der schädelinternen Festplatte zu speichern. Für mich auch kurios ist die Tatsache, hier lieber den ausgeschriebenen Anweisungen zu folgen statt den Charts. Aber das liegt sicher an den vielen ungewohnten Symbolen, das wird sich geben 😉

Als erstes wäre da der Versuch mit zwei Restchen Malabrigo Mechita – (die Fotos zeigen jeweils links die Vorderseite, rechts die Rückseite – sicher wäre es ratsam gewesen, die Läppchen erstmal zu baden….):

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Dann mit dickem Garn (Drops Fine Merino) als Test für das angepeilte erste Projekt:

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Und zum Schluss dann die Suche für eine Muster-Alternative für diese total verkorkste „Spinat mit Ei“ – Jacke. Die wird nix, es sei denn, ich ruiniere mir total die Hände mit dem Muster, bei dem jede zweite Masche in jeder Reihe gehoben wird und die dadurch so quälend langsam nur wächst. Dafür wellen sich die vorderen Blenden dermaßen, dass man da auch irgendwie dran rumpfuschen müsste. Aber hier hat mich noch nichts so richtig überzeugt und der zweite Neustart sollte dann doch zum erhofften Ziel führen…

Tuck-Muster-02

Allerdings steht auch hier das Problem der ordentlichen Randmaschen/Blenden, da viele Reihen zurückgeschoben und doppelt gestrickt werden, das aber nicht unbedingt in regelmäßig abwechselndem Rhythmus. Aber irgendwas wird sich finden, noch sind sehr viele Muster zu probieren.

Wer will denn schon Planwirtschaft?

Immer, wenn der Mensch denkt, kommt irgendwas daher, das lenkt. Selten stimmen Denker und Lenker überein. Bei mir schon gar nicht. Daher sollte ich mal überlegen, ob es nicht besser wäre, Gewesenes zu  posten als Geplantes, denn das geht ja meist in die Hose. Wie der Plan „ich lerne jetzt Tuck Stitch“.

Denkste. Denn irgendeine höhere oder niedere Macht hat mich ganz fies und hinterlistig mal wieder zu Svetlana Gordons Shop gelenkt – „nur mal gucken“, nääch 😉 Und siehe da, was eine Überraschung, brandneu und taufrisch prangte da ihr neuer Schal „Lavender“ mit einem dermaßen aufregenden Muster, dass ich die Anleitung sofort haben musste. Bei Svetlana heißt „haben müssen“ auch zwangsläufig „probestricken müssen“.  Das tat ich – statt Tuck Stitch lernen, aber das rennt mir ja auch nicht weg ;-). Und hier die Ergebnisse:

Erster Kandidat war die Grün-Kombi aus Amitola und Pittura, beide von Louisa Harding. Und obwohl mir diese Farbigkeit weit besser gefällt als der zweite Versuch, musste das sterben, auch wenn genug Garn dagewesen wäre. Beide Garne sind struppig und splissig, so dass sich dieses teils fingerbrecherische Muster damit nicht mit akzeptablem Aufwand stricken lässt. Sehr schade. Der schwarz-lila Test zeigt dann auch, dass glatte gut gezwirnte Garne doch besser zur Geltung kommen und sich vor allem wesentlich besser verstricken lassen. Heißt, ich brauche Wolle! Und bei jedem Projekt der Designerin verstehe ich mehr, weshalb sie fast ausnahmslos Malabrigo-Garne, speziell Socks oder Mechita, verstrickt. Das werde ich dann am Ende auch tun. Und bis da nun Farben gewählt, bestellt und gelandet sind, kann ich dann doch noch das Tucken lernen 😉


Enthält unbezahlte und unbestellte Werbung durch Produktnennung

Es sollte mal wieder nicht sein

Gerade habe ich verkündet, dass ich voller Euphorie den „Spector“ gestartet habe. Und das lief wie ein Länderspiel. Bis zu ersten Musterreihe mit „Bud Stitches“. Diese wollten mir einfach nicht in den Schädel (da lob ich mir die ausführlichen Foto-Tutos von Svetlana Gordon!), aber Hilfe konnte dann Frau Wollball geben und so konnte es weitergehen. Ging es auch, bis dann kurz vor der Ärmelabtrennung der erste Farbwechsel anstand. Und was dabei rauskam, das geht gar nicht. Es sieht nur schlimm aus: 0-Spector-03

Und ich bin sauer, da ich mir das ja so richtig schön vorgestellt hatte. Der Plan ist jetzt, dass ich Merino aus eigenem Bestand (die kommt auch so eher baumwollartig wie diese hier daher) versuchen werde, ähnlich zu „speckeln“ wie das Startknäuel mit immer ein bisschen mehr Farbklecksen darin. Uni-Töne passen da gar nicht – finde ich.

Inzwischen habe ich den Neustart mit anderem Garn in Angriff genommen und bin gespannt, wie sich das nun entwickelt. IMG_1240

Da hier ein durchgehender Farbverlauf über jeweils 200 Gramm „fließt“, muss ich auch hier tricksen und von Anfang an mit zwei Knäulen abwechselnd stricken. Eigentlich mit dreien, aber das wird mir dann doch zu aufregend, das dritte kann ich dann am Ende von hinten anfangen, das sollte hinkommen. Die Maschenprobe ergab ein tolles Strickbild und eine klarere schönere Maschendefinition beim Muster. Kann also nur besser werden. Die Farben stimmen auf dem oberen Foto ganz gut…

Um das jetzt hier optimistischer ausklingen zu lassen, zeig ich noch ein bisschen von dem, was gerade in unserem Garten so los ist (raufhauen macht die Bildchen größer).

Es musste einfach sein!

Hobbys sind ja nicht dazu da, sich irgendeinen Zwang (außer vielleicht gelegentlichem schlechten Gewissen bei Woll-Kaufzwang) aufzuerlegen, also musste ich nun doch erstmal den Spector starten. Der Anfang ist total easy, also ging das in fröhlichem Gerippe munter über die Nadel. 0-Spector-01

Jetzt ist gerade eine kleine Denkpause angesagt, da ich nicht weiß, ob die einfach so entschiedene Musteränderung wirklich clever war. Also übe ich erstmal an einer alten Maschenprobe diesen eigenartigen „Bud Stitch“, in der Hoffnung, dass ich ihn richtig verstanden habe….

Restlos überzeugt bin ich aber nach wie vor von meiner Wollwahl (aus dem Stash!!!) 😉

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enthält Werbung durch Zeigen – wie blöd ist das denn nur!!!

Kago zum Zweiten

(Vorsicht: Kann Werbung enthalten)

Es war eine kurze Freude, der Kago in der hier gezeigten Form und ich. Aber ich habe daraus gelernt, wieder einmal. Dass ich mit dem Garn so gar nicht warm werden konnte, hatte ich ja schon gesagt. Im Grunde stimmte aber die Maschenprobe, doch das Ding nahm riesige Ausmaße an, also habe ich doch irgendwann der Wahrheit ins Auge geblickt und da stand: „Hör auf damit! Sofort! Das wird nix!“ Das tat ich dann. Noch liegt er hier und guckt traurig, das hilft ihm aber nichts.

Da man von dem Shop immer freundlich aufgefordert wird, seine Bewertung zu den Einkäufen abzugeben, tat ich das auch bei diesem Garn. Da mir das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht gefiel, dieses starre und völlig unelastische Gestricke und die irre unterschiedliche Farbigkeit erst recht nicht, tat ich dies kund und vergab nur zwei Punkte.

Bumbo
Von glatt einfarbig bis wild gesprenkelt ist alles dabei

Eine Fünf-Sterne-Bewertung, die ich gleichzeitig abgegeben hatte, erschien kurz darauf, die kritische nicht. Dafür kam das Angebot, die Wolle zurück zu schicken und mir was anderes auszusuchen. Da wurde ich zickig und schrieb zurück, ich will nichts weiter, als meine Bewertung im Shop sehen, da das Garn ja größtenteils verstrickt ist. Das Versprechen dazu kam Anfang der Woche, online ist die Bewertung nach wie vor nicht und wird es auch nicht. Alles klar?