Jetzt soll es sein

die Frage Spinnen oder nicht Spinnen treibt mich mit immer unterschiedlichen aber immer halbherzigen Antworten schon eine Weile um. Inzwischen habe ich jedoch soviel Selbstgesponnenes auf Euren Blogs bewundert, dass ich mich doch immer mehr an eine positive Antwort heran pirsche. Und dann kam es – am Sonntag hab ich auf DaWanda ganz zufällig einen Shop mit Wolle und Fasern entdeckt, den ich bestöbern musste. Da passierte es dann: ein Merinostrang, der laut brüllte „Kauf mich, sofort!!!“ huschte einfach in den Warenkorb und geheime Kräfte zogen mich damit zur Kasse.
Heute kam das Päckchen auch schon an. In natura sah der Kammzug noch schöner aus als auf dem Foto und Conny, die mir vor dem Kauf schon Mut zugesprochen hatte, hat noch ein Bündelchen weiße „Vorübungs-Fasern“ dazu getan.

Also ist es demnächst an der Zeit, meine Spindel mal wieder ernsthaft tanzen zu lassen. Ich weiß auch schon wann und wo – demnächst nahe Afrika nämlich, denn nächste Woche geht es mit bester Freundin ab in den Flieger nach La Palma. In einem traumhaften Haus im ruhigen Norden der Insel werden wir wohnen und Wärme, Meerblick, Sternenhimmel und lange Spaziergänge mit herrlichen Aussichten genießen. Und das ist dann garantiert auch der ideale Platz, um Geduld und Ausdauer für den ersten vernünftigen Wollfrosch-Faden zu finden! Ich freu mich!!!

Liebe Grüße in die Runde
Froggie

Wollfrosch spinnt

ja, wirklich. Gestern überkam es mich tatsächlich mal wieder mit der Spinnerei. Ich hatte gefärbt und in die Farbreste dann einfach ein Stück Kammzug getunkt. Abends auf der Terrasse dann hab ich meine Spindel trudeln lassen. Das Ergebnis ist alles andere als optimal, aber schon besser als der allererste Versuch.

Klar, der Faden ist total unregelmäßig, dazwischen die „schwangeren Regenwürmer“ – aber das muss ja alles erstmal so sein ;-).  Es gibt jedoch auch Abschnitte, auf denen der Faden hoffnungsvoll dünn und gleichmäßig ist und das motiviert zum Weitermachen. Buntes Spindelfutter ist ja noch allerhand vorhanden und auf dem Boden schlummert noch jede Menge weißer Kammzüge sowie brauner und schwarzer Schafwolle, die ich mir in einem Anfall von Filzwahn vor einiger Zeit geleistet hatte.

Ich denke, wenn ich dieses Häufchen versponnen habe, sollte der Faden schon ein bisschen besser aussehen – ich werde berichten….

Heute ist allerdings nichts mit Spinnen auf der Terrasse, drückende Hitze herrscht und schwere Gewitter sind angekündigt….

Kommt alle gut durch die Hitze – liebe Grüße
Froggie

Haariges

Seit Tagen haben wir hier schon keine Sonne mehr gesehen. Das drückt auf die Dauer die Stimmung – wenn man nicht damit umzugehen weiß. Frau Wollfrosch hatte eine Idee und seit langem schon einen Sack voll Schafschur-Vlies im Keller. Nun sollte es werden. Überall stehen Behältnisse voller frischem sauberen Regenwasser, also rein mit der Wolle. Was dann passierte, hat mich überrascht (InsiderInnen werden jetzt milde lächeln, ich weiß) aber aufgrund fehlenden Geruchssinnes nicht umgehauen. Es entstand im Handumdrehen eine recht gesättigte braune Brühe, mit der wir dann gleich die Gurken gedüngt haben. Also alles rausgefischt, ausgedrückt, neues Wasser in den Pott. Gleiches Ergebnis, diesmal kam es den Lebensbäumchen zugute. Inzwischen schwimmt die Hälfte des Vlieses im vierten Spülwasser, das wohl nun nicht mehr zum Düngen taugt. Die andere Hälfte hat diesen Spülgang schon hinter sich.

Wie es weitergeht muss ich jetzt erstmal ergründen, wahrscheinlich mit dem Waschen der Wolle. Dann muss sie trockenen, das ist der Teil, der mir am meisten Sorgen macht, wo, bitteschön, soll ich bei diesem Mistwetter solche Berge von Wolle trocknen?  Aber wie immer, es wird sich eine Idee finden.
Keine Idee habe ich zu der Frage, WAS das für ein Schaf war, das hier das Fell zu Markte getragen hatte (ich habe es bereits im blauen Sack verpackt als – „na, Schafwolle, was denn sonst?“ – geschenkt bekommen) und ob daraus was Vernünftiges werden könnte. Ist aber nicht so schlimm, mein Motto ist ja nach wie vor: Versuch macht kluch, und dies ist wieder ein Fall, wo ich bestimmt wieder mal besonders klug werden könnte. Sicher wird man da nun einiges zu Lachen kriegen, ich allerdings eher weniger.

Als erstes steht auf der Tagesordnung, eine günstige Kämm-Methode für die Testspinnereien zu finden – Herr Wollfrosch hatte schon eine – Hundebürste. Hmm, Weiß nicht…. Nun ja –

Fortsetzung folgt bestimmt.

Frau Wollfrosch spinnt

ja tatsächlich, der erste Spinnversuch ist heute einfach mal so zwischendurch gelaufen. Ein ausführliches Video gab zuvor den ersten Einblick in die Anfangsgründe dieser Kunst und schon konnte die Spindel sich drehen. Eine spannende Sache, bei der man als erstes merkt, dass die Arme viel zu kurz sind, also ständig ist man am Anhalten und Aufwickeln. Aber man sieht auch schnell, dass da was entsteht, das auch entfernt schon etwas Ähnlichkeit hat mit Wolle, wie man sie so bisher kannte. Inzwischen schwant mir allerdings auch schon, dass es bis dahin, also zu „richtiger“ strickbarer Wolle, noch ein ganz schön langer Weg ist. Aber hier zischt dann auch schnell der alte und immernoch wahre Spruch durch’s wollbesessene Hirn, dass ja kein Meister vom Himmel fällt.

Bunt gemixt aus den vorhandenen Vorräten gezwirbelt

Als Fazit ohne lange Rederei, mit meinem ersten Versuch bin ich soweit ganz zufrieden, werde morgen weiter üben und weiß jetzt schon, dass es richtig Spaß macht! 

und hier das Ergebnis ein bisschen dichter vor der Linse



Kurz gemeldet

Kann vorläufig nicht bloggen, muss spinnen. Die erste Versuchsreihe verläuft (noch) sehr zufriedenstellend.
Später vielleicht mehr dazu *grins* und möglicherweise auch ein Foto von der gefüllten Spindel….