Poison Ivy zum letzten Mal

Nachdem er nun eine Weile ruhen durfte, habe ich den Schal gespannt und war am Ende angenehm überrascht. Ich hatte mich ja nur mühsam aufraffen können, ihn überhaupt fertig zu stricken und dann wollte ich ihn auch nicht mehr sehen. Aber da war gerade mit dem Spannen des Herbstblätterschals die Küche total blockiert, also kam es auf noch eine Nacht nicht an und das Ergebnis hat wie gesagt überrascht. 0Efeu-02Ein Lieblingsteil wird es wohl nicht werden, aber ich finde, er sieht nun doch ganz respektabel aus…

347 g Mille Colori Socks stecken drin, gestrickt mit Nadeln 3,0. Es war recht frickelig und die Löcher an den Blattstielen habe ich nicht wirklich bezwingen können. 0Efeu-03Als I-Tüpfelchen war die Wolle das Grauen pur – dazu hatte ich mich ja bereits ausgelassen – und jetzt nach nach 20 Minuten in fast kaltem Wasser mit einem Spritzer Eucalan darin – sieht sie total filzig aus und fühlt sich auch so an. Gut zu wissen, denn ich habe von jeder Farbe noch ein Knäuel….

Der Blätterschal – es ist vollbracht!

0Blätterschal-05Nie hätte ich gedacht, dass der mal fertig wird! Gestartet hatte ich ihn 2013/2014. Schnell stellte sich heraus, dass die geplante Wolle nicht mal ansatzweise für zwei Blätterreihen reichen würde und ich verlor die Lust, konnte mich aber nicht aufraffen, das Elend zu ribbeln. Immer mal wieder guckte ich das Fragment schief an, aber es regte sich auch kein Fünkchen Lust zum Weitermachen. Inzwischen hatte ich handgefärbte Wolle für die Fortsetzung gesponsert bekommen, aber die passte farblich dann doch nicht und zu wenig war es immer noch. Doch dann kam der Poison Ivy und nicht klein zu kriegende Blättersucht hatte mich gepackt. Erstmal ging der Versuch weiterzumachen komplett in die Hose. Aber der Ehrgeiz war geweckt. Es hieß, alles auf Null, Wolle passend überfärben, für das Mittelteil passendes Garn suchen (Stashabbau war dringend angesagt) und dann – NEUSTART! Irgendein Vögelchen zwitscherte mir, statt 25 Blättern pro Seite nur 23 zu stricken, da mein Garn dicker als das der Designerin war. Was für eine geniale Entscheidung, sie führte dazu, dass die Wolle reichte – gerade mal so, aber das ist ja egal.

Gestern wurde das Werk dann von der Streckbank erlöst und präsentiert sich nun in aller Pracht und Herrlichkeit 😉

2,55 m in der Länge und 56 cm in der Breite misst das Teil, verstrickt sind 417 g Sockenwolle mit Nadeln 3,0 mm. Und nun kann ich sagen, dass es mir vorläufig reicht mit der Blätterstrickerei…

0Blätterschal-080Blätterschal-09Der „schäbige Rest“ – eine Blättergirlande vom ersten Versuch und die verbliebenen 20 g Fadenenden:

Wir sind alle kleine Sünderlein…

Gibt es unter Euch jemanden, der dieses Lied aus längst vergangenen Zeiten noch kennt? Ich habe es jetzt für mich wiederentdeckt, allerdings ohne dieses Diminutiv, denn ich entwickle mich wohl gerade zur großen Sünderin 😦

Wie man sich leicht denken kann, handelt es sich dabei um Wolle, denn die will ich immer, zur Zeit ganz besonders. Und so trudelte gestern ein nettes kleines Päckchen aus Irland von Irish Fairytail Yarns ein mit einer Ladung an Bord, der ich nicht widerstehen konnte: IFTY-01100% Merino, 400m auf 100g und ich weiß auch schon (naja, so in etwa), was daraus werden soll, wahrscheinlich die Neuauflage des Starting Point, denn für diesen ist es eines der vielen Materialpakete in diesem Shop.

Meinen ersten „Starting Point“ hatte ich etwas langweilig aus allerhand gerade herum kullernden Knäulen zusammengewerkelt, nun möchte ich ihn nochmal „in schööön“ haben 😉 Mit dieser feinen Beute sollte das gelingen – es sei denn, mir fällt da noch etwas ganz anderes, viel besseres ein, denn frau weiß ja nie….

Fast vergessen…

… habe ich meine Aurora Borealis. Dabei ist der Schal schon lange fertig und gefällt mir, denn er ist weich und fluffig und fernab von langweilig, ein echter Hingucker. Von den Anfängen habe ich ja vor langer Zeit mal berichtet. Aurora-06Es ist wieder ein Design von Svetlana Gordon, die hier nicht auf Blätter sondern auf I-Cords in Halbkreisen gesetzt hat. Clever verbunden sind diese dann mit einfarbigen Dreiecken. Man braucht auch hier allerhand Geduld, wenn man sich aber erstmal in die Formen eingefummelt hat, dann geht das doch zügig von der Hand und über die Nadel. Was mich erst geärgert hatte, der ständig ungerade Rand der einzelnen Halbkreise, stellt sich am fertigen Werk als zusätzlicher Effekt dar.

Verstrickt habe ich 278 g Malabrigo Mechita (Dried Orange und Arequita) mit Nadeln 3,0mm. Und wie gesagt, wenn man den Bogen erstmal raus hat, geht es munter voran 😉 Aurora-01

Auf in den Dschungel!

Kaum zu glauben, aber der „Dschungelpfad“ ist schon fertig. Es war eine lustige und abwechslungsreiche Strickerei, die vor allem dank der hervorragend verfassten Anleitung schnell von der Hand ging. Im Grunde besteht diese Anleitung aus Tabellen für die einzelnen Abschnitte der Strickerei, in denen man auch die Fortschritte abhaken kann, denn ein wenig Verwirrung könnte sonst schon mal aufkomen. Dazu ein paar klare Erläuterungen in Textform und schon ist der Erfolg der Arbeit sicher. Dschungel-03Entstanden ist ein interessantes, wandelbares Teil, das sich nett und gefällig um den Hals legen lässt. Dschungel-04Wie schon hier verraten, habe ich ein etwas stärkeres wunderbar weiches Dochtgarn von Hungariana (300 m/100g, 50% Merino und 50% Acryl) mit Nadeln 3,5 verarbeitet und genau 245 g verstrickt.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und musste das erste Shooting sofort noch vor dem Entspannungsbad veranstalten. Dschungel-08

Eigentlich und uneigentlich…

…eigentlich habe ich den „Poison Ivy“ fertig. Uneigentlich gefällt mir das aber gar nicht. Hier ist es ganz extrem zu sehen, dass die Fotos der Designer immer ganz viel anders und immer viel schöner aussehen als das, was man nach ihrer Anleitung gerade gewerkelt hat. Und so sollte der traumhaft geniale Schal nun in diesem Zustand beendet sein (was mir ja sehr entgegengekommen wäre, da mir vor allem die dreimal 850-Maschen-I-Cords zum Halse heraushängen) – geht aber gar nicht: 0-ivy-01Die äußere Blätterkante zipfelt und und krempelt sich; um das zu wissen, brauche ich das Werk auch gar nicht erst zu spannen. Habe also seufzend angefangen, noch zwei I-Cords dran zu basteln. Minimal tröstend ist, dass die beiden ein paar Maschen weniger haben als ihre mittigen Geschwister. Also frisch ans Werk! 0-ivy-03Ätzend ist die Rückreihe nach der Maschenaufnahme, da diese ganzen Schlingenanschläge mühsam links abgestrickt werden. Aber ich bin sicher, ich schaffe das 😉

Ansonsten bin ich stolz auf mein Werk, zuallererst auf meine Geduld damit, denn ich habe ehrlich nicht damit gerechnet, das Teil je fertig zu kriegen. Wie die Designerin es geschafft hat, am Stielansatz der Blätter ohne Loch hinzukommen, wird mir ein ewiges Rätsel sein, es geht nicht. Bei mir jedenfalls nicht. Stört mich aber nicht. Ich freue mich auf und über einen tollen neuen Schal.

Die Wolle, Mille Colori Socks & Lace von Lang Yarns, hat das Stricken teilweise zu einer Strafe gemacht. Es ist ein Dochtgarn, das dermaßen schnell auffasert, dass nach drei bis vier neu angeschlagenen Maschen schon Auflösungserscheinungen auftreten. Dazu dann lange extremst dünne Abschnitte – es macht wirklich keinen Spaß. Bei den Blättern habe ich dann das Aufschlingen schnell eingestellt und habe die Maschen von der Rückseite aufgestrickt. Ist aufwändiger, geht aber viel besser, auch was das anschließende Abstricken betrifft.

Jacaranda fertig

Jacaranda-01

so sieht er nun aus, mein fertiger und sogar gespannter Jacaranda-Schal. Das Stricken hat Spaß gemacht, das Ergebnis gefällt mir – mit Einschränkungen. Jacaranda-04Die Lichtverhältnisse beim Fotografieren waren eher grausig, aber Änderung ist vorläufig nicht in Sicht, also musste es sein….

Zu den technischen Details hatte ich mich ja hier bereits ausgelassen. Dem hinzuzufügen wäre noch, dass die Amitola von Louisa Harding nicht wirklich eine überzeugende Qualität ist, als Dochtgarn strickt sie sich mühsam, aber das ist zu beherrschen, jedoch im Entspanungsbad hat sie all ihre Flauschigkeit in demselben abgeworfen und ist recht labberig geworden. Das ist schade, zudem kommt das Garn ja nicht gerade im Niedrigpreis-Sektor daher. Nun muss ich umso besser überlegen, was ich aus den restlichen fünf Knäulen wohl machen könnte.

Man sieht es in der Gegenüberstellung der vorher- nachher – Fotos, dass nur der „nackte“ Faden übrig geblieben ist… Jacaranda-02-01

Jacaranda-02

Mein „Starting Point“ ist auch vollendet. Um ihn allerdings in seiner ganzen Pracht und Größe spannen zu können, musste ich erst Spannmatten bestellen, mein kleines Set ist da total überfordert. Aber einen kleinen Blick auf das noch ungebadete Werk gibt es schon mal: Starting_Point_05Ich habe einiges gelernt für eine mögliche Neuauflage; ich werde dezentere Farben verwenden (mir schwebt da die „Nord“ von Drops vor), werde ihn um einiges schmaler machen und das „große dunkle Kreuz“ in der Mitte halt nicht so groß und wuchtig stricken. Ansonsten ist das wirklich ein Spaßprojekt und strickt sich flott voran.

Habt ein gemütliches verstricktes Wochenende!

 

Gomitolo – Spaßstrick pur

immer noch stricke ich nun fast mit heraushängender Zunge auf der Zielgeraden Socken für den Erntefest-Markt am 1. Oktober. Und ob man es nun glaubt oder nicht, es macht immer noch Spaß. Der wäre erst verdorben, wenn ich die dann alle wieder mit nach Hause bringe; aber für diesen schlimmsten aller Fälle ist auch vorgesorgt, sonst hätte ich mich auf dieses Unterfangen niemals eingelassen.

Damit es ein wenig abwechslungsreicher wird und mir für mein Sortiment keine Beschränkungen auferlegt wurden, springt zwischendurch immer mal etwas anderes auf die Nadeln. Aktuell gerade ein willkommener Garntest. Nachdem ich auf einigen Blogs nur Gutes über LGs neues Supergarn „Gomitolo“ gelesen habe, wollte ich es doch auch probieren, LG hin oder her; für eine gute Wolle kann man seine Meinung schon mal etwas modifizieren, denke ich ;-).

Also trudelten letzte Tage zwei 200-g-Superknäule á 700m dieser Qualität (Foto oben Farbe 206) hier ein und bisher bin ich sehr angetan. Das Garn ist weich und fluffig, erinnert mich irgendwie an die Noro Silk Garden, die ich vor sieben Jahren mal verstrickt hatte, nur dass diese mich bis heute nach Kräften beißt… Nuja, man weiß, Versuch macht kluch.

Ja und da mir die Gomitolo so sehr gefällt, musste durfte sie auch sofort auf die 5er Nadeln, um ihre Qualitäten im Praxistest zu präsentieren. Der grandiose Zick-Zack-Schal sollte es werden, allerdings einen Mustersatz schmaler. Das hier ist das Ergebnis von zwei Tagen Strickerei: Gomi-05

Etwas über ein Meter, darin stecken 120g. Übrig bleiben soll Garn für ein Paar Stulpen, das ist zu schaffen, denke ich, da der Schal sich beim Spannen recht kräftig strecken wird.  Die Farben sind recht schwer einzufangen – wie fast immer…Gomi-03Was das Garn (hier Farbe 208) ausgerechnet für diesen Schal absolut qualifiziert, ist die Tatsache, dass man keine zweite Farbe braucht, der Effekt kommt so grandios aus dem einen Knäuel, dass Farbexperimente überflüssig sind.

So, weiter geht es; liebe Grüße in die Runde

Regina