William – RIP

Mit ganz viel Enthusiasmus hatte ich kürzlich meinen ersten Versuch in Color Work gestartet: Der „William“ war das Objekt meiner Begierde. Die MaPro stimmte (aus vielen Fehlern klug geworden, mache ich die jetzt fast immer) und mit Begeisterung startete ich genau nach Anleitung. Danach fängt das Teil mit einem Riiiiesenausschnitt an, den man nachträglich dann auf ein individuell erträgliches Maß verkleinern kann. Da geht das Dilemma schon los, denn man hüte sich vor dieser Geschichte, denn das sieht grauenhaft stümperhaft aus, man sollte da lieber vorab ein wenig rechnen und den Pulli dann so starten, wie man ihn am Ende haben möchte. Ich habe den nachträglichen Weg gewählt und war entsetzt. Viel entsetzter war ich aber, als die fertigen Karnickel mich lustig angrinsten und die erste Anprobe möglich war – ich war auf dem besten Weg zu einem gestrickten Vier-Mann-Zelt.

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Aus die Maus und Schluss mit lustig, die Enttäuschung war so groß, dass ich es gerade noch fertigbrachte, die Maschen zu zählen – ja, stimmte, und dann habe ich das Fiasko in Windeseile wieder in zwei Knäule verwandelt.

Was das Einstrickmuster betrifft – für den ersten Versuch waren die Hasen vielleicht etwas überdimensioniert, aber im Grunde fand ich mich damit schon ganz gut, für’s erste Mal jedenfalls. Ob ich diesen William noch einmal starten werde, weiß ich nicht, aus heutiger Sicht eher nicht, aber auf alle Fälle werde ich ein ähnliches Projekt nach einer gewissen Trauerzeit noch einmal in Angriff nehmen 😉

Inzwischen ist meine neue Strickbutze auch längst vollendet und ich bin damit nun glücklich und zufrieden. Der Gatte meinte schon, er freue sich immer sehr, wenn ich sie mal verlasse und sei es nur, um in der Küche nachzufragen, wann Essen fertig sei…

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Ein richtiges „Vorher“ gibt es nicht, aber bereits im Abbau sah die Ecke so aus:

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Man sieht den Unterschied und versteht sicher, dass ich mich Tag für Tag freue, diese Idee ausgebrütet und noch dazu unverhofft allerhand Stauraum für neue Wolle gewonnen zu haben.

Ganz verliebt

Getreu dem Motto „was schert mich mein Geschwätz von gestern“ habe ich es gerade unbezwinglich in mir gespürt, diesen Pullover von Stephen West zu stricken. Und zwar schnell. Und zwar sofort. Und zwar in Windeseile. Und ohne Unterbrechung. Und das ist gelungen.

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Die Idee dabei hat mich begeistert, erst recht, da es auch wieder ein Top-Down-Gestrick ist; nur mit der gerippten Passe hatte ich vorab so mein Problemchen. Es stellte sich aber heraus, dass da überhaupt kein Problem existiert, im Gegenteil, einen so genialen Halsabschluss hatte ich bisher nur sehr selten, wenn überhaupt. Die Anpassung an die menschliche Anatomie geschieht am Hals mittels einiger verkürzter Reihen, die hier wirklich unsichtbar sind, und der schrittweisen Verbreiterung der Rippen bis zur Ärmelabtrennung – einfach genial einfach.

Kunterbunte Reste in Hülle und Fülle waren schnell gefunden und mit 4,5er Nadeln und drei Fäden wuchs das Teil in Windeseile heran. Für die Passe und die Bündchen habe ich all die vielen Reste der Pittura verwurstet, zusammen mit einem Faden Drops Lace in Lila und einem dünnen Faden schokobraunem NoName-Garn. Zusammen dann so doppelte Sockenwollstärke.

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Lila und Braun habe ich durchgehend beibehalten mit jeweils kleinen oder größeren Resten Sockenwolle kombiniert. Das Quietschlila da mittendrin gefällt mir jetzt nicht mehr so, aber es ist nun mal drin und da bleibt es auch, war der Rest Ferner-Lace vom Ägypter-Tuch, musste halt auch mal weg 😉

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Jetzt habe ich also unverhofft einen wunderbar kuscheligen und warmen Winterpullover, der trotz seiner Dicke und Länge gerade mal 690 Gramm auf die Waage bringt. Jetzt muss er nur noch baden und dann warten wir gemeinsam auf den Winter…

Dies und das und auch noch 2019

Euch allen – wenn auch verspätet – ein gutes, gesundes, entspanntes und wolliges 2019!

Wie auch immer Ihr hinein gerutscht seid, Ihr seid drin, genau wie wir, und müsst nun durch, alles Gute dafür!

Bei uns war alles genau wie Weihnachten – still, friedlich und gemütlich, an Silvester waren wir für 2918 definitiv zum letzten Mal in der Spreewaldtherme in Burg, abends dann hieß es mit Beerenbowle (großes Zugeständnis an den bösen Alloholl!!), Raclette und Fernsehen auf das neue Jahr warten, das dann ja auch pümktlich kam. Auch an diesem Silvester war es hier sehr ruhig, was wir sehr genossen haben, nach Mitternacht war eine knappe Stunde leichtes Geböller, das war’s bis zum nächsten Mal – herrlich!

Der Gatte hat mir einen großen Wunsch erfüllt (er wurstelt noch mit den Nachwirkungen herum, aber es geht super voran!). Da ich mal wieder große Pläne hatte, meine Strickbutze umzuräumen hin zu viel mehr Gemütlichkeit, war nun der große Schrank darin ein großer Störfaktor. Er sollte daher mit einem Highboard im Nebenzimmer den Platz tauschen. Eingerichtet auf eine längere Debatte tat ich schließlich mutig diesen Wunsch kund und war wirklich überrascht, dass der Gatte sofort zustimmte. Und schon ging das los und zwar besser als erwartet befürchtet, denn der Schrank musste nicht demontiert werden und passte wirklich auf den Millimeter haarscharf im Ganzen durch die Tür. Der einzige Kollateralschaden war meine riesige Monstera, die hab ich platt gemacht. Das wäre ihr eh nicht erspart geblieben, da sie dringend umgetopft werden muss. Das geht nun als Stummelfragment richtig gut, in voller Pracht und Herrlichkeit wäre es unmöglich gewesen. Ich bin ganz sicher, sie wird sich erholen und zu neuer Pracht auflaufen.

Ein Blick ins Chaos am Neujahrstag:

Ja, und was wurde als erstes eingeräumt? Richtig, Wolle! Mein Bett ist wieder benutzbar, alles ist verstaut, ein neuer Teppich ist eingezogen, am Fenster steht eine „Hilfsmonstera“ und nun fehlt noch ein passendes Regal über dem Highboard, und da liegt erstmal wieder der Hase im Pfeffer. Aber auch das wird. Und ich bin schon jetzt  hochzufrieden!

Viel gestrickt habe ich die Tage nicht, aber dafür mal etwas für mich ganz neues gestartet: „William“ von Ann Kingstone in Colorwork. Bin ja so gespannt, bisher bin ich daran immer gescheitert, aber nach den ersten Runden sieht das noch ganz gut aus…

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Für mich gibt es dann die Variante mit dem dezenteren Ausschnitt und auf den Nadeln habe ich gleich die frisch geschossene Pingouin-Wolle zusammen mit Drops Baby-Merino und einem dünnen Fädchen ich-weiß-nicht-was.

Mosaikpulli geschafft!

Was lange die Nadeln blockiert währt, wird auch mal gut – oder so. Also habe ich den Mosaik-Pullover nun doch noch geschafft. img_0802.jpg

Das mit den Ärmeln war der Gau. Der Versuch von Armlöchern war ja sowas von schief gegangen. Nach laaanger Pause dann ribbeln und wieder neu hochstricken für gerade angesetze Ringelärmel. Zur Auflockerung mit zwei Mustersätzen in der Mitte und rund mit Ringeln gestrickt. Das ging in die Hose, weil das Muster sich doch sehr zusammenzieht und die Ringel dann gebeutelt haben. Also nur Ringel.

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Irgendwie muss ich völlig unbemerkt altersweise Geduld gelernt haben, jeder andere Pullover wäre schon längst in die Tonne Ecke geflogen. Apropos, man sollte niemals auf die Idee kommen, ein größeres Mosaikgestrick ribbeln zu wollen, man wird bei all der Dreherei dabei zu schnell total blöd in der Birne…

Gestern war Premierentragen und alles ist gut. Der Pulli sitzt und wärmt hervorragend, nur das klappt leider nicht allzu lange, denn es ist ja Alpaka drin, was mich bekanntermaßen und doch ständig ignorierterweise nun mal beißt. Vor allem am Hals.

Technische Daten: 580 g Drops „Nord“ mit Nadeln 3,5. Einfach drauflos gestrickt 😉

Sorry für die miesen Fotos, ist gerade kein Licht dafür. Wen es interessiert, die Farben sind Jeansblau (16) und Nebel (8) – wie passend, der verdüstert uns hier schon seit Tagen die Landschaft und die Stimmung…

 

Fadenkramsche Maschenproduktion

Der Pimentón ist fertig. Das Garn ist bis auf den letzten Meter verstrickt und aller Zitterei zum Trotz hat es gereicht. Entstanden ist ein locker-luftig-fluffiges Teilchen, das auch schon nach Wiederholung schreit. Aber nicht jetzt. Pimenton-04

Verstrickt habe ich mit 3,5er Nadeln 436 g Rico Design Essentials Cotton DK in drei netten Grüntönen. Die Anleitung ist logisch und eingängig, das Ganze wird nahtlos von oben gestrickt – für mich immer ein Must-Have-Argument ;-). Der Ausschnitt war etwas gewaltig, aber zwei Runden feste Maschen mit dem allerletzten dunkelgrünen Garnrestchen konnten das locker beheben.

Den unteren Rand habe ich ohne jedes Bündchen gelassen, lediglich versucht, ihn „unrollig“ hinzukriegen, noch einmal mit kräftig Dampf drüber sollte das dann auch bringen. Danke, liebe Ute, für den Tipp!

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Aus diesem Garn hatte ich schon mal ein Shirt gestrickt, das zu einem Tuch umgestrickt wurde, da es leider unglaublich eingelaufen war.

Dementsprechend hatte ich jetzt auch allerhand Bammel und sag jetzt mal was kontraprodutives zur hochgelobten Maschenprobe. Hätte ich nämlich dieser vertraut, würde es keinen Pimentón bei mir geben. 60 Maschen x fast 50 Reihen – das war schon ein ganz schöner Lappen! – handgewaschen und liegend getrocknet ergaben einen Breitenzuwachs von knapp 2 cm und einen ähnlichen Längenverlust; ja, es musste sich ja irgendwie ausgleichen 😉 Nach einigem Sinnieren entschloss ich mich dann aber, doch furchtlos zur Nadel zu greifen. Der Erfolg hat mir recht gegeben, das Eigengewicht des Pullis hat es gerichtet; es hat einigen Längenzuwachs aber keinerlei Breitenschwund gegeben, puhhh….

Wer es jetzt bis herher geschafft hat, dem zeige ich auch noch mein nächstes Himawari-Projekt, den „Amburgo„. Man ahnt es spätestens jetzt, die Entwürfe der Designerin haben es mir angetan und das zu Recht, denn die Anleitungen sind narrensicher geschrieben und die Passform ist auch in meiner Größe absolut okay.

Also habe ich die nächste Farbe meiner Rowan-Panama-Vorräte herausgekramt und losgestrickt. So sieht es derzeit aus und auch hier muss kein einziger Stich genäht werden, außer evtl. mit den Fadenenden. Ausführliches dann in einem anderen Post.