Weidengrotte und Spinnenpopo

Sowie die Temperaturen mal im erträglichen Bereich sind, ist der Herr Fadenkram fleißig. In demokratischem Meinungsaustausch (er kommt mit seiner und geht mit meiner Meinung ;-)))) hatten wir beschlossen, dass wir nicht warten wollen, bis der böse Zünsler den hässlichen großen Buchsbaumbusch unter der drolligen Puschelkopf-Weide für sich entdeckt, und diesen prophylaktisch dem Boden gleichgemacht. Und schon haben wir wieder ein sehr interessantes Vorher-Nachher.

Das völlig unerwartet zutage getretene aktuelle Nachher ist jetzt unsere Weidengrotte; der Herr Fadenkram meinte, da könne nun ein Gruseldrachen vom Polenmarkt auf einem großen Podest seine Heimat finden. Ich meine das nicht. Ich habe aber noch keine bessere Idee, außer der Überzeugung, das wächst eh von ganz alleine ganz schnell zu. 0Grotte-01

Unmittelbar bevor diese Weide (eine Korkenzieherweide mit ursprünglich ca. 12 Stämmen – man hatte wohl einen bewurzelten Frühlingsstrauß eingestöpselt und hemmungslos wachsen lassen) im vergangenen Jahr einen sauteuren Radikal-Kopfschnitt verpasst bekommen hatte, sah sie so aus (zum Vergleich: die Hecke darunter war gut zwei Meter hoch): 0Grotte-03

Und für alle, die eher Freude an kleineren Kalibern haben, hier noch ein Foto vom Poppo der Krabbenspinne:

0Spinne-01Diese hat sich auf unserer momentan schönsten Rose eingenistet und wir gönnen ihr das 0Spinne-02

Und ja, ich stricke auch noch 😉

Liebe Grüße in die Runde – habt einen entspannten Sonntagabend!

Regina

Über das Landleben – Teil 4: Die Natur

Jetzt, nach eineinhalb Jahren Landleben im Oderbruch, kann ich mir wohl das erste Urteil auch über die Natur erlauben – sie ist für mich einfach grandios. Nicht im landläufigen Sinne – Wälder, Berge, Seen, sondern vor allem aufgrund der wechselnden Stimmungen, die in erster Linie mit den Wetter- und Lichtverhältnissen zu tun haben. Die Abwesenheit von Wäldern und Bergen, selbst von Hügelchen, ermöglicht einen weiten Blick. Man redet hier sowohl von „hohem Himmel“ wie auch vom „niedrigen Himmel“. Ich tendiere zu der zweiten Betrachtungsweise, dem niedrigen Himmel und zeige einfach mal, weshalb das für mich so ist. DSC00774Könnten einem diese Wolken nicht fast auf den Kopf fallen? Wohlgemerkt, wir sind hier nur ganz wenig über NN. Wolken_02

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Auch Fotos ohne direkten Fokus auf den Himmel zeigen fantastische „Lichtbilder“, denen wir uns nicht entziehen können und daher immer den Fotoapparat dabei haben. DSC01010 - KopieZehn Minuten später, gleiche Stelle:Gro-Neu-Nebl-08aDSC0100929-10-2016-Gross-Neuendorf-06

Gleicher Ort, einige Zeit später, erstes Winterahnen:

DSC01022 - KopieNoch etwas später; der Winter ist da:

Gro-Neu-Teich-03aDieser Tümpel direkt vor dem Deich, der letzt kaum noch Wasser hatte, hat etwas von einem magischen Ort für uns, den wir oft aufsuchen.

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Und weg vom Winter, wieder hin zum Himmel: DSC00887DSC01030Kopfweide-02All diese Fotos entstanden im Umkreis von nicht einmal 10 Kilometern und ich denke, damit leben wir hier an einem durchaus privilegierten Ort.

Es kann auch einfach nur der Blick aus dem Küchenfenster sein: Regenbogen-01Sonne-03

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Über das Landleben – Teil 3: Der alte Fritz

Preußenkönig Friedrich der II (kennt hier kaum einer) oder wie er in seinem späteren Leben meist genannt wurde, der Alte Fritz (kennt hier jeder), war ein äußerst umtriebiger, vielseitig interessierter und sehr fleißger Monarch, der speziell hier sehr verehrt wird, denn das Oderbruch in seiner heutigen Form verdankt ihm schließlich seine Existenz. Und so haben dann auch viele Dörfer entweder ein Fritz-Denkmal und/oder eine Alte-Fritz-Gastwirtschaft. Unser Hauptdorf hat beides an einem zentralen Platz vereint, die Gastwirtschaft sucht leider seit Jahren schon nach einem neuen Betreiber.

Auf der Website unseres Hauptdorfes gibt es eine recht gute, wenn auch knappe Übersicht zum Thema.

Im Hauptdorf steht an zentralem Platz ein recht imposantes Fritz-Denkmal (das fast immer mit Blumen geschmückt ist) mit einer spannenden Geschichte, denn zu DDR-Zeiten mochte man ja Könige und Kaiser nicht und der Alte Fritz machte da auch keine Ausnahme, es galt halt Sippenverachtung.

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Denkmal und Gaststätte „Zum Alten Fritz“ in Letschin – leider derzeit unbewirtschaftet

Doch er konnte dank selbstlosen Einsatzes „getreuer Untertanen“ vor der Einschmelzung gerettet werden. Hier gibt es einen – wenn auch schon etwas älteren – so doch wundervollen Artikel der „Zeit Online“ zum Thema; besser könnte ich das auch nicht aufschreiben ;-))

 

Rund 600 000 Taler soll es Mitte des 18. Jahrhunderts gekostet haben, das Bruch trockenzulegen, rund 50 Dörfer zu gründen und zu besiedeln. Aufrufe im Oderbruch zu siedeln wurden weithin bekannt gemacht, gewürzt auch mit dem Versprechen, hier fruchtbarstes Ackerland zu erhalten. Tausende Kolonisten kamen vor allem aus Österreich, der Pfalz und aus Frankreich. Rund 8000 Menschen sollen dem Versprechen auf Land, Religionsfreiheit, Verzicht auf Militärdienst und Steuervergünstigungen gefolgt sein. Viele der Neusiedler erhielten auch ein Fachwerkhaus zum bereits gerodeten Land. Vielerorts sind die Fachwerkgebäude noch heute erhalten, so in Neulietzegöricke, dem ältesten Kolonistendorf und auch in unserem kleinen Dörfchen.

Spannend machen diese Gegend auch die vielen Zeugnisse des unermüdliches Wirkens von Carl Friedrich Schinkel, des Fritz’schen Oberlandesbaudirektors. Kleinste Dörfer haben ihre Schinkel-Kirche, die man alle an ihrer unverwechselbaren Schinkel- Architektur sofort erkennt (hier gab es schon mal eine Geschichte dazu). Das Hauptdorf hatte allerdings mehrfach Pech mit seiner Fachwerk-Kirche, die nach einem Brand und Wiederaufbau wenigstens einen Schinkel-Turm erhielt. Im Zweiten Weltkrieg allerdings wurde sie dann endgültig zerstört; übrig davon ist jetzt der „Zuckerhut“ – der Denkmals-Schinkel-Kirchturm aus den Resten der einstigen Kirchen – hat auch was – so als Denkmal (im Innern gibt es eine kleine Geschichtsstunde dazu): 00Fritz-04

Ohne die königliche Trockenlegung wäre das Oderbruch immer noch eine Landschaft ähnlich der des Spreewaldes. Unzählige Nebenarme des Flusses zogen sich durch das Land, noch heute ist die „Alte Oder“ in Teilen erhalten. Man begegnet ihr und ihren vielen Seitenarmen sehr häufig, denn ein gerades Bett hat sie wirklich nicht, ist aber speziell bei Anglern sehr beliebt. DSC00745Bei meinem auch, aber er scheint immer noch nicht die passende Stelle gefunden zu haben, seine Fischzüge bleiben meist ohne Fische;-).

Das zur Historie der neuen Heimat. Die nächste Folge wird dann kulturell. Bis dahin  liebe Grüße in die Runde

Regina

Über das Landleben – Teil 2: Das alltägliche Dorfleben

Das Dorfleben als solches ist meist laut. Sehr laut. Leider. Einzige Arbeitgeber sind solche in der Landwirtschaft. Und die hat es sehr reichlich, denn das Oderbruch hat mit die fruchtbarsten Böden deutschlandweit. Leider haben diese Heuschrecken, hier als „Landgrabber“ unangenehm bekannt und verhasst, den Großteil davon aufgekauft und betreiben nun hemmungslos industrielle Monokultur – vor allem Raps und Mais für Biosprit, Biogas und solch hirnrissigen Kram. Daneben gibt es dann noch allerhand Viehzucht; nicht weit von uns auch eine Bullenmastanlage.

Und das passt, denn noch heute werden die meisten kleinen und auch größeren Jungs hier auf dem Lande „Trecka faahn“ als Berufswunsch noch vor Lokführer, Astronaut oder Kernphysiker nennen und das dann auch verwirklichen. Und da liegt nun der Hase im Pfeffer. Bei den Treckern. Früher waren die ja noch relativ harmlos, lästig schon, aber langsam und ohne niederfrequentes Dröhnen. Jetzt jagen die mit ca. 70 Knoten durch die Dörfer mit einem Sound, der auf den Magen drückt wie die Bässe bei Open Air Festivals und lange und weithin zu hören ist. Die Piloten dieser Monster sind ganze Kerle, die es einen Dreck schert, wie die Umwelt sie wahrnimmt; sie müssen ja Schallschutz tragen, außerdem haben sie es eilig, Zeit ist Geld, Verkehrsregeln sind für Deppen, Rücksicht ist Schwäche.

Man merkt, das Thema liegt mir am Herzen. Ja, tut es, denn direkt neben unserem Grundstück, keine fünf Meter vom südlichen Giebel, verläuft ein sehr gut frequentierter reichlich beschlaglöcherter Landwirtschaftsweg; der Blick aus dem Küchenfenster zeigt dann diesen Ausblick, der Schallpegel der irre rumpelnden Anhänger, zumal wenn sie leer sind, steht einem startenden Flugzeug nicht viel nach: TreckerDas Foto ist vom vergangenen Jahr, jetzt darf die Hecke ungestört in den Himmel wachsen (tut sie zum Glück auch). Absolute Härtezeiten sind eine Woche (inkl. jeweils zwei Wochenenden) im Mai  und im Oktober, wo das Futtersilo der Bullen aufgefüllt wird und dann die sommerliche Erntezeit – jetzt also. Den Garten als Ort der Entspannung und Erholung kann man dann getrost vergessen. Arbeiten geht. Arbeiten mit richtig Lärm dabei geht noch besser – Rasen mähen, Holz sägen, Hecke schneiden und so beliebte Tätigkeiten. Dumm ist nur, dass der normale Dörfler, egal, ob Treckerfahrer oder nicht, Rasenmähen, vorzugsweise mit dem Rasentraktor, als liebstes Hobby hat. Man hat auch das absolute Gespür für die richtigen Zeiten dafür – nämlich dann, wenn die großen Brüder abends endlich zur Ruhe gekommen sind. Irgendwie muss der Schallpegel ja aufrecht gehalten werden. Menno, ich könnte manchmal wirklich aus der Haut fahren, aber sowas von!!!

Irgendwann keimt dann das Gelüst auf, sich zu wehren. Darf man aber nicht sagen, dann erfährt man sofort, dass einen ja keiner gebeten hat, ausgerechnet hierher zu ziehen und dann auch noch zu stänkern. Preußisch-dörfliche Herzlichkeit eben. Also macht man sich erstmal kundig und – gibt auf. Man lernt nämlich, Landwirtschaft darf (fast) alles, vor allem im Bereich der Lärmemissionen. Na Klasse. Der Knaller ist die Erntezeit, da ist Vollgas für alle von früh um fünf bis nachts um 11 erlaubt – sieben Tage die Woche, wohlgemerkt! Wenn dann um Mitternacht endlich die letzten Monstermaschinen über die Dorfstraße ballern (wer die monströsen Hightech-Mähdrescher schon mal aus der Nähe erlebt hat, weiß was ich meine), freut sich der Mensch ja, kann aber vor Groll auch nicht gleich in den Schlaf finden.

Das ist der Alltag hier, zum Glück aber nicht jeden Tag, so dass selbst ich inzwischen lerne, das alles, wenn auch mal mehr und mal weniger gut, zu ertragen und als Teil des Gesamtpaketes „Landleben“ zu akzeptieren. Wenn in den extremen Erntezeiten das Wetter einigermaßen gut ist, sind wir viel unterwegs, denn es gibt ja auch ruhige Ecken, auf jeden Fall hinter’m Deich. Wie es zu diesem kam, erzähle ich dann in der nächsten Folge.

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Über das Landleben – Teil 1: Die Infrastruktur

Nach eineinhalb Jahren Leben im äußersten Osten des Landes (im Winter scheint es eher Westsibirien zu sein) möchte ich eine kleine Bilanz ziehen und Euch die Erfahrungen des Lebens hier etwas nahe bringen. Dieses in mehreren Teilen, um Ermüdungserscheinungen vorzubeugen 😉Bienenwerder

Heute die gravierendste Erfahrung; die mit der Infrastruktur. Es ist ja nicht so, dass es keine gibt, doch, tut es, aber man muss sich erstmal darauf einstellen (wir wussten, dass es so sein würde und waren bereit dafür).

Das Oderbruch besteht aus überwiegend winzigsten Dörfern, die inzwischen alle mit festen Straßen miteinander verbunden sind – wenn auch nicht immer auf direktem Wege. Das war nicht immer so. Wunderschön aber sind so Geheimtipps, wie z.B. die ehemalige Trasse der Oderbruchbahn, die einst gemächlich über die Dörfer zuckelte und leider schon sehr lange Vergangenheit ist. Diese Trasse wurde zum großen Teil zu herrlich schattigen Radwegen ausgebaut, ein Stück ist „richtige“ Straße, beidseitig bestanden von uralten Eichen, Kastanien und Linden. Das letzte Stück, hin fast bis an die Oder, ist ein romatischer Kutschweg, den zu bekutschen wir leider noch nicht geschafft haben. Aber das ist dann auch ein anderes Thema.

Zurück zu den Winzlings-Dörfern. Die haben teilweise ganz eigenwillige Namen, Beauregard ist ganz in der Nähe, Zuckerfabrik gibt es, Zäckericker Loose, Güstebieser Loose, Neulietzegöricke (das älteste Dorf im Umkreis)  und von fast allen „Ableger“, die ein „Neu“, „Alt“, „Groß“ oder „Klein“ vor dem Namen haben. Hat was mit der Historie und dem alten Fritzen zu tun, das dann ebenfalls in einem anderen Kapitel.

Völlig klar ist, dass die Zeiten vorbei sind, in denen jedes Dörfchen seinen Tante-Emma-Laden – hier „Konsum“ –  hatte. Diese Etablissements dienten nicht nur der Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs, sie waren immer auch Nachrichtenbörse und kulturelles Zentrum. Jetzt kann man Kilometer über Kilometer herumgurken ohne dass der Blick von irgendeinem Hinweis auf irgendeine Einkaufsmöglichkeit gestört wird. Die gibt es nur an wenigen zentralen Punkten, meist übernimmt Edeka die Versorgung gut und günstig, besonders erfreulich ist, dass dort auch meist eine Poststelle drin steckt 😉 Unser nächstgelegener E-Markt ist etwas über 10 Kilometer entfernt, eine durchaus bevorzugte Lage also. Ein bisschen mehr Shopping-Programm gibt es dann in der kleinen Kreisstadt, die nicht mal mehr eine Ampel hat, was sie in den Augen der Bewohner, denen man die einzige Ampel voriges Jahr weggenommen und durch einen Kreisverkehr ersetzt hatte, als Kreisstadt absolut abqualifiziert. Aber sie hat einen Baumarkt, mehrere Supermärkte, Apotheken, auch eine gewisse medizinische Versorgung ist hier, 25 km von uns, anzutreffen. Das Überleben ist also gewährleistet.

Der Vorteil der dünnen Besiedlung liegt aber an anderer Stelle – die Straßen sind gut und kaum befahren, so dass beste Freundin, die aus einer recht übervölkerten Ecke im Westen des Landes stammt, schon meinte, es erinnere sie hier ganz gewaltig an die Verkehrsverhältnisse im nordwestlichen Kanada. Nee, also dem muss ich dann doch widersprechen, denn bisher haben wir weder Bären noch Elche angetroffen! Aber man kann meist ganz gemütlich und ganz alleine durch die Gegend gurken und sich diese dabei ganz entspannt angucken – was sich ja auch lohnt. Die meisten Straßen sind alte Alleen mit sehr altem Baumbestand – wunderschön. Allee-04Außer auf unserer Strecke ins Hauptdorf – da ist einem wirren Hirn die Idee entsprungen, die Straße mit einer Weidenart zu säumen, die äußerst brüchig und damit windanfällig daher kommt. Und Wind haben wir hier viel und oft auch sehr heftig, da heißt es dann, besser zuhause zu bleiben; es sei denn, man braucht dringend ein neues Auto.

Zum Schluss noch ein infrastrukturelles Highlight, was nicht vergessen werden darf: die Autofähre mit dem wunderschönen polnischen Namen „bez granic“ (ohne Grenzen). Faehre02Ein Schaufelrad-Unikum, das hier von April bis Oktober im Stundentakt die beiden Ufer verbindet. Ein PKW mit zwei Personen kostet je nach Wechselkurs ca. 3,50 €. Die Fähre ist weit und breit die einzige Verbindung über den Fluss, von uns aus liegt die nächste Brücke im Norden genauso weit weg wie die im Süden – um die 30 Kilometer.

Wir fahren sehr gerne auf der polnischen Seite des Flusses – diese ist noch dünner besiedelt als die hiesige und bietet Natur pur. Der Fluss wurde hier nicht eingedeicht und große Überschwemmungsgebiete, in denen vor allem das gefiederte Leben nur so tobt, ziehen sich über viele Kilometer entlang des Oder-Ufers hin. Bis hin zu Fisch- und Seeadlern kann man Unmengen von Wassergetier beobachten. Dazwischen herrliche wunderbar aufgeräumte Nadel- und Mischwälder. Es ist so erstaunlich, wie absolut anders Natur und Landschaft am anderen Ufer daher kommen und immer, wenn es uns mal nach Wald, den es hier gar nicht gibt, gelüstet, fahren wir mit der Fähre rüber und können uns in beiden Richtungen an Kilometer über Kilometer Wald freuen. Demnächst werden wir dann mal ein Pilzkörbchen mitnehmen, gestern auf dem Basar in Kostrzyn gab es schon massenhaft Waldpilze…

Das für heute – ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Wird aber fortgesetzt.

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Blickwinkel

Neues von der Fadenkramschen Veranda gefällig?

Am Wochenende war die Möblierung angesagt. Und obwohl nun alles ganz anders steht, als wir es geplant hatten, sind wir regelrecht von der neuen Gestalt unseres bisher so arg vernachlässigten Eingangsbereiches überwältigt. Dass es so schön werden könnte, haben wir nicht gedacht und freuen uns umso mehr. Das ist der Stand vom gestrigen Abend: fertig-04

Dieses war der Blick vor fünf Wochen:Veranda-Tag 0- 01

Nach dem Start der Sanierung: Veranda-Tag 1- 02

Die andere Seite ist noch nicht komplett, die zeig ich dann demnächst.

Liebe Grüße aus dem Veranda-Glück

Regina

Geschichten vom Bau – Tag 2

war der Ausblick gestern abend schon recht optimistisch, so ist er heute ja schon fast entzückend. Nach getaner Arbeit bot sich vorhin dieses Bild: Veranda-Tag 2- 01k

gestern: Veranda-Tag 1- 02

Die andere Seite: Veranda-Tag 2- 02k Auf die rote Wand rechts kann morgen Gipskarton geklebt werden, hier muss kein Untergestell gebaut werden, was die Sache vereinfacht. Der Wermutstrofen ist die Türwand; die neue Tür hat eine Lieferzeit von ca. vier Wochen, so lange muss die Vollendung leider warten. Bis dahin wird jedoch der Fußboden ausgeglichen – er hat auf ca. 1,40 m eine Neigung von über 5 Zentimetern; gut an der Tür-Unterseite zu sehen – und neu gefliest sein.

Zur Entspannung zwischendurch haben sich jetzt klammheimlich die vielen bunten Wildtulpen am Südgiebel über die verblühten Schneeglöckchen und Winterlinge geschoben. Was für ein schöner Anblick!

Die Hyazinthen tun sich noch etwas schwer, aber in den Startlöchern stehen sie auch schon.

Liebe Grüße in die Runde – habt einen schönen Abend

Regina

Geschichten vom Bau

heute also sollte es ja mit der Veranda-Sanierung losgehen. Wider besseren Wissens waren wir da bis gestern guter Dinge. Und dann kam das Unheil wieder mit geballter Gewalt über uns, bzw. erstmal über den Herrn Fadenkram. Ich saß in meinem Strickbüdchen und wurde immer kleiner im Sessel, während das Fluchen und Schimpfen vor der Tür immer lauter wurde.

Verständlich, oder? (raufhauen macht die Bilder und damit das Grauen richtig groß 😉)

Nach einer ziemlich schlaflosen bzw. alpgeträumten Nacht, nach der für mich feststand, die Jungs würden sich das kurz ansehen und sich sofort verabschieden, harrten wir also bebend der Dinge, die da kommen sollten. Wir konnten bis dahin durch einen wandhohen Riss an der Stirnseite sogar die Nachbarn beobachten – wer hat sowas schon?

Aber dann kam es wie meist alles ganz anders, sie nahmen es gelassen, denn sie kennen sowas, da das Oderbruch im Grunde komplett auf Modder schwimmt, um das mal salopp auszudrücken, und dadurch solche Geschichten häufig vorkommen. Und schon ging es flink ans Werk, erstmal mit sehr viel Staub und Gepolter, dann aber systematisch mit Mörtel und Kelle weiter. Am Nachmittag war alles geflickt, verschmiert und geglättet und wir staunten nur. Feierabend gestern und Feierabend heute in der Gegenüberstellung: gestern-heute1

Natürlich ist nun die eigentlich bevorzugte Variante – alles fein schön glatt putzen und nett anstreichen vom Tisch. Variante 2 muss es sein – Vorsatzschalung mit Gipskarton, was die Sache natürlich nicht gerade preiswerter und den Raum wieder kleiner macht.

Es gab dann auch noch eine weitere, noch bittere Pille – die Haustür ist nicht zu retten. Die wurde in die Wand gehämmert ohne Rücksicht auf Verluste, alles ist schief, verbogen und ausgerissen. Die fünf Zentimeter Höhenunterschied im Boden hatte man da mit aller Gewalt „ausgeglichen“, was dann so aussieht – gehalten wird sie nur vom Bauschaum und seit die seitlichen Verkleidungsbretter entfernt sind, lässt sie sich auch nicht mehr schließen (zum Glück aber wenigstens noch abschließen):

Veranda 02 Haustuer2

Nunja, dann also auch das noch – was bleibt uns weiter übrig.  Es gab aber auch einen lustigen Moment, als wir unter dem untersten der diversen Bodenbeläge (von oben nach unten: Rips-Teppich braun, Rips-Teppichfliesen bunt, Ripsteppich grün, Linoleum 1 (Farbe nicht benennbar), Linoleum 2 (irgendwann mal bräunlich) eine Ausgabe der örtlichen Parteipostille „Neuer Tag“ vom 5. März 1980 fanden.

Ja, das war Tag 1 der Veranda-Sanierung und im Gegensatz zu gestern sind wir einigermaßen guter Dinge, voraussichtlich aber auch wesentlich ärmer, als optimistisch angenommen. Auf die neue Tür werden wir auch ca. vier Wochen warten müssen, so lange kann dann auch die Eingangswand nicht fertig werden. Auch das überstehen wir.

In diesem Sinne liebe Grüße in die Runde

Froggie aus dem Staub