Tierische Überraschung

Das heimische Oderbruch ist eine Kulturlandschaft, die von viel Wasser (künstlich angelegte Be- und Entwässerung des teilweise unter NN liegenden Gebietes), vielen Tieren und intensiver Landwirtschaft geprägt ist. Und wie es scheint, haben sich Tiere und Landwirtschaft so einigermaßen arrangiert. Wir haben das Glück, dass direkt hinter dem Dorf, also damit hinter’m Gartenzaun, ein Vogelschutzgebiet beginnt, das bis zur Oder reicht. Es wird von vielen geflügelten Wesen angenommen und besiedelt, die offenbar erkannt haben, dass sie hier von den Massen der rundum wie Pilze aus dem Boden schießenden Windquirle NICHT geschreddert werden, da diese hier nicht errichtet werden dürfen. Wir hoffen aus tiefster Seele, dass es trotz bereits vielfach geäußerter Begehrlichkeiten der grünen Windlobby noch sehr lange so bleiben wird! Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Thema ist, dass der Gatte heute in der Abenddämmerung zufällig auf dem Dach des Gartenhauses einen ganz neuen Gast entdeckte; auf dem First spazierte in aller Seelenruhe ein Fasanenhahn herum, anscheinend auf dem Weg in sein Nachtquartier im dichten Efeu. Wie Wiki mich gerade aufgeklärt hat, schlafen die sehr wohl auf Bäumen und anderen erhöhten Stellen und nicht, wie ich bisher gedacht hatte, irgendwo im Gebüsch.

Die Fotos sind grottig, ich weiß, es fehlte an Licht und Kamera, da ich so schnell nur das Handy schussbereit hatte, aber ich zeige sie trotzdem.Fasan-01

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Wir werden das jetzt beobachten, denn irgendwas hat der Gedanke, ein Fasanennest im Garten zu haben, vor allem die Aussicht auf eine lustige Kükenbande …

Im Allgemeinen sind Fasane, die zu den Hühnervögeln zählen, nichts außer schön anzusehen, die Hähne jedenfalls. Ansonsten sind es eher tumbe lebensmüdeViecher, die hier überall versteckt an den Straßenrändern hocken und auf vorbeifahrende Autos lauern, um sich dann mit lautem misstönenden Geschrei vor dieselben zu stürzen. Zum Glück ist man hier weitestgehend allein auf der Straße, so dass Notbremsungen möglich und meist auch gerade noch erfolgreich sind. Leider lernen die Viecher nix daraus und schmecken tun sie auch nicht ;-))) Der Typ hier allerdings wird wohl adoptiert werden, sofern er wirklich hier einziehen sollte; ich werde berichten.

An- und Abgebibertes

Die Besiedlung des heimischen Oderbruchs mit Bibern geht in Windeseile voran, dabei haben diese Zahnkünstler hier wahrlich nicht nur Freunde. Sie scheinen aber zu wissen, dass man ihnen (noch) nichts tun darf , harren daher tapfer aus und geben überall Kunde von ihren wohl unverwüstlichen Gebissen. Da kann man als in die Jahre gekommener zahntechnisch einigermaßen gequälter Nicht-Biber schon mal ein wenig neidisch werden…

Gerade haben sie einen der unzähligen Gräben für sich entdeckt und allen Gerüchten zum Trotz, sie mögen keine Erlen, mögen sie diese hier wohl sehr. Und so sind sie fleißig am Bibern:

Auf ca. zwei Kilometern gibt es keinen nicht bereits verkosteten Baum, aber tröstlich ist, dass da weit und breit kein Deich ist, in dem sie ihre Wohnung bauen könnten.

 

Herbst

Heute hatten wir das Glück der Frühaufsteher: Dichter Nebel in Odernähe, der dann fast übergangslos strahlendem Sonnenschein wich – und wir mittendrin. Dumm war, dass ich nur Smartphon statt Fotoapparat dabei hatte, was die Fotos nicht wirklich besser gemacht hat. Aber ansehenswert sind sie trotzdem. Oder-02

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Die Paddler aus dem obigen Foto:

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…und wenige Minuten später die alte Eiche von der anderen Seite im Sonnenlicht:

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Bilder wie diese, die im Original noch so viel schöner sind, die machen die Landschaft hier zu etwas Einmaligem, dessen Reiz wir uns nicht entziehen können und wollen…

Gegensätzliches

Auch Brandenburg ächzt unter der Dürre, Noternten werden eingefahren und wo selbst die sich nicht mehr lohnen, wird das Getreide untergepflügt, um dem Boden ein wenig Dünger zu verschaffen. Man ergeht sich in Extrem- und „Rekord“rechnungen, was aber auch alles kein Wasser bringt. Mitte der kommenden Woche soll etwas Regen kommen, solche Ankündigungen gab es aber schon öfter, sie waren allesamt Enten. Den letzten Regen gab es hier am 11. Mai. Danach ab und an vereinzelte Tröpfchen, die in der Hitze verdampft waren, bevor sie den Boden erreichten.

So ist es jetzt kaum vorstellbar, dass vor ganz genau 21 Jahren die „Jahrhundertflut“ das Oderbruch beinahe überrollte und nur durch den beispiellosen Einsatz unzähliger Menschen konnte die ganz große Katastrophe, die möglicherweise das Ende dieser einzigartigen Kulturlandschaft bedeutet hätte, verhindert werden. Hier gibt es eine ganz gute Zusammenfassung der Ereignisse, deren Dramatik jedoch unvorstellbar war. Schlimmer nur war das Winter-Hochwasser 1947, als die Russen, angeblich im Bemühen, die Katastrophe zu verhindern, diese voll in Gang setzten, indem sie beim Bombenabwurf auf das Eis auch den Deich trafen. Das wird bis heute gern verschwiegen, Zeitzeugen gibt es aber noch und Spiegel online hat das mal aufgegriffen.

Auf unserem kleinen Ausflug heute haben wir das Flutzeichen – die Erinnerung an das 1997er Hochwasser – besucht. Es liegt abgelegen und recht schwer zu finden mitten in den Feldern, beeindruckt aber mit Größe und Gestalt.

Es ist ein Koloss aus vier Tonnen Bronze, der im August 1998 bei Neuranft enthüllt wurde. Die leider sehr spärlichen Informationen, die man in seiner Nähe findet, geben doch wenigstens einen guten Eindruck der gigantischen „Materialschlacht“. Schild-01 Ich habe es jedenfalls nicht geschafft, mir fast neun Millionen Sandsäcke ebenso wie 177.000 Tonnen Kies vorzustellen… Und trotzdem wünsche ich mir endlich Regen!

 

Mein kleiner grüner Kaktus…

…gehört zwar dem Herrn Fadenkram, aber ich war maßgeblich an seiner Vertreibung (des Kaktus, nicht des Gatten) in den Wintergarten als letzte Station seines erbärmlichen Daseins mit nix als ein paar hässlichen Blättern beteiligt. Dazu dann die Drohung, er möge nun endlich mal zeigen, was er so drauf hat, ansonsten wartet der Komposthaufen schon ganz gierig auf ihn.

Hat Wunder gewirkt – denn was macht diese Pflanzen-Unmöglichkeit dort? Ja richtig, sie fängt munter an zu blühen und das so überwältigend schön, dass ich es einfach zeigen muss.00Kaktus-01

Habt einen gemütlichen Restsonntag in einer hoffentlich angenehm kühlen Umgebung! Hier höre ich gerade ein noch weit entferntes Donnergrollen – und überlege, ob ich rausmarschieren und einen Regentanz auf das Parkett den Rasen legen sollte….

April, April…

Das, was der Petrus uns da so an Osterwetter zusammengepanscht hat, kann man eigentlich nur als Aprilscherz ertragen. Freitag konnten wir bei strahlendem Sonnenschein den Frühling begrüßen, gestern hat es dafür den ganzen Tag geregnet und heute ist alles weiß. Ostern-01Das gab es hier den ganzen Winter über nicht, also brauchen wir das jetzt auch nicht mehr!

All das Federgetier ist auch ziemlich verwirrt, die Stare sind längst da, die ersten Störche konnten wir in ihren hohen Nestern bewundern, Stieglitze, Grasmücken und Zaunkönige sind ebenfalls angekommen. Und nun sowas; man sieht ihnen an, dass sie es nicht lieben… Ostern-03Allerdings verbinde ich seit jeher Ostern mit Mistwetter, das war so, als ich Kind war, das war so, als meine Kinder Eiersucher waren und das bleibt wohl für alle Zeiten so.

Egal, was Ihr heute so für Wetter habt – macht das beste daraus! Frohe Ostern wünsche ich Euch; ein paar erholsame Tage werden es ja allemal, die man mit einem schönen Strickzeug auch locker ertragen kann 😉

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Irgendwo muss er doch stecken – der Frühling…

 

Mit viel Geschrei und Getöse…

…erwacht hier gerade die Natur. Kraniche-01

Für alle, die sich jetzt fragen, „was soll mir das jetzt wohl sagen?“, zerhacken wir das mal und ziehen es etwas dichter ran:Kraniche-01-0Kraniche-02Kraniche-03

Kraniche, so weit das Auge schaut. Beim ersten Morgenlicht kommen sie aus ihren Schlafquartieren von jenseits der Oder, flattern in riesigen Schwärmen mit dem typischen unmelodischen Geschrei über’s Land und lassen sich dann an bestimmten Stellen nieder. Derzeit ist einer dieser Hotspots ganz dicht am Dorfende ca. 300 Meter von uns entfernt, was heißt, wir haben bis zur Abenddämmerung das Gebrüll aus erster Hand. Aber es sind Geräusche der Natur, die lassen sich gut ertragen, also alles kein Problem.

Problematisch ist es leider, sie mal besser auf das Bild zu bekommen, da sie eine sehr große Fluchtdistanz haben; am besten geht es aus dem Autofenster, sobald man sich als Mensch outet, suchen sie das Weite. Das ist liegt sicher auch daran, dass die Bauern die gefräßigen Stelzengänger nicht gerade als Freunde betrachen, eher im Gegenteil, und ständig unterwegs sind, um sie von ihren Äckern zu verjagen.

Weitere Vorfrühlingsgäste sind die Wildgänse. Zahlenmäßig den Kranichen noch weit überlegen, haben sie ihre Weidegründe derzeit in der grenznahen Region, wo die Felder zum großen Teil noch unter Wasser stehen und ihnen wohl den Eindruck riesiger Seenlandschaften vermitteln. Mir haben sie vorhin einen ganz anderen Eindruck vermittelt – beim Überflug hat eine perfide und perfekt gezielt einen großen Gänseschiss dermaßen genial auf der Windschutzscheibe platziert, dass ich dachte, ich sitze im Spinat. Das hat mein Verhältnis zu Wildgänsen ganz dramatisch getrübt, das muss ich mal sagen.