Voll sauer

irgendwie war die letzte Woche komisch – aber nicht im Sinne von lustig. Da wir keinen einzigen Sonnenstrahl abbekommen haben, war die Stimmung schon etwas eingetrübt – im Sinne des Wortes 😉 All meine Patent-Experimente schlugen fehl – aber das hier nur nebenbei, mehr später.

Am Freitag dann kam gerätetechnisch der Hammer, denn ich hatte in den (preislich) sauren Apfel gebissen und mir einen „Jumbo“-Wollwickler für stolze 60 + Euronen geleistet. ww-02

Was dann hier ankam, übertraf locker den schlimmsten Alptraum, den man von so einem Gerät träumen könnte und machte mich wütend und fassungslos.

Die „Aufbau-Anleitung“ kam viersprachig auf einer A4-Seite daher, sogar mit „Zeichnungen“ – naja… Hilfreich war dann einzig das Komplettfoto des Gerätes auf dem Karton, das sich unter dem Versandetikett versteckt hatte. Dieses konnte man aber abpiepeln und dann ging es los:

Konenhalter (1) in die Führung einrasten. Toll, hab ich verstanden, kein Problem. Denkste, ging nicht. Konnte nicht, wegen viel dickem scharfen Grat an den Einrastern. Mühsamst abgepiepelt, eingerastet. Geschafft und alle Finger noch dran und unversehrt – hätte aber auch anders kommen können.

Fadenführungshalter (2) in Gerät einschieben. Ging nicht, Schlitz zu klein. Schlitz aufgepiepelt, Schiene reingehämmert. Super. Schiene (3) ist so lang (muss sie sein, leuchtet mir ein), dass sie beim Wickeln mit lautem Geschepper wild herumschlägt. Auch prima. Man kann aber was drunter stecken (am besten anschrauben), dann geht es leiser. Die umlaufende Fadenführung ist jetzt noch anzuschrauben. Zum Glück geht dies nur in einer Richtung, man kann also nix falsch machen. Nur die Schrauben sind zu lang und schlagen bei jeder Umdrehung zweimal mit glockenhellem Ton am Gehäuse an. Da ich sehr geräuschempfindlich bin, gefällt mir diese Art Unterhaltung nicht, also kürzere Schräubchen suchen und dann geht’s auch leise.

Nun kommen wir zum eigentlichen Praxistest. Wolle einfädeln und ran an die Kurbel. Es quietscht prächtig im Gehäuse, aber ein Tropfen Öl aus der Schnabelkanne hilft. Die Tisch-Befestigung (4) ist ein Witz. Nach wenigen Drehungen fängt das Gerät an sich mitzudrehen, was ja nicht erwünscht aber mit dieser Befestigung nicht anders zu erwarten ist. Fest anknallen hilft auch nicht wirklich.

Jetzt war ich so genervt und frustriert, dass ich das Ding links liegen lassen und lieber ein paar Knoten knüpfen wollte. Ging aber nicht, dafür brauche ich klaren Kopf und ruhige Hände, beides war flöten. Also weiter. Das Gerät verspricht Riesenknäule von ca. 500 g, das war auszuprobieren. Vorneweg – es klappt, doch, am Ende doch. ww-01

Aaaaaber – ich hatte es mit Knäulen von Handgesponnenem versucht, davon hatte ich gerade solche Mengen rumliegen. Und das ist mehr als mühsam, denn man braucht drei Hände – eine für den Faden, eine für die Kurbel und eine, um das Gerät af dem Tisch festzuhalten.  Da die dritte Hand normalen Menschen leider nicht zur Verfügung steht, heißt es, immer das Teil wieder auf den Tisch zu schieben, umso mehr, als bei wachsendem Knäuel das Kurbeln immer mehr Kraft braucht, was auch noch dazu führt, dass das zu wickelnde Knäuel erstmal abgewickelt werden muss, um dann locker aufgenuddelt zu werden, sonst ist das eh nicht zu schaffen. Auch nicht sehr komfortabel (Liese liebt Wolle) und mit viel Verhedderungspotenzial.

Also werde ich dem weisen Rat von Frau Wockensolle folgen, die meinte, das Ganze starr auf einer entsprechend großen Platte zu montieren, könnte es doch noch zu einem nützlichen Helfer machen.

Und zum krönenden Abschluss noch die kurze Preisfrage, was meint Ihr, ob IIbääh inzwischen meine (durchaus sachliche) Rezension zu diesem Ding veröffentlich hat?

Auflösung: Richtig, natürlich nicht, bisher jedenfalls….

Liebe Grüße in die Runde, habt einen schönen Restsonntag

Regina aus dem Regen

Nadelgeplapper

immer mal wieder ein Thema sind ja unsere wichtigsten Utensilien, die Stricknadeln. Was es da nicht alles gibt und wie vieles davon untauglich ist, das ist inzwischen unübersehbar.

Wie die meisten der strickenden Zunft bin natürlich auch ich auf verschiedene Nadel-Hypes aufgesprungen. Einiges ist dabei rausgekommen, was gut und nützlich ist, etliches ist es nicht.

Besonders enttäuscht bin ich derzeit von den KPs, nach einem neuen Versuch mit den Zings habe ich dieser Marke jetzt endgültig abgeschworen und werde künftig auch keine Rückfälle mehr erleiden, da bin ich überzeugt. Restlos.

Zu den Zings kam ich, weil (klar doch) die Werbung mich überzeugt hatte, leicht, bunt, stark und widerstandsfähig. Mag ja alles sein, nur stricken kann ich damit schlecht, weil bei ausnahmslos jeder der sechs Nadeln an einer Seite der Übergang von der Hülse zum Seil hakt, unterschiedlich stark aber in jedem Fall äußerst störend. Die andere Seite dagegen ist auffallend glatt. Muss man das verstehen? Vielleicht muss ich einfach den Namen RUNDstricknadel ernster nehmen? Denn RUNDstricken kann man damit ja bestens, sofern man die hakelige Seite nach rechts nimmt. Da ich aber stur bin und bleibe, möchte ich bei meinen Nadeln weder erst nach der „guten Seite“ grabbeln noch immer nur rund stricken, es darf ja auch schon mal hin und her sein.

Also stand der nächste Versuch an und der hieß nun CiaoGoo (wer bitte denkt sich denn solche Namen aus???). Der allererste ging auch in die Hose, da ich das unpassende Seil gewählt hatte, es gleicht einer etwas dickeren Angelsehne und ist für mich absolut untauglich, da es sich total verzwirbelt. Ich habe auch noch nicht erforscht, wozu es geeignet sein könnte. Inzwischen habe ich jedoch entdeckt, dass es ja auch die namentlich erstmal eher verwirrenden „Red Lace“-Twist Seile gibt. Und die sind Spitze! Sie sind dicker, sehr formstabil dank Metallkern, verdrehen sich überhaupt nicht und die damit montierten Spitzen zeigen an keiner Stelle störende Unebenheiten, das gleiche gilt für die „festen“ Rundstricknadeln dieser Spezies. Ich habe die jetzt im Dauertest und bin bisher absolut zufrieden. Und was auch nicht zu verachten ist, sie liegen preislich im gleichen Segment (jedenfalls hier) wie die KPs, also eine rundrum empfehlenswerte Alternative.

Sollte damit meine jahrelange Dauertest-Phase endlich abgeschlossen sein??? Man darf skeptisch sein, ich bin es jedenfalls, da ich ja meine, unnpetinnkt auch mal eine Signature-Nadel haben zu müssen. Das Projekt scheiterte bisher nur daran, dass ich einfach keine Entscheidung über die Nadelstärke treffen kann ;-))

Liebe Grüße in die Runde!

Besseres Werkzeug für ältere Augen muss her!

Hallo Ihr Lieben,

gestern hat Alpi ein Thema aufgegriffen, das sicher viele von uns bewegt und daher möchte ich es aufgreifen und hier den (noch)-nicht-Alpi-Leserinnen nahe bringen.
Es handelt sich um die wichtigsten Werkzeuge für uns Strickerinnen, die Stricknadeln und hier wieder die inzwischen wohl gängigsten und beliebtesten, die von KnitPro, die ja auch von LG und anderen Woll-Großherstellern als Dauer- oder Sondereditionen vertrieben werden.
Ich stricke am liebsten mit den hölzernen – sowohl als komplette Rundnadeln (damit am liebsten) als auch mit den Spitzen zum Schrauben. Und diese gibt es standardmäßig in dunklem bunten Farbgeringel, muss ich ja nicht weiter beschreiben, kennt Ihr alle. Dazu die lila oder schwarzen Seile. Und genau hier liegt das Problem für ältere, müde und generell nicht so scharfe Augen und das bei Leuten (betrifft sicher die meisten von der strickenden Zunft), die vorwiegend abends bei Kunstlicht ihrem Hobby nachgehen. Auf diesen Nadeln dunkles Garn verstricken und dann auch noch Maschen zählen, holla, das ist schon eine Herausforderung!
Nun hat ProLana als Sonderaktion eine offenbar limitierte Auflage hölzerner naturfarbener Spitzen herausgebracht, die wenigstens zum Teil Erleichterung schaffen können. Ich hab bisher noch keine ergattern können, offenbar ist das Limit erreicht, 5er oder dickere Nadeln brauche ich nicht, die sind (waren jedenfalls gestern) jedoch hier noch zu haben.
Wer also das Problem auch angehen möchte, der kann gerne hier seine Meinung kundtun (auch wenn er nicht Mitgleid der Gruppe ist), vielleicht hilft es ja?

Und nun können wir hoffen, das KnitPro ein neues Geschäftsfeld entdeckt und bald augenfreundliches Werkzeug produziert, denn Bambus ist nicht wirklich die Alternative, manche Garne, vor allem solche ohne Wolle, lassen sich mit Bambusnadeln nicht oder nur sehr mühsam verstricken….

Liebe Grüße in die Runde
Froggie

Geniale Hilfe – nicht nur für Einsteiger in englische Anleitungen!

recht häufig erreichen mich Fragen nach der Bedeutung englischer Strickbegriffe bzw. Abkürzungen in den Anleitungen bis hin zu Bitten, komplette Anleitungen zu übersetzen. Letzteres geht gar nicht und nicht nur, weil die Copyrights der Designer das eh verbieten…
Was Begriffserklärungen betrifft – sofern sie mir geläufig sind, helfe ich gerne.
Allerdings habe auch ich da noch die eine oder andere Lücke, die bislang mühsames Suchen bedeutete. Bis heute, denn heute habe ich diese geniale Anleitungshilfe (allerdings auch in Englisch) gefunden, die bislang kryptische Kombinationen in Charts nicht nur ausschreibt, sondern auch zum großen Teil bebildert genau erklärt.
Und hier findet Ihr diese; sie bezieht sich auf die Begriffe, bzw. deren Abkürzungen, die in den Interweave-Publikationen „Interweave Knits“ und „Knitscene“ verwendet werden, ich denke aber, da ist eine gewisse Allgemeingültigkeit doch zu vermuten.
Guckt einfach mal drauf, ist bestimmt in dem einen oder anderen Fall hilfreich – eine Liste von Links zu gratis-Anleitungen aus dem Hause Interweave findet sich übrigens gleich am Seitenrand…

Liebe Grüße in die Runde
Froggie

Ihr habt geraten – hier die Auflösung

Eure Vorschläge zu diesem Rätsel waren ja teilweise ganz dicht dran und Sine hat es genau getroffen. Super und danke allen für’s Mitmachen.

Hier nun für alle die Auflösung und eine fragmentarische Anleitung zum Selbermachen, ist so piepe-einfach, dass selbst ich drauf kommen konnte.
Es ist eine Hänge-Aufbewahrung  für Rundstricknadeln. Im Netz gefunden habe ich mit Connies tatkräftiger Unterstützung diverse teilweise recht komplizierte Konstruktionen, eine hab ich nachgebaut und immer nur gedacht, Himmel, wieso denn nur dieser irrsinnige Aufwand dafür? In kurzen Worten – bei der Variante wurde einzelne Taschen aus Vlies genäht, die dann mittels Klettband aneinander gepappt wurden. Das gleiche hab ich nun auch nur gemacht, aber ohne Riesen-Aufwand, sondern lediglich aus Wachstuchstreifen. Stoff, den man dann jedoch doppeln und verstärken sollte, geht natürlich auch.

Und so hab ich das gemacht:
Auf der Rückseite gemessen und angemalt – je 5 cm für die Taschen und 4 cm für die Zwischenräume, dieses ist aber jedem je nach Anzahl der vorhandenen Nadeln völlig freigestellt.

Anschließend die 5-cm-Markierungen übereinander gelegt und festgesteckt. Bei Wachstuch möglichst wenig Stecknadeln verwenden, gibt Löcher, die bleiben. Ich habe Büroklammern genommen, hier gibt es verschiedene Methoden der Befestigung, was man halt so greifbar hat – außer Stecknadeln.

Und dann genäht. Bei dieser Variante stehen die Taschen nicht nach außen, sondern sie liegen nach hinten, sieht fertig (was es hier noch nicht ist) vielleicht ein wenig eleganter aus 😉
Bei den ersten Hängern hab ich jeweils kurz unter der Naht der Nadeltaschen noch einmal drüber genäht, um das Abstehen zu verhindern. Das ist aber für Leute wie mich, für die gerade Nähte eine absolute Herausforderung sind, erst recht, wenn sie halbwegs parallel sein sollen, ganz schön frickelig.
 
  
Und nun hängt es an der Wand – wenn alles passend sortiert ist, sollte man dann die einzelnen Taschen noch mit der jeweiligen Nadelstärke beschriften (so weit bin ich noch nicht ;-)) und fertig. Alle Nadeln haben ihren Platz und sind immer griffbereit.
Wieso ich gleich in die Massenproduktion eingestiegen bin ist ganz einfach, der Herr Wollfrosch hat auch Bedarf angemeldet für die Werkstatt. Da werden die Streifen dann quer aufgehängt und sollen Schraubenzieher, Schraubenschlüssel und was Mann noch so alles braucht, ordentlich sortiert beherbergen.
So, ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt, wer Fragen hat zum Selbernähen, nur zu, ich beantworte sie gerne!
Liebe Grüße in die Runde
Froggie

Wachstuch-Spielerei

Es ist schon einige Zeit her, dass ich von meinem großen Überraschungs-Wachstuch-Reste-Paket von hier berichtet habe. Längst sollte meine Nadelminna damit Bekanntschaft machen aber immer kam irgendwas dazwischen und sei es nur, dass ich einfach keinen Bock hatte 😉

Aus der ausgetüftelten Planung eines Hänge-Helferleins ist nun die ganz einfache Falt-Variante geworden, da es gar nicht so einfach ist, das Wachstuch vernünftig zu vernähen, denn man will ja möglichst keine Stecknadel-Löcher und ohne Befestigung ist es einfach zu glatt und rutschig, jedenfalls meint Minna Pfaff das.
Zwei Probestücken wanderten also total verhunzt in die Tonne und ich war erstmal eingeschnappt. Aber letzte Woche hatte ich das dann überwunden und dachte mir, irgendwie sollte es doch zu schaffen sein, denn so ein Ding kann ich wirklich gut gebrauchen. Also – denke, denke, denke…. Und das Naheliegendste schoss mir ins Hirn; es braucht doch gar keine kunstvollen Säume und Verzierungen, es reicht doch, ein entsprechendes Stück einfach für die Größe der geplanten Taschen in Querfalten zu legen, diese an den Längsseiten fest zu nähen und die einzelnen Abteilungen abzunähen.
Gedacht – getan und es hat gefunzt. Seither hängt dieses praktische Dings an der Tür meines Strickbillies und hält mir alles Benötigte bereit.

Die Befestigung innen an der Tür ist noch nicht so optimal, aber da fällt mir auch noch was ein…

Liebe Grüße in die Runde
Froggie mit dem Wachstuch

Angenehme Überraschung oder Amazon ist ja so schlau!

hurra, es ist die Woche der Schnäppchen angebrochen! Gestern kam die tolle Wolle (bei der Ihr mir so nett zugestimmt habt, dass ich da üüüberhaupt nix für kann, danke dafür!) und heute kamen die vor einiger Zeit (Silvester, als letzte Tat des alten Jahres sozusagen)  in Hongkong probehalber georderten Stricknadeln an. Und ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht!

Der Reihe nach: Mir schwebt ja schon lange das Projekt einer Patch-Decke durchs Hirn. Und diese Patche strickt man sinnigerweise mit kurzen offenen Nadeln, die aber am Ende einen Maschenstopper haben sollten. So weit, so klar. Aaaber, nun versuche man mal, so etwas aufzutreiben. Von „hamma nich!“, „jibbet nich!“ bis ungläubig über solch ein Ansinnen zu gucken, reicht die Palette, aber das bringt mir ja nicht die gwünschten Nadeln. Fazit – olle Frau Wollfrosch immer mit diesen empörenden Sonderwünschen. Ja, ich hab mir das doch aber nicht ausgedacht, diese Idee kam ja aus der Strickerwelt zu mir geflattert, also sollte es doch möglich sein usw…..
Also lautet die Alternative der Wahl wohl, 35cm-Jackennadeln anschaffen sie auf 15 cm kürzen und hinten einen Korken drauf???? Und dann der Schock, was so Jackennadeln kosten – die kann man dann doch nicht auch noch verstümmeln?
Und wieder kam der Kamerad Zufall zur Hilfe. Ich war auf Amazon unterwegs nach Büchern. Und Amazon ist ja schlau und weiß, dass ich immer noch nicht so recht realisiert habe, dass es dort längst nicht mehr nur Bücher gibt. Amazon weiß natürlich auch, dass ich oft nach Strickbüchern schaue und so bietet man mir doch glatt das Zubehör an – Stricknadeln. Irre, oder?
So stieß ich wurde ich dann auf ein Angebot gestoßen, das mich eigentlich nur ungläubig den Kopf schütteln ließ – 36 Bambus-Stricknadeln in 18 Paaren bis 8 mm und in den kleinen Größen in 0,25-mm-Abstufungen. 

Aus Hongkong. Für insgesamt (heißt, inkl. Porto) für 6,39 €. Echt, kein Tippfehler. Ich habe die natürlich bestellt, diese Summe schien mir das Risiko wert, dass es eventuell Murks sein könnte. Und nach erstem Begutachten steht fest, es ist kein Murks, die sind ihr Geld allemal wert. Aber sie sind 25 cm lang und nun auch wieder zu schade zum Verstümmeln, watt denn nu????

Liebe Grüße in die Runde
Froggie mit dem Nadelberg 😉