Landung im Nest

Die tönernen Urlaubs-Mitbringsel – Tribut an mein manchmal immer noch kindliches Gemüt – sind nun endlich in ihrem Nest gelandet. VoegelWenn sie dann etwas eingewöhnt sind, zeig ich, dass sie auch noch einen Papa haben und auf eigenen Beinen stehen können 😉

Und jaaaaa, es hat endlich auch hier mal geregnet; ca. 27 Liter, aber immerhin.

Gegensätzliches

Auch Brandenburg ächzt unter der Dürre, Noternten werden eingefahren und wo selbst die sich nicht mehr lohnen, wird das Getreide untergepflügt, um dem Boden ein wenig Dünger zu verschaffen. Man ergeht sich in Extrem- und „Rekord“rechnungen, was aber auch alles kein Wasser bringt. Mitte der kommenden Woche soll etwas Regen kommen, solche Ankündigungen gab es aber schon öfter, sie waren allesamt Enten. Den letzten Regen gab es hier am 11. Mai. Danach ab und an vereinzelte Tröpfchen, die in der Hitze verdampft waren, bevor sie den Boden erreichten.

So ist es jetzt kaum vorstellbar, dass vor ganz genau 21 Jahren die „Jahrhundertflut“ das Oderbruch beinahe überrollte und nur durch den beispiellosen Einsatz unzähliger Menschen konnte die ganz große Katastrophe, die möglicherweise das Ende dieser einzigartigen Kulturlandschaft bedeutet hätte, verhindert werden. Hier gibt es eine ganz gute Zusammenfassung der Ereignisse, deren Dramatik jedoch unvorstellbar war. Schlimmer nur war das Winter-Hochwasser 1947, als die Russen, angeblich im Bemühen, die Katastrophe zu verhindern, diese voll in Gang setzten, indem sie beim Bombenabwurf auf das Eis auch den Deich trafen. Das wird bis heute gern verschwiegen, Zeitzeugen gibt es aber noch und Spiegel online hat das mal aufgegriffen.

Auf unserem kleinen Ausflug heute haben wir das Flutzeichen – die Erinnerung an das 1997er Hochwasser – besucht. Es liegt abgelegen und recht schwer zu finden mitten in den Feldern, beeindruckt aber mit Größe und Gestalt.

Es ist ein Koloss aus vier Tonnen Bronze, der im August 1998 bei Neuranft enthüllt wurde. Die leider sehr spärlichen Informationen, die man in seiner Nähe findet, geben doch wenigstens einen guten Eindruck der gigantischen „Materialschlacht“. Schild-01 Ich habe es jedenfalls nicht geschafft, mir fast neun Millionen Sandsäcke ebenso wie 177.000 Tonnen Kies vorzustellen… Und trotzdem wünsche ich mir endlich Regen!

 

Urlaubs-Nachlese

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Wie jeder Urlaub war auch dieser wieder so schnell zuende… Die Zeit am Balaton haben wir genutzt, so gut es ging, denn das Wetter war sehr durchwachsen, recht wenig Sonne, dafür aber schwül-warm, was nicht so ganz begeisternd ist. Egal, wir waren viel unterwegs. Einen Tag lang haben wir Gesundheit getankt im Thermalbad Heviz und ein Abstecher nach Budapest war natürlich auch dabei. Dort waren wir das letzte Mal vor neun Jahren und waren entsetzt, wie heruntergekommen diese herrliche Stadt wirkte. Ganze Straßenzüge schockierten mit geschlossenen Geschäften, wirkten schmutzig und verkommen. Nach zwei Runden kreuz und quer durch die Stadt hatten wir damals ohne Stopp gleich wieder die Flucht ergriffen.

Ganz anders jetzt. Es herrscht wieder das quirlige Leben, das wir von früher kannten. Parkplätze gibt es nach wie vor nicht, also war viel Fußarbeit vom abgelegenen Parkhaus angesagt. Zuerst in die historische Budapester Markthalle. Ein Bauwerk, das auch von Außen begeistert und nicht erkennen lässt, was drinnen steckt.

Die Halle ist ein absoluter Touri-Treffpunkt mit dem entsprechenden Angebot. Landestypische Produkte kauft man besser und preiswerter auf den vielen kleinen Märkten auf dem Lande.

Dann wollten wir uns einen guten Kaffee in dem vielgepriesenen Café New York gönnen, das war uns leider versagt, denn hätten wir uns dort angestellt, wären wir wohl noch nicht wieder zuhause. Nuja, einen Blick rein konnten wir mal wagen – irrer Prunk zum Staunen mit Live-Kaffeehausmusik. Dann noch ein bisschen Schlendern und schon wieder waren die Stunden vergangen und es ging zurück.

Unser Quartier in Balatonalmadi war gemütlich und ruhig, die Wirtsleute nett und fast komplett sprachunkundig – trotzdem hat alles bestens geklappt. Auch dieses Gewitter haben wir lebend überstanden: 0000 Tihany-01Mehrere Male waren wir aus alter Verbundenheit auf der malerischen Halbinsel Tihany, 0000Tihany-Dorf-01wo ich einen der örtlichen Töpferläden ziemlich leergekauft habe – am Ende hat die Verkäuferin uns mit Handschlag begrüßt und satte Rabatte eingeräumt. Dafür haben wir unter anderem auch dieses Nest und sein „Drumherum“ fast komplett leergekauft – bis auf dieses spitzohrige Geschöpf, das ja nicht fliegen kann. 0000 Tihany-001Dort (auf Tihany, nicht in dem Nest) haben wir dann auch unser Abschiedsessen in der verrücktesten Kneipe überhaupt zelebriert – in jeder Hinsicht ein Erlebnis. 0000-Tihany-Skanzen-020000-Tihany-Skanzen-01

Und schon war die Zeit wieder vorbei – wir haben sie genossen, auch mit viel Bewegung, denn jeden Abend ging es bergab ins Zentrum auf ein Eis, zurück bergauf hatten wir die Kalorien dann wieder abgearbeitet.

Die Rückfahrt dann war leider ein absoluter Höllentrip, denn die Autobahn durch Tschechien ist eigentlich nur eine riesige Baustelle. Die Stadt“autobahn“ durch Prag hat uns über anderthalb nervenzerfetzende Stunden gekostet, danach ging es einigermaßen voran, bis hinter Dresden dann gar nix mehr ging. Dort hatte man aus zwei Spuren ohne jeden ersichtlichen Grund eine gemacht und „Reißverschluss“ klappt halt nicht, leider. Aber nach gut 12 Stunden (Hin: knapp 10 Stunden) flogen wir ins heimische Reich ein, erschöpft, aber froh wieder da zu sein.

Und was hier jetzt an der Obstfront abgeht, das erzähle ich demnächst, denn an dieselbe muss ich jetzt, den zweiten Eimer Sauerkirschen entkernen, zwei weitere werden sicher noch folgen….

Prerow und „De lütt Wollstuw“

Der 1. Juni ist für die Fadenkrams ein magisches Datum, nämlich der Jahrestag unserer Gemeinsamkeit. In diesem Jahr war es der 30. und man steht staunend und fragt sich, wo all die lange Zeit geblieben ist. So viele Erinnerungen bringt ein solcher Tag und alle scheinen noch so nah – dabei liegen Jahrzehnte dazwischen. Traditionell machen wir an diesem Tag einen schönen Ausflug an die Ostsee. Prerow-01In diesem Jahr musste dieser verschoben werden, da uns 30° an der See mehr als suspekt waren – zumal immer eine ausgiebige Strandwanderung das schönste ist. Dabei möchte man wirklich nicht zu Kohle gegrillt werden.

Heute hatten wir den absolut perfekten Tag erwischt – entspannte Fahrt, strahlend blauer Himmel, ein kühlendes Lüftchen und der Strand fast menschenleer. Herrlich, leider verging die Zeit wie im Fluge; man kennt das ja – immer wenn es so richtig schön ist….Prerow-03Auf meinem Plan stand dann auch noch der Besuch in „De lütt Wollstuw“ in Prerow. Jaha, die Ortswahl muss schließlich auch einen praktischen Hintergrund haben, sonst könnte man ja überall hin fahren, nach Usedom oder Rügen zum Beispiel, wo es auch sehr schön ist, aber ich wollte mal so richtig in Farben und Weichheit schwelgen. Und das ist gelungen, denn dort ist ein für den kleinen Laden vergleichbar großes Angebot an Malabrigo und Madeline Tosh-Garnen, dass einem die Augen übergehen. Auch hatte ich Gelegenheit, das ganz neu ins Lanade-Angebot aufgenommene Shetland-Garn von Jamieson & Smith in Augenschein und in die Hand zu nehmen. Die Farbvielfalt ist überwältigend. Und ich will auch nicht meckern, ich weiß, was „Shetland“ in Bezug auf Wolle heißt, aber dieses Garn machte mir dann doch den Eindruck, dass man eine Bommel daraus als Scheuerschwamm einsetzen könnte. Also nur was für hartgesottene Häute 😉

Und wie das immer so ist, eigentlich wollte ich ja nur mal grabbeln, aber da Carolin mir nun alles so nett und ausführlich gezeigt und erklärt hatte, musste wenigstens ein kleiner Strang Malabrigo Mechita namens „Marte“die Heimat wechseln.  Und wirklich, das ist Rot („in echt“ viel schöner, aber mehr gibt das schwindende Licht jetzt nicht mehr her…)! Marte-02Der kleine Laden ist ein echter Geheimtipp aber auch ein schwerer Angriff auf den Geldbeutel. Ach ja, ein kleiner Männerparkplatz mit Zeitungen und Magazinen ist auch da, was ja nicht zu unterschätzen ist 😉 Und in all der aufgeregten Süchtelei habe ich es nicht mal geschafft, ein Foto von dem Laden zu schießen…

Mein kleiner grüner Kaktus…

…gehört zwar dem Herrn Fadenkram, aber ich war maßgeblich an seiner Vertreibung (des Kaktus, nicht des Gatten) in den Wintergarten als letzte Station seines erbärmlichen Daseins mit nix als ein paar hässlichen Blättern beteiligt. Dazu dann die Drohung, er möge nun endlich mal zeigen, was er so drauf hat, ansonsten wartet der Komposthaufen schon ganz gierig auf ihn.

Hat Wunder gewirkt – denn was macht diese Pflanzen-Unmöglichkeit dort? Ja richtig, sie fängt munter an zu blühen und das so überwältigend schön, dass ich es einfach zeigen muss.00Kaktus-01

Habt einen gemütlichen Restsonntag in einer hoffentlich angenehm kühlen Umgebung! Hier höre ich gerade ein noch weit entferntes Donnergrollen – und überlege, ob ich rausmarschieren und einen Regentanz auf das Parkett den Rasen legen sollte….

Aufatmen

Gestern hat es endlich geregnet, den ganzen klebrigen (Raps)-Pollendreck aus der Luft gewaschen und dem von Wind und Sonne ausgedörrten Garten neues Leben geschenkt. Das sieht man heute schon überall und so habe ich bei angenehmen Temperaturen und immer noch dichter Wolkendecke eine Runde mit der Knipse gedreht.

Fangen wir also mal bei „A“ wie Akelei an. Während ich im alten Garten die zarten Gewächse eher erfolglos gehätschelt hatte, haben sie hier nun fast den Status von Unkraut, die wachsen überall und samen sich ohne unser Zutun heftig und kräftig aus, um im nächsten Frühjahr dann wieder an neuen unerwarteten Stellen aufzutauchen – wir finden sie so schön, daher dürfen sie fast überall bleiben. Zum Zaun der Nachbarn hin bilden sie jetzt fast eine kleine bunte Hecke: Akelei-09

Am beeindruckendsten finde ich die vielen Farben (raufhauen macht die Bilder groß):

Weiter im Alphabet geht es dann mit „C“ wie Clematis. Hier haben wir das gleiche Phänomen, sie wachsen und blühen ohne jedes Zutun – außer mal einer Kanne Wasser – wie verrückt. Clematis-03-1

Vorfreude auf gute Ernte gibt es auch reichlich. All die neuen Obstbäumchen haben einige Früchte angesetzt. Die ersten Erdbeeren konnten wir schon ernten und die Aussicht auf die Himbeeernte lässt uns über Konservierungsmöglichkeiten sinnieren. Nie hätte ich gedacht, mal mit der Leiter Himbeeren ernten zu müssen! Himbeeren-01 Dazu gibt es dann noch etliche „normalwüchsige“ Büsche…  Auf dem Bild sieht man auch unsere kreative Steinverwertung. Nachdem wir es aufgegeben hatten, die Steine hier irgendwie verbannt zu kriegen, sind wir mit Gabionen in die Offensive gegangen. Für einige weitere reicht das Material noch locker….

Ja und das von Herrn Fadenkram ungläubig und milde belächelte Projekt Pavillonbegrünung kann nun als gelungen bezeichnet werden. Die Idee dazu kam mir, nachdem wir die fadenscheinigen und von der Sonne ausgebleichten Seitenwände des noch sehr stabilen Pavillons entfernt hatten und diesen aber nicht abreißen wollten. Sie lag auch nahe, da im ersten Frühjahr hier überall, aber wirklich überall im Garten, Sämlinge des Wilden Weins aufgetaucht waren. Letztes Jahr war das dann schon ein recht hoffnungsvoller Anfang und ist jetzt eine grüne Wand, die ja gerade erst in die neue Saison startet und noch sehr viel dichter werden wird. Demnächst bekommt der Thuja-Stubben noch seine bunte Blumendeko und dann ist wieder eine schöne Ecke für den Sommer bereit.Pavillon-01Auch der Vorgarten hat sich gemausert. Gerade sind die Azaleen in voller Blüte (deswegen hat es ja gestern auch geregnet!) und der Flieder ebenso. Vorgarten-01Aber auch die erste große Ernteschlacht für das Silofutter haben wir hinter uns sowie eine zweitägige Abfuhr dampfender stinkender Rinderscheißedungladungen. Und das ist alles nicht lustig, denn abgesehen von Gestank und Lärm geht das Ganze knapp fünf Meter am Hausgiebel durch ein riesiges Schlagloch und grundsätzlich mit Vollgas vorbei. Dazwischen, unmittelbar neben dem Schlagloch, steckt die Abwasserzisterne in der Erde… Die Risse im Giebel sprechen eine eindeutige Sprache, die Sanierung demnächst wird weit über 6.000 Euronen verschlingen, aber das Problem als solches ist damit nicht gelöst, denn die Landwirtschaft hat hier leider absolute Narrenfreiheit. Haus-Traktor-02 Alles Gute ist halt nie beisammen. Aber anders als im ersten Frühjahr hier, als mich das fast in den Wahnsinn getrieben hatte, kann ich jetzt wesentlich besser damit umgehen und Fakt ist, hier ist und bleibt unser Zuhause, denn die Freude daran und die Vorteile wiegen den Ärger allemal auf.

April, April…

Das, was der Petrus uns da so an Osterwetter zusammengepanscht hat, kann man eigentlich nur als Aprilscherz ertragen. Freitag konnten wir bei strahlendem Sonnenschein den Frühling begrüßen, gestern hat es dafür den ganzen Tag geregnet und heute ist alles weiß. Ostern-01Das gab es hier den ganzen Winter über nicht, also brauchen wir das jetzt auch nicht mehr!

All das Federgetier ist auch ziemlich verwirrt, die Stare sind längst da, die ersten Störche konnten wir in ihren hohen Nestern bewundern, Stieglitze, Grasmücken und Zaunkönige sind ebenfalls angekommen. Und nun sowas; man sieht ihnen an, dass sie es nicht lieben… Ostern-03Allerdings verbinde ich seit jeher Ostern mit Mistwetter, das war so, als ich Kind war, das war so, als meine Kinder Eiersucher waren und das bleibt wohl für alle Zeiten so.

Egal, was Ihr heute so für Wetter habt – macht das beste daraus! Frohe Ostern wünsche ich Euch; ein paar erholsame Tage werden es ja allemal, die man mit einem schönen Strickzeug auch locker ertragen kann 😉

Ostern-04
Irgendwo muss er doch stecken – der Frühling…

 

Erwischt

Vormittags ist bei mir immer eine Runde „was gibt es Neues im Netz“ angesagt, die mich heute auch (logisch!) zu Ravelry führte. Und da wurde ich eben Zeuge einer überaus beeindruckenden Schnapszahl (mit der Sieben habe ich es ja sowieso, selbst geheiratet haben wir am 7.7.):Rav-01-01

Siebenmillionensiebenhundertsiebenundsiebzigtausendsiebenhundertsiebenundsiebzig Mitglieder – das muss erstmal geschafft werden, Glückwunsch Ravelry!