An- und Abgebibertes

Die Besiedlung des heimischen Oderbruchs mit Bibern geht in Windeseile voran, dabei haben diese Zahnkünstler hier wahrlich nicht nur Freunde. Sie scheinen aber zu wissen, dass man ihnen (noch) nichts tun darf , harren daher tapfer aus und geben überall Kunde von ihren wohl unverwüstlichen Gebissen. Da kann man als in die Jahre gekommener zahntechnisch einigermaßen gequälter Nicht-Biber schon mal ein wenig neidisch werden…

Gerade haben sie einen der unzähligen Gräben für sich entdeckt und allen Gerüchten zum Trotz, sie mögen keine Erlen, mögen sie diese hier wohl sehr. Und so sind sie fleißig am Bibern:

Auf ca. zwei Kilometern gibt es keinen nicht bereits verkosteten Baum, aber tröstlich ist, dass da weit und breit kein Deich ist, in dem sie ihre Wohnung bauen könnten.

 

Dies und das und auch noch 2019

Euch allen – wenn auch verspätet – ein gutes, gesundes, entspanntes und wolliges 2019!

Wie auch immer Ihr hinein gerutscht seid, Ihr seid drin, genau wie wir, und müsst nun durch, alles Gute dafür!

Bei uns war alles genau wie Weihnachten – still, friedlich und gemütlich, an Silvester waren wir für 2918 definitiv zum letzten Mal in der Spreewaldtherme in Burg, abends dann hieß es mit Beerenbowle (großes Zugeständnis an den bösen Alloholl!!), Raclette und Fernsehen auf das neue Jahr warten, das dann ja auch pümktlich kam. Auch an diesem Silvester war es hier sehr ruhig, was wir sehr genossen haben, nach Mitternacht war eine knappe Stunde leichtes Geböller, das war’s bis zum nächsten Mal – herrlich!

Der Gatte hat mir einen großen Wunsch erfüllt (er wurstelt noch mit den Nachwirkungen herum, aber es geht super voran!). Da ich mal wieder große Pläne hatte, meine Strickbutze umzuräumen hin zu viel mehr Gemütlichkeit, war nun der große Schrank darin ein großer Störfaktor. Er sollte daher mit einem Highboard im Nebenzimmer den Platz tauschen. Eingerichtet auf eine längere Debatte tat ich schließlich mutig diesen Wunsch kund und war wirklich überrascht, dass der Gatte sofort zustimmte. Und schon ging das los und zwar besser als erwartet befürchtet, denn der Schrank musste nicht demontiert werden und passte wirklich auf den Millimeter haarscharf im Ganzen durch die Tür. Der einzige Kollateralschaden war meine riesige Monstera, die hab ich platt gemacht. Das wäre ihr eh nicht erspart geblieben, da sie dringend umgetopft werden muss. Das geht nun als Stummelfragment richtig gut, in voller Pracht und Herrlichkeit wäre es unmöglich gewesen. Ich bin ganz sicher, sie wird sich erholen und zu neuer Pracht auflaufen.

Ein Blick ins Chaos am Neujahrstag:

Ja, und was wurde als erstes eingeräumt? Richtig, Wolle! Mein Bett ist wieder benutzbar, alles ist verstaut, ein neuer Teppich ist eingezogen, am Fenster steht eine „Hilfsmonstera“ und nun fehlt noch ein passendes Regal über dem Highboard, und da liegt erstmal wieder der Hase im Pfeffer. Aber auch das wird. Und ich bin schon jetzt  hochzufrieden!

Viel gestrickt habe ich die Tage nicht, aber dafür mal etwas für mich ganz neues gestartet: „William“ von Ann Kingstone in Colorwork. Bin ja so gespannt, bisher bin ich daran immer gescheitert, aber nach den ersten Runden sieht das noch ganz gut aus…

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Für mich gibt es dann die Variante mit dem dezenteren Ausschnitt und auf den Nadeln habe ich gleich die frisch geschossene Pingouin-Wolle zusammen mit Drops Baby-Merino und einem dünnen Fädchen ich-weiß-nicht-was.

Weihnachten ganz unspektakulär

Das wollten wir schon immer mal: Weihnachten ohne allen Stress, total entspannt, nur nach den eigenen Vorstellungen. Und so wird es dieses Mal für uns auch sein! Der Sohn hat Probleme mit Dienstplan und Schichtdienst, den Rest der Zeit möchte er – frisch verheiratet – ganz sicher zu zweit mit seiner Angetrauten verbringen. Wer wenn nicht wir hätte da nicht vollstes Verständnis!

Und so war der Auftakt zum Fest heute ein spontaner Ausflug an die Ostsee, nach Zinnowitz auf der schönen Insel Usedom. Vorab mal kurz nach Greifswald, das zur genau passenden Zeit aus seiner Fassung gepurzelte Brillenglas (Strickbrille – geht ja gar nicht!) wieder einmontieren lassen. Hat perfekt und ohne jede Warterei geklappt samt Schraubenkleber. Dann fix auf die Insel. Es wehte ein steifer Wind, aber dafür konnten wir sogar ein paar Sonnenstrahlen erhaschen, was uns hier schon sehr lange nicht mehr vergönnt war.  00-Zinnowitz-01

Am Strand waren kaum Menschen unterwegs, ebenso auf der Autobahn, wo wir oftmals kilometerweit alleine unterwegs waren. Hinzu und auf dem Rückweg erst recht – das  hatten wir noch nie – in beiden Richtungen nach Auffahrt auf die Autobahn für entspanntes dahingurken Tempomat einschalten und erst bei Abfahrt nach ca. 120 Kilometern wieder ausschalten. 00-Zinnowitz-02

Auf der Rückfahrt irgendwo nett zu essen hat natürlich nicht geklappt, das haben wir dann zuhause nachgeholt – traditionell mit Bratwurst und Sauerkraut.  Dann gemütlich unter’m Weihnachtsbäumchen Bescherung und Tagesausklang – so könnte von mir aus jeder Heilige Abend ablaufen!

Euch allen wünsche ich ein ebenfalls entspanntes, gesundes und harmonisches Weihnachtsfest – genießt es!

Eigentlich…

…wollte ich heute endlich den neuen Superschal spannen. Uneigentlich hatte ich unerwarteterweise den Gatten mit einer gestern gaaanz leise angedachten radikalen dezenten Veränderung unseres Wohnzimmers hin zu etwas mehr Gemütlichkeit dermaßen angefixt, dass er heute nach dem Frühstück sofort anfing die Möbel zu rücken. Natürlich gehörte dazu, sie vorher auszuräumen, dazwischen, darin und dahinter tüchtig zu reinigen, minimalen Neuanschaffungsbedarf zu diskutieren, sich ständig den Schädel an der nun erstmal einsam herumbaumelnden Lampe einzurennen, die verrücktenschobenen Highboards wieder einzuräumen, vorher den Inhalt ebenfalls zu reinigen usw…. Das Gute an solchen Aktionen, die ich ja eher spontan mag, ist, dass man es dem Gatten erstmal ganz genau erklären muss, weil es ja nicht seinem Gehirn entsprungen und daher schwerer vorstellbar ist. Das gibt dann so eine Meinungsaustauschs-Geschichte, von der er immer behauptet, er käme mit seiner Meinung und ginge dann mit meiner. Egal. Jedenfalls haben wir im aktuellen Fall wirklich beide konstruktiv den Fall diskutiert, mit dem Ergebnis, dass unter anderem mindestens 2.000 Glocken gespart werden können, denn wir brauchen gar keine neuen Sitzmöbel, da man die vorhandenen, die ja auch noch recht neu sind, tatsächlich sehr gut passend umgestalten kann. Auch der Fernseher kann bleiben, denn er wird bis auf zwei bis drei Millimeterchen Luft in seine ihm zugedachte neue Position passen. Für den bisher viel zu großen Tisch zu dem Ensemble haben wir tatsächlich im erreichbaren Umkreis einen Glaser gefunden, der die Platte auf ein angenehmes Maß verändern kann und wird. Haaach, ich freu mich, denn schon jetzt in der Versuchsanordnung sieht das richtig gut aus! Leider bleibt allerhand Sofa von der riesigen bisher alles erdrückenden „Wohnlandschaft“ übrig, was schade ist und nach einigem schweren Nachdenken eventuell wenigstens teilweise doch noch irgendwo unterzubringen ist. Aber es ist keine Neuanschaffung angesagt, also hält sich der „Verlust“ dann doch in Grenzen. Nur – und nun kommen wir auf den Anfang der Geschichte zurück – fehlt mir jetzt der immer reichliche Platz zum Spannen großer und/oder langer Strickwerke. Aber das findet sich auch, darüber werde ich jetzt bei ein paar Runden Gestricke sinnieren, während der erschöpfte Gatte sein wohlverdientes Mittagsschläfchen hält….

Nix los hier

Außer den üblichen Hüftverbreiterern hat der liebe Nikolaus uns auch den Entschluss beschert (nein, nicht den, keine Süßigkeiten mehr zu essen, klappt ja eh nicht), in das nördlich gelegene Kleinstädtchen Angermünde zum traditionellen Gänse- und Weihnachtsmarkt zu gurken. Der Himmel war grau und feucht, aber wenigstens fiel nicht direkt so viel raus wie befürchtet. Da wir Pünktlichkeitsfanatiker sind, waren wir natürlich schon vor Eröffnung dort und waren schon da einigermaßen enttäuscht. Zwei Gänse- und diverse Fress- und Glühweinbuden, ein Kleinkinder-Karussell, das war’s.

Gaensemarkt

Selbst der Weihnachtsmann latschte überaus gelangweilt herum. Wenigstens wollten wir einen Happen essen und landeten bei der üblichen Bratwurst. Meine war nur alt, die vom Gatten war wohl noch älter, sodass ihm richtig fein übel wurde, was uns dann auf der Rückfahrt den Besuch im Lieblings-Café ersparte. Eine Gans haben wir auch nicht gekauft, die kriegen wir hier im Dorf für fünf Euro weniger das Kilo direkt von der Wiese und wissen, sie hatte dort ein feines Leben.

Hier an den Nadeln passiert auch nicht allzu viel, ich stricke tapfer an dem letzt gezeigten Schal von Svetlana Gordon und hätte ich nicht einmal unbemerkt die falsche Richtung bei einem neuen Segment (und damit auch bei den drei folgenden) gewählt, wäre die zweite Reihe fertig, so hab ich da noch drei Segmente und nur noch wenig Lust dazu. Der Hammer kommt aber erst, es werden dann 606 (ja, sechshundertundsechs) Maschen aus dem Rand aufgenommen, die dann hin und her gestrickt, dann kommt ein I-Cord drüber. Das Ganze dreimal, bis der Zusammenstrick-I-Cord das Ganze hoffentlich glücklich beendet. Ich hoffe, dass ich bis Weihnachten fertig bin 😉 jaja, ich weiß, die Endrunden vom Nuvem sind viel schlimmer, aber der war längst nicht so dermaßen frickelig ;-))

Zur meditativen Erholung zwischendurch habe ich dann ein bissel geribbelt. Mein Landlust-Tuch, das total die Form verloren hatte und den „Crazy-Stripes“, der schon ewig hier herumdümpelte, weil sich herausgestellt hatte, dass ich mir inzwischen zuviel Hüftgold einverleibt hatte und er einfach zu eng war. Und so leberwurstpellenmäßig mag ich das ja gar nicht. Also verwandelte ich das gute Stück auch größtenteils in ein lustiges Geribbel. In der Reihenfolge des Entstehens:

An das Pulloverfragment mit einem Ärmel (!) werde ich nun munter geringelt in leichter A-Form den Body anstricken und dabei versuchen, mittels trickreicher Knäule-Wechselei etwas breitere Streifen hinzubekommen. Aus dem Tuch werden wohl Socken, da ich diese Färbung aus den Anfangszeiten meiner Färbe-Karriere sehr schön finde.

Ja, das ist der Stand der Dinge. Strickzeit hab ich aus wettergründen (ja, es regnet tatsächlich auch hier mal!) reichlich. Und das Ziel heißt, diesen tollen Schal bis Weihnachten fertig zu haben.

Stand der Dinge (enthält Werbung)

Mit der letzt so überzeugt angekündigten UfO-Aufarbeitung bin ich noch nicht sehr weit gekommen – gerade mal drei Mustersätze am ersten Ärmel des Mosaik-Pullovers – aber immerhin, besser als nix. So vieles zieht mir gerade durch’s Hirn und tötet Ausdauer und Konzentration, nur die Lust auf Neues und Versuchsreihen ist ungebrochen. So weiß ich jetzt, dass mir dieses Tuch nicht auf die Nadeln kommen wird, denn zwei Versuche mit unterschiedlich starken Garnen haben mich nicht überzeugen können. Ich finde das einfach nur chaotisch. Läuft übrigens auch unter der Marke „Mosaikmuster“.

Freeze-01

Und immer, wenn der Begriff „Mosaik“ meinem Hirn gefährlich nahe kommt, muss ich was damit anfangen. Trotz aller gegenteiligen Absichtserklärungen sind das nun mal wieder ein Paar Socken. Diese hier. Eigentlich völlig blöd, da Anleitungen zu kaufen (die gibt es gerade auf der Website unter „woanders kaufen“ für einen Euro!), aber ich bin nun mal faul, denkfaul.

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Aus einem Crazy-Zauberball und naturfarbener Flora strickt sich das munter weg, das Muster gefällt mir, alles ist gut. Allerdings bestätigt sich auch hier, das dünne Garn ist nicht die optimale Mosaik-Variante.

Ansonsten „arbeite“ ich gerade an der Passformoptimierung meiner Pullis, man weiß ja, dass es „früher“ nicht nur bei etwas fülligerer Oberweite, da aber immer, Brustabnäher gab; solche von der Seite und solche von unten. Seit der T- und Sweatshirt-Mode gibt es sowas schon lange nicht mehr, was die Passform aber nicht gerade verbessert. Für mich heißt das, ständiges Gezupfe, da das Vorderteil die Tendenz vom Körper weg nach oben zeigt und dafür dann nach hinten runter zieht. Sieht am Ende aus wie verunglückte Umstandsdingsis. Nicht gerade kleidsam. Also hab ich mich auf die Suche gemacht, die maschentechnische Problemlösung zu finden und habe sie wahrscheinlich hier gefunden. Der Praxistest steht noch aus, das vorgesehene Testobjekt ist aber – wen wundert’s – längst vorhanden.

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Der Gatte ist über’s Wochenende zum Hochseeangeln auf der Ostsee bei Fehmarn. Nach einer total vergeigten OP Anfang August kommt er einfach nicht zur Ruhe, die anhaltenden Nachwirkungen rauben Kraft und Nerven, womöglich steht ein „zweiter Versuch“ an, so dass er ein wenig positive Ablenkung gut gebrauchen kann. Und ein paar Fische in der Gefriere sind ja auch nicht zu verachten. Für mich heißt das jetzt drei Tage hemmungsloses Stricken 😉

Habt ein gemütliches Wochenende!

Das Ding mit dem Dreier-Tick

Dass ich derzeit von einem solchen beherrscht sein könnte, ist mir aufgegangen, als ich das Garn für das Mosaik-Tuch zusammengesucht hatte. Dreier-Kombis ohne Ende! Angefangen hatte das mit dem Pimentón, der war aber aus Lagergarn. Offenbar muss diese Dreifaltigkeit dann etwas ausgelöst haben. Ich zeig mal, wie ich darauf komme…

Cotton-Merino aus dem derzeitigen Drops-Merino-Sale:

Cotton_Merino-02

BC Garn Silkbloom Fino – ein federleichter Traum mit Seide: Silkbloom Fino-01Ebenfalls von BC Garn: Allino, 50% Leinen, 50% Baumwolle Lino_allino-03BC Garn mit dezentem Drahtcharakter – Lino aus 100% Leinenlino-02.jpg

Leuchtend sommerbunt passt Selba mit 50% Wolle und 50% Baumwolle ins Programm, wobei hier sogar eine vierte Farbe mit an Bord ist: Selba-1Zum Schluss dann noch diese märchenhaften Exoten von der Grünen Insel: IFTY-01

…und es ist so rein gar nix dabei, was die rote Jacke ergänzen könnte.

Wintervorfreude in Rot

Da freut man sich über die etwas moderateren Temperaturen und kommt sofort auf die Idee, endlich für den Winter vorsorgen zu müssen. Irgendwelche Heinzelmännchen müssen mir genau in dem Moment völlig datenschutzmissachtend in’s Hirn geschaut haben, denn schon flatterte mir ein Katalog ins Haus, auf dessen Titelseite (die einzige Chance, vor der Papiertonne meine Aufmerksamkeit zu finden) mir ein Jacke ins Auge sprang. Volltreffer, DIE und keine andere musste ich haben! Der Herr Wollfrosch guckte etwas verwirrt und meinte nur zweifeld, „was denn, so viel rooooot ??????“ Ja, meinte ich keck, warum denn nicht auch mal rot, außerdem leuchtet die dermaßen, dass du mich damit in jedem Gewühle findest (eine seiner größten Sorgen, ich könnte mal unverhofft verloren gehen…). Das überzeugte und gestern kam die Jacke an.

Jacke

Es war Liebe auf den ersten Blick. Und sie hat nur Eigenschaften, die noch keine meiner Jacken zuvor hatte: Sie hat so viel rot! Sie hat Knöpfe, keinen Reißverschluss, sie ist aus einem herrlich leichten weichen warmen Wollstoff, nicht aus wattiertem Vollplastik, sie hat eine Kapuze, die man nicht abnehmen kann, und ja, sie ist überwiegend rot.  Damit fangen die Probleme nämlich an. Nicht dass sie mir nicht stehen würde, nö, ich finde mich super darin, aber ich habe NICHTS an Accessoires, die dazu passen könnten, außer zur Not einem Paar grauer Stulpen. Zwölfunddrölfzig Schals und Tücher – Schränke und Kisten füllend – in allen Formen und Farben, aber nix dabei ist rot, auch nix einfarbig zu rot-schwarz-bunt passend. Schwarz auch nicht, versteht sich von selbst, glatt schwarz stricke ich nicht, weil ich es sehtechnisch nicht aushalte.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich muss mich schleunigst nach roter Wolle umsehen; wer hätte das jemals gedacht…