Voll in die Hose

Sommer satt in Fernost – was liegt da näher als Sommerstrick? Also habe ich in den vorhandenen (!) Schätzen gewühlt und bin auch schnell fündig geworden: „Fred Linen“ von Ice Yarns, ein nettes dünnes Strickbändchen aus Leinen, Acryl und etwas PA dabei;

tegna-04 nie wäre ich darauf gekommen, dass da der Wurm drin sein könnte. War aber. Ich wusste es wie immer besser, denn der zeigte sich ja schon ansatzweise in der Maschenprobe, da dachte ich aber, bei Rundstrick wäre das kein Problem. War es leider doch – und was für eins: tegna-01Offenbar ist das Garn stark verdrallt, so dass ich fürchten musste, dass ich bei den Armlöchern eine volle Drehung erreicht haben könnte…  Schon jetzt sind es 12 Maschen in der Vertikalen (sieht man trotz verschwurbeltem Foto, hoffe ich). Dazu ist das Strickbild grausig und das Garn aus mikroskopisch dünnen Fädchen sehr empfindlich und schwer zu handeln.tegna-03Also gab es eine fadenkramsche Premiere: Das Ganze einschließlich Restgarn steckt schon in der schwarzen Tonne. Schade um die Arbeit, aber man muss wissen, wann es sinnlos ist.

Nun habe ich noch eine komplette Pullovermenge eines ähnlichen Garns aus Baumwolle tegna-05und Acryl – da werde ich wohl eine recht große MaPro machen und dann nicht das Prinzip Hoffnung fahren, sondern womöglich gleich die Reißleine ziehen. Schade drum…

Sprach- und ratlos

beides sind keine normalen Zustände für mich, aber manchmal passiert das einfach doch. Meist unter der Rubrik ‚kleine Ursache – große Wirkung‘. Und da ich ja gerne lamentiere und meckere, erzähle ich das mal.

Einer der unschätzbar großartigen Bestandteile dieser Immobilie ist der ehemalige Schweinestall, der jetzt aus drei Räumen – Gerümpelkammer, Werkstatt und dem Wintergärtchen besteht. Russ-01

Das Wintergärtchen nun wieder ist der I-Punkt, denn hier kann der Herrr Fadenkram seine empfindlichen grünen Schätzchen wohlbehalten über den Winter bringen. Im ersten Winter haben wir das Etablissement elektrisch beheizt, wofür wir eigentlich ein Dankschreiben vom Stromlieferanten erwartet hatten. Da dieses ausblieb, wurde für die laufende Saison eine Alternative gesucht und gefunden – in Form eines Paraffin-Öfchens, das mit Lampenöl betrieben wird. Ging hervorragend, der Raum wurde perfekt frostfrei gehalten. Dann waren die ersten 15 Liter Öl verbrannt und beim selben Lieferanten wurde selbes Öl zum selben Preis nachgeordert. Jetzt fragen wir uns allerdings wutschnaubend, was die in die Flaschen gefüllt hatten, gebrannt hat es wohl irgendwie, aber nach der ersten Nacht quollen dicke schwarze stinkende Schwaden aus der Tür und im Innern des ganzen Hauses hatte sich überall dicker fettiger schwarzer stinkender Ruß abgesetzt. Was eine gigantische Sauerei!

Wir hoffen, dass die Pflanzen das überleben werden, denn reinigen kann man sie nicht, das geht nur mit recht hochkonzentrierter Chemie und das würden sie ganz bestimmt nicht überleben. Sie stehen bei den recht milden Temperaturen jetzt draußen im Regen und der Herr Fadenkram ist auf längere Sicht gut ausgelastet mit den äußerst mühsamen Reinigungsarbeiten, denn auch in der Werkstatt sieht es ganz genauso aus. Derzeit ist die Decke im Wintergarten dran, jetzt den dritten Tag in Folge und ca. zwei Drittel sind geschafft, da keimt sogar in mir schon mal sowas wie Mitleid auf…

Geschichten vom Bau

heute also sollte es ja mit der Veranda-Sanierung losgehen. Wider besseren Wissens waren wir da bis gestern guter Dinge. Und dann kam das Unheil wieder mit geballter Gewalt über uns, bzw. erstmal über den Herrn Fadenkram. Ich saß in meinem Strickbüdchen und wurde immer kleiner im Sessel, während das Fluchen und Schimpfen vor der Tür immer lauter wurde.

Verständlich, oder? (raufhauen macht die Bilder und damit das Grauen richtig groß 😉)

Nach einer ziemlich schlaflosen bzw. alpgeträumten Nacht, nach der für mich feststand, die Jungs würden sich das kurz ansehen und sich sofort verabschieden, harrten wir also bebend der Dinge, die da kommen sollten. Wir konnten bis dahin durch einen wandhohen Riss an der Stirnseite sogar die Nachbarn beobachten – wer hat sowas schon?

Aber dann kam es wie meist alles ganz anders, sie nahmen es gelassen, denn sie kennen sowas, da das Oderbruch im Grunde komplett auf Modder schwimmt, um das mal salopp auszudrücken, und dadurch solche Geschichten häufig vorkommen. Und schon ging es flink ans Werk, erstmal mit sehr viel Staub und Gepolter, dann aber systematisch mit Mörtel und Kelle weiter. Am Nachmittag war alles geflickt, verschmiert und geglättet und wir staunten nur. Feierabend gestern und Feierabend heute in der Gegenüberstellung: gestern-heute1

Natürlich ist nun die eigentlich bevorzugte Variante – alles fein schön glatt putzen und nett anstreichen vom Tisch. Variante 2 muss es sein – Vorsatzschalung mit Gipskarton, was die Sache natürlich nicht gerade preiswerter und den Raum wieder kleiner macht.

Es gab dann auch noch eine weitere, noch bittere Pille – die Haustür ist nicht zu retten. Die wurde in die Wand gehämmert ohne Rücksicht auf Verluste, alles ist schief, verbogen und ausgerissen. Die fünf Zentimeter Höhenunterschied im Boden hatte man da mit aller Gewalt „ausgeglichen“, was dann so aussieht – gehalten wird sie nur vom Bauschaum und seit die seitlichen Verkleidungsbretter entfernt sind, lässt sie sich auch nicht mehr schließen (zum Glück aber wenigstens noch abschließen):

Veranda 02 Haustuer2

Nunja, dann also auch das noch – was bleibt uns weiter übrig.  Es gab aber auch einen lustigen Moment, als wir unter dem untersten der diversen Bodenbeläge (von oben nach unten: Rips-Teppich braun, Rips-Teppichfliesen bunt, Ripsteppich grün, Linoleum 1 (Farbe nicht benennbar), Linoleum 2 (irgendwann mal bräunlich) eine Ausgabe der örtlichen Parteipostille „Neuer Tag“ vom 5. März 1980 fanden.

Ja, das war Tag 1 der Veranda-Sanierung und im Gegensatz zu gestern sind wir einigermaßen guter Dinge, voraussichtlich aber auch wesentlich ärmer, als optimistisch angenommen. Auf die neue Tür werden wir auch ca. vier Wochen warten müssen, so lange kann dann auch die Eingangswand nicht fertig werden. Auch das überstehen wir.

In diesem Sinne liebe Grüße in die Runde

Froggie aus dem Staub

Voll sauer

irgendwie war die letzte Woche komisch – aber nicht im Sinne von lustig. Da wir keinen einzigen Sonnenstrahl abbekommen haben, war die Stimmung schon etwas eingetrübt – im Sinne des Wortes 😉 All meine Patent-Experimente schlugen fehl – aber das hier nur nebenbei, mehr später.

Am Freitag dann kam gerätetechnisch der Hammer, denn ich hatte in den (preislich) sauren Apfel gebissen und mir einen „Jumbo“-Wollwickler für stolze 60 + Euronen geleistet. ww-02

Was dann hier ankam, übertraf locker den schlimmsten Alptraum, den man von so einem Gerät träumen könnte und machte mich wütend und fassungslos.

Die „Aufbau-Anleitung“ kam viersprachig auf einer A4-Seite daher, sogar mit „Zeichnungen“ – naja… Hilfreich war dann einzig das Komplettfoto des Gerätes auf dem Karton, das sich unter dem Versandetikett versteckt hatte. Dieses konnte man aber abpiepeln und dann ging es los:

Konenhalter (1) in die Führung einrasten. Toll, hab ich verstanden, kein Problem. Denkste, ging nicht. Konnte nicht, wegen viel dickem scharfen Grat an den Einrastern. Mühsamst abgepiepelt, eingerastet. Geschafft und alle Finger noch dran und unversehrt – hätte aber auch anders kommen können.

Fadenführungshalter (2) in Gerät einschieben. Ging nicht, Schlitz zu klein. Schlitz aufgepiepelt, Schiene reingehämmert. Super. Schiene (3) ist so lang (muss sie sein, leuchtet mir ein), dass sie beim Wickeln mit lautem Geschepper wild herumschlägt. Auch prima. Man kann aber was drunter stecken (am besten anschrauben), dann geht es leiser. Die umlaufende Fadenführung ist jetzt noch anzuschrauben. Zum Glück geht dies nur in einer Richtung, man kann also nix falsch machen. Nur die Schrauben sind zu lang und schlagen bei jeder Umdrehung zweimal mit glockenhellem Ton am Gehäuse an. Da ich sehr geräuschempfindlich bin, gefällt mir diese Art Unterhaltung nicht, also kürzere Schräubchen suchen und dann geht’s auch leise.

Nun kommen wir zum eigentlichen Praxistest. Wolle einfädeln und ran an die Kurbel. Es quietscht prächtig im Gehäuse, aber ein Tropfen Öl aus der Schnabelkanne hilft. Die Tisch-Befestigung (4) ist ein Witz. Nach wenigen Drehungen fängt das Gerät an sich mitzudrehen, was ja nicht erwünscht aber mit dieser Befestigung nicht anders zu erwarten ist. Fest anknallen hilft auch nicht wirklich.

Jetzt war ich so genervt und frustriert, dass ich das Ding links liegen lassen und lieber ein paar Knoten knüpfen wollte. Ging aber nicht, dafür brauche ich klaren Kopf und ruhige Hände, beides war flöten. Also weiter. Das Gerät verspricht Riesenknäule von ca. 500 g, das war auszuprobieren. Vorneweg – es klappt, doch, am Ende doch. ww-01

Aaaaaber – ich hatte es mit Knäulen von Handgesponnenem versucht, davon hatte ich gerade solche Mengen rumliegen. Und das ist mehr als mühsam, denn man braucht drei Hände – eine für den Faden, eine für die Kurbel und eine, um das Gerät af dem Tisch festzuhalten.  Da die dritte Hand normalen Menschen leider nicht zur Verfügung steht, heißt es, immer das Teil wieder auf den Tisch zu schieben, umso mehr, als bei wachsendem Knäuel das Kurbeln immer mehr Kraft braucht, was auch noch dazu führt, dass das zu wickelnde Knäuel erstmal abgewickelt werden muss, um dann locker aufgenuddelt zu werden, sonst ist das eh nicht zu schaffen. Auch nicht sehr komfortabel (Liese liebt Wolle) und mit viel Verhedderungspotenzial.

Also werde ich dem weisen Rat von Frau Wockensolle folgen, die meinte, das Ganze starr auf einer entsprechend großen Platte zu montieren, könnte es doch noch zu einem nützlichen Helfer machen.

Und zum krönenden Abschluss noch die kurze Preisfrage, was meint Ihr, ob IIbääh inzwischen meine (durchaus sachliche) Rezension zu diesem Ding veröffentlich hat?

Auflösung: Richtig, natürlich nicht, bisher jedenfalls….

Liebe Grüße in die Runde, habt einen schönen Restsonntag

Regina aus dem Regen

Das M-Genörgele

des öfteren habe ich ja schon glückselig verkündet, wie innig ich den Fadenkram von Malabrigo liebe, weil das die erste Wolle ist, die ich meiner Haut zumuten kann, ohne dass diese zickt und/oder Blasen wirft. Die Erkenntnis, dass es also Schafhaare gibt, die mir nichts tun, hat mich in einen wolligen Glücksrausch versetzt; es liegt also nahe, einen kleinen Vorrat anzulegen. Das gelingt noch nicht wirklich, da ich die Neuankömmlinge meist sofort auf die Nadeln nehme – und da gehen die Beeinträchtigungen des reinen Glückes los. Denn Wolle – weiß man ja – ist ja nicht nur Schafshaar, das Erlebnis Wolle liegt ja auch zum wesentlichen Teil in den Farben derselben. Und hier grinst der Wurm aus dem Salat – sie können das einfach nicht! Jeder Strang für sich ist wunderschön, aber für Ein-Knäuel-Projekte ist mein Körper dann doch etwas ungeeignet. Und so sitze ich nun mit drei Knäulen Malabrigo Mechita in der Färbung „Arequita“ und könnte die unaufhörlich kuscheln. Wenn ich dann die Augen wieder aufmache, bin ich sauer. Gleiche Partienummer, klar doch, sieht dann auf drei Stränge verteilt so aus:

malabrigoFind ich wirklich doof und versuche mir gar nicht erst vorzustellen, was für ein buntes Gewurstel fünf oder mehr Stränge sein könnten…. Da ich selbst färbe, weiß ich natürlich, dass es identische Stränge niemals geben wird, logisch, aber solch krasse Unterschiede müssen nicht sein, oder? Hier hilft es auch nicht mehr, mit zwei Knäulen abwechselnd zu stricken. Da ich den Braten jedoch von vornherein gerochen hatte, mache ich es ganz anders, Problem für dieses Mal also gelöst, aber weg ist es damit längst nicht….

Liebe Grüße in die Runde

Regina