Mein kleiner grüner Kaktus…

…gehört zwar dem Herrn Fadenkram, aber ich war maßgeblich an seiner Vertreibung (des Kaktus, nicht des Gatten) in den Wintergarten als letzte Station seines erbärmlichen Daseins mit nix als ein paar hässlichen Blättern beteiligt. Dazu dann die Drohung, er möge nun endlich mal zeigen, was er so drauf hat, ansonsten wartet der Komposthaufen schon ganz gierig auf ihn.

Hat Wunder gewirkt – denn was macht diese Pflanzen-Unmöglichkeit dort? Ja richtig, sie fängt munter an zu blühen und das so überwältigend schön, dass ich es einfach zeigen muss.00Kaktus-01

Habt einen gemütlichen Restsonntag in einer hoffentlich angenehm kühlen Umgebung! Hier höre ich gerade ein noch weit entferntes Donnergrollen – und überlege, ob ich rausmarschieren und einen Regentanz auf das Parkett den Rasen legen sollte….

Aufatmen

Gestern hat es endlich geregnet, den ganzen klebrigen (Raps)-Pollendreck aus der Luft gewaschen und dem von Wind und Sonne ausgedörrten Garten neues Leben geschenkt. Das sieht man heute schon überall und so habe ich bei angenehmen Temperaturen und immer noch dichter Wolkendecke eine Runde mit der Knipse gedreht.

Fangen wir also mal bei „A“ wie Akelei an. Während ich im alten Garten die zarten Gewächse eher erfolglos gehätschelt hatte, haben sie hier nun fast den Status von Unkraut, die wachsen überall und samen sich ohne unser Zutun heftig und kräftig aus, um im nächsten Frühjahr dann wieder an neuen unerwarteten Stellen aufzutauchen – wir finden sie so schön, daher dürfen sie fast überall bleiben. Zum Zaun der Nachbarn hin bilden sie jetzt fast eine kleine bunte Hecke: Akelei-09

Am beeindruckendsten finde ich die vielen Farben (raufhauen macht die Bilder groß):

Weiter im Alphabet geht es dann mit „C“ wie Clematis. Hier haben wir das gleiche Phänomen, sie wachsen und blühen ohne jedes Zutun – außer mal einer Kanne Wasser – wie verrückt. Clematis-03-1

Vorfreude auf gute Ernte gibt es auch reichlich. All die neuen Obstbäumchen haben einige Früchte angesetzt. Die ersten Erdbeeren konnten wir schon ernten und die Aussicht auf die Himbeeernte lässt uns über Konservierungsmöglichkeiten sinnieren. Nie hätte ich gedacht, mal mit der Leiter Himbeeren ernten zu müssen! Himbeeren-01 Dazu gibt es dann noch etliche „normalwüchsige“ Büsche…  Auf dem Bild sieht man auch unsere kreative Steinverwertung. Nachdem wir es aufgegeben hatten, die Steine hier irgendwie verbannt zu kriegen, sind wir mit Gabionen in die Offensive gegangen. Für einige weitere reicht das Material noch locker….

Ja und das von Herrn Fadenkram ungläubig und milde belächelte Projekt Pavillonbegrünung kann nun als gelungen bezeichnet werden. Die Idee dazu kam mir, nachdem wir die fadenscheinigen und von der Sonne ausgebleichten Seitenwände des noch sehr stabilen Pavillons entfernt hatten und diesen aber nicht abreißen wollten. Sie lag auch nahe, da im ersten Frühjahr hier überall, aber wirklich überall im Garten, Sämlinge des Wilden Weins aufgetaucht waren. Letztes Jahr war das dann schon ein recht hoffnungsvoller Anfang und ist jetzt eine grüne Wand, die ja gerade erst in die neue Saison startet und noch sehr viel dichter werden wird. Demnächst bekommt der Thuja-Stubben noch seine bunte Blumendeko und dann ist wieder eine schöne Ecke für den Sommer bereit.Pavillon-01Auch der Vorgarten hat sich gemausert. Gerade sind die Azaleen in voller Blüte (deswegen hat es ja gestern auch geregnet!) und der Flieder ebenso. Vorgarten-01Aber auch die erste große Ernteschlacht für das Silofutter haben wir hinter uns sowie eine zweitägige Abfuhr dampfender stinkender Rinderscheißedungladungen. Und das ist alles nicht lustig, denn abgesehen von Gestank und Lärm geht das Ganze knapp fünf Meter am Hausgiebel durch ein riesiges Schlagloch und grundsätzlich mit Vollgas vorbei. Dazwischen, unmittelbar neben dem Schlagloch, steckt die Abwasserzisterne in der Erde… Die Risse im Giebel sprechen eine eindeutige Sprache, die Sanierung demnächst wird weit über 6.000 Euronen verschlingen, aber das Problem als solches ist damit nicht gelöst, denn die Landwirtschaft hat hier leider absolute Narrenfreiheit. Haus-Traktor-02 Alles Gute ist halt nie beisammen. Aber anders als im ersten Frühjahr hier, als mich das fast in den Wahnsinn getrieben hatte, kann ich jetzt wesentlich besser damit umgehen und Fakt ist, hier ist und bleibt unser Zuhause, denn die Freude daran und die Vorteile wiegen den Ärger allemal auf.

67 Stunden…

…saßen wir genau wie viele andere Dörfler hier in der Region nach „Xavier“ im Dunkeln und haben gefroren. Von Essen und Hygiene mal ganz zu schweigen. Und wir haben sehr viel gelernt.

Nämlich: Wir müssen vorsorgen, sowas kann immer wieder passieren, jetzt wohl mehr als je zuvor. Bisher sind wir immer von gewalttätigen Naturereignissen verschont geblieben. Ein Irrglaube zu meinen, das müsse immer so sein! Angesichts der immensen Zerstörungen auch hier in unserem kleinen Dorf sind wir mit einem zerknickten Rankbogen, einem auseinandergefallenen Gartenpavillon und einem angehobenen und ein paar Zentimeter weiter wieder runtergefallenen Dachgiebel am Stall ganz gut davon gekommen. Und ich sage nie, nie, nie wieder, dass die Linde, die da hinter dem „weißen Haus“ steht, dort ohne Sinn und Verstand steht. Ganz im Gegenteil, hätte sie nicht da gestanden, wäre jetzt nämlich das weiße Haus, der Stall und der Garten bis zur Mitte platt, vom Zaun dazwischen gar nicht zu reden, denn Nachbars monströsen 1000-Blüten-Baum hat es voll erwischt und diese liebe Linde hat ihn aufgefangen! Hinterher kann man wieder gut sagen, dass schließlich alles für irgendwas gut ist 😉

Weißes-Haus1
Ein altes Foto, jetzt waren ja beide noch in vollem Blattschmuck, was dem ganzen so richtig Wucht verliehen hat

Weiterhin haben wir gelernt, dass wir unbedingt einen Generator brauchen und damit nicht erst auf das nächste Hochwasser warten sollten, das u.U. gar nicht mehr fern sein könnte, bei all dem Regen in den letzten Monaten. Hätte nicht das ganze Dorf außer uns und den Nachbarn am anderen Ende schon seit Freitag wieder Strom gehabt, und der bestromte Nachbar uns nicht eine Kabeltrommel voller Strom zur Verfügung stellen können, dann wäre jetzt u.a. der Inhalt von drei TK-Geräten nur noch Matsch. Ja, aber Not macht auch erfinderisch – Frühstückssicherung mit Campingkocher (der Herr Fadenkram weiß längst, dass ich ohne vernünftiges Frühstück absolut nicht zu gebrauchen bin ;-)) und Bratschrippe ist echt edel! Frühstück

Die Straßen bieten noch heute ein Bild der Verwüstung und die Ursache der Stromlosigkeit liegt in den elenden Oberleitungen, die es hier leider noch sehr viel hat. Die, an der wir mit den anderen Nachbarn hängen, hat es voll erwischt, da lagen mehrere Bäume drin und etliche Betonmasten waren einfach abgeknickt. Bäume auch. Sogar Eichen, wie diese:Eiche-03Eiche-05

Hier hat man erstmal nur die Straße freigeschnitten…Baum-02

Der Himmel heute kann einen auch schon wieder das Fürchten lehren…Himmel-02Himmel-01

Diese idiotische Weidenalle, über die ich mich vor einiger Zeit schon mal ausgelassen hatte, liegt jetzt fast komplett auf die angrenzenden Felder verteilt. Das war aber nicht von Anfang an so, zuerst lag sie auf der Straße, dann kam die Feuerwehr und zerrte sie an den Rand, dann kam mehr Sturm und trieb sie auf den Acker.

Aber ich will nicht meckern, es hätte schlimmer kommen können. Für ein benachbartes Dorf lautet die Bestromungsprognose „nicht vor Mittwoch“. Man möchte nicht darüber nachdenken, was das bedeutet. Die Parole heißt nun: Vorsorgen und zwar schnell.

Aber die gute Nachricht ist: Er hat überlebt 🙂 Nicht nur das, er ist auch felsenfest davon überzeugt, dass er Vorfahrt hat. Fragt sich nur, wie lange das wohl gut geht….Storch

Liebe Restsonntagsgrüße – Regina

Es herbstelt

es ist nicht mehr zu übersehen – selbst der Kalender sagt es heute – es wird Herbst. Die ersten Blätter fallen schon, die meisten Felder sind abgeerntet, die Natur bereitet sich auf die Ruhezeit vor.

In unserem Garten ist das jetzt eine schöne Zeit, denn gegen allen Protest habe ich (bisher) durchsetzen können, dass der bunte Verhau aus verschiedenen Eufeuarten und wildem Wein auf dem Gartenhaus bleiben und wachsen und jetzt auch der Efeu neben den inzwischen reifen Weinbeerchen blühen darf – ein toller Anblick!Giebel-01e

Giebel-02

Aber es ist nicht nur der Anblick, bei Annäherung hört man ein Brummen und Tosen – aberhunderte Bienen und massenhaft Schmetterlinge, in erster Linie Pfauenaugen und Admirale, haben sich dort zum großen Fressen versammelt, ist in dem bunten Gewirr leider nur schlecht einzufangen, daher erstmal der Blick nach ganz oben… Efeu-Bienen-05

Dichter dran sieht man mehr – fleißige Bienen im Honigrausch:Efeu-Bienen-04Efeu-Bienen-03Efeu-Bienen-02Mit der Last ihrer reichen Beute schaffen sie dann kaum den Abflug…

So, die Sonne strahlt (noch), ich geh weiter gucken…

Kommt gut ins Wochenende, liebe Grüße in die Runde

Regina

Gartenfreude mit Monsterblüten

Oft sind wir bei unserem Lieblingsgärtner im Hauptdorf. Meist eigentlich „nur mal gucken“. Ganz oft wird daraus nichts und schwupps sind wir wieder mit neuen Lieblingen für den Garten beladen. Einer dieser Besuche endete im letzten Sommer mit der Adoption eines Riesenhibiskus. Absolut winterhart sei der, meinte der nette Gärtnermeister, und das war dann auch der Spruch, der uns überzeugt hatte. Nur, dass das Ding nach dem Winter einen sehr, sehr toten Eindruck machte. Kummer überkam uns. Aber da andere Dinge wichtiger waren, blieb der vermeintlich tote Überrest in der Erde. Und irgendwann, es war wohl schon Mai, regten sich dort grüne Spitzen! Mitte Juni dann war schon zu erkennen, dass noch etwas daraus werden könnte 😉  21-06-17-Hibiskus-01Dann wuchs in Windeseile ein Busch heran, der uns ehrfürchtig erstarren ließ. Inzwischen ist er einiges über zwei Meter hoch und heute früh zeigte er die ersten seiner riesigen Blüten, was für eine Freude! Hibi-04Hibi-03hibiDer reiche Knospenbesatz lässt auf eine lange Hibiskus-Freude hoffen.

Nachtrag – zwei Tage später, ein Hingucker, an dem man sich kaum sattsehen kann: Hibi-05 und es sind noch unzählige Knospen für lange Blütenfreude vorhandenHibi-06

Kommt gut in ein hoffentlich nicht allzu verregnetes Wochenende; liebe Grüße

Regina

Weidengrotte und Spinnenpopo

Sowie die Temperaturen mal im erträglichen Bereich sind, ist der Herr Fadenkram fleißig. In demokratischem Meinungsaustausch (er kommt mit seiner und geht mit meiner Meinung ;-)))) hatten wir beschlossen, dass wir nicht warten wollen, bis der böse Zünsler den hässlichen großen Buchsbaumbusch unter der drolligen Puschelkopf-Weide für sich entdeckt, und diesen prophylaktisch dem Boden gleichgemacht. Und schon haben wir wieder ein sehr interessantes Vorher-Nachher.

Das völlig unerwartet zutage getretene aktuelle Nachher ist jetzt unsere Weidengrotte; der Herr Fadenkram meinte, da könne nun ein Gruseldrachen vom Polenmarkt auf einem großen Podest seine Heimat finden. Ich meine das nicht. Ich habe aber noch keine bessere Idee, außer der Überzeugung, das wächst eh von ganz alleine ganz schnell zu. 0Grotte-01

Unmittelbar bevor diese Weide (eine Korkenzieherweide mit ursprünglich ca. 12 Stämmen – man hatte wohl einen bewurzelten Frühlingsstrauß eingestöpselt und hemmungslos wachsen lassen) im vergangenen Jahr einen sauteuren Radikal-Kopfschnitt verpasst bekommen hatte, sah sie so aus (zum Vergleich: die Hecke darunter war gut zwei Meter hoch): 0Grotte-03

Und für alle, die eher Freude an kleineren Kalibern haben, hier noch ein Foto vom Poppo der Krabbenspinne:

0Spinne-01Diese hat sich auf unserer momentan schönsten Rose eingenistet und wir gönnen ihr das 0Spinne-02

Und ja, ich stricke auch noch 😉

Liebe Grüße in die Runde – habt einen entspannten Sonntagabend!

Regina

Gartenglück

Bis auf einige Jahre in einer Betonwüste habe ich fast mein ganzes Leben einen Garten um mich herum gehabt. Als Kind selbstverständlich und nicht immer geliebt (ich sag nur: Kartoffelkäfer sammeln…), später bewusster mit mal mehr oder weniger Freude (proportional zum Erfolg ;-)) daran. Und dann kam das neue Anwesen im Oderbruch mit diesem total abartigen Garten. Trotzdem (etwa gerade deswegen???) habe ich mich sofort darin verliebt, wusste aber, dass dieser Garten auf lange Sicht starke Hände brauchte – also nicht unbedingt meine. Demzufolge überließ ich dem Besitzer der starken Hände, dem Herrn Fadenkram also, die Entscheidung, indem ich ihn einfach überrumpelte mit der Frage, ob er sich vorstellen könne, in diesem Chaos Ordnung und Durchblick zu schaffen. Er sprach sofort ganz spontan „ja, klar!“ – damit war alles geritzt und der Makler konnte mit leuchtenden Augen und uns fest an der Angel von dannen ziehen.

Was dann hier an Arbeit, Ärger aber auch Freude und Erfolgserlebnissen auf uns zu kam, hatten wir nie im Leben bedacht. Jetzt, nach nur einem guten Jahr heftigsten Werkelns, geben die Erfolge uns recht – es war eine gute Wahl und der Aufwand lohnt sich – meistens.  Ich lade Euch mal zu einem kleinen Rundgang ein…

Die Einfahrt ist noch immer ein WIP, ein neuer Zaun ist gerade in Arbeit und ein Carport ist letztes Jahr entstanden. Da dieser den Hof sehr dominiert, haben wir ihn versucht zu begrünen und sind mit dem Erfolg recht zufrieden. Hof-links-02 vorher: Einfahrt01

Sämtliche Nadelgehölze erwiesen sich als krank bzw. überaltert und mussten demzufolge genau wie der wuchernde Wildpflaumenbaum oben rechts im Bild weichen. Am Ende der Einfahrt entstand dann voriges Jahr unser neue Terrasse, die inzwischen aussieht, als hätte sie schon immer dort gestanden . Terrasse-03

Diesen Blick vom und zum Gartenhaus

konnten wir inzwischen auch aufhübschen – rechts des Weges zum Gartenhaus sieht es jetzt so aus:Bunt-02direkter Blick auf dasselbe: Bunt-01Bereits im zweiten Jahr haben sich die Ringelblumen und die Löwchen sehr erfolgreich selbst ausgesät, damit hatten wir nichts mehr zu tun.

Besonders freuen wir uns in diesem Jahr über den mitgebrachten Wein, der jahrelang mit Ach und Krach überlebt, uns aber nie mehr als kleinste Kosthäppchen seiner Trauben beschert hatte. Jetzt sieht er so aus – wir sind begeistert!Wein-01Wein-02

Die Fundamentplatte des Vogel-Vernichtungslagers der Vorbesitzer  (beim Abriss fanden sich so viele Kleinvogel-Skelette…)Vogelvernichtungslager01 ist jetzt Basis unserer „mediterranen Abteilung“, wo wir unter andem langsam auf die Selbstversorgung mit Zitronen hinsteuern;-) Zitronen-02Ein Jacaranda-Bäumchen, Oleander, Olive sowie weitere Zitrusbäumchen haben hier ihren Sommerplatz, den sie offensichtlich lieben. Neben der Terrasse wächst eine Himbeere gigantisch gen Himmel – nie hätte ich gedacht, dass man Himbeeren mit der Leiter ernten müsste!Himbeere-02Soviel für heute. Demnächst zeige ich dann auch mal die Pflanzen, die mich hier am meisten begeistern.

Liebe Grüße in die Runde

Regina