Amburgo – ein genialer Restefresser

Ewig und drei Tage habe ich an ihm herumgenadelt, anfangs mit viel Zweifel, ob das mit den Rippen meine Rippen(pölsterchen) nicht betont, anstatt mich optisch zu strecken – wie man das ja immer so möchte  😉 Die Anleitung  von Claudia Eisenkolb (Himawari) ist eine von denen, die zwar narrensicher aber in ihrer Ausführlichkeit fast schon wieder verwirrend daher kommen. Aber man kennt das ja inzwischen und kann abkürzen. Amburgo-04Die Konstruktion ist absolut clever, man beginnt im Rücken mit einem Quadrat aus der Mitte heraus (wenn man den frickeligen Anfang gemeistert hat, ein Klacks!), dann folgt für das Vorderteil ein dreiviertel Quadrat, mit dem man dann gleich den Ausschnitt erledigt hat, diese werden verbunden, das ergibt die Ärmelöffnungen und dann geht es munter weiter immer rundherum. Amburgo-02-1Gestrickt habe ich mit diversen Resten selbstgefärbter Merino/Seiden-Mischung inkl. Nachfärbungen, denn ich hatte nie gedacht, was da so an Garn reingeht… Lag vielleicht auch daran, dass ich einen dunkelgrünen Lace-Faden des gleichen Materials mitgestrickt habe, um die Farbübergänge anzupassen, was relativ gut gelungen ist.

Mit Nadeln 3,5 mm habe ich 710 g verstrickt, 457 g in SoWo-Stärke, 253 g Lace. Nicht gerade ein Leichtgewicht, aber sehr angenehm auf der Haut, flattert nicht, markiert aber auch keine Röllchen, ich bin sehr zufrieden.

Ein interessantes Detail findet sich an den Ärmeln, die dreiviertellang sind, weil ich nicht nochmal nachfärben wollte… Es gab an beiden Seiten ein fast identisches Pooling – unbeabsichtigt aber durchaus reizvoll: Amburgo-05

Endlich mal wieder an den Farbtöpfen

Das große Erntefest mit seinem Handwerkermarkt rückt unaufhaltsam näher. Wie der Stand bei den Socken ist, weiß ich gerade nicht, es sind viiiele und sie werden Thema für einen weiteren Post sein;-) Da ich konkurrenzlose Sortimentsfreigabe für „alles, was mit Stricken zu tun hat“ bekommen habe, fiel mir ein, ich könnte ja wieder ein wenig färben. Material in Form einer kuschligen Mischung aus 80% Merino und 20% Seide mit 400 m auf 100 g war vorhanden, also ran an die Farbe! „Speckled“ hieß die Aufgabe. Gar nicht so schwierig, verlangt aber Einzelstrang-Färbung, was die Sache spannend aber auch ein wenig mühsam oder besser langwierig macht. Diese Dinge passieren nämlich in meinem Reiskocher, und da heißt es, Wasser + Wolle rein, laaaangsam zum Kochen bringen, Farbe reinpanschen, einige Zeit köcheln lassen bis die Farbe restlos aufgenommen ist, dann im Topf abkühlen lassen. Hab ich jetzt zehn Mal gemacht und das reicht für’s erste – sagen auch meine Fersensporne 😉 Und mit den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden.

Die Fraktion Rot – Gelb – Lila – beim Färben nach wie vor meine Favoriten:Farbe-03

Die Gelb – Grün – Blau Fraktion: Farbe-06

Ja. das waren sie schon alle, kaum zu glauben, dass da so unendlich viel Zeit drin steckt, aber dafür würde ich sie nun am liebsten wieder alle behalten… Auf alle Fälle soll ein farblich nett zueinander passendes Dreier-Gespann für ein tolles Tuch bei mir bleiben, aber welche drei, das ist die große eigentlich unlösbare Aufgabe, die jetzt vor mir steht.

Farbe-05

Bunte Grüße in die Runde

Regina

Es ist angerichet

nein, kein opulentes Menü, nur eine Farbschlacht. Diese ist zu 50% geglückt; nämlich, was die dunkle Hälfte betrifft. FArbe-03

Sieht man ja sofort. Das mit dem Rot hat nicht so gefunzt. Sieht man hier auch noch mal: FArbe-02 obwohl hier auf dem Foto mehr Kontrast ist als „in echt“. Aber im Gegensatz zu gewissen Führungskräften sehe ich das ja nicht als alternativlos an – heißt, ich werde die rote Charge einfach noch mal versuchen; weiß ja jetzt, worauf es ankommt ;-). Der Herr Fadenkram (als gelernter Drucker hat er ja eine gewisse Ahnung von den Farben, ihren Mischungen sowie den Problematiken dabei) war eine große Hilfe, als er hinterher weise sprach, es sei schon eine grooooße Kunst, die Farben zu brechen. Gewiss doch, sehe ich hier ja gerade wieder.

Also schreiten wir zu der Alternative. Garn ist schon nachbestellt und der Schlüssel zum (gewichts)grenzenlosen Färbeglück lauerte ja auch völlig unvermutet im Gartenhaus in Form des riesigen selbstheizenden Einkochtopfes meiner Mutter, von dem ich mit Gram im Herzen überzeugt war, dass er nicht mit umgezogen wäre. Isser aber!!!

Für das „missglückte“ Rot, das ich für sich gesehen sehr schön finde, wird sich ganz gewiss ein Alternativprojekt finden, nur nicht in Kombination mit dem Dunkelrot.

Wer sich für das Garn interessiert – es ist kratz- und knotenfrei, aber es ist sehr dünn und maximal mit 3er Nadel zu verstricken; 2,5 oder 2,75 mm wären besser. Für etwas mehr Volumen kann man aber auch einen Faden von der 700-Meter-Variante dazu nehmen.

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Farbspielerei

Der große Färbe-Hype ist bei mir ja leider Vergangenheit – einfach aus dem Grunde, dass ich ab bin von wüstem Drauflos-Gefärbe von Sockengarn, denn davon habe ich genug für ein ganzes Leben. Aber Färben macht mir nach wie vor Spaß, auch wenn klar ist, dass es nur noch projektbezogen stattfinden wird. Und kratzige Sockenwolle wird auch nicht mehr zum Einsatz kommen. Aber ich habe noch eine ganze Menge Merino-Seidengemisch im Schrank, das gerne etwas Farbe hätte.

Die Farbe(n) hat der Garten mir jetzt gezeigt – so schön, dass ich es doch glatt mal mit Rot versuchen möchte! Die Inspiration haben diese beiden Tulpen geliefert, wobei die rechte im „Jugendstadium“ noch dunkler, kräftiger und die linke fast schwarz mit einem Hauch von Rot war. Tulpen-01 Aber wofür?

Die Idee fand ich dann gestern beim Herumstromern im Netz. Ich stieß in einer Schnupperversion des Buches „Entrelac“ von Rosemary Drysdale (das ich anschließend sofort erwerben musste) auf dieses Modell, das dann als Vorlage für eine große Kuscheljacke dienen soll.Tulpen-05

und kann mir hierfür diese Farbkombination Tulpen-04

super vorstellen.

Habt einen schönen Sonntag, liebe Grüße in die Runde

Regina, die jetzt das Säurebad anrührt 😉

Farbaktion beendet und neuer Schatz im Wollregal

Nun ist alles trocken und ich vermelde zufrieden, dass mein sonntägliches Farbchaos zum guten und wohlgefälligen Ende gekommen ist. Seht selbst – hier erstmal die Grausige Erna:

Und dazu gleich der Kunterbunte Haufen – ich liiiiiebe ihn und brauche nur noch eine Idee, was sich am besten aus diesen 300 Gramm Farbrausch machen lässt….

Ja, und als ich diesen grandiosen Farberfolgen noch unwissend entgegen trieb, hat mein Bestellfinger schon mal Ostern gespielt und mir, da ich ja nichts Süßes essen will  soll, diese Schätze spendiert, mit denen ich schon lange geliebäugelt habe:

Regia Graphics Color, 75/25%, 420 m/100g

Laut Banderolenaufdruck, was der Blitz hier leider vermurkst hat, soll es ja die lustigsten Muster aufs Bein geben. Nun, wir werden zu gegebener Zeit sehen, was es damit wirklich auf sich hat….

Und jetzt warte ich dringendst auf jemanden, der mir entweder diesen frechen Bestellfinger abhackt oder wenigstens immer, wenn er zu zu zucken anfängt, kräftig drauf haut. Ansonsten müssen wir entweder anbauen oder verhungern. Ich will eigentlich beides nicht….