Da ist der Wurm drin…

Da ich ja nur zwölfunddrölfzig Tücher habe, muss jetzt dringend ein neues her, denn der Winter scheint zu nahen. Nachdem ich den Sommer über nur geschwitzt hatte, hat irgendwer oder irgendwas in mir einen Schalter umgelegt und nun friere ich hingebungsvoll. Ja, auch bei immer noch 27°. Schon eine neue Qualität, obwohl ich seit jeher nur zwei Temperaturbereiche für mich kenne: Zu kalt oder zu warm. Aber wie gesagt, in der Wahrnehmung scheint sich etwas verschoben zu haben und mir graust es schon vor der nächsten Heizkostenrechnung, wenn ich jetzt schon friere.

Ja, also das neue Tuch. Ein richtig dickes kuscheliges soll es werden aus der eigens angeschafften Drops Merino Extra Fine (Merinogarne sind gerade im Drops-Sale!). Merino_Extra-Fine-03-1

Das Objekt der Begierde war in Windeseile aus der Planung gefischt, eine Farbskizze mühsam gemalt und los ging das. Da ich mich meist sklavisch an einmal Festgelegtes halte, wunderte ich mich zwar über die Farbzusammenstellung, aber strickte tapfer drauflos. Bis ich dann endlich merkte, dass ich in der Anleitung die Farben falsch markiert hatte. Anstatt gleich mal nachzugucken…. Slip-01

Also ribbeln und neu starten; was hier gelb ist, muss türkis werden und umgekehrt. Eigentlich logisch, oder? Was sich aber schon erkennen lässt, ist, dass das Tuch durch clevere Randgestaltung mit Zu- und Abnahmen einen wirklich netten Schwung bekommt.

Jammern und Spielen

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Es ist sehr still geworden in der Bloglandschaft und das macht mich traurig. Mehr als die Hälfte der Blogs, die ich hier ursprüglich in der Leseliste hatte, existieren nicht mehr – aus welchen Gründen auch immer und wegen dieser dämlichen total überbewerteten DSGVO. Weitere Lieblingsblogs sind in der Sommerpause – da besteht ja noch Hoffnung. Ja, Mädels, so sehr ich Euch auch verstehe, Ihr fehlt mir!

So, das musste ich jetzt mal verkünden. Was mich betrifft, bin ich noch wild entschlossen weiterzumachen. Mal sehen, wie lange.

Und da das hier in erster Linie ein Strick- und kein Jammerblog ist, zeige ich Euch gleich mal, was ich so als Entspannungsgestrick für Zwischendurch auf den Nadeln habe. Der  Amburgo wächst ja stetig, aber nun bei den langen Runden immer rundherum ist das doch recht eintönig und so schlafe ich bei meiner Abendstrickerei gern auch mal ein…

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Auf Pinterest habe ich letzt so ein lustiges Verkürzte-Reihen-Dingsi (das eine kleine Decke werden soll) entdeckt (jaja, Pinterest, ich konnte noch nicht entscheiden, ob das nun Fluch oder Segen ist, da ja dort so viele Viren lauern…), dem ich nicht lange widerstehen konnte. Die Selbstüberlistung „…die Anleitung wird nur gekauft, wenn Wolle im Stash ist!“ ging voll in die Hose, denn die perfekte Wolle lauerte im Regal. Also musste ich zuschlagen.

Buntes_Dingsi-02

Es ist eine perfekte Kombi – die Wolle beißt mich, also für Pulli und Co. nicht geeignet, dafür ist sie herrlich warm und voluminös, um im Winter die Schultern zu wärmen.

Das Gestrick geht locker voran, und wenn man das einfache Prinzip dabei verinnerlicht hat, wird das auch schnell ermüdend. Aber man sieht gut, wie es voran geht. Die äußerst minimalistische Anleitung finde ich mit 8,33 $ unverschämt teuer, aber sie ist brauchbar, auch wenn sie nicht einmal die Tuch-Variante anbietet 😉

Keine Lust mehr zu gar nix…

Wann immer in den letzten Wochen/Monaten der Wetterbericht mir abends verspricht, dass es am nächsten Tag noch heißer werden wird (und das wird es dann ja auch), könnte ich den ganz großen Trampelbock kiegen und brüllen wie die Minis vor den Regalen an der Supermarkt-Kasse. Letztere kann man ja mit etwas Geschick oder einfacher mit Nachgeben zur Ruhe bringen, aber an diesem Scheißwetter kann halt keiner drehen. Inzwischen tröstet es mich auch nicht mehr, dass ich dadurch endlose Strickzeit gewinne, es ist nur noch alles doof, wenn man überhaupt nicht mehr raus kann, da der Kreislauf mit permanenter Entgleisung droht und der Schädel reinste Wasserfälle absondert. Einmal die Woche schleppen wir uns zum Eisdealer im Hauptdorf, aber das war’s dann auch. Der Gatte geht frühmorgens ein bissel in den Garten, das Notwendigste zu erledigen, danach passt er genau wie ich auf, keinen Lagerkoller zu bekommen.

Aber es ist ja nicht so, dass die Nadeln nun gar nichts mehr zu tun  hätten. Derzeit bin ich aber eher im mehr oder weniger lustlosen Spielmodus und was liegt da näher als ein bisschen Mosaik. Seit langem schon sammle ich Vorlagen dafür, die noch über die Schätze von Barbara Walker hinausgehen. So entstand gestern dieses Werk

Mosaik-01aus diesem Muster (besser gesagt, aus einem Drittel davon….): Mosaik-02-vorl.

Ja, ganz nett, vielleicht mal eine Kante für einen Pulli, ich werde das aufheben und versuchen, mich irgendwann daran zu erinnern oder es staunend beim Aufräumen finden 😉

Ausflug ins Reich der Schatten

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Was liegt wohl näher, als bei glimmender Sonne mal ein etwas stärkeres Garn, gern auch allerhand Wolle darin, aus dem Vorrat zu fischen und sich auf einen Teststrick für die Wintergarderobe einzulassen? Dieses Mal geht es mit Ute ins Reich der Schatten. Ja, wahrscheinlich brauche ich für meine neuen Vorlieben auch immer erst eine Vordenkerin und -strickerin, die mir den Einstieg erleichtert. Bei dieser spannenden Angelegenheit lag es sehr nahe, dass ich die Frage nach der Teststrick-Bereitschaft ohne Nachzudenken sofort positiv beschieden hatte.  Dabei hatte ich die Materialfrage überhaupt nicht bedacht – aber das Glück ist mit dem Tüchtigen und der Stash wird es schon hergeben. So war es auch. Das superschöne feuerfarbene Nona-Garn sollte es sein, dazu für den schwarzen Kontrast Drops Flora vereint mit einem Faden Drops Lace. Und los ging das. Gestern. Heute früh sah das dann so aus – in der Draufsicht:  Schatten-01-1

Die Schattensicht kommt dann etwa so daher:  Schatten-02

Dass es Spaß machen würde, hatte ich ja gedacht, dass es aber auf Anhieb suchterzeugend wäre, nicht. Und so schaffte ich es dann gestern auf einen Rutsch von neun Startmaschen auf 247 Maschen in der Reihe, was jetzt den sichtbaren Zuwachs doch schon etwas bremst.

Meinen Ruf als Virenschleuder habe ich ja längst weg, also verrate ich auch gleich, wo Ihr die Anleitung dann nach ihrer Veröffentlichung finden könnt – hier nämlich.

Gelungener Neustart

So schnell lässt sich die manische Strickerin von Rückschlägen nicht entmutigen, also flott voran, neues Modell, neues Garn und ab geht die Luzie. Sunshine-01Das Objekt der Begierde ist „Sunshine Coast“ von Heidi Kirrmaier, das ich schon lange umkreist hatte, aber nie so richtig den finalen Anstoss gefunden hatte. Jetzt war es soweit und ich bin schwer angetan – die Anleitung ist narrensicher, der Anfang etwas frickelig, dafür passt der Halsausschnitt genial und dann geht es flott voran (sieht man ja ;-)). Als Garn habe ich mir die Panama aus dem Vorrat gegraben, eine sommerliche Mischung aus 55% Viskose, 33% Baumwolle und 12% Leinen von Rowan mit 135 m auf 50g. Mit Nadeln 3,5 treffe ich die Maschenprobe exakt und es geht lustig über die Nadeln.

Läuft wie ein Länderspiel…

…dachte ich mir. Bis eben. Auf der Rücktour, bei der die oberen Blatthälften der ersten von drei Blätterreihen des „Poison Ivy“ entstehen. Ivy-05

Auf einmal stimmten die Maschenzahlen nicht mehr, nichts passte und irgendwann ging mir dann ein Licht auf – Schnappatmung – dieses Blatt hatte in der Hinreihe keinen Stiel bekommen! Ivy-04

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Man kann sich ja nun auch sofort denken, dass dieses Dilemma nicht etwa kurz nach dem Start der Rückreihe aufgetreten ist, nein, natürlich fast genau in der Mitte, mehr zum Anfang hin (Bild oben). Tricksen geht absolut nicht und was die “Freude” ins Unermessliche steigert, ist dieses mistige Garn, das man teilweise nur mit purer Überlistung verstricken kann. Ribbeln wird es ganz bestimmt nicht diensteifriger machen. Heißt, das Zeug reicht nun nicht mehr, aber ich habe ja noch eine zweite Farbkombi,

0Socks_lace-02-1-2_medium2lillabunt ;-),

dann muss die eben mit dazu, denn im Gegensatz zu sonstigen Missgeschicken, hat mich das jetzt (noch?) nicht demotiviert, ich will diesen Schal haben, jawohl! Wenn es sein muss, auch in lila, aber bitte mit allen Blattstielen.
Menno. Ich fang jetzt von vorne an und ich achte auf die Blattstiele!

Blattgewimmel

Endlich möchte ich mich mal wieder dem Blogthema zuwenden – Stricken. Als bekennender Fan von Svetlana Gordon kann ich mich gerade nicht bremsen und nach Aurora Borealis und Feuersalamander-Snood (muss ich ja beides noch zeigen!) ist jetzt der Poison-Ivy-Schal dran. Abgesehen davon, dass er einfach nur hinreißend aussieht, wenn er fertig ist, besteht er aus sehr kurzen verkürzten Reihen und massig Hin- und Hergedrehe, dazu Unmengen von Markern. Hier gab es gratis einen tollen Tip der Designerin, dem ich sofort begeistert gefolgt bin – so kleine Loom-Gummis; bei ihr sind es Hunde-Zöpfchengummis. Egal, wie man sie nennt, sie sind wirklich super geeignet und nichts verhakelt sich daran, auch nicht bei 62 Stück auf einer Nadel 😉

Inzwischen habe ich 18 der insgesamt 23 halben Blätter des ersten von drei Blattstreifen geschafft. Es ist frickelig, ja schon, aber es macht Spaß und wird (noch?) nicht langweilig. Am Ende kann ich dann sagen, ich habe jede einzelne Masche dieses Werkes gezählt, was der Wahrheit entspricht. Das Foto zeigt zwei Blatt-Unterseiten.Ivy-02Die 18 bisher fertigen sehen dann so aus: Ivy-01

Das Garn – Mille Colori Socks von Lang Yarns – ist wieder eine Herausforderung. Es ist ein sehr ungleichmäßig gesponnenes Dochtgarn, das es nur schwer aushält, wenn Maschen neu angeschlagen werden, und das passiert hier sehr häufig und dann auch noch bis zu 12 Stück. Das fasert das Garn total auf, zweimal ist es mir gerissen. Jetzt mache ich lieber einen Strick- statt des angegebenen Schlingenanschlages, das hält es besser aus und schont meine Nerven. Die extrem dünnen Stellen behandle ich dann wie rohe Eier und hoffe, sie halten stand. Keine gute Empfehlung, erst recht nicht bei dem Preis. Nun ja, ist halt so, dafür sind die Färbungen für solche Werke am besten geeignet. Die Blatt-Oberseiten werden dann lila-bunt. Bin gespannt, probiert habe ich noch nicht, das muss einfach passen 😉

Mal eben so nebenbei…

…entsteht gerade ein völlig ungeplanter und unvorhergesehener Pullover. Einfach so, weil die erste Hälfte des neuen Mosaik-Pullis einfach nicht trocknen wollte, ich ohne Stricknadeln in den Fingern nicht leben kann und auch mal wieder ein UfO anfangen musste 😉 Aber sicher wird das keins, denn es macht einfach nur Spaß und saust nur so über die Nadeln. Das Werk von drei Tagen: manos-01

Die Ausschnitt- und Raglangestaltung ist angelehnt an die „Lotta“ von Regina Mößmer. Und endlich konnte ich mal dieses niedliche kleine Strukturmuster zum Zuge kommen lassen: manos-04 Ins Gefecht gerollt habe ich hier die Manos del Uruguay Silk Blend, 70% Merino und 30% Seide mit 137 m auf 50 g, die schon lange hier rumdümpelt. manos-03Ein schönes Dochtgarn, das mit 4er Nadel schnell zu verstricken ist. Allerdings strotzt es nur so vor Knoten, was die Sache nicht ganz so lustig macht. Aber es ist kuschelweich auf der Haut und das ist am Ende wichtig für mich. Da kann ich dann auch über die total ungleichmäßige Färbung hinwegsehen, die in den Strukturmustern auch etwas untergeht. In glatt rechts würde ich darin sicher aussehen wie ein gescheckter Esel.

Jetzt wird dem Teil aber erstmal das Schicksal aller halben Pullis zuteil und es muss in die Wanne, um die Wellen im Oberteil zu glätten. Ich hoffe, das gelingt zufriedenstellend…

Wir werden jetzt hier die Zelte abbrechen und irgendwo hinfahren, wo es warm ist, denn passenderweise wird uns gleich für mehrere Stunden wiedermal der Strom abgestellt.