Keine Lust mehr zu gar nix…

Wann immer in den letzten Wochen/Monaten der Wetterbericht mir abends verspricht, dass es am nächsten Tag noch heißer werden wird (und das wird es dann ja auch), könnte ich den ganz großen Trampelbock kiegen und brüllen wie die Minis vor den Regalen an der Supermarkt-Kasse. Letztere kann man ja mit etwas Geschick oder einfacher mit Nachgeben zur Ruhe bringen, aber an diesem Scheißwetter kann halt keiner drehen. Inzwischen tröstet es mich auch nicht mehr, dass ich dadurch endlose Strickzeit gewinne, es ist nur noch alles doof, wenn man überhaupt nicht mehr raus kann, da der Kreislauf mit permanenter Entgleisung droht und der Schädel reinste Wasserfälle absondert. Einmal die Woche schleppen wir uns zum Eisdealer im Hauptdorf, aber das war’s dann auch. Der Gatte geht frühmorgens ein bissel in den Garten, das Notwendigste zu erledigen, danach passt er genau wie ich auf, keinen Lagerkoller zu bekommen.

Aber es ist ja nicht so, dass die Nadeln nun gar nichts mehr zu tun  hätten. Derzeit bin ich aber eher im mehr oder weniger lustlosen Spielmodus und was liegt da näher als ein bisschen Mosaik. Seit langem schon sammle ich Vorlagen dafür, die noch über die Schätze von Barbara Walker hinausgehen. So entstand gestern dieses Werk

Mosaik-01aus diesem Muster (besser gesagt, aus einem Drittel davon….): Mosaik-02-vorl.

Ja, ganz nett, vielleicht mal eine Kante für einen Pulli, ich werde das aufheben und versuchen, mich irgendwann daran zu erinnern oder es staunend beim Aufräumen finden 😉

Ausflug ins Reich der Schatten

Schatten-00

Was liegt wohl näher, als bei glimmender Sonne mal ein etwas stärkeres Garn, gern auch allerhand Wolle darin, aus dem Vorrat zu fischen und sich auf einen Teststrick für die Wintergarderobe einzulassen? Dieses Mal geht es mit Ute ins Reich der Schatten. Ja, wahrscheinlich brauche ich für meine neuen Vorlieben auch immer erst eine Vordenkerin und -strickerin, die mir den Einstieg erleichtert. Bei dieser spannenden Angelegenheit lag es sehr nahe, dass ich die Frage nach der Teststrick-Bereitschaft ohne Nachzudenken sofort positiv beschieden hatte.  Dabei hatte ich die Materialfrage überhaupt nicht bedacht – aber das Glück ist mit dem Tüchtigen und der Stash wird es schon hergeben. So war es auch. Das superschöne feuerfarbene Nona-Garn sollte es sein, dazu für den schwarzen Kontrast Drops Flora vereint mit einem Faden Drops Lace. Und los ging das. Gestern. Heute früh sah das dann so aus – in der Draufsicht:  Schatten-01-1

Die Schattensicht kommt dann etwa so daher:  Schatten-02

Dass es Spaß machen würde, hatte ich ja gedacht, dass es aber auf Anhieb suchterzeugend wäre, nicht. Und so schaffte ich es dann gestern auf einen Rutsch von neun Startmaschen auf 247 Maschen in der Reihe, was jetzt den sichtbaren Zuwachs doch schon etwas bremst.

Meinen Ruf als Virenschleuder habe ich ja längst weg, also verrate ich auch gleich, wo Ihr die Anleitung dann nach ihrer Veröffentlichung finden könnt – hier nämlich.

Gelungener Neustart

So schnell lässt sich die manische Strickerin von Rückschlägen nicht entmutigen, also flott voran, neues Modell, neues Garn und ab geht die Luzie. Sunshine-01Das Objekt der Begierde ist „Sunshine Coast“ von Heidi Kirrmaier, das ich schon lange umkreist hatte, aber nie so richtig den finalen Anstoss gefunden hatte. Jetzt war es soweit und ich bin schwer angetan – die Anleitung ist narrensicher, der Anfang etwas frickelig, dafür passt der Halsausschnitt genial und dann geht es flott voran (sieht man ja ;-)). Als Garn habe ich mir die Panama aus dem Vorrat gegraben, eine sommerliche Mischung aus 55% Viskose, 33% Baumwolle und 12% Leinen von Rowan mit 135 m auf 50g. Mit Nadeln 3,5 treffe ich die Maschenprobe exakt und es geht lustig über die Nadeln.

Läuft wie ein Länderspiel…

…dachte ich mir. Bis eben. Auf der Rücktour, bei der die oberen Blatthälften der ersten von drei Blätterreihen des „Poison Ivy“ entstehen. Ivy-05

Auf einmal stimmten die Maschenzahlen nicht mehr, nichts passte und irgendwann ging mir dann ein Licht auf – Schnappatmung – dieses Blatt hatte in der Hinreihe keinen Stiel bekommen! Ivy-04

Ivy-03

Man kann sich ja nun auch sofort denken, dass dieses Dilemma nicht etwa kurz nach dem Start der Rückreihe aufgetreten ist, nein, natürlich fast genau in der Mitte, mehr zum Anfang hin (Bild oben). Tricksen geht absolut nicht und was die “Freude” ins Unermessliche steigert, ist dieses mistige Garn, das man teilweise nur mit purer Überlistung verstricken kann. Ribbeln wird es ganz bestimmt nicht diensteifriger machen. Heißt, das Zeug reicht nun nicht mehr, aber ich habe ja noch eine zweite Farbkombi,

0Socks_lace-02-1-2_medium2lillabunt ;-),

dann muss die eben mit dazu, denn im Gegensatz zu sonstigen Missgeschicken, hat mich das jetzt (noch?) nicht demotiviert, ich will diesen Schal haben, jawohl! Wenn es sein muss, auch in lila, aber bitte mit allen Blattstielen.
Menno. Ich fang jetzt von vorne an und ich achte auf die Blattstiele!

Blattgewimmel

Endlich möchte ich mich mal wieder dem Blogthema zuwenden – Stricken. Als bekennender Fan von Svetlana Gordon kann ich mich gerade nicht bremsen und nach Aurora Borealis und Feuersalamander-Snood (muss ich ja beides noch zeigen!) ist jetzt der Poison-Ivy-Schal dran. Abgesehen davon, dass er einfach nur hinreißend aussieht, wenn er fertig ist, besteht er aus sehr kurzen verkürzten Reihen und massig Hin- und Hergedrehe, dazu Unmengen von Markern. Hier gab es gratis einen tollen Tip der Designerin, dem ich sofort begeistert gefolgt bin – so kleine Loom-Gummis; bei ihr sind es Hunde-Zöpfchengummis. Egal, wie man sie nennt, sie sind wirklich super geeignet und nichts verhakelt sich daran, auch nicht bei 62 Stück auf einer Nadel 😉

Inzwischen habe ich 18 der insgesamt 23 halben Blätter des ersten von drei Blattstreifen geschafft. Es ist frickelig, ja schon, aber es macht Spaß und wird (noch?) nicht langweilig. Am Ende kann ich dann sagen, ich habe jede einzelne Masche dieses Werkes gezählt, was der Wahrheit entspricht. Das Foto zeigt zwei Blatt-Unterseiten.Ivy-02Die 18 bisher fertigen sehen dann so aus: Ivy-01

Das Garn – Mille Colori Socks von Lang Yarns – ist wieder eine Herausforderung. Es ist ein sehr ungleichmäßig gesponnenes Dochtgarn, das es nur schwer aushält, wenn Maschen neu angeschlagen werden, und das passiert hier sehr häufig und dann auch noch bis zu 12 Stück. Das fasert das Garn total auf, zweimal ist es mir gerissen. Jetzt mache ich lieber einen Strick- statt des angegebenen Schlingenanschlages, das hält es besser aus und schont meine Nerven. Die extrem dünnen Stellen behandle ich dann wie rohe Eier und hoffe, sie halten stand. Keine gute Empfehlung, erst recht nicht bei dem Preis. Nun ja, ist halt so, dafür sind die Färbungen für solche Werke am besten geeignet. Die Blatt-Oberseiten werden dann lila-bunt. Bin gespannt, probiert habe ich noch nicht, das muss einfach passen 😉

Mal eben so nebenbei…

…entsteht gerade ein völlig ungeplanter und unvorhergesehener Pullover. Einfach so, weil die erste Hälfte des neuen Mosaik-Pullis einfach nicht trocknen wollte, ich ohne Stricknadeln in den Fingern nicht leben kann und auch mal wieder ein UfO anfangen musste 😉 Aber sicher wird das keins, denn es macht einfach nur Spaß und saust nur so über die Nadeln. Das Werk von drei Tagen: manos-01

Die Ausschnitt- und Raglangestaltung ist angelehnt an die „Lotta“ von Regina Mößmer. Und endlich konnte ich mal dieses niedliche kleine Strukturmuster zum Zuge kommen lassen: manos-04 Ins Gefecht gerollt habe ich hier die Manos del Uruguay Silk Blend, 70% Merino und 30% Seide mit 137 m auf 50 g, die schon lange hier rumdümpelt. manos-03Ein schönes Dochtgarn, das mit 4er Nadel schnell zu verstricken ist. Allerdings strotzt es nur so vor Knoten, was die Sache nicht ganz so lustig macht. Aber es ist kuschelweich auf der Haut und das ist am Ende wichtig für mich. Da kann ich dann auch über die total ungleichmäßige Färbung hinwegsehen, die in den Strukturmustern auch etwas untergeht. In glatt rechts würde ich darin sicher aussehen wie ein gescheckter Esel.

Jetzt wird dem Teil aber erstmal das Schicksal aller halben Pullis zuteil und es muss in die Wanne, um die Wellen im Oberteil zu glätten. Ich hoffe, das gelingt zufriedenstellend…

Wir werden jetzt hier die Zelte abbrechen und irgendwo hinfahren, wo es warm ist, denn passenderweise wird uns gleich für mehrere Stunden wiedermal der Strom abgestellt.

Potzblitz!

Vor längerer Zeit schon habe ich mir die Anleitung für dieses wirklich originelle Tuch geleistet. Dieses ist lange im derzeitigen Mosaikfieber untergegangen, nun aber als Kontrastprogramm doch auf die Nadel gekommen. Da ich derzeit mit dem Vorhaben liebäugele, Wolle aus dem üppigen Bestand zu verstricken, in der angegebenen Garnstärke aber leider gar nichts am Lager habe, gab es einen Kompromiss. Das „Übungstuch“ wird aus (viel zu) dünner vorhandener Wolle gestrickt und dann kommt ein Nachfolger mit stärkerem Faden. Also ging es los mit Flora von Drops und dazu selbstgefärbte Merino-Seiden-Mischung. Der Anfang kommt ja immer eher krumpelig daher und die gelbe Flora ist nicht wirklich das Gelb, das sie sein sollte. Egal. Erstmal.Potzblitz-01-01Dann rollte ich weitere Farben ins Gefecht: Potzblitz-01-02

So richtig weiß ich immer noch nicht, ob mir das wirklich gefällt, aber ich mache einfach weiter 😉 Es macht Spaß, denn wenn man es einmal verinnerlicht hat, ist es mindless – vor allem, wenn die Reihen länger und länger werden. Es sieht nun auch nicht mehr ganz so störrisch aus, wobei ich da ja auch noch große Hoffnungen auf Baden und Spannen setze. Und ja, groß soll es werden, das ist eine Frage von Geduld und Ausdauer.

Aber was wäre fadenkramsche Schöpfungswut, wenn nicht andauernd Haare in die Suppe fallen würden! Längst hatte ich mich entschieden, dass ein „richtiges“ Geschwister folgen sollte und habe lange nach passendem Garn gesucht (nee, nicht bei mir, online ;-)). Als ich meinte, solches bei Schmeichelgarne in passener Farbkombi gefunden zu haben, schluckte ich zwei-, drei Mal heftig und schlug dann zu. Die Ernüchterung kam heute mit der Post. Die vorgegebene Lauflänge stimmt ja exakt, die Farben sind genau wie gewünscht, aber ich hatte nicht bedacht, dass eine 50/50-Woll-Baumwollmischung einen viel dünneren Faden als Wolle mit dieser Lauflänge hat. Dieser ist nun keine Spur dicker als der gerade verstrickte.  Selba-2Man sieht es und ich bin ratlos… Wahrscheinlich werde ich es zurück schicken. So blöd – was nun? Wahrscheinlich stricke ich Tuch 1 fertig und warte mit dem Nachfolger bis zum nächsten Winter – oder so…

Strickerei

stolz kann ich vermelden, dass mein erster Mosaikpulli endlich fertig ist. Und dass er passt, richtig gut passt, sofern ich noch ein wenig reinschrumpfe, indem ich noch ein wenig Festtagsspeck abbaue. Dieses Unternehmen läuft ja gerade recht erfolgreich  😉

Zickzack-final-04(hier sind die Ärmel leider noch nicht gedämpft…). Da der Pulli für mich sehr ungewohnt in Teilen gestrickt ist, mussten diese ja am Ende zusammengefügt werden. Dafür habe ich mich für die Drei-Nadel-Zusammenstrick-Variante entschieden. Das war gut so, das passt für mich viel besser als die Nähnadel, mit der ich – aus welchen Gründen auch immer – auf Kriegsfuß stehe.  Zickzack-final-02Die Ärmel habe ich mit einem längslaufenden Mustersatz in Kraus rechts gestrickt und hoffe, das war eine gute Entscheidung…. Zickzack-final-01Und um immer schnell zu wissen, wo vorne und hinten ist, habe ich dieses einmalige Kunststück vollbracht, dessen Tage/Stunden aber leider gezählt sind ;-)) Zickzack-final-03

Da mich dieses Erstlingswerk in all seinen Phasen wirklich begeistert hat, ebenso das Ergebnis, ist das zweite bereits auf der Nadel. Mosaik-02-02Man sieht, ich habe keine Mühe gescheut, um dann mit traumwandlerischer Sicherheit die Variante zu bevorzugen, bei der ich nach dem Ende des ersten dunklen Knäuels bemerkt habe, dass ich von dieser Farbe – nicht wie gedacht – sechs Knäule, sondern nur drei habe. Mosaik-02-01Genial Frau Fadenkram, muss also Wolle nachbestellt werden. Aber drei Knäulchen alleine fürchten sich im Karton, also müssen unbedingt ein par Mitreisende gefunden werden… Nach denen suche ich dann mal gleich ;-))