Wintervorfreude in Rot

Da freut man sich über die etwas moderateren Temperaturen und kommt sofort auf die Idee, endlich für den Winter vorsorgen zu müssen. Irgendwelche Heinzelmännchen müssen mir genau in dem Moment völlig datenschutzmissachtend in’s Hirn geschaut haben, denn schon flatterte mir ein Katalog ins Haus, auf dessen Titelseite (die einzige Chance, vor der Papiertonne meine Aufmerksamkeit zu finden) mir ein Jacke ins Auge sprang. Volltreffer, DIE und keine andere musste ich haben! Der Herr Wollfrosch guckte etwas verwirrt und meinte nur zweifeld, „was denn, so viel rooooot ??????“ Ja, meinte ich keck, warum denn nicht auch mal rot, außerdem leuchtet die dermaßen, dass du mich damit in jedem Gewühle findest (eine seiner größten Sorgen, ich könnte mal unverhofft verloren gehen…). Das überzeugte und gestern kam die Jacke an.

Jacke

Es war Liebe auf den ersten Blick. Und sie hat nur Eigenschaften, die noch keine meiner Jacken zuvor hatte: Sie hat so viel rot! Sie hat Knöpfe, keinen Reißverschluss, sie ist aus einem herrlich leichten weichen warmen Wollstoff, nicht aus wattiertem Vollplastik, sie hat eine Kapuze, die man nicht abnehmen kann, und ja, sie ist überwiegend rot.  Damit fangen die Probleme nämlich an. Nicht dass sie mir nicht stehen würde, nö, ich finde mich super darin, aber ich habe NICHTS an Accessoires, die dazu passen könnten, außer zur Not einem Paar grauer Stulpen. Zwölfunddrölfzig Schals und Tücher – Schränke und Kisten füllend – in allen Formen und Farben, aber nix dabei ist rot, auch nix einfarbig zu rot-schwarz-bunt passend. Schwarz auch nicht, versteht sich von selbst, glatt schwarz stricke ich nicht, weil ich es sehtechnisch nicht aushalte.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich muss mich schleunigst nach roter Wolle umsehen; wer hätte das jemals gedacht…

Irrungen, Wirrungen

Ist es Klimawandel, ist es Hitze-plem-plem oder fehlt dem Baum einfach nur der Kalender?

Beim Einsammeln der zwei abgeworfenen Erstäpfel dieses Bäumchens entdeckte ich, dass er schon jetzt für die nächste Ernte sorgt. Keiner hat ihm gesagt, dass es bei aller Mühe dann wohl doch nicht klappen wird…. Aber die Bienen freut’s.

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Irgendwas scheint in diesem Sommer in der Natur so ziemlich daneben zu laufen; gerade hatte unsere Magnolie ebenfalls die völlig untypische Zweitblüte abgeliefert…

Der Garten in der Dürre

Dem unermüdlichen Einsatz des Herrn Fadenkram mit Kanne und Spritze ist es zu verdanken, dass der Garten heuer eben nicht aussieht wie eine Brandenburger Nebenstelle der Wüste Gobi, sondern alles nett und gefällig blüht und fruchtet. Vor genau einem Jahr hatte ich Euch auch auf einen Rundgang durch den fadenkramschen Garten eingeladen, also will ich das heute auch tun. Der damals bereits heftig bewunderte Riesenhibiskus hat in diesem Jahr alles bisherige übertroffen und präsentiert sich in herrlicher Blütenpracht und -fülle. Allerdings reiche ich nun auch nicht mehr an die Triebspitzen heran, um Abgeblühtes zu entfernen. Wissenswert zu dieser Pflanze ist vielleicht, dass sie sehr wohl an ihrem Platz überwintert, jedoch komplett unterirdisch. Was hier auf dem Foto zu sehen ist, ist in wahnwitziger Geschwindigkeit ab Mai gewachsen.

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Zur Veranschaulichung: Der längste Trieb der Rose hat meine Länge – und ich bin wahrlich kein Zwerg 😉

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Ganz in der Nähe ist das mediterrane Gärtchen, das in diesem Sommer zu Höchstform aufläuft – zu der Höchstform, die ihm gestattet wird, denn die Töpfe müssen ja alle irgendwann  im Wintergarten wieder auf den Frühling warten. Keine Not wird es mit den Zitronen geben (ist eher ein Suchbild, aber man kann doch etliche entdecken):

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Dicht daneben überrascht gerade eine wohl etwas verwirrte Schwertlinie mit einer neuen Blüte. Darüber ist der Oleander kurz vor dem Knospenknall – eine wirklich gelungene Kombination 😉

 

Auch der Wein lässt sich nicht lumpen und verwöhnt uns schon mit der Vorfreude auf eine gute Ernte.

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Das im letzten Frühjahr gepflanzte Pflaumenbäumchen (Königin Victoria) hat sich unglaublich angestrengt und lässt viele leckere Früchtchen erwarten, auf die wir uns schon gewaltig freuen. Die dünnen Ästchen mussten schon gestützt und angebunden werden, leider gilt diese Sorte als eher brüchig im Holz, aber die zuckersüßen Pflaumen, die ich aus der Kindheit kenne, sind das Experiment wert.

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Ein weiterer Kandidat, der sich maximal beliebt machen will, ist das Pfirsichbäumchen, auch im letzten Frühjahr gepflanzt. Während voriges Jahr das heiß ersehnte Koste-Exemplar leider vor uns einen Liebhaber gefunden hatte, mit dem keiner rechnen konnte,

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bleibt dieses Mal bestimmt was für uns übrig,

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nachdem das Bäumchen auch die Fassaden-Grundsanierung vor ein paar Wochen bis auf ein paar Farb- und Mörtelspritzer unbeschadet überstanden hatte.

Soweit der Rundgang durch den halbwegs präsentablen Teil des fadenkramschen Gartens. Auf der anderen Seite sieht es nicht so gut aus, da der Gatte seit einiger Zeit doch eher gehandicapt war. Gestern hat er nun die längst notwendige Operation hinter sich gebracht und ist wieder guter Dinge und ich bin maximal erleichtert.

 

Tegna fertig

Der nächste Volltreffer aus dem Panama-Lieblingsgarn ist fertig. Dieses Mal genau nach Anleitung und alles hat gepasst, gleich beim ersten Mal. Der extrem weite untere Lace-Rand war schon eine Herausforderung, hilfreich war das Wissen, dass sich die Maschenzahl alle paar Runden verringert. Es bleibt aber allerhand Weite, die dann für maximale Bequemlich- und Luftigkeit sorgt – sehr angenehm!

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Auf dem Foto ist der Pulli lediglich gewaschen, auf das Spannen habe ich verzichtet und so fällt die Weite unten gar nicht auf. Alles ist fein, auch der Halsauschnitt passt, was mir nicht so ganz gefällt, sind die Ärmelchen; die sind irgendwie so drangepappt. Ich denke, einfach eine kleine Blende an den Armlöchern wäre besser gewesen. Mal sehen, vielleicht mache ich das ja noch.

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Zu den technischen Daten: 463 g Panama (ein absolutes Leichtgewicht bei der Lauflänge von nur 135 m auf 50 g) verstrickt mit Nadeln 3,5 mm. Habe den Pulli um einiges länger gestrickt als angegeben – mit so kurzen Teilchen habe ich es dann doch nicht so 😉

Das für heute, ich werfe mich jetzt auf den Stricksessel und hoffe sehnsüchtig auf angenehmere Temperaturen…

 

Urlaubs-Nachlese

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Wie jeder Urlaub war auch dieser wieder so schnell zuende… Die Zeit am Balaton haben wir genutzt, so gut es ging, denn das Wetter war sehr durchwachsen, recht wenig Sonne, dafür aber schwül-warm, was nicht so ganz begeisternd ist. Egal, wir waren viel unterwegs. Einen Tag lang haben wir Gesundheit getankt im Thermalbad Heviz und ein Abstecher nach Budapest war natürlich auch dabei. Dort waren wir das letzte Mal vor neun Jahren und waren entsetzt, wie heruntergekommen diese herrliche Stadt wirkte. Ganze Straßenzüge schockierten mit geschlossenen Geschäften, wirkten schmutzig und verkommen. Nach zwei Runden kreuz und quer durch die Stadt hatten wir damals ohne Stopp gleich wieder die Flucht ergriffen.

Ganz anders jetzt. Es herrscht wieder das quirlige Leben, das wir von früher kannten. Parkplätze gibt es nach wie vor nicht, also war viel Fußarbeit vom abgelegenen Parkhaus angesagt. Zuerst in die historische Budapester Markthalle. Ein Bauwerk, das auch von Außen begeistert und nicht erkennen lässt, was drinnen steckt.

Die Halle ist ein absoluter Touri-Treffpunkt mit dem entsprechenden Angebot. Landestypische Produkte kauft man besser und preiswerter auf den vielen kleinen Märkten auf dem Lande.

Dann wollten wir uns einen guten Kaffee in dem vielgepriesenen Café New York gönnen, das war uns leider versagt, denn hätten wir uns dort angestellt, wären wir wohl noch nicht wieder zuhause. Nuja, einen Blick rein konnten wir mal wagen – irrer Prunk zum Staunen mit Live-Kaffeehausmusik. Dann noch ein bisschen Schlendern und schon wieder waren die Stunden vergangen und es ging zurück.

Unser Quartier in Balatonalmadi war gemütlich und ruhig, die Wirtsleute nett und fast komplett sprachunkundig – trotzdem hat alles bestens geklappt. Auch dieses Gewitter haben wir lebend überstanden: 0000 Tihany-01Mehrere Male waren wir aus alter Verbundenheit auf der malerischen Halbinsel Tihany, 0000Tihany-Dorf-01wo ich einen der örtlichen Töpferläden ziemlich leergekauft habe – am Ende hat die Verkäuferin uns mit Handschlag begrüßt und satte Rabatte eingeräumt. Dafür haben wir unter anderem auch dieses Nest und sein „Drumherum“ fast komplett leergekauft – bis auf dieses spitzohrige Geschöpf, das ja nicht fliegen kann. 0000 Tihany-001Dort (auf Tihany, nicht in dem Nest) haben wir dann auch unser Abschiedsessen in der verrücktesten Kneipe überhaupt zelebriert – in jeder Hinsicht ein Erlebnis. 0000-Tihany-Skanzen-020000-Tihany-Skanzen-01

Und schon war die Zeit wieder vorbei – wir haben sie genossen, auch mit viel Bewegung, denn jeden Abend ging es bergab ins Zentrum auf ein Eis, zurück bergauf hatten wir die Kalorien dann wieder abgearbeitet.

Die Rückfahrt dann war leider ein absoluter Höllentrip, denn die Autobahn durch Tschechien ist eigentlich nur eine riesige Baustelle. Die Stadt“autobahn“ durch Prag hat uns über anderthalb nervenzerfetzende Stunden gekostet, danach ging es einigermaßen voran, bis hinter Dresden dann gar nix mehr ging. Dort hatte man aus zwei Spuren ohne jeden ersichtlichen Grund eine gemacht und „Reißverschluss“ klappt halt nicht, leider. Aber nach gut 12 Stunden (Hin: knapp 10 Stunden) flogen wir ins heimische Reich ein, erschöpft, aber froh wieder da zu sein.

Und was hier jetzt an der Obstfront abgeht, das erzähle ich demnächst, denn an dieselbe muss ich jetzt, den zweiten Eimer Sauerkirschen entkernen, zwei weitere werden sicher noch folgen….

Urlaub in Sicht!

Manchmal ist es bei den Fadenkrams geradezu unheimlich mit der Telepathie (oder wie man das so nennen will). Während der eher langweiligen Fahrt letzt an die Ostsee zog mir so durch den Sinn, dass wir ja durchaus mal wieder nach Ungarn an den Balaton fahren könnten.

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Blick auf die Abtei auf der Halbinsel Tihany

War ewig kein Thema mehr, da das letzte Mal ein ziemlicher Rund-um-die-Nacht-Lärm-GAU war. Aber man hat ja heutzutage alle Möglichkeiten, derart lärmende Geschichten (damals war es ein Rock- und Heavy-Metal-Festival auf der anderen Seeseite, das uns in vier von sechs Nächten jeweils von 17:00 bis ca. 4:00 h in der Früh in unserem herrlichen Haus im Weinhang mit Blick über den See mit brachialer Gewalt den Schlaf raubte) vorab terminlich auszuschließen. 0000 Tihany-01 Also sollte der Gedanke erstmal in meinem Hirn reifen. Und als wir dann versonnen in Prerow am Strand saßen, meinte auf einmal der Herr Fadenkram lässig und locker, wir könnten doch endlich mal wieder nach Ungarn fahren. Ja, klar, dachte ich auch gerade dran. Also abklatschen, freuen und in die Planung einsteigen.

Zuhause dann mündete meine sofort begeistert akzeptierte Idee, doch am besten so schnell wie möglich – also noch vor den Sommerferien – zu fahren, in heftige Organisationswut. Der Knackpunkt war dann wieder mal Katze Lieschen, 0000 Lachkatzedie man nicht einfach so in eine Tierpension stecken kann. Sie hat ein paar Dörfer weiter ihre Spezial-Nanny und diese sah keine Möglichkeit so kurzfristig unsere artgenossen-unverträgliche Diva zu beherbergen. Gestern kam aber dann doch der alles entscheidende Anruf – Liese kann kommen!

Ha, eine Stunde später war das Quartier klar, ein paar organisatorische Dinge (Maut-Vignetten und so Kram) geklärt und die Reisevorbereitungen konnten in die heiße Phase gehen. Dieses Mal soll es nicht mehr die total überlaufene Halbinsel Tihany sein,0000 Tihany-05 wir haben ein Häuschen am Nordostufer und in der Ortsmitte, wo wir um diese Zeit altersgerechte Ruhe zu finden hoffen.

Rhododendronpark Kromlau

wie jedes Jahr an diesem Tag haben wir auch heute bei strahlendem Wetter einen Ausflug gemacht – spontan und unvorbereitet in die Oberlausitz in den Kromlauer Park. Ein Vögelchen flüsterte uns, da wäre immer zu Pfingsten das große Rhododendron-Blütenfest. Nuja, Feste sind nicht so unser Ding, aber egal, Rhododendren sind dafür immer sehenswert. Das Getümmel hielt sich in erfreulichen Grenzen und schon am Anfang empfingen uns einige wirklich schöne Ein- und Ausblicke. Kromlau-02-1

Kromlau-03Beim Näherkommen dann stellte sich heraus, dass die meisten der herrlichen uralten und riesigen Rhododenrenbüsche bereits weitestgehend abgeblüht sind – bei dem Wetter der letzten Zeit kein Wunder. Kromlau-01Nachdem wir dann die Hauptattraktion des Parks – die Rakoz-Brücke – endlich gefunden hatten, präsentierte diese sich leider eingezäunt und mit abgelassenem Teich.  Kromlau-05Der besondere Reiz dieser Brücke ist die fantastische Spiegelung im Wasser, die dann einen fast perfekten Kreis ergibt. Das fiel nun für uns leider aus. Aus der Ferne und mit halb weggeschnittenem Trockenteich zeig ich sie aber trotzdem mal.  Kromlau-06Heute war die Hauptattraktion die „Blaulichtmeile“, Feuerwehren und Polizeifahrzeuge begeisterten die Herren und die Knaben in erster Linie. Ich fand dieses schmucke Altertümchen bewundernswert: Kromlau-04Wir hatten einen sehr schönen Tag und der Herr Fadenkram war hocherfreut, mal wieder durch die Heimat seiner Vorfahren gefahren zu werden.