Dolce Vita auf der Zielgeraden

Noch nie habe ich ein so großes Teil so schnell von den Nadeln gebracht! Und nicht immer macht das Werkeln an einem Strickstück so viel Spaß wie eben hier bei meiner „Dolce Vita“. Noch versuche ich aber die Begeisterung in Grenzen halten, da ich nicht weiß, ob wir am Ende zueinander passen werden – größentechnisch.

Heute sind die Vorderteile fertig geworden und da ich erst nach dem Bade die Nähte schließen werde, sah das dann so aus:

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Die Vorderteile könnten etwas knapp über’m Balkon werden, daher sind noch die Seile drin, um das eventuell noch etwas zu richten.

Verständlicher sieht es  aber so aus – Vorder- und Rückenansicht nebeneinander (raufhauen macht größer):

Die größenbedingten Zweifel haben sich jetzt nach dem Entspannungsbad etwas reduziert, aber trotz der nassen Monstermaße bleibt die Spannung bis zum Trocknen. Dass es zu groß werden könnte, fürchte ich aber eher nicht;-)

Technische Details: NoNa Wool 50% Merino, 50% Acryl, LL: 300 m / 100g. Mit Nadeln 3,5 und 4,0 gestrickt, stecken 565 g in der Jacke. Kann aber mehr werden, da ich noch unschlüssig bin, ob ich nicht die Ärmel verlängern sollte….  Die Farbzusammenstellung mag aberwitzig erscheinen, mir gefällt sie, dem Gatten ebenfalls, das Sofa hat sich auch einverstanden erklärt und damit ist das Thema gegessen 😉

Geballte Ladung Inspiration (man kann es auch Werbung nennen….)

Nach einem Tip von Heike, die jetzt leider bloglos ist, musste ich die neue Schoppel-Postille „Knit the Cat“ Nr. 10 natürlich auch haben. Knit-the-cat-01Da der ansonsten ganz gut sortierte Landhandel weithin nicht mit solchen exotischen Spezialitäten gesegnet ist, fand ich das druckfrische Heft (164 Seiten für 7 Euro, da kann man nicht meckern!) im Shop von Dibadu. Gestern bestellt – heute gelandet, super! Es sind etliche sehr gelungene Modelle (allesamt beieinander sind sie hier zu bewundern) darin, das eine oder andere wird ganz gewiss auch den Sprung auf meine Nadeln schaffen.

Allerdings wage ich hier mal eine Kritik – vielleicht hat es auch nur mit meinem Alter zu tun – das eine Model erinnert mich irgendwie sehr an so eine drollige Figur aus dem Herrn der Ringe – weiter sag ich da lieber nix ;-), seht selbst:

Herbstliches

Da es mit dem Stricken derzeit nicht so wirklich vorangeht, nicht einmal Wollkäufe zu vermelden sind, gibt es ein Lebenszeichen in Form von einigen herbstlichen Garten-Impressionen.

Wie immer im Oktober ist da das Farbenspiel von Wildem Wein und blühendem Efeu – da kann ich mich kaum dran sattsehen. Was man nicht wahrnimmt, da dies hier ja kein Tondokument ist, ist das brausende Gebrumm und Gesumm von unzähligen Insekten bis hin zu den letzten Hornissen der Saison, für die es das ganz große Herbstschmausen ist.

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Ja und dann hatte ich letzt von der Notblüte unseres kleinen Apfelbäumchens berichtet. Man glaubt es kaum, das sieht jetzt so aus:

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Noch ein Weilchen so schönes Wetter, dann gibt es womöglich die zweite Apfelernte vom Baum…

Einige Rosen legen sich auch noch mal so richtig ins Zeug:

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Fadenkrams auf Reisen

Und wieder hat es uns – wie fast jedes Jahr um diese Zeit – in den Harz gezogen. Da immer schon lange vorher gebucht werden muss, konnten wir die trüben Wetterprognosen nur ignorieren und die Realität hat uns recht gegeben. Gelandet sind wir hier in gemütlich plätscherndem Landregen (wie schön nach der monatelangen Dürre!), am nächsten Morgen schien die Sonne in die Fenster und so ist es geblieben bis heute. Es nieselt, aber das schreckt uns nicht und hört sicher bald auf.

Da wir beide nicht so recht auf der Höhe sind, haben wir es ruhig angehen lassen, Rentnerurlaub halt. Einen größeren Ausflug haben wir in einem Anflug nostalgischer Verklärung (früher bin ich recht häufig dort gewesen und im Burgbrunnen liegt sicher immer noch meine Sonnenbrille…) dann doch gemacht.

Der  Eintrittspreis hat meinen Blutdruck und Kreislauf allerdings heftig in Schwung gebracht – 7,50 € (in Worten: siebenfuffzich!) sollte der Rundweg durch diese Klamotte alter Kaiserverklärung nun kosten! Aber der Gatte sprach, nun hätten wir uns bis hierher hochgeschnauft, dann sollten wir wohl die Kröte schlucken. Ja, das wird wohl den meisten so gehen, die hier landen… Dafür nehme ich Euch jetzt mit auf den Rundgang, das relativiert den Preis dann etwas;-)

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Denkmal-02Natürlich haben wir uns auf dem langen Weg hintenrum angepirscht…

Denkmal-04Das Barbarossa-Denkmal auf dem Kyffhäuser in all seiner monumentalen Pracht und Größe.

Details erinnern an Abbildungen ganz anderer Kulturen – ob gewollt oder zufällig sei dahingestellt: Denkmal-05Und hier (unteres Foto) nun der brillenfressende Burgbrunnen  – 176 m tief, der kleine helle Fleck in der unteren Bildmitte zeigt den Wasserspiegel. Und hier erreicht die Geschäftstüchtigkeit ihren Höhepunkt. Man kann Steinchen – 1 € das Stück – kaufen, die dann durch eine spezielle Vorrichtung in der jetzt bestehenden Brunnenabdeckung werfen, um dann einem blöden Spruch des „Brunnengeistes“ zu lauschen, der da dumpf aus der Tiefe schallt. Für die Kleinen sicher phänomenal gruselig und ein Quell nicht nachlassender Steinchen-Bettelei. Dann steht geschrieben, diese Steine fielen in einen Korb, der jeweils nach 4000 Aufschlägen hochgezogen und geleert wird, um die Steine dann wieder zu verscherbeln. Ja, und auf dem gesamten Burggelände sucht man natürlich vergeblich nach Steinchen ;-))

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Zum Schluss ein immer noch kostenfreier Blick auf das wunderschöne Quedlinburger Rathaus: Quedlinburg

Am Sonntag dann geht es schon wieder nach Hause, aber wir hatten eine schöne und erholsame Zeit – das zählt.

Wintervorfreude in Rot

Da freut man sich über die etwas moderateren Temperaturen und kommt sofort auf die Idee, endlich für den Winter vorsorgen zu müssen. Irgendwelche Heinzelmännchen müssen mir genau in dem Moment völlig datenschutzmissachtend in’s Hirn geschaut haben, denn schon flatterte mir ein Katalog ins Haus, auf dessen Titelseite (die einzige Chance, vor der Papiertonne meine Aufmerksamkeit zu finden) mir ein Jacke ins Auge sprang. Volltreffer, DIE und keine andere musste ich haben! Der Herr Wollfrosch guckte etwas verwirrt und meinte nur zweifeld, „was denn, so viel rooooot ??????“ Ja, meinte ich keck, warum denn nicht auch mal rot, außerdem leuchtet die dermaßen, dass du mich damit in jedem Gewühle findest (eine seiner größten Sorgen, ich könnte mal unverhofft verloren gehen…). Das überzeugte und gestern kam die Jacke an.

Jacke

Es war Liebe auf den ersten Blick. Und sie hat nur Eigenschaften, die noch keine meiner Jacken zuvor hatte: Sie hat so viel rot! Sie hat Knöpfe, keinen Reißverschluss, sie ist aus einem herrlich leichten weichen warmen Wollstoff, nicht aus wattiertem Vollplastik, sie hat eine Kapuze, die man nicht abnehmen kann, und ja, sie ist überwiegend rot.  Damit fangen die Probleme nämlich an. Nicht dass sie mir nicht stehen würde, nö, ich finde mich super darin, aber ich habe NICHTS an Accessoires, die dazu passen könnten, außer zur Not einem Paar grauer Stulpen. Zwölfunddrölfzig Schals und Tücher – Schränke und Kisten füllend – in allen Formen und Farben, aber nix dabei ist rot, auch nix einfarbig zu rot-schwarz-bunt passend. Schwarz auch nicht, versteht sich von selbst, glatt schwarz stricke ich nicht, weil ich es sehtechnisch nicht aushalte.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich muss mich schleunigst nach roter Wolle umsehen; wer hätte das jemals gedacht…

Irrungen, Wirrungen

Ist es Klimawandel, ist es Hitze-plem-plem oder fehlt dem Baum einfach nur der Kalender?

Beim Einsammeln der zwei abgeworfenen Erstäpfel dieses Bäumchens entdeckte ich, dass er schon jetzt für die nächste Ernte sorgt. Keiner hat ihm gesagt, dass es bei aller Mühe dann wohl doch nicht klappen wird…. Aber die Bienen freut’s.

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Irgendwas scheint in diesem Sommer in der Natur so ziemlich daneben zu laufen; gerade hatte unsere Magnolie ebenfalls die völlig untypische Zweitblüte abgeliefert…

Der Garten in der Dürre

Dem unermüdlichen Einsatz des Herrn Fadenkram mit Kanne und Spritze ist es zu verdanken, dass der Garten heuer eben nicht aussieht wie eine Brandenburger Nebenstelle der Wüste Gobi, sondern alles nett und gefällig blüht und fruchtet. Vor genau einem Jahr hatte ich Euch auch auf einen Rundgang durch den fadenkramschen Garten eingeladen, also will ich das heute auch tun. Der damals bereits heftig bewunderte Riesenhibiskus hat in diesem Jahr alles bisherige übertroffen und präsentiert sich in herrlicher Blütenpracht und -fülle. Allerdings reiche ich nun auch nicht mehr an die Triebspitzen heran, um Abgeblühtes zu entfernen. Wissenswert zu dieser Pflanze ist vielleicht, dass sie sehr wohl an ihrem Platz überwintert, jedoch komplett unterirdisch. Was hier auf dem Foto zu sehen ist, ist in wahnwitziger Geschwindigkeit ab Mai gewachsen.

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Zur Veranschaulichung: Der längste Trieb der Rose hat meine Länge – und ich bin wahrlich kein Zwerg 😉

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Ganz in der Nähe ist das mediterrane Gärtchen, das in diesem Sommer zu Höchstform aufläuft – zu der Höchstform, die ihm gestattet wird, denn die Töpfe müssen ja alle irgendwann  im Wintergarten wieder auf den Frühling warten. Keine Not wird es mit den Zitronen geben (ist eher ein Suchbild, aber man kann doch etliche entdecken):

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Dicht daneben überrascht gerade eine wohl etwas verwirrte Schwertlinie mit einer neuen Blüte. Darüber ist der Oleander kurz vor dem Knospenknall – eine wirklich gelungene Kombination 😉

 

Auch der Wein lässt sich nicht lumpen und verwöhnt uns schon mit der Vorfreude auf eine gute Ernte.

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Das im letzten Frühjahr gepflanzte Pflaumenbäumchen (Königin Victoria) hat sich unglaublich angestrengt und lässt viele leckere Früchtchen erwarten, auf die wir uns schon gewaltig freuen. Die dünnen Ästchen mussten schon gestützt und angebunden werden, leider gilt diese Sorte als eher brüchig im Holz, aber die zuckersüßen Pflaumen, die ich aus der Kindheit kenne, sind das Experiment wert.

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Ein weiterer Kandidat, der sich maximal beliebt machen will, ist das Pfirsichbäumchen, auch im letzten Frühjahr gepflanzt. Während voriges Jahr das heiß ersehnte Koste-Exemplar leider vor uns einen Liebhaber gefunden hatte, mit dem keiner rechnen konnte,

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bleibt dieses Mal bestimmt was für uns übrig,

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nachdem das Bäumchen auch die Fassaden-Grundsanierung vor ein paar Wochen bis auf ein paar Farb- und Mörtelspritzer unbeschadet überstanden hatte.

Soweit der Rundgang durch den halbwegs präsentablen Teil des fadenkramschen Gartens. Auf der anderen Seite sieht es nicht so gut aus, da der Gatte seit einiger Zeit doch eher gehandicapt war. Gestern hat er nun die längst notwendige Operation hinter sich gebracht und ist wieder guter Dinge und ich bin maximal erleichtert.