Voll in die Hose

Sommer satt in Fernost – was liegt da näher als Sommerstrick? Also habe ich in den vorhandenen (!) Schätzen gewühlt und bin auch schnell fündig geworden: „Fred Linen“ von Ice Yarns, ein nettes dünnes Strickbändchen aus Leinen, Acryl und etwas PA dabei;

tegna-04 nie wäre ich darauf gekommen, dass da der Wurm drin sein könnte. War aber. Ich wusste es wie immer besser, denn der zeigte sich ja schon ansatzweise in der Maschenprobe, da dachte ich aber, bei Rundstrick wäre das kein Problem. War es leider doch – und was für eins: tegna-01Offenbar ist das Garn stark verdrallt, so dass ich fürchten musste, dass ich bei den Armlöchern eine volle Drehung erreicht haben könnte…  Schon jetzt sind es 12 Maschen in der Vertikalen (sieht man trotz verschwurbeltem Foto, hoffe ich). Dazu ist das Strickbild grausig und das Garn aus mikroskopisch dünnen Fädchen sehr empfindlich und schwer zu handeln.tegna-03Also gab es eine fadenkramsche Premiere: Das Ganze einschließlich Restgarn steckt schon in der schwarzen Tonne. Schade um die Arbeit, aber man muss wissen, wann es sinnlos ist.

Nun habe ich noch eine komplette Pullovermenge eines ähnlichen Garns aus Baumwolle tegna-05und Acryl – da werde ich wohl eine recht große MaPro machen und dann nicht das Prinzip Hoffnung fahren, sondern womöglich gleich die Reißleine ziehen. Schade drum…

Amburgo – ein genialer Restefresser

Ewig und drei Tage habe ich an ihm herumgenadelt, anfangs mit viel Zweifel, ob das mit den Rippen meine Rippen(pölsterchen) nicht betont, anstatt mich optisch zu strecken – wie man das ja immer so möchte  😉 Die Anleitung  von Claudia Eisenkolb (Himawari) ist eine von denen, die zwar narrensicher aber in ihrer Ausführlichkeit fast schon wieder verwirrend daher kommen. Aber man kennt das ja inzwischen und kann abkürzen. Amburgo-04Die Konstruktion ist absolut clever, man beginnt im Rücken mit einem Quadrat aus der Mitte heraus (wenn man den frickeligen Anfang gemeistert hat, ein Klacks!), dann folgt für das Vorderteil ein dreiviertel Quadrat, mit dem man dann gleich den Ausschnitt erledigt hat, diese werden verbunden, das ergibt die Ärmelöffnungen und dann geht es munter weiter immer rundherum. Amburgo-02-1Gestrickt habe ich mit diversen Resten selbstgefärbter Merino/Seiden-Mischung inkl. Nachfärbungen, denn ich hatte nie gedacht, was da so an Garn reingeht… Lag vielleicht auch daran, dass ich einen dunkelgrünen Lace-Faden des gleichen Materials mitgestrickt habe, um die Farbübergänge anzupassen, was relativ gut gelungen ist.

Mit Nadeln 3,5 mm habe ich 710 g verstrickt, 457 g in SoWo-Stärke, 253 g Lace. Nicht gerade ein Leichtgewicht, aber sehr angenehm auf der Haut, flattert nicht, markiert aber auch keine Röllchen, ich bin sehr zufrieden.

Ein interessantes Detail findet sich an den Ärmeln, die dreiviertellang sind, weil ich nicht nochmal nachfärben wollte… Es gab an beiden Seiten ein fast identisches Pooling – unbeabsichtigt aber durchaus reizvoll: Amburgo-05

Poison Ivy zum letzten Mal

Nachdem er nun eine Weile ruhen durfte, habe ich den Schal gespannt und war am Ende angenehm überrascht. Ich hatte mich ja nur mühsam aufraffen können, ihn überhaupt fertig zu stricken und dann wollte ich ihn auch nicht mehr sehen. Aber da war gerade mit dem Spannen des Herbstblätterschals die Küche total blockiert, also kam es auf noch eine Nacht nicht an und das Ergebnis hat wie gesagt überrascht. 0Efeu-02Ein Lieblingsteil wird es wohl nicht werden, aber ich finde, er sieht nun doch ganz respektabel aus…

347 g Mille Colori Socks stecken drin, gestrickt mit Nadeln 3,0. Es war recht frickelig und die Löcher an den Blattstielen habe ich nicht wirklich bezwingen können. 0Efeu-03Als I-Tüpfelchen war die Wolle das Grauen pur – dazu hatte ich mich ja bereits ausgelassen – und jetzt nach nach 20 Minuten in fast kaltem Wasser mit einem Spritzer Eucalan darin – sieht sie total filzig aus und fühlt sich auch so an. Gut zu wissen, denn ich habe von jeder Farbe noch ein Knäuel….

Der Blätterschal – es ist vollbracht!

0Blätterschal-05Nie hätte ich gedacht, dass der mal fertig wird! Gestartet hatte ich ihn 2013/2014. Schnell stellte sich heraus, dass die geplante Wolle nicht mal ansatzweise für zwei Blätterreihen reichen würde und ich verlor die Lust, konnte mich aber nicht aufraffen, das Elend zu ribbeln. Immer mal wieder guckte ich das Fragment schief an, aber es regte sich auch kein Fünkchen Lust zum Weitermachen. Inzwischen hatte ich handgefärbte Wolle für die Fortsetzung gesponsert bekommen, aber die passte farblich dann doch nicht und zu wenig war es immer noch. Doch dann kam der Poison Ivy und nicht klein zu kriegende Blättersucht hatte mich gepackt. Erstmal ging der Versuch weiterzumachen komplett in die Hose. Aber der Ehrgeiz war geweckt. Es hieß, alles auf Null, Wolle passend überfärben, für das Mittelteil passendes Garn suchen (Stashabbau war dringend angesagt) und dann – NEUSTART! Irgendein Vögelchen zwitscherte mir, statt 25 Blättern pro Seite nur 23 zu stricken, da mein Garn dicker als das der Designerin war. Was für eine geniale Entscheidung, sie führte dazu, dass die Wolle reichte – gerade mal so, aber das ist ja egal.

Gestern wurde das Werk dann von der Streckbank erlöst und präsentiert sich nun in aller Pracht und Herrlichkeit 😉

2,55 m in der Länge und 56 cm in der Breite misst das Teil, verstrickt sind 417 g Sockenwolle mit Nadeln 3,0 mm. Und nun kann ich sagen, dass es mir vorläufig reicht mit der Blätterstrickerei…

0Blätterschal-080Blätterschal-09Der „schäbige Rest“ – eine Blättergirlande vom ersten Versuch und die verbliebenen 20 g Fadenenden:

Fast vergessen…

… habe ich meine Aurora Borealis. Dabei ist der Schal schon lange fertig und gefällt mir, denn er ist weich und fluffig und fernab von langweilig, ein echter Hingucker. Von den Anfängen habe ich ja vor langer Zeit mal berichtet. Aurora-06Es ist wieder ein Design von Svetlana Gordon, die hier nicht auf Blätter sondern auf I-Cords in Halbkreisen gesetzt hat. Clever verbunden sind diese dann mit einfarbigen Dreiecken. Man braucht auch hier allerhand Geduld, wenn man sich aber erstmal in die Formen eingefummelt hat, dann geht das doch zügig von der Hand und über die Nadel. Was mich erst geärgert hatte, der ständig ungerade Rand der einzelnen Halbkreise, stellt sich am fertigen Werk als zusätzlicher Effekt dar.

Verstrickt habe ich 278 g Malabrigo Mechita (Dried Orange und Arequita) mit Nadeln 3,0mm. Und wie gesagt, wenn man den Bogen erstmal raus hat, geht es munter voran 😉 Aurora-01

Auf in den Dschungel!

Kaum zu glauben, aber der „Dschungelpfad“ ist schon fertig. Es war eine lustige und abwechslungsreiche Strickerei, die vor allem dank der hervorragend verfassten Anleitung schnell von der Hand ging. Im Grunde besteht diese Anleitung aus Tabellen für die einzelnen Abschnitte der Strickerei, in denen man auch die Fortschritte abhaken kann, denn ein wenig Verwirrung könnte sonst schon mal aufkomen. Dazu ein paar klare Erläuterungen in Textform und schon ist der Erfolg der Arbeit sicher. Dschungel-03Entstanden ist ein interessantes, wandelbares Teil, das sich nett und gefällig um den Hals legen lässt. Dschungel-04Wie schon hier verraten, habe ich ein etwas stärkeres wunderbar weiches Dochtgarn von Hungariana (300 m/100g, 50% Merino und 50% Acryl) mit Nadeln 3,5 verarbeitet und genau 245 g verstrickt.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und musste das erste Shooting sofort noch vor dem Entspannungsbad veranstalten. Dschungel-08

Eigentlich und uneigentlich…

…eigentlich habe ich den „Poison Ivy“ fertig. Uneigentlich gefällt mir das aber gar nicht. Hier ist es ganz extrem zu sehen, dass die Fotos der Designer immer ganz viel anders und immer viel schöner aussehen als das, was man nach ihrer Anleitung gerade gewerkelt hat. Und so sollte der traumhaft geniale Schal nun in diesem Zustand beendet sein (was mir ja sehr entgegengekommen wäre, da mir vor allem die dreimal 850-Maschen-I-Cords zum Halse heraushängen) – geht aber gar nicht: 0-ivy-01Die äußere Blätterkante zipfelt und und krempelt sich; um das zu wissen, brauche ich das Werk auch gar nicht erst zu spannen. Habe also seufzend angefangen, noch zwei I-Cords dran zu basteln. Minimal tröstend ist, dass die beiden ein paar Maschen weniger haben als ihre mittigen Geschwister. Also frisch ans Werk! 0-ivy-03Ätzend ist die Rückreihe nach der Maschenaufnahme, da diese ganzen Schlingenanschläge mühsam links abgestrickt werden. Aber ich bin sicher, ich schaffe das 😉

Ansonsten bin ich stolz auf mein Werk, zuallererst auf meine Geduld damit, denn ich habe ehrlich nicht damit gerechnet, das Teil je fertig zu kriegen. Wie die Designerin es geschafft hat, am Stielansatz der Blätter ohne Loch hinzukommen, wird mir ein ewiges Rätsel sein, es geht nicht. Bei mir jedenfalls nicht. Stört mich aber nicht. Ich freue mich auf und über einen tollen neuen Schal.

Die Wolle, Mille Colori Socks & Lace von Lang Yarns, hat das Stricken teilweise zu einer Strafe gemacht. Es ist ein Dochtgarn, das dermaßen schnell auffasert, dass nach drei bis vier neu angeschlagenen Maschen schon Auflösungserscheinungen auftreten. Dazu dann lange extremst dünne Abschnitte – es macht wirklich keinen Spaß. Bei den Blättern habe ich dann das Aufschlingen schnell eingestellt und habe die Maschen von der Rückseite aufgestrickt. Ist aufwändiger, geht aber viel besser, auch was das anschließende Abstricken betrifft.

Der Feuersalamander

lange hat er gebraucht, der Feuersalamander, um das Licht der Welt endlich zu erblicken. So ganz himmelhoch glücklich bin ich mit ihm dann auch nicht. Daher bleibt er, wie er ist und ich verzichte auf das Futter, denn die schräge Naht gefällt mir nicht und das nette Müsterchen geht irgendwie unter und hat zu viel „Loch“. Der Anfang war ja vielversprechend, das Endergebnis nicht so. Vielleicht war das Garn nicht die passende Wahl? Seht selbst:

Feuersalamander-02

113 g leicht ist das Teilchen, verstrickt habe ich mit 4er Nadeln einen Rest der Malabrigo Silky Merino und dazu Selbstgefärbtes in Orange-Tönen.

Da ich gerade Svetlana Gordon in Serie stricke, kommt als nächstes der geniale Aurora-Borealis-Schal, der mir wesentlich besser gefällt.