Kampfstricken ist angesagt

Ungeachtet der Tatsache, dass hier UfOs in ständig wachsender Anzahl ein jämmerliches Dasein fristen, auch wenn das eine oder andere ab und an mal ein paar Maschen Zuwachs erfährt – in erster Linie, wenn ich die darin steckende Nadel anderweitig brauche – so gibt es doch ein gerade gestartetes Projekt, das demnächst seine Vollendung erfahren könnte wird. Die Anleitung von Sylvia Klinger nennt sich „Dolce Vita“ und ist wirklich der absolute Irrsinn. Deshalb musste das auch sofort nach Entdeckung auf meine Nadeln, klar doch. Die Problematik dabei ist, dass die Jacke von 38 bis 48 passen soll und sowas erregt mein Misstrauen, da ich eine eher große 48 habe ;-). Die Lösung sollte also etwas stärkere Wolle bringen, die in Gestalt der kunterbunten NoNa Wool hier gerade herumtrudelt. Der positive Nebeneffekt also war, dass kein Fadenkram bestellt werden musste. Der weitere Nebeneffekt ist, das Ding wird sowas von kunterbunt…

Los geht es also. Gestartet wird mit den Ärmeln in falschem Patent (das kann ich jetzt ohne hinzugucken!). Hier bereits vollendet:Dolce Vita-06

Dann wird der Rücken zwischen beiden Ärmeln gefüllt mit jeweils drei Reihen rechter und drei Reihen linker Maschen inklusive trickreicher Abnahmen in der Mitte. Das sah dann auf etwa halber Strecke so aus:

Dolce-02

Gegen die Langeweile, die hier aufkommen kann, hilft es ungemein, dass die Reihen recht schnell immer kürzer werden. Gestern hatte ich das dann geschafft, man erkennt jetzt so halbwegs, was es werden soll, auch wenn die Farben hier leider sehr zu wünschen übrig lassen:

Dolce-03

Voller Begeisterung bin ich nun bei den Vorderteilen, von denen sieht man noch nichts, nur, wohin sie wachsen sollen:

Dolce-01

Und wenn ich so aus dem fenster gucke, denke ich, dass sie heute wohl ganz gut wachsen könnten 😉

Herbst

Heute hatten wir das Glück der Frühaufsteher: Dichter Nebel in Odernähe, der dann fast übergangslos strahlendem Sonnenschein wich – und wir mittendrin. Dumm war, dass ich nur Smartphon statt Fotoapparat dabei hatte, was die Fotos nicht wirklich besser gemacht hat. Aber ansehenswert sind sie trotzdem. Oder-02

Oder-03

Oder-01

Die Paddler aus dem obigen Foto:

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…und wenige Minuten später die alte Eiche von der anderen Seite im Sonnenlicht:

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Bilder wie diese, die im Original noch so viel schöner sind, die machen die Landschaft hier zu etwas Einmaligem, dessen Reiz wir uns nicht entziehen können und wollen…

Es ist vollbracht!

Mein neues Mosaik-Tuch aus der Ferner-Urlaubswolle ist fertig und ich finde, ich kann es zu der rot-bunten Jacke tragen – mach ich einfach, zumal eh nicht viel davon zu sehen sein wird, da ich gerade am Hals hingebungsvoll frieren kann und alles zuknöpfe, so weit es nur geht 😉

Da viel Rot dabei ist, sieht das hier eher quietschig aus, ist es aber nicht. Die Musterstreifen habe ich aus vorhandenen Sammlungen zusammengestellt, als Kontrastfarbe ist Drops-Flora mit einem Faden Lace in Schwarz dabei und ein bisschen goldgelb. Die Form des Tuches habe ich nach dem letzt vorgestellten Modell „Slip Knit Love“ gearbeitet, die ich sehr gefällig finde.

Das Ergebnis gefällt mir ganz gut, leider war die Färbung der Ferner-Wolle aber sehr enttäuschend, im Rot-Verlauf fehlte einfach Farbe (bei beiden Knäulen) bis hin zu Farbaussetzern, was ich versucht habe zu verstecken, indem ich dann immer dort die Musterstreifen eingefügt oder rausgeschnippelt habe, was ganz schlimm war. Ist nicht komplett gelungen, schade.

Tuch-03

Gestrickt habe ich mit Nadeln 3,25 mm und es stecken genau 300 Gramm drin. Ein bisschen größer hätte das Tuch ruhig werden können, aber noch ein Knäuel der Grundfarbe will ich nicht mehr kaufen.

Geballte Ladung Inspiration (man kann es auch Werbung nennen….)

Nach einem Tip von Heike, die jetzt leider bloglos ist, musste ich die neue Schoppel-Postille „Knit the Cat“ Nr. 10 natürlich auch haben. Knit-the-cat-01Da der ansonsten ganz gut sortierte Landhandel weithin nicht mit solchen exotischen Spezialitäten gesegnet ist, fand ich das druckfrische Heft (164 Seiten für 7 Euro, da kann man nicht meckern!) im Shop von Dibadu. Gestern bestellt – heute gelandet, super! Es sind etliche sehr gelungene Modelle (allesamt beieinander sind sie hier zu bewundern) darin, das eine oder andere wird ganz gewiss auch den Sprung auf meine Nadeln schaffen.

Allerdings wage ich hier mal eine Kritik – vielleicht hat es auch nur mit meinem Alter zu tun – das eine Model erinnert mich irgendwie sehr an so eine drollige Figur aus dem Herrn der Ringe – weiter sag ich da lieber nix ;-), seht selbst:

Herbstliches

Da es mit dem Stricken derzeit nicht so wirklich vorangeht, nicht einmal Wollkäufe zu vermelden sind, gibt es ein Lebenszeichen in Form von einigen herbstlichen Garten-Impressionen.

Wie immer im Oktober ist da das Farbenspiel von Wildem Wein und blühendem Efeu – da kann ich mich kaum dran sattsehen. Was man nicht wahrnimmt, da dies hier ja kein Tondokument ist, ist das brausende Gebrumm und Gesumm von unzähligen Insekten bis hin zu den letzten Hornissen der Saison, für die es das ganz große Herbstschmausen ist.

Efeu-Wein-01

Efeu-Wein-04

Ja und dann hatte ich letzt von der Notblüte unseres kleinen Apfelbäumchens berichtet. Man glaubt es kaum, das sieht jetzt so aus:

Neue-Aepfel-01

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Noch ein Weilchen so schönes Wetter, dann gibt es womöglich die zweite Apfelernte vom Baum…

Einige Rosen legen sich auch noch mal so richtig ins Zeug:

Rosen-01Rose-01

Fadenkrams auf Reisen

Und wieder hat es uns – wie fast jedes Jahr um diese Zeit – in den Harz gezogen. Da immer schon lange vorher gebucht werden muss, konnten wir die trüben Wetterprognosen nur ignorieren und die Realität hat uns recht gegeben. Gelandet sind wir hier in gemütlich plätscherndem Landregen (wie schön nach der monatelangen Dürre!), am nächsten Morgen schien die Sonne in die Fenster und so ist es geblieben bis heute. Es nieselt, aber das schreckt uns nicht und hört sicher bald auf.

Da wir beide nicht so recht auf der Höhe sind, haben wir es ruhig angehen lassen, Rentnerurlaub halt. Einen größeren Ausflug haben wir in einem Anflug nostalgischer Verklärung (früher bin ich recht häufig dort gewesen und im Burgbrunnen liegt sicher immer noch meine Sonnenbrille…) dann doch gemacht.

Der  Eintrittspreis hat meinen Blutdruck und Kreislauf allerdings heftig in Schwung gebracht – 7,50 € (in Worten: siebenfuffzich!) sollte der Rundweg durch diese Klamotte alter Kaiserverklärung nun kosten! Aber der Gatte sprach, nun hätten wir uns bis hierher hochgeschnauft, dann sollten wir wohl die Kröte schlucken. Ja, das wird wohl den meisten so gehen, die hier landen… Dafür nehme ich Euch jetzt mit auf den Rundgang, das relativiert den Preis dann etwas;-)

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Denkmal-02Natürlich haben wir uns auf dem langen Weg hintenrum angepirscht…

Denkmal-04Das Barbarossa-Denkmal auf dem Kyffhäuser in all seiner monumentalen Pracht und Größe.

Details erinnern an Abbildungen ganz anderer Kulturen – ob gewollt oder zufällig sei dahingestellt: Denkmal-05Und hier (unteres Foto) nun der brillenfressende Burgbrunnen  – 176 m tief, der kleine helle Fleck in der unteren Bildmitte zeigt den Wasserspiegel. Und hier erreicht die Geschäftstüchtigkeit ihren Höhepunkt. Man kann Steinchen – 1 € das Stück – kaufen, die dann durch eine spezielle Vorrichtung in der jetzt bestehenden Brunnenabdeckung werfen, um dann einem blöden Spruch des „Brunnengeistes“ zu lauschen, der da dumpf aus der Tiefe schallt. Für die Kleinen sicher phänomenal gruselig und ein Quell nicht nachlassender Steinchen-Bettelei. Dann steht geschrieben, diese Steine fielen in einen Korb, der jeweils nach 4000 Aufschlägen hochgezogen und geleert wird, um die Steine dann wieder zu verscherbeln. Ja, und auf dem gesamten Burggelände sucht man natürlich vergeblich nach Steinchen ;-))

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Zum Schluss ein immer noch kostenfreier Blick auf das wunderschöne Quedlinburger Rathaus: Quedlinburg

Am Sonntag dann geht es schon wieder nach Hause, aber wir hatten eine schöne und erholsame Zeit – das zählt.

Das Ding mit dem Dreier-Tick

Dass ich derzeit von einem solchen beherrscht sein könnte, ist mir aufgegangen, als ich das Garn für das Mosaik-Tuch zusammengesucht hatte. Dreier-Kombis ohne Ende! Angefangen hatte das mit dem Pimentón, der war aber aus Lagergarn. Offenbar muss diese Dreifaltigkeit dann etwas ausgelöst haben. Ich zeig mal, wie ich darauf komme…

Cotton-Merino aus dem derzeitigen Drops-Merino-Sale:

Cotton_Merino-02

BC Garn Silkbloom Fino – ein federleichter Traum mit Seide: Silkbloom Fino-01Ebenfalls von BC Garn: Allino, 50% Leinen, 50% Baumwolle Lino_allino-03BC Garn mit dezentem Drahtcharakter – Lino aus 100% Leinenlino-02.jpg

Leuchtend sommerbunt passt Selba mit 50% Wolle und 50% Baumwolle ins Programm, wobei hier sogar eine vierte Farbe mit an Bord ist: Selba-1Zum Schluss dann noch diese märchenhaften Exoten von der Grünen Insel: IFTY-01

…und es ist so rein gar nix dabei, was die rote Jacke ergänzen könnte.

Erfolgreich entwurmt ;-)

Das Monstertuch, das mit dem Wurm drin, ist fertig. Und es gefällt mir. Und es ist gigantisch… Slip-03

Hier liegt es schüchtern und diskret nach dem Abnadeln und bringt gerade mal 1,95 x 0,54 m an die Latte. An sich ja auch nicht schlecht. Aber dann ging es in die lauwarme Strick-Badewanne. Gnadenlos an die Leine gepappt sah das dann so aus: Slip-06

Uiiijuiiiijuii, dachte ich mir, das Teil hat das Zeug zum Monster! Ja und heute früh entpuppte es sich dann mit 2,40 x 0,75 m als solches. Kuschelig warm und weich in einer für mich eher untypischen Farbigkeit. Die wiederum einer mich derzeitig beherrschenden Dreifarbigkeits-Marotte entsprungen ist. Obwohl ganz neu in meinem Besitz, wusste ich beim Kauf der Wolle leider noch nichts von der roten Jacke…

Das Tuch, seine Muster und Farben begeistern mich und so darf es vor den Wintereinsätzen erstmal eine Weile an die Wand der Herrlichkeiten, wo bis heute das Ägyptertuch von Ute seinen Platz hatte. Dieses könnte aber demnächst zum Einsatz kommen. Man sieht auch, dass meine Lust am Mosaikstrick ungebrochen ist. Derzeit grübele ich schon über einer Neuauflage dieses oder eines ähnlichen Tuches mit dünnerem Garn in Grautönen und einem dezenten bisschen Rot dabei ….Slip-07

Zu den technischen Details: Anleitung „Slip Knit Love“ von Lisa Hannes, gestrickt aus 400g Drops Merino Extra Fine, 105 m auf 50 g. Krausrechts mit Nadeln 4,0 mm, Musterstreifen mit 5,0 mm.