Ganz verliebt

Getreu dem Motto „was schert mich mein Geschwätz von gestern“ habe ich es gerade unbezwinglich in mir gespürt, diesen Pullover von Stephen West zu stricken. Und zwar schnell. Und zwar sofort. Und zwar in Windeseile. Und ohne Unterbrechung. Und das ist gelungen.

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Die Idee dabei hat mich begeistert, erst recht, da es auch wieder ein Top-Down-Gestrick ist; nur mit der gerippten Passe hatte ich vorab so mein Problemchen. Es stellte sich aber heraus, dass da überhaupt kein Problem existiert, im Gegenteil, einen so genialen Halsabschluss hatte ich bisher nur sehr selten, wenn überhaupt. Die Anpassung an die menschliche Anatomie geschieht am Hals mittels einiger verkürzter Reihen, die hier wirklich unsichtbar sind, und der schrittweisen Verbreiterung der Rippen bis zur Ärmelabtrennung – einfach genial einfach.

Kunterbunte Reste in Hülle und Fülle waren schnell gefunden und mit 4,5er Nadeln und drei Fäden wuchs das Teil in Windeseile heran. Für die Passe und die Bündchen habe ich all die vielen Reste der Pittura verwurstet, zusammen mit einem Faden Drops Lace in Lila und einem dünnen Faden schokobraunem NoName-Garn. Zusammen dann so doppelte Sockenwollstärke.

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Lila und Braun habe ich durchgehend beibehalten mit jeweils kleinen oder größeren Resten Sockenwolle kombiniert. Das Quietschlila da mittendrin gefällt mir jetzt nicht mehr so, aber es ist nun mal drin und da bleibt es auch, war der Rest Ferner-Lace vom Ägypter-Tuch, musste halt auch mal weg 😉

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Jetzt habe ich also unverhofft einen wunderbar kuscheligen und warmen Winterpullover, der trotz seiner Dicke und Länge gerade mal 690 Gramm auf die Waage bringt. Jetzt muss er nur noch baden und dann warten wir gemeinsam auf den Winter…

Dies und das und auch noch 2019

Euch allen – wenn auch verspätet – ein gutes, gesundes, entspanntes und wolliges 2019!

Wie auch immer Ihr hinein gerutscht seid, Ihr seid drin, genau wie wir, und müsst nun durch, alles Gute dafür!

Bei uns war alles genau wie Weihnachten – still, friedlich und gemütlich, an Silvester waren wir für 2918 definitiv zum letzten Mal in der Spreewaldtherme in Burg, abends dann hieß es mit Beerenbowle (großes Zugeständnis an den bösen Alloholl!!), Raclette und Fernsehen auf das neue Jahr warten, das dann ja auch pümktlich kam. Auch an diesem Silvester war es hier sehr ruhig, was wir sehr genossen haben, nach Mitternacht war eine knappe Stunde leichtes Geböller, das war’s bis zum nächsten Mal – herrlich!

Der Gatte hat mir einen großen Wunsch erfüllt (er wurstelt noch mit den Nachwirkungen herum, aber es geht super voran!). Da ich mal wieder große Pläne hatte, meine Strickbutze umzuräumen hin zu viel mehr Gemütlichkeit, war nun der große Schrank darin ein großer Störfaktor. Er sollte daher mit einem Highboard im Nebenzimmer den Platz tauschen. Eingerichtet auf eine längere Debatte tat ich schließlich mutig diesen Wunsch kund und war wirklich überrascht, dass der Gatte sofort zustimmte. Und schon ging das los und zwar besser als erwartet befürchtet, denn der Schrank musste nicht demontiert werden und passte wirklich auf den Millimeter haarscharf im Ganzen durch die Tür. Der einzige Kollateralschaden war meine riesige Monstera, die hab ich platt gemacht. Das wäre ihr eh nicht erspart geblieben, da sie dringend umgetopft werden muss. Das geht nun als Stummelfragment richtig gut, in voller Pracht und Herrlichkeit wäre es unmöglich gewesen. Ich bin ganz sicher, sie wird sich erholen und zu neuer Pracht auflaufen.

Ein Blick ins Chaos am Neujahrstag:

Ja, und was wurde als erstes eingeräumt? Richtig, Wolle! Mein Bett ist wieder benutzbar, alles ist verstaut, ein neuer Teppich ist eingezogen, am Fenster steht eine „Hilfsmonstera“ und nun fehlt noch ein passendes Regal über dem Highboard, und da liegt erstmal wieder der Hase im Pfeffer. Aber auch das wird. Und ich bin schon jetzt  hochzufrieden!

Viel gestrickt habe ich die Tage nicht, aber dafür mal etwas für mich ganz neues gestartet: „William“ von Ann Kingstone in Colorwork. Bin ja so gespannt, bisher bin ich daran immer gescheitert, aber nach den ersten Runden sieht das noch ganz gut aus…

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Für mich gibt es dann die Variante mit dem dezenteren Ausschnitt und auf den Nadeln habe ich gleich die frisch geschossene Pingouin-Wolle zusammen mit Drops Baby-Merino und einem dünnen Fädchen ich-weiß-nicht-was.

Weihnachten ganz unspektakulär

Das wollten wir schon immer mal: Weihnachten ohne allen Stress, total entspannt, nur nach den eigenen Vorstellungen. Und so wird es dieses Mal für uns auch sein! Der Sohn hat Probleme mit Dienstplan und Schichtdienst, den Rest der Zeit möchte er – frisch verheiratet – ganz sicher zu zweit mit seiner Angetrauten verbringen. Wer wenn nicht wir hätte da nicht vollstes Verständnis!

Und so war der Auftakt zum Fest heute ein spontaner Ausflug an die Ostsee, nach Zinnowitz auf der schönen Insel Usedom. Vorab mal kurz nach Greifswald, das zur genau passenden Zeit aus seiner Fassung gepurzelte Brillenglas (Strickbrille – geht ja gar nicht!) wieder einmontieren lassen. Hat perfekt und ohne jede Warterei geklappt samt Schraubenkleber. Dann fix auf die Insel. Es wehte ein steifer Wind, aber dafür konnten wir sogar ein paar Sonnenstrahlen erhaschen, was uns hier schon sehr lange nicht mehr vergönnt war.  00-Zinnowitz-01

Am Strand waren kaum Menschen unterwegs, ebenso auf der Autobahn, wo wir oftmals kilometerweit alleine unterwegs waren. Hinzu und auf dem Rückweg erst recht – das  hatten wir noch nie – in beiden Richtungen nach Auffahrt auf die Autobahn für entspanntes dahingurken Tempomat einschalten und erst bei Abfahrt nach ca. 120 Kilometern wieder ausschalten. 00-Zinnowitz-02

Auf der Rückfahrt irgendwo nett zu essen hat natürlich nicht geklappt, das haben wir dann zuhause nachgeholt – traditionell mit Bratwurst und Sauerkraut.  Dann gemütlich unter’m Weihnachtsbäumchen Bescherung und Tagesausklang – so könnte von mir aus jeder Heilige Abend ablaufen!

Euch allen wünsche ich ein ebenfalls entspanntes, gesundes und harmonisches Weihnachtsfest – genießt es!

Protzpost

Eiskalt erwischt hat mich doch letzte Tage der Fotograf der weltbedeutenden „Märkischen Oderzeitung“ beim Daddeln Warten auf den Gatten. Während dieser bei der Doktorin seines Vertrauens ansaß, hatte ich Zeit, mich dem Shopping-Vergnügen hinzugeben. Da das aber spätestens nach einer Stunde (inkl. Eisbecher!) überhaupt kein Vergnügen mehr ist, hatte ich mich einfach zu dem einsamen Weihnachtsmann des Centers gehockt. Dort sah mich der Fotograf ebendieser Zeitung als lohnendes Motiv an und drückte ab. Und so kam ich dann samt roter Jacke in die Zeitung und ziere sogar als Aufmacher die Facebook-Seite der Regionalpräsenz des Blattes. Ja und irgendwas hat das wohl wie wir da so in gleicher Pose sitzen – ich nur nicht so verträumt, aber einigermaßen abwesend schon 😉

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Am Gesichtsausdruck während des Thriller-Lesens muss ich allerdings noch hart arbeiten….

In den Kasematten…

waren wir gestern zu einem sehr gemütlichen, originellen und liebevoll hergerichteten Weihnachtsmarkt im Küstriner Vorland. Hier, in dem winzigen Nestchen Gorgast hatte der der Preußenkönig 1883 nach dem Sieg über Frankreich innerhalb von sechs Jahren Bauzeit ein trutziges und gewaltiges Fort errichten lassen, das zusammen mit fünf weiteren das Gebiet um Küstrin schützen sollten. Dazu kam es nie, denn bei Fertigstellung war das Bauwerk militärtechnisch schon total veraltet und nicht mehr zu gebrauchen. Es diente dann nur als Depot und ist daher noch so ausgesprochen gut erhalten und kann jetzt sogar für private Festlichkeiten gemietet werden.

Uns interessierte dieses Gemäuer schon seit längerem und der jährliche Weihnachtsmarkt dort war nun das Signal. Und es war toll dort! IMG_0879Der äußere Ring mit polnischem Steinofen-Bäcker, hier zieht es heftig, aber drinnen dann war es warm und heimelig…

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Die Händler hatten gut Platz und mussten nicht frieren….  IMG_0874Es gab auch massig Trödel, in dem man herrlich wühlen konnte…

Auch Selbstgestricktes und -genähtes war vertreten. Wie so die Verkäufe waren, weiß ich nicht, aber dass ich für alle Zeiten von Märkten, bei denen ich hinter dem Tisch stehe, geheilt bin, das steht mal fest.

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Hier ist der Gatte dabei, mir „ganz heimlich“ eine Kleinigkeit (vermutlich ist sie grün und würde im echten Leben quaken ;-)) zu erwerben.

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Es gab sehr viele polnische Stände, liegt hier in der Natur der Sache, die Grenze ist keine 10 Kilometer entfernt, die das Angebot auflockern und bei Obst und Gemüse beispielsweise eine Fülle an wirklich heimischen Produkten zu unschlagbaren Preisen anbieten, darunter auch meine geliebten Boskoop-Äpfel….

Fazit, nach Wildschwein vom Spieß, vor Ort gebackenen Spritzkuchen (die Auswahl der Leckereien war mehr als schwer) und allerhand sonstigen Schätzen sind wir zufrieden und beeindruckt wieder abgezogen, zumal sich die Gänge dann schlagartig gefüllt hatten und der „gemeine Oderländer“ zeichnet sich ja unter anderem dadurch aus, dass er gerne an engsten Durchgängen verweilt, Mitmenschen zum Schwatze animiert und sich dabei pudelwohl fühlt… Den Stau hinter sich bemerkt er nicht.

Eigentlich…

…wollte ich heute endlich den neuen Superschal spannen. Uneigentlich hatte ich unerwarteterweise den Gatten mit einer gestern gaaanz leise angedachten radikalen dezenten Veränderung unseres Wohnzimmers hin zu etwas mehr Gemütlichkeit dermaßen angefixt, dass er heute nach dem Frühstück sofort anfing die Möbel zu rücken. Natürlich gehörte dazu, sie vorher auszuräumen, dazwischen, darin und dahinter tüchtig zu reinigen, minimalen Neuanschaffungsbedarf zu diskutieren, sich ständig den Schädel an der nun erstmal einsam herumbaumelnden Lampe einzurennen, die verrücktenschobenen Highboards wieder einzuräumen, vorher den Inhalt ebenfalls zu reinigen usw…. Das Gute an solchen Aktionen, die ich ja eher spontan mag, ist, dass man es dem Gatten erstmal ganz genau erklären muss, weil es ja nicht seinem Gehirn entsprungen und daher schwerer vorstellbar ist. Das gibt dann so eine Meinungsaustauschs-Geschichte, von der er immer behauptet, er käme mit seiner Meinung und ginge dann mit meiner. Egal. Jedenfalls haben wir im aktuellen Fall wirklich beide konstruktiv den Fall diskutiert, mit dem Ergebnis, dass unter anderem mindestens 2.000 Glocken gespart werden können, denn wir brauchen gar keine neuen Sitzmöbel, da man die vorhandenen, die ja auch noch recht neu sind, tatsächlich sehr gut passend umgestalten kann. Auch der Fernseher kann bleiben, denn er wird bis auf zwei bis drei Millimeterchen Luft in seine ihm zugedachte neue Position passen. Für den bisher viel zu großen Tisch zu dem Ensemble haben wir tatsächlich im erreichbaren Umkreis einen Glaser gefunden, der die Platte auf ein angenehmes Maß verändern kann und wird. Haaach, ich freu mich, denn schon jetzt in der Versuchsanordnung sieht das richtig gut aus! Leider bleibt allerhand Sofa von der riesigen bisher alles erdrückenden „Wohnlandschaft“ übrig, was schade ist und nach einigem schweren Nachdenken eventuell wenigstens teilweise doch noch irgendwo unterzubringen ist. Aber es ist keine Neuanschaffung angesagt, also hält sich der „Verlust“ dann doch in Grenzen. Nur – und nun kommen wir auf den Anfang der Geschichte zurück – fehlt mir jetzt der immer reichliche Platz zum Spannen großer und/oder langer Strickwerke. Aber das findet sich auch, darüber werde ich jetzt bei ein paar Runden Gestricke sinnieren, während der erschöpfte Gatte sein wohlverdientes Mittagsschläfchen hält….

F.E.R.T.I.G :-)

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Das war vorgestern. Endlose Reihen á 606 Maschen + endlose I-Cords lagen vor mir…

Und jetzt – es ist geschafft!!!

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Ja, das musste ich gleich mal zeigen… Morgen geht es dann ins Bad, danach auf die Streckbank. Ich bin ja so gespannt….

Verstrickt habe ich mit Nadeln 3,0 mm 213 g SoWo hangefärbt, 82 g handgesponnenes BFL und 65 g Ferner Lace – macht also 360 g und ich möchte das nicht noch einmal stricken 😉

Nix los hier

Außer den üblichen Hüftverbreiterern hat der liebe Nikolaus uns auch den Entschluss beschert (nein, nicht den, keine Süßigkeiten mehr zu essen, klappt ja eh nicht), in das nördlich gelegene Kleinstädtchen Angermünde zum traditionellen Gänse- und Weihnachtsmarkt zu gurken. Der Himmel war grau und feucht, aber wenigstens fiel nicht direkt so viel raus wie befürchtet. Da wir Pünktlichkeitsfanatiker sind, waren wir natürlich schon vor Eröffnung dort und waren schon da einigermaßen enttäuscht. Zwei Gänse- und diverse Fress- und Glühweinbuden, ein Kleinkinder-Karussell, das war’s.

Gaensemarkt

Selbst der Weihnachtsmann latschte überaus gelangweilt herum. Wenigstens wollten wir einen Happen essen und landeten bei der üblichen Bratwurst. Meine war nur alt, die vom Gatten war wohl noch älter, sodass ihm richtig fein übel wurde, was uns dann auf der Rückfahrt den Besuch im Lieblings-Café ersparte. Eine Gans haben wir auch nicht gekauft, die kriegen wir hier im Dorf für fünf Euro weniger das Kilo direkt von der Wiese und wissen, sie hatte dort ein feines Leben.

Hier an den Nadeln passiert auch nicht allzu viel, ich stricke tapfer an dem letzt gezeigten Schal von Svetlana Gordon und hätte ich nicht einmal unbemerkt die falsche Richtung bei einem neuen Segment (und damit auch bei den drei folgenden) gewählt, wäre die zweite Reihe fertig, so hab ich da noch drei Segmente und nur noch wenig Lust dazu. Der Hammer kommt aber erst, es werden dann 606 (ja, sechshundertundsechs) Maschen aus dem Rand aufgenommen, die dann hin und her gestrickt, dann kommt ein I-Cord drüber. Das Ganze dreimal, bis der Zusammenstrick-I-Cord das Ganze hoffentlich glücklich beendet. Ich hoffe, dass ich bis Weihnachten fertig bin 😉 jaja, ich weiß, die Endrunden vom Nuvem sind viel schlimmer, aber der war längst nicht so dermaßen frickelig ;-))

Zur meditativen Erholung zwischendurch habe ich dann ein bissel geribbelt. Mein Landlust-Tuch, das total die Form verloren hatte und den „Crazy-Stripes“, der schon ewig hier herumdümpelte, weil sich herausgestellt hatte, dass ich mir inzwischen zuviel Hüftgold einverleibt hatte und er einfach zu eng war. Und so leberwurstpellenmäßig mag ich das ja gar nicht. Also verwandelte ich das gute Stück auch größtenteils in ein lustiges Geribbel. In der Reihenfolge des Entstehens:

An das Pulloverfragment mit einem Ärmel (!) werde ich nun munter geringelt in leichter A-Form den Body anstricken und dabei versuchen, mittels trickreicher Knäule-Wechselei etwas breitere Streifen hinzubekommen. Aus dem Tuch werden wohl Socken, da ich diese Färbung aus den Anfangszeiten meiner Färbe-Karriere sehr schön finde.

Ja, das ist der Stand der Dinge. Strickzeit hab ich aus wettergründen (ja, es regnet tatsächlich auch hier mal!) reichlich. Und das Ziel heißt, diesen tollen Schal bis Weihnachten fertig zu haben.