Winterweste fertig

In Windeseile hatte ich den Fehlkauf der Gomitolo Versione für den neuen Blätterschal von Svetlana Gordon umgelenkt in eine kuschelig warme Weste. Gestrickt mit Nadeln 3,75 ging das locker voran und ich habe einen tollen Warmhalter für den nächsten Winter.

Diese Wolle, Riesenknäule mit 700 Metern auf 200 Gramm, ist dick, warm und  Gomi_versi_02kuschelig sowie unwahrscheinlich ergiebig, so dass diese lange und ausreichend weite XL-Weste mit mal gerade 360 g ausgekommen ist. Super! Wenn ich mich dann aufraffen kann, werde ich noch einen I-Cord rundherum stricken, um die Abschlüsse ein wenig zu stabilisieren und diese hässliche Stelle rechts unten zu verbergen;-) Tailfeather-04

Diese blöde Planlosigkeit…

Nachtrag:

Beschluss gefasst: Das Ding kommt weg.Das wird nix vernünftiges.

…hat mich mal wieder überwältigt. Und so stricke ich nicht „Jushi“ aus SoSoft, wie ganz oben auf der Tapetenrolle festgepinnt, sondern ein Frühjahrsputztuch von Herrn West. Dieses Tuch hat so gar nichts, was einen hochreißen könnte, er kann es besser, sag ich mal, aber andererseits hat es insofern was, als dass man mal wieder Reste verwursten kann. Also kaufen (20% Einführungsrabatt ließen den Preis erträglich wirken), ran an die Nadel und los.  Der Einfluss auf die Restemengen ist marginal, aber das Gestricke macht Spaß. Es ist mindless, was immer man nebenher machen kann, es richtet keinen Schaden an, sofern man nur an den rechten Stellen wendet. Diese können mittels maximal zwei Markern eindeutig festgelegt werden, als keine Gefahr. Dumm ist, dass nebeneinander aufgereihte Garne, die man zu diesem Tuch kombinieren möchte, nebeneinander aufgereiht völlig anders wirken, als dann nebeneinander gestrickt. Ist jetzt auch egal, ich zieh‘ das durch, so! spring_cleaning_01.jpg

(kann Werbung durch Zeigen enthalten, ist aber alles selbst bezahlt und nicht beauftragt)

Serviceparadies D

Endlich kann ich mal wieder richtig meckern und werde das jetzt auch mit Genuss tun 😉 Der Frustverursacher ist einer der großen Möbelmärkte hierzulande, der unter anderem auch mit tollem Service protzt – wie alle eben, muss man demzufolge auch nicht so ernst nehmen.

Dort kauften wir vor gut zwei Jahren nach der Sanierung unserer Veranda Möbelstücke für dieselbe. Ich weiß ja nicht, wie Ihr es haltet, aber wir haben uns angewöhnt, nichts Bestimmtes im Sinn zu haben sondern halt „mal gucken“ zu gehen, so ist man einfach flexibler bei der Auswahl. Es klappte auf Anhieb und weiße Hochglanzmöbel zogen ein, die passten, wie extra angefertigt – die Freude war groß. Bis dann irgendwann die Frontfolien an den Schubfächern und Türen anfingen sich zu lösen. Erst ein bisschen, dann ein bisschen mehr und dann ganz massiv.

Überzeugt, die Garantiezeit wäre vorbei, grollten wir vor uns hin, bis es mir gelang, die AGB der Kette zu finden und da stand versteckt und verschämt, dass man 2 Jahre Garantie gewähre.  Hollaa!!!! Es waren gerade noch ein paar Tage bis zum Ablauf der Frist, also schrieb ich schnell eine Reklamationsmail und harrte der Dinge, die da kommen würden. Und tatsächlich, es kam eine Mail zurück, deren Inhalt doch ernüchternd war; man teilte lediglich mit, die Beanstandung an den Hersteller geschickt zu haben und „falls dieser sich melden sollte“ mir Bescheid zu geben. Aha. Also habe ich noch einmal nachgehakt mit dem Hinweis auf ihre Grantiefristen und bekam – gar keine Antwort mehr. Inzwischen habe ich ein eher un-nettes Schreiben an die Geschäftsleitung dieses Marktes und des Hauptsitzes der Kette komponiert, diese aber noch nicht abgeschickt.  Und heute kommt ganz unverhofft eine Postkarte ange-roller-t, auf der steht: „Es ist soweit! Ihr Austauschteil ist eingetroffen! Die Austauschteile bitten wir Sie bei der Abholung mitzubringen bzw. bei Lieferung bereitzustellen…“

Nun dachte ich, die Austauschteile würden wir bekommen, nein, wir sollen sie hinbringen. Nuja, der Gatte meint, ich solle nicht immer so krümelkackerisch daher kommen, es wäre doch schon so gemeint, wie wir uns das denken. Okay, nehmen wir es an. Aber ich denke nicht daran, diesen Kram da wieder hinzukarren, aber ehe ich mich darüber aufrege, muss ich erstmal telefonieren und versuche inzwischen, die Nachricht als „prinzipiell gut“ zu verinnerlichen.

Das alte Lied…

Kurz hatte ich ja schon angedeutet, dass das nächste Svetlana-Gordon-Design frisch nach seiner Veröffentlichung auf Ravelry sofort auf meine Nadeln musste. Die Notwendigkeit dafür ergab sich auch aus dem Vorsatz, mal den vielen Resten beizukommen. Löblich, oder? Und da ich es bunt mag, genau wie Frau Gordon, mussten es bunte Reste sein, die auch schnell gefunden waren.

NoNa-Wool, übrig von mehreren Projekten und bestens geeignet. Ein Blätterstreifen in grün-bunt war schnell fertig, der zweite in orange-braun ebenfalls. Bohemia-03

Ein weiterer in orange-braun sollte folgen (es soll ein Schal werden und keine Stola) und – man ahnt es – der verbleibende Rest reicht natürlich nicht, es fehlen ca. 30 Gramm. Es ist ein Kreuz, nachbestellen ist ja einfach, zumal das Garn auch noch vorhanden ist, aber dann hab ich ja wieder einen Rest….

Dann ist auch noch die Frage zu klären, womit ich dann den Freiraum zwischen den Blättern auffülle, in erster Linie, mit welcher Farbe, eventuell so in Richtung dieses hellen Beige an den inneren Blättern. Also ist erstmal wieder Sinnieren angesagt, aber wie immer – eine Lösung wird sich finden. Bohemia-05

Nun endlich…

…ist es vollbracht und ich bin so froh, dieses Werk auch vollendet zuhaben. Man ahnt es schon, es ist wieder ein Design von Svetlana Gordon, über die Anfänge und Mühen damit hatte ich ja bereits hier und hier berichtet. Fertig gestrickt ist es demzufolge ja schon lange, die Problematik lag im Spannen, denn mit stattlichen 2,60 Metern hat der Schal eine Länge, die man nirgendwo mal so eben einen Tag lang aufspannen kann. Meist passiert das dann auf meiner Liege und die Frage heißt dann, trockenen lassen und auswärts schlafen oder wie oder was? Und nun – taadaaa:

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Es stecken 360 g Wolle darin, 82 g handgesponnenes BFL, 65 g Ferner Lace, die die hellen Anteile liefern und dazu dann 213 g handgefärbte lilabunte Sockenwolle, die ich zum Glück fast identisch nachfärben konnte.  Gestrickt habe ich eeeeewig mit Nadeln 3,0 zu einem Monsterschal von 2,60 m Länge und 35 cm Breite. Und gewiss ist, dieses Teil werde ich nicht noch einmal stricken, ja, nicht einmal an sowas denken!  Bissi Augenpulver?

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BER II – der Gatte am Limit

Vorneweg: Ich habe mir nichts Böses dabei gedacht, ganz im Gegenteil, es war als (Geburtstags-)Freude geplant, die auch spätwinterliche Abwechslung ins Landleben bringen sollte. Aber nicht so, ich schwöre! Worum es geht? Um das neue Treibhaus! Das ist inzwischen eine seeehr lange Geschichte, und die geht so:

Mitte Februar kam dieses mit internationaler Fernspedition hier an und sah erstmal recht harmlos aus: Eine große Rolle (die Platten), zwei große Kartons, in denen es metallen klapperte, und noch ein bissel Kleinkrams, Schrauben, Tape und Trallalla. Und da die Witterung danach war, ging der Gatte sofort freudig zu Werke, aus allerhand blechernem Kleinkram sollte das Gerippe zusammengebastelt werden. Die Anleitung dazu sah schon mal beängstigend minimalistisch aus und dann stellte sich auch ganz schnell heraus, dass die einzelnen Teile keineswegs gekennzeichnet waren, wie im Shop versprochen. Erster Frust schlich sich langsam heran, da viele Teile sehr ähnlich waren und am Ende dann doch nicht zusammengehörten. BER-000Was aber Geduldsgeschichten betrifft, ist er mir weit voraus und der „Must-Have-Effekt“ tat sein übriges (das vergammelte alte Treibhaus musste schließlich für das neue weichen), so dass irgendwann nach vielen heftigen Flüchen und Drohungen (die doofen Blechprofile zeigten sich davon leider total unbeindruckt!) die Giebelgerippe inklusive Fenster- und Türrahmen fertig waren. BER-00

Der Rest war dann vergleichsweise ein Klacks.

Erschwerend und verzögernd kamen dann leider auch noch zwei üble und langwierige Erkrankungen ins Spiel. Seit ein paar Tagen geht es aber wieder aufwärts mit dem Herrn Fadenkram, so dass nun die Außenplatten das Haus als solches erkennbar machen.

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Die noch zu klärende Frage lautet jetzt: Wie bitteschön soll dann die vierte und letzte Platte oben am First befestigt werden? An alle anderen kam man ja von beiden Seiten und von innen heran, aber die letzte? Als wir diese „windschlüpfrige“ Form gewählt hatten, haben wir uns ja was dabei gedacht, denn hier auf dem absolut platten und waldlosen Land hat es sehr oft und sehr heftigen Wind. Dass dieses Konstruktionsprinzip nun aber den Zusammenbau doch heftigst erschwert, war uns da nicht klar. Nun ist heftigstes Sinnieren angesagt und ich hoffe, dass es erfolgreich sein wird. Als letzte Hürde in dieser Serie lauert dann noch die Befestigung der Firstabdeckung über die komplette Hauslänge, das überlegen wir dann aber später….

Nachtrag

In einer wahnwitzigen waghalsigen „Jetzt-ist-alles-egal-irgendwie muss das ja werden“-Aktion wurde nun einfach die große Leiter angelegt und schwupps – alle Probleme erledigt, das Haus ist dicht, die Großbaustelle bis auf die Feinheiten erledigt. Auch die Rauchgasentschwefelungsanlage hat auf Anhieb funktioniert und der Gatte ist stolz und glücklich, was er sich allemal verdient hat! BER-03

Drei mal vier Meter misst das Haus und bietet reichlich Platz (auch in der Höhe) für alles, was man da so drin machen kann. Es wird Zeit, die Tomaten blühen schon verzweifelt in ihren winzigen Verkaufstöpfchen und allerhand andere Pflanzen warten ebenfalls auf ihren Start.

Wer meint, er braucht auch so ein Häuschen und kann und will es mit so einem Bastelsatz allemal aufnehmen, der findet ihn hier (unseres ist die Variante Polycarbonat, die stärkere Platte, 3 x 4 m). Aber wie gesagt, man muss es wirklich wollen ;-). Zu dem absolut fantastischen Preis kamen dann in unserem Falle noch 100 Glocken für die Spedition und halt diverse Verzweiflung und Tobsuchtsanfälle…

Hertha pennt

Endlich haben wir es mal wieder in den Berliner Tierpark geschafft; das geht jetzt nicht mehr so überaus fix wie in der alten Heimat, aber doch schnell genug, um es öfter mal auf die Reihe zu kriegen…

Der Park hat ja nun seit einiger Zeit einen neuen Chef, den früheren Münchner Zoodirektor Knieriem, der die jahrelange Misswirtschaft unter dem vorigen Direktor, der für ausgewählte hoch angebundene Freunde gerne schon mal Zebra-Essen veranstaltet und den Affenfelsen durch Verkauf der Bewohner entvölkert hatte. Aber das ist ein anderes Thema, ich wollte von unserem Ausflug berichten.

Wie die meisten Besucher wollten wir natürlich auch das kleine Eisbärchen Hertha sehen. War eher enttäuschend, da wir zur Mittagsruhe eingetrudelt waren, Eisbären am Chillen hieß es da nur. Man muss schon genau gucken, um das Bärchen überhaupt zu sehen… Für Interessierte: Auf Instagram hat der Tierpark Berlin einen Account mit etlichen lustigen Videos – derzeit vor allem mit Hertha.0-Hertha-01Weiter ging es in gemütlicher Runde, bis wir auf eine neue Attraktion des Parkes aufmerksam wurden, die Flugshow. Da der Gatte ja noch mehr als ich auf alles abfährt, was Federn hat, war das dann ein Muss. Wir wurden nicht enttäuscht, denn Wüstenbussard, Weißkopf-Seeadler, Uhu und Geier zeigten artig ihre Künste. Die Falken waren etwas zickig, aber am Ende waren alle aus den Bäumen zurück. Alle Darsteller sind im Park geschlüpft und werden dort trainiert. Und es ist schon beeindruckend, wie sie knapp über den Köpfen der Zuschauer dahingleiten und man sie förmlich grinsen sieht, wenn selbige Respekt und vielleicht auch ein bisschen Angst zeigen…

Das majestätische US-Wappentier, das nach einer Runde um die Bühne… 0-Adler-01

….erstmal schnaufend auf seiner Hütte hockt und bewundert werden will: 0-Adler-02

Uhu und Falke zeigten sich etwas williger den zahllosen Papparazzi gegenüber und hielten hoheitsvoll still; nur das Einklappen des Uhu-Ohrpuschels zeigt verhaltenen Unwillen:

Weiter ging es zu den Varis. Diese lustigen Langschwänzer kann man fellnah erleben und sie sind neuerdings handzahm. Zum Glück klauen sie auch nicht, also kann man sie ganz entspannt bewundern. Der Begriff „Seiltänzer“ bekommt hier eine ganz neue Dimension 😉

Am Ausgang dann wurden wir noch staunende Zeugen einer Baumstachler-Eigenwilligkeit: Dieses Tier kletterte bedächtig auf seinen Baum-Ausguck, pinkelte versonnen runter, um dann wieder abzusteigen. Macht es ihm einfach nur Spaß oder steckt ökologisches Handeln dahinter? 0-Porcupine-01

Egal, er ist ein drolliger Geselle.

Vieles im Park ist im Umbau, einiges neu, gute Gründe, ihn nun doch öfter mal wieder zu besuchen. Gucken, wie die kleinen Tiger wachsen, 0-Tiger-01die Gibbons auf ihrer Insel toben,

und vor allem, die große Knipse mitzunehmen, um nicht auf diese schwiemeligen Handy-Fotos angewiesen zu sein …

Bunte Wellen vollendet

Derzeit schwirrt mir nur so das Hirn von Ideen für unzählige „Must Haves“, dass es fast überstrickerische Anstrengungen braucht, brav Reihe für Reihe an einem WIP zu werkeln, auf dass es ein Finished werde. Das ist mir jetzt bei dem Lavender-Schal von Svetlana Gordon gelungen. Das aber auch nur, weil entgegen aller Pläne schon das nächste Werk dieser genialen Designerin auf die Nadel musste.

Hier aber erstmal der Lavender; mit Nadeln 3,0 ist er 185 x 35 cm groß geworden und es stecken 190 Gramm Malabrigo Mechita drin.

Lavender-02

Das Ergebnis war die Frickelei allemal wert und über die wie immer enormen Farbunterschiede bei den Malabrigos kann ich hier großzügig hinwegsehen.

Lavender-05

Habt einen schönen Sonntag; wir warten noch immer händeringend auf endlich mal ein paar Regentropfen und fürchten schon wieder so einen gigantische Dürre wie im letzten Jahr.