Joyous – ein bisschen Leid muss sein

Der Blätterschal vom letzten Post liegt erstmal wieder in der Ecke, die Hände wollten das angestrengte Gedrehe mit den vielen kurzen verkürzten Reihen nicht mehr so. Aber das war kein Problem, ich bin da gut voran gekommen und das nächste große Patent-Tuch war ja bereits angenadelt.

Joyous Shawl von Leela Frankcombe, der Designerin, von der auch das geniale Evanescence-Tuch stammt. Ich habe mich für eine Ton-in-Ton Farbigkeit entschieden und so kam das wunderbare SoSoft-Garn von 7oczek endlich zum Einsatz. Joyous-03

Wäre dieses Tuch nicht so groß (es wird ein Dreiviertelkreis), wäre es das ideale Einsteiger-Zweifarb-Patent-Projekt. Wer mit viel Geduld gesegnet ist, kann es ja versuchen, es ist sehr einfach zu stricken und hat eine Option, nicht den ganzen etwas aufwändigeren Musterrand am unteren Ende stricken zu müssen. Joyous-01

Und aus genau diesem Grunde (und den vielen Maschen auf der Nadel…) verzichtete ich dann auch auf Lifelines. Eine hätte ja schon genügt, denn genau die wichtigste Musterreihe mit unendlich vielen Vierfach-Abnahmen am unteren Rand des Tuchs habe ich schon ganz am Anfang unbemerkt total vergeigt. Eine einfache Reparatur mit Zurückstricken war ausgeschlossen, alles flog erstmal in die Ecke, ich versank in dumpfes Brüten. Dann war schnell klar, dass Ribbeln keine Option ist, da ich das Tuch haben (und ganz gewiss nicht noch mal von vorn starten) will und das Single-Garn sicher nicht so gut mit der Ribbelei klarkommen würde. Also habe ich eine dünne Nadel in eine weiter unten liegende Reihe eingezogen und gedacht, die würde alle Maschen greifen. Naja, sagen wir mal, bei so gut wie fast allen hat es auch geklappt, aber es reicht ja, wenn auch nur einige Maschen blitzschnell davon flitzen… Jedoch als das Sonntags-Mittagessen auf dem Tisch stand, für das ja glücklicherweise der Gatte verantwortlich war, war dann doch wieder eine komplette Reihe auf der Nadel. Puhhhh. Und dank des miserablen Wetters war ich dann am Sonntagabend wieder an der missratenen Musterreihe, die ich nun mit maximaler Konzentration und Bravour meisterte. Knapp 600 Maschen waren jetzt auf der Nadel…

Inzwischen nähere ich mich ransant der Vollendung des Tuches, Fotos sind bis dahin nicht möglich, da es mit seinen derzeit 755 Maschen immernoch auf einer relativ kurzen Nadel sitzt. Vor jeder neuen Musterreihe friemele ich einen Faden durch die Maschen, die beste Garantie, sich nicht zu verstricken;-). Aber die Angst, noch einen Tag mit Reparaturen zu verbringen, sitzt mir doch im Nacken und das möchte ich wirklich nicht…

3 Kommentare zu „Joyous – ein bisschen Leid muss sein

  1. Wow, was für eine Rettungsaktion. Deine Worte „viel Geduld“ und „einfach zu stricken“ sprangen mich förmlich an, denn mit Geduld bin ich reichlich gesegnet. 🙂 Hab mir auch gleich die Farben der verschiedenen Projekte angeschaut. Deine Schwierigkeiten in der Musterreihe haben mich ein wenig abgeschreckt, aber ich hab das Tuch in meine Favoriten genommen. Der nächste Winter kommt bestimmt, bis dahin werde ich wohl etliche Ufos und Strickaufträge abgearbeitet haben und dann schaun wir mal…
    LG Moni

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, liebe Monika, das mit den „einfach zu stricken“ stimmt schon, man sollte sich dann nur nicht zur Sorglosigkeit verleiten lassen, eine Lifeline ist immer hilfreich 😉
      Wenn ich es geschafft habe, das Schätzchen endlich zu spannen, gibt es mehr dazu 🙂
      Komm gut durch den Sturm – liebe Grüße
      Regina

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