Erwischt

Vormittags ist bei mir immer eine Runde „was gibt es Neues im Netz“ angesagt, die mich heute auch (logisch!) zu Ravelry führte. Und da wurde ich eben Zeuge einer überaus beeindruckenden Schnapszahl (mit der Sieben habe ich es ja sowieso, selbst geheiratet haben wir am 7.7.):Rav-01-01

Siebenmillionensiebenhundertsiebenundsiebzigtausendsiebenhundertsiebenundsiebzig Mitglieder – das muss erstmal geschafft werden, Glückwunsch Ravelry!

Der Feuersalamander

lange hat er gebraucht, der Feuersalamander, um das Licht der Welt endlich zu erblicken. So ganz himmelhoch glücklich bin ich mit ihm dann auch nicht. Daher bleibt er, wie er ist und ich verzichte auf das Futter, denn die schräge Naht gefällt mir nicht und das nette Müsterchen geht irgendwie unter und hat zu viel „Loch“. Der Anfang war ja vielversprechend, das Endergebnis nicht so. Vielleicht war das Garn nicht die passende Wahl? Seht selbst:

Feuersalamander-02

113 g leicht ist das Teilchen, verstrickt habe ich mit 4er Nadeln einen Rest der Malabrigo Silky Merino und dazu Selbstgefärbtes in Orange-Tönen.

Da ich gerade Svetlana Gordon in Serie stricke, kommt als nächstes der geniale Aurora-Borealis-Schal, der mir wesentlich besser gefällt.

 

Läuft wie ein Länderspiel…

…dachte ich mir. Bis eben. Auf der Rücktour, bei der die oberen Blatthälften der ersten von drei Blätterreihen des „Poison Ivy“ entstehen. Ivy-05

Auf einmal stimmten die Maschenzahlen nicht mehr, nichts passte und irgendwann ging mir dann ein Licht auf – Schnappatmung – dieses Blatt hatte in der Hinreihe keinen Stiel bekommen! Ivy-04

Ivy-03

Man kann sich ja nun auch sofort denken, dass dieses Dilemma nicht etwa kurz nach dem Start der Rückreihe aufgetreten ist, nein, natürlich fast genau in der Mitte, mehr zum Anfang hin (Bild oben). Tricksen geht absolut nicht und was die “Freude” ins Unermessliche steigert, ist dieses mistige Garn, das man teilweise nur mit purer Überlistung verstricken kann. Ribbeln wird es ganz bestimmt nicht diensteifriger machen. Heißt, das Zeug reicht nun nicht mehr, aber ich habe ja noch eine zweite Farbkombi,

0Socks_lace-02-1-2_medium2lillabunt ;-),

dann muss die eben mit dazu, denn im Gegensatz zu sonstigen Missgeschicken, hat mich das jetzt (noch?) nicht demotiviert, ich will diesen Schal haben, jawohl! Wenn es sein muss, auch in lila, aber bitte mit allen Blattstielen.
Menno. Ich fang jetzt von vorne an und ich achte auf die Blattstiele!

Blattgewimmel

Endlich möchte ich mich mal wieder dem Blogthema zuwenden – Stricken. Als bekennender Fan von Svetlana Gordon kann ich mich gerade nicht bremsen und nach Aurora Borealis und Feuersalamander-Snood (muss ich ja beides noch zeigen!) ist jetzt der Poison-Ivy-Schal dran. Abgesehen davon, dass er einfach nur hinreißend aussieht, wenn er fertig ist, besteht er aus sehr kurzen verkürzten Reihen und massig Hin- und Hergedrehe, dazu Unmengen von Markern. Hier gab es gratis einen tollen Tip der Designerin, dem ich sofort begeistert gefolgt bin – so kleine Loom-Gummis; bei ihr sind es Hunde-Zöpfchengummis. Egal, wie man sie nennt, sie sind wirklich super geeignet und nichts verhakelt sich daran, auch nicht bei 62 Stück auf einer Nadel 😉

Inzwischen habe ich 18 der insgesamt 23 halben Blätter des ersten von drei Blattstreifen geschafft. Es ist frickelig, ja schon, aber es macht Spaß und wird (noch?) nicht langweilig. Am Ende kann ich dann sagen, ich habe jede einzelne Masche dieses Werkes gezählt, was der Wahrheit entspricht. Das Foto zeigt zwei Blatt-Unterseiten.Ivy-02Die 18 bisher fertigen sehen dann so aus: Ivy-01

Das Garn – Mille Colori Socks von Lang Yarns – ist wieder eine Herausforderung. Es ist ein sehr ungleichmäßig gesponnenes Dochtgarn, das es nur schwer aushält, wenn Maschen neu angeschlagen werden, und das passiert hier sehr häufig und dann auch noch bis zu 12 Stück. Das fasert das Garn total auf, zweimal ist es mir gerissen. Jetzt mache ich lieber einen Strick- statt des angegebenen Schlingenanschlages, das hält es besser aus und schont meine Nerven. Die extrem dünnen Stellen behandle ich dann wie rohe Eier und hoffe, sie halten stand. Keine gute Empfehlung, erst recht nicht bei dem Preis. Nun ja, ist halt so, dafür sind die Färbungen für solche Werke am besten geeignet. Die Blatt-Oberseiten werden dann lila-bunt. Bin gespannt, probiert habe ich noch nicht, das muss einfach passen 😉

Sprach- und ratlos

beides sind keine normalen Zustände für mich, aber manchmal passiert das einfach doch. Meist unter der Rubrik ‚kleine Ursache – große Wirkung‘. Und da ich ja gerne lamentiere und meckere, erzähle ich das mal.

Einer der unschätzbar großartigen Bestandteile dieser Immobilie ist der ehemalige Schweinestall, der jetzt aus drei Räumen – Gerümpelkammer, Werkstatt und dem Wintergärtchen besteht. Russ-01

Das Wintergärtchen nun wieder ist der I-Punkt, denn hier kann der Herrr Fadenkram seine empfindlichen grünen Schätzchen wohlbehalten über den Winter bringen. Im ersten Winter haben wir das Etablissement elektrisch beheizt, wofür wir eigentlich ein Dankschreiben vom Stromlieferanten erwartet hatten. Da dieses ausblieb, wurde für die laufende Saison eine Alternative gesucht und gefunden – in Form eines Paraffin-Öfchens, das mit Lampenöl betrieben wird. Ging hervorragend, der Raum wurde perfekt frostfrei gehalten. Dann waren die ersten 15 Liter Öl verbrannt und beim selben Lieferanten wurde selbes Öl zum selben Preis nachgeordert. Jetzt fragen wir uns allerdings wutschnaubend, was die in die Flaschen gefüllt hatten, gebrannt hat es wohl irgendwie, aber nach der ersten Nacht quollen dicke schwarze stinkende Schwaden aus der Tür und im Innern des ganzen Hauses hatte sich überall dicker fettiger schwarzer stinkender Ruß abgesetzt. Was eine gigantische Sauerei!

Wir hoffen, dass die Pflanzen das überleben werden, denn reinigen kann man sie nicht, das geht nur mit recht hochkonzentrierter Chemie und das würden sie ganz bestimmt nicht überleben. Sie stehen bei den recht milden Temperaturen jetzt draußen im Regen und der Herr Fadenkram ist auf längere Sicht gut ausgelastet mit den äußerst mühsamen Reinigungsarbeiten, denn auch in der Werkstatt sieht es ganz genauso aus. Derzeit ist die Decke im Wintergarten dran, jetzt den dritten Tag in Folge und ca. zwei Drittel sind geschafft, da keimt sogar in mir schon mal sowas wie Mitleid auf…

Mit viel Geschrei und Getöse…

…erwacht hier gerade die Natur. Kraniche-01

Für alle, die sich jetzt fragen, „was soll mir das jetzt wohl sagen?“, zerhacken wir das mal und ziehen es etwas dichter ran:Kraniche-01-0Kraniche-02Kraniche-03

Kraniche, so weit das Auge schaut. Beim ersten Morgenlicht kommen sie aus ihren Schlafquartieren von jenseits der Oder, flattern in riesigen Schwärmen mit dem typischen unmelodischen Geschrei über’s Land und lassen sich dann an bestimmten Stellen nieder. Derzeit ist einer dieser Hotspots ganz dicht am Dorfende ca. 300 Meter von uns entfernt, was heißt, wir haben bis zur Abenddämmerung das Gebrüll aus erster Hand. Aber es sind Geräusche der Natur, die lassen sich gut ertragen, also alles kein Problem.

Problematisch ist es leider, sie mal besser auf das Bild zu bekommen, da sie eine sehr große Fluchtdistanz haben; am besten geht es aus dem Autofenster, sobald man sich als Mensch outet, suchen sie das Weite. Das ist liegt sicher auch daran, dass die Bauern die gefräßigen Stelzengänger nicht gerade als Freunde betrachen, eher im Gegenteil, und ständig unterwegs sind, um sie von ihren Äckern zu verjagen.

Weitere Vorfrühlingsgäste sind die Wildgänse. Zahlenmäßig den Kranichen noch weit überlegen, haben sie ihre Weidegründe derzeit in der grenznahen Region, wo die Felder zum großen Teil noch unter Wasser stehen und ihnen wohl den Eindruck riesiger Seenlandschaften vermitteln. Mir haben sie vorhin einen ganz anderen Eindruck vermittelt – beim Überflug hat eine perfide und perfekt gezielt einen großen Gänseschiss dermaßen genial auf der Windschutzscheibe platziert, dass ich dachte, ich sitze im Spinat. Das hat mein Verhältnis zu Wildgänsen ganz dramatisch getrübt, das muss ich mal sagen.

Es geht wieder aufwärts ;-)

Auch wenn es noch immer klirrend kalt ist hier in Fernost, so ist heute zu spüren, dass die extreme Kälte doch langsam den Rückzug antritt. Genau wie meine Grippe. Nachdem diese dem ersten Aufatmen der Besserung durch einen neuen Schub getrotzt hatte, ist heute der erste Tag, an dem ich nicht denke, dass ich bei Verlassen des Hauses sofort zu Eis erstarren muss. Die Gunst der Stunde haben wir dann auch genutzt, um mal schnell am großen Fluss nach dem Rechten zu sehen. Es war eine grandiose Idee, denn dieser hat sich gerade wieder mit Pfannkuchen-Eis geschmückt, das lustig auf dem Wasser dahin treibt.

Erstmal sieht das doch sehr unspektakulär aus, Eis halt, im Winter nichts ungewöhnliches, oder?Odereis-04

Also einen etwas erhöhten Standpunkt suchen, was nicht so ganz einfach ist, wenn die nächste Brücke in beiden Richtungen fast 30 Kilometer entfernt ist. Aber inzwischen kennt man sich ja aus und sieht dann das hier: Odereis-01Diese lustigen kleinen runden Schollen sind in der Strömung ständig am Drehen und sammeln dabei ein, was ihren Weg kreuzt. Noch sind sie sehr weich und klappern nicht, was dann eine gewaltige Geräuschkulisse werden kann, die nicht mal mehr von dem allgegenwärtigen Geschrei hunderter Kraniche und Wildgänse übertroffen wird. Momentan sind die aber noch gut im Vorteil und beherrschen in großen Schwärmen mit lautem Gebrüll weithin die Landschaft.

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Ich möchte auch noch danke sagen für Euren geteilten Kummer mit all diesen komischen Wollwicklern. Immerhin ist es ja schon ein bisschen tröstlich, wenn man mit dem Problem nicht so ganz allein dasteht. Auch wenn es damit nicht gelöst wird  😉

@Petra: Danke für den Link zu den hölzernen Wickel-Schätzchen. Die sehen wirklich sehr robust und zuverlässig aus. Würde ich auch nur ansatzweise stricken um Geld zu verdienen, könnte ich darüber sicher nachdenken. Aber für’s Nur-Hobby ist mir das dann preislich doch viel zu weit oben angesiedelt. Sollte mir eine bezahl- und nutzbare Alternative ins Netz gehen, lasse ich Euch das selbstverständlich wissen 🙂