ja, ich muss zugeben, wenn es mir so gar nicht gut geht, dann bahnt sich die Neigung zu Gemecker und Genörgel wesentlich schneller ihren Weg in die Welt als sonst. Der Gatte tut dann gut daran, nicht allzu nahe zu kommen, was ihn ja bestenfalls auch vor Ansteckung schützen könnte. Besser ist aber, wenn ich irgenwelches Equipment habe, über das ist so richtig abkotzen herziehen kann. Und das tue ich jetzt.

Im schönen Jahre 2009, als ich längst noch nicht die Bloggerwelt entdeckt aber endlich wieder viel Zeit zum Stricken hatte, habe ich mir so einen handlichen kleinen Wollwickler (angeblich Bro*ther) gekauft. Bei Woll-Rödel, wo der Karton mit 300 g Sockenwolle gepolstert war. Dieses Angebot gibt es nicht mehr, leider, denn das kleine Ding, das nach dem Flop mit dem größeren Bruder tapfer weiter Dienst schieben musste, ist jetzt wirklich sowas von laut und ausgeleiert – und das mit allem Recht der Welt, wenn man die endlosen Kilometer (Ravelry behauptet, 189 wären verstrickt, gewickelt sind viiiel mehr) betrachtet, die es ohne Mullen und Knullen fleißig, gut und gleichmäßig genuddelt hat. Zwischenzeitlich hatte ich Volltrottel mir so ein kleines, meinem scheinbar identisches Ding, aus Fernost, wo die offenbar inzwischen alle herkommen, gleistet. Ich hätte es besser nicht getan, denn dieses Teil rattert zwar fröhlich im Leerlauf, aber Knäule wickeln kann es nicht, das werden so verkrumpelte Eier, deren Innenleben sich vorzugsweise oben an der Kone festhält. Der Gatte hat die Ursache identifiziert, die Fadenführung ist zu kurz im Verhältnis zum Stand der Kone. Dann hatte er die Idee, mit dem offenbar intakten Innenleben des neuen den alten Wickler wiederzubeleben. Hahaha, Billigplastik ja, aber man denke nicht, dass man die Dinger auseinander bekommt ohne sie dabei für immer zu zerstören. Clever, so verdammt clever!!!! Gerade habe ich Marktforschung betrieben. Leute, das sieht finster aus, absolut finster. Selbst das Kn*it*Pro-Ding ist schlecht bewertet und macht außerdem wohl nur bis zu max. 100 g Knäule. Alle anderen Fernost-Schrott. Sorry, das ist meine Erfahrung damit. Und jede Menge Gebrauchte – da vermute ich dann sowas wie mein altes Schätzchen – nee, danke, hab ich selber. Watt nu?

Ja und nach meinen weisen Vorschlägen hat der Gatte den großen Wickler auf ein Brett geschraubt, die Schiene der hinteren Fadenführung ebenfalls in ihrer „natürlichen“ Höhe fixiert. Sieht gut aus. Ist aber schon alles. Der Probelauf gestern ging grandios in die Hose. Das Ding geht beim Wachsen des Knäules so dermaßen schwer, dass selbst drei solche Anschrauber das nicht auf dem Tisch halten können. Auch ohne grippale Infekte behaupte ich mal, ist kein Frauenarm in der Lage, da lange dran zu kurbeln, es sei denn zwecks Bodybuilding. Und nichts liegt mir ferner und schon gar, wenn so ein Mülldings das verlangt.

Hat nun vielleicht jemand einen guten Tipp für mich (das hier muss es nicht sein;-))? Inzwischen bin ich bescheiden und wünsche mir nur wieder so eine kleine fleißige Nuddel, die nette Knäule wickelt…