Eiskalt erwischt oder sag niemals nie…

Diese handgewickelten Farbverlaufs-Bobbels geistern ja schon recht lange durch die strickende Welt und bisher konnte ich mich gar nicht dafür erwärmen, da der Farbverlauf eben kein Verlauf ist sondern eher in dezenten Streifen daher kommt. Aber nun hat es sich doch ergeben, dass ich – angefixt von schönen Fotos von schönen Projekten – auch mal Bobbels haben musste. Heute sind sie angekommen und ich liebe sie schon jetzt. Bobbel_Harmonie

Diese beiden (sind gleich, nur andersherum gewickelt) tragen den schönen Namen „Harmonie“, bestehen aus drei Fäden 50% BW/50%PA und sind kuschelweich. Und dass sie versandkostenfrei nicht einsam und verloren im Karton herumkullern mussten, durften noch weitere zwei wie oben aber vierfädig, mit auf die Reise gehen. Sie haben den netten Namen „Libelle-Capri-Riviera“, stammen von hier, wo noch unzählige Geschwister auf der Lauer liegen, um weichherzige Strickliesels zu umgarnen. Leider ist meine Knipse nicht in der Lage, diese fantastischen Farben einigermaßen vernünftig rüberzubringen. Bobbel_LibelleUnd sollte sich jetzt jemand über meine neuen sonderbaren Farbvorlieben wundern, dem sei gesagt, auch ich wundere mich, mag sie aber immer mehr ;-))

Liebe Wochenendgrüße in die Runde

Regina

Über das Landleben – Teil 4: Die Natur

Jetzt, nach eineinhalb Jahren Landleben im Oderbruch, kann ich mir wohl das erste Urteil auch über die Natur erlauben – sie ist für mich einfach grandios. Nicht im landläufigen Sinne – Wälder, Berge, Seen, sondern vor allem aufgrund der wechselnden Stimmungen, die in erster Linie mit den Wetter- und Lichtverhältnissen zu tun haben. Die Abwesenheit von Wäldern und Bergen, selbst von Hügelchen, ermöglicht einen weiten Blick. Man redet hier sowohl von „hohem Himmel“ wie auch vom „niedrigen Himmel“. Ich tendiere zu der zweiten Betrachtungsweise, dem niedrigen Himmel und zeige einfach mal, weshalb das für mich so ist. DSC00774Könnten einem diese Wolken nicht fast auf den Kopf fallen? Wohlgemerkt, wir sind hier nur ganz wenig über NN. Wolken_02

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Auch Fotos ohne direkten Fokus auf den Himmel zeigen fantastische „Lichtbilder“, denen wir uns nicht entziehen können und daher immer den Fotoapparat dabei haben. DSC01010 - KopieZehn Minuten später, gleiche Stelle:Gro-Neu-Nebl-08aDSC0100929-10-2016-Gross-Neuendorf-06

Gleicher Ort, einige Zeit später, erstes Winterahnen:

DSC01022 - KopieNoch etwas später; der Winter ist da:

Gro-Neu-Teich-03aDieser Tümpel direkt vor dem Deich, der letzt kaum noch Wasser hatte, hat etwas von einem magischen Ort für uns, den wir oft aufsuchen.

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Und weg vom Winter, wieder hin zum Himmel: DSC00887DSC01030Kopfweide-02All diese Fotos entstanden im Umkreis von nicht einmal 10 Kilometern und ich denke, damit leben wir hier an einem durchaus privilegierten Ort.

Es kann auch einfach nur der Blick aus dem Küchenfenster sein: Regenbogen-01Sonne-03

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Halbzeit bei den Halbkreisen

Was erst ganz schön knifflig aussah, hat sich schnell als leicht&locker-Gestrick entpuppt, so dass ich manchen der inzwischen sechs Halbkreise für den „Aurora Borealis“ von Svetlana Gordon an nur einem Tag geschafft habe. Aurora-02Was mich ein wenig umtreibt ist jetzt die Frage, ob und wie ich die langen geraden Seiten der Halbkreise, die ja die Außenseiten des Schals bilden werden, so schön glatt und gerade hinkriege wie die Designerin. Aber irgendwie muss das gehen; sie hat es ja auch geschafft  😉 Aurora-01Ich stricke mit dem wundervoll weichen Malabrigo-Garn „Mechita“ (bis 4. August 15% Rabatt!) und muss sagen, das Projekt ist ein ganz schöner Meterfresser. Die ersten 100g von dem Braun sind fast verbraucht; ich hoffe aber, mit den vorhandenen 200 g auszukommen.

Liebe Grüße aus dem Dauer-Landregen oder aus dem perfekten Dauerstrick-Wetter

Regina

Über das Landleben – Teil 3: Der alte Fritz

Preußenkönig Friedrich der II (kennt hier kaum einer) oder wie er in seinem späteren Leben meist genannt wurde, der Alte Fritz (kennt hier jeder), war ein äußerst umtriebiger, vielseitig interessierter und sehr fleißger Monarch, der speziell hier sehr verehrt wird, denn das Oderbruch in seiner heutigen Form verdankt ihm schließlich seine Existenz. Und so haben dann auch viele Dörfer entweder ein Fritz-Denkmal und/oder eine Alte-Fritz-Gastwirtschaft. Unser Hauptdorf hat beides an einem zentralen Platz vereint, die Gastwirtschaft sucht leider seit Jahren schon nach einem neuen Betreiber.

Auf der Website unseres Hauptdorfes gibt es eine recht gute, wenn auch knappe Übersicht zum Thema.

Im Hauptdorf steht an zentralem Platz ein recht imposantes Fritz-Denkmal (das fast immer mit Blumen geschmückt ist) mit einer spannenden Geschichte, denn zu DDR-Zeiten mochte man ja Könige und Kaiser nicht und der Alte Fritz machte da auch keine Ausnahme, es galt halt Sippenverachtung.

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Denkmal und Gaststätte „Zum Alten Fritz“ in Letschin – leider derzeit unbewirtschaftet

Doch er konnte dank selbstlosen Einsatzes „getreuer Untertanen“ vor der Einschmelzung gerettet werden. Hier gibt es einen – wenn auch schon etwas älteren – so doch wundervollen Artikel der „Zeit Online“ zum Thema; besser könnte ich das auch nicht aufschreiben ;-))

 

Rund 600 000 Taler soll es Mitte des 18. Jahrhunderts gekostet haben, das Bruch trockenzulegen, rund 50 Dörfer zu gründen und zu besiedeln. Aufrufe im Oderbruch zu siedeln wurden weithin bekannt gemacht, gewürzt auch mit dem Versprechen, hier fruchtbarstes Ackerland zu erhalten. Tausende Kolonisten kamen vor allem aus Österreich, der Pfalz und aus Frankreich. Rund 8000 Menschen sollen dem Versprechen auf Land, Religionsfreiheit, Verzicht auf Militärdienst und Steuervergünstigungen gefolgt sein. Viele der Neusiedler erhielten auch ein Fachwerkhaus zum bereits gerodeten Land. Vielerorts sind die Fachwerkgebäude noch heute erhalten, so in Neulietzegöricke, dem ältesten Kolonistendorf und auch in unserem kleinen Dörfchen.

Spannend machen diese Gegend auch die vielen Zeugnisse des unermüdliches Wirkens von Carl Friedrich Schinkel, des Fritz’schen Oberlandesbaudirektors. Kleinste Dörfer haben ihre Schinkel-Kirche, die man alle an ihrer unverwechselbaren Schinkel- Architektur sofort erkennt (hier gab es schon mal eine Geschichte dazu). Das Hauptdorf hatte allerdings mehrfach Pech mit seiner Fachwerk-Kirche, die nach einem Brand und Wiederaufbau wenigstens einen Schinkel-Turm erhielt. Im Zweiten Weltkrieg allerdings wurde sie dann endgültig zerstört; übrig davon ist jetzt der „Zuckerhut“ – der Denkmals-Schinkel-Kirchturm aus den Resten der einstigen Kirchen – hat auch was – so als Denkmal (im Innern gibt es eine kleine Geschichtsstunde dazu): 00Fritz-04

Ohne die königliche Trockenlegung wäre das Oderbruch immer noch eine Landschaft ähnlich der des Spreewaldes. Unzählige Nebenarme des Flusses zogen sich durch das Land, noch heute ist die „Alte Oder“ in Teilen erhalten. Man begegnet ihr und ihren vielen Seitenarmen sehr häufig, denn ein gerades Bett hat sie wirklich nicht, ist aber speziell bei Anglern sehr beliebt. DSC00745Bei meinem auch, aber er scheint immer noch nicht die passende Stelle gefunden zu haben, seine Fischzüge bleiben meist ohne Fische;-).

Das zur Historie der neuen Heimat. Die nächste Folge wird dann kulturell. Bis dahin  liebe Grüße in die Runde

Regina

Über das Landleben – Teil 2: Das alltägliche Dorfleben

Das Dorfleben als solches ist meist laut. Sehr laut. Leider. Einzige Arbeitgeber sind solche in der Landwirtschaft. Und die hat es sehr reichlich, denn das Oderbruch hat mit die fruchtbarsten Böden deutschlandweit. Leider haben diese Heuschrecken, hier als „Landgrabber“ unangenehm bekannt und verhasst, den Großteil davon aufgekauft und betreiben nun hemmungslos industrielle Monokultur – vor allem Raps und Mais für Biosprit, Biogas und solch hirnrissigen Kram. Daneben gibt es dann noch allerhand Viehzucht; nicht weit von uns auch eine Bullenmastanlage.

Und das passt, denn noch heute werden die meisten kleinen und auch größeren Jungs hier auf dem Lande „Trecka faahn“ als Berufswunsch noch vor Lokführer, Astronaut oder Kernphysiker nennen und das dann auch verwirklichen. Und da liegt nun der Hase im Pfeffer. Bei den Treckern. Früher waren die ja noch relativ harmlos, lästig schon, aber langsam und ohne niederfrequentes Dröhnen. Jetzt jagen die mit ca. 70 Knoten durch die Dörfer mit einem Sound, der auf den Magen drückt wie die Bässe bei Open Air Festivals und lange und weithin zu hören ist. Die Piloten dieser Monster sind ganze Kerle, die es einen Dreck schert, wie die Umwelt sie wahrnimmt; sie müssen ja Schallschutz tragen, außerdem haben sie es eilig, Zeit ist Geld, Verkehrsregeln sind für Deppen, Rücksicht ist Schwäche.

Man merkt, das Thema liegt mir am Herzen. Ja, tut es, denn direkt neben unserem Grundstück, keine fünf Meter vom südlichen Giebel, verläuft ein sehr gut frequentierter reichlich beschlaglöcherter Landwirtschaftsweg; der Blick aus dem Küchenfenster zeigt dann diesen Ausblick, der Schallpegel der irre rumpelnden Anhänger, zumal wenn sie leer sind, steht einem startenden Flugzeug nicht viel nach: TreckerDas Foto ist vom vergangenen Jahr, jetzt darf die Hecke ungestört in den Himmel wachsen (tut sie zum Glück auch). Absolute Härtezeiten sind eine Woche (inkl. jeweils zwei Wochenenden) im Mai  und im Oktober, wo das Futtersilo der Bullen aufgefüllt wird und dann die sommerliche Erntezeit – jetzt also. Den Garten als Ort der Entspannung und Erholung kann man dann getrost vergessen. Arbeiten geht. Arbeiten mit richtig Lärm dabei geht noch besser – Rasen mähen, Holz sägen, Hecke schneiden und so beliebte Tätigkeiten. Dumm ist nur, dass der normale Dörfler, egal, ob Treckerfahrer oder nicht, Rasenmähen, vorzugsweise mit dem Rasentraktor, als liebstes Hobby hat. Man hat auch das absolute Gespür für die richtigen Zeiten dafür – nämlich dann, wenn die großen Brüder abends endlich zur Ruhe gekommen sind. Irgendwie muss der Schallpegel ja aufrecht gehalten werden. Menno, ich könnte manchmal wirklich aus der Haut fahren, aber sowas von!!!

Irgendwann keimt dann das Gelüst auf, sich zu wehren. Darf man aber nicht sagen, dann erfährt man sofort, dass einen ja keiner gebeten hat, ausgerechnet hierher zu ziehen und dann auch noch zu stänkern. Preußisch-dörfliche Herzlichkeit eben. Also macht man sich erstmal kundig und – gibt auf. Man lernt nämlich, Landwirtschaft darf (fast) alles, vor allem im Bereich der Lärmemissionen. Na Klasse. Der Knaller ist die Erntezeit, da ist Vollgas für alle von früh um fünf bis nachts um 11 erlaubt – sieben Tage die Woche, wohlgemerkt! Wenn dann um Mitternacht endlich die letzten Monstermaschinen über die Dorfstraße ballern (wer die monströsen Hightech-Mähdrescher schon mal aus der Nähe erlebt hat, weiß was ich meine), freut sich der Mensch ja, kann aber vor Groll auch nicht gleich in den Schlaf finden.

Das ist der Alltag hier, zum Glück aber nicht jeden Tag, so dass selbst ich inzwischen lerne, das alles, wenn auch mal mehr und mal weniger gut, zu ertragen und als Teil des Gesamtpaketes „Landleben“ zu akzeptieren. Wenn in den extremen Erntezeiten das Wetter einigermaßen gut ist, sind wir viel unterwegs, denn es gibt ja auch ruhige Ecken, auf jeden Fall hinter’m Deich. Wie es zu diesem kam, erzähle ich dann in der nächsten Folge.

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Über das Landleben – Teil 1: Die Infrastruktur

Nach eineinhalb Jahren Leben im äußersten Osten des Landes (im Winter scheint es eher Westsibirien zu sein) möchte ich eine kleine Bilanz ziehen und Euch die Erfahrungen des Lebens hier etwas nahe bringen. Dieses in mehreren Teilen, um Ermüdungserscheinungen vorzubeugen 😉Bienenwerder

Heute die gravierendste Erfahrung; die mit der Infrastruktur. Es ist ja nicht so, dass es keine gibt, doch, tut es, aber man muss sich erstmal darauf einstellen (wir wussten, dass es so sein würde und waren bereit dafür).

Das Oderbruch besteht aus überwiegend winzigsten Dörfern, die inzwischen alle mit festen Straßen miteinander verbunden sind – wenn auch nicht immer auf direktem Wege. Das war nicht immer so. Wunderschön aber sind so Geheimtipps, wie z.B. die ehemalige Trasse der Oderbruchbahn, die einst gemächlich über die Dörfer zuckelte und leider schon sehr lange Vergangenheit ist. Diese Trasse wurde zum großen Teil zu herrlich schattigen Radwegen ausgebaut, ein Stück ist „richtige“ Straße, beidseitig bestanden von uralten Eichen, Kastanien und Linden. Das letzte Stück, hin fast bis an die Oder, ist ein romatischer Kutschweg, den zu bekutschen wir leider noch nicht geschafft haben. Aber das ist dann auch ein anderes Thema.

Zurück zu den Winzlings-Dörfern. Die haben teilweise ganz eigenwillige Namen, Beauregard ist ganz in der Nähe, Zuckerfabrik gibt es, Zäckericker Loose, Güstebieser Loose, Neulietzegöricke (das älteste Dorf im Umkreis)  und von fast allen „Ableger“, die ein „Neu“, „Alt“, „Groß“ oder „Klein“ vor dem Namen haben. Hat was mit der Historie und dem alten Fritzen zu tun, das dann ebenfalls in einem anderen Kapitel.

Völlig klar ist, dass die Zeiten vorbei sind, in denen jedes Dörfchen seinen Tante-Emma-Laden – hier „Konsum“ –  hatte. Diese Etablissements dienten nicht nur der Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs, sie waren immer auch Nachrichtenbörse und kulturelles Zentrum. Jetzt kann man Kilometer über Kilometer herumgurken ohne dass der Blick von irgendeinem Hinweis auf irgendeine Einkaufsmöglichkeit gestört wird. Die gibt es nur an wenigen zentralen Punkten, meist übernimmt Edeka die Versorgung gut und günstig, besonders erfreulich ist, dass dort auch meist eine Poststelle drin steckt 😉 Unser nächstgelegener E-Markt ist etwas über 10 Kilometer entfernt, eine durchaus bevorzugte Lage also. Ein bisschen mehr Shopping-Programm gibt es dann in der kleinen Kreisstadt, die nicht mal mehr eine Ampel hat, was sie in den Augen der Bewohner, denen man die einzige Ampel voriges Jahr weggenommen und durch einen Kreisverkehr ersetzt hatte, als Kreisstadt absolut abqualifiziert. Aber sie hat einen Baumarkt, mehrere Supermärkte, Apotheken, auch eine gewisse medizinische Versorgung ist hier, 25 km von uns, anzutreffen. Das Überleben ist also gewährleistet.

Der Vorteil der dünnen Besiedlung liegt aber an anderer Stelle – die Straßen sind gut und kaum befahren, so dass beste Freundin, die aus einer recht übervölkerten Ecke im Westen des Landes stammt, schon meinte, es erinnere sie hier ganz gewaltig an die Verkehrsverhältnisse im nordwestlichen Kanada. Nee, also dem muss ich dann doch widersprechen, denn bisher haben wir weder Bären noch Elche angetroffen! Aber man kann meist ganz gemütlich und ganz alleine durch die Gegend gurken und sich diese dabei ganz entspannt angucken – was sich ja auch lohnt. Die meisten Straßen sind alte Alleen mit sehr altem Baumbestand – wunderschön. Allee-04Außer auf unserer Strecke ins Hauptdorf – da ist einem wirren Hirn die Idee entsprungen, die Straße mit einer Weidenart zu säumen, die äußerst brüchig und damit windanfällig daher kommt. Und Wind haben wir hier viel und oft auch sehr heftig, da heißt es dann, besser zuhause zu bleiben; es sei denn, man braucht dringend ein neues Auto.

Zum Schluss noch ein infrastrukturelles Highlight, was nicht vergessen werden darf: die Autofähre mit dem wunderschönen polnischen Namen „bez granic“ (ohne Grenzen). Faehre02Ein Schaufelrad-Unikum, das hier von April bis Oktober im Stundentakt die beiden Ufer verbindet. Ein PKW mit zwei Personen kostet je nach Wechselkurs ca. 3,50 €. Die Fähre ist weit und breit die einzige Verbindung über den Fluss, von uns aus liegt die nächste Brücke im Norden genauso weit weg wie die im Süden – um die 30 Kilometer.

Wir fahren sehr gerne auf der polnischen Seite des Flusses – diese ist noch dünner besiedelt als die hiesige und bietet Natur pur. Der Fluss wurde hier nicht eingedeicht und große Überschwemmungsgebiete, in denen vor allem das gefiederte Leben nur so tobt, ziehen sich über viele Kilometer entlang des Oder-Ufers hin. Bis hin zu Fisch- und Seeadlern kann man Unmengen von Wassergetier beobachten. Dazwischen herrliche wunderbar aufgeräumte Nadel- und Mischwälder. Es ist so erstaunlich, wie absolut anders Natur und Landschaft am anderen Ufer daher kommen und immer, wenn es uns mal nach Wald, den es hier gar nicht gibt, gelüstet, fahren wir mit der Fähre rüber und können uns in beiden Richtungen an Kilometer über Kilometer Wald freuen. Demnächst werden wir dann mal ein Pilzkörbchen mitnehmen, gestern auf dem Basar in Kostrzyn gab es schon massenhaft Waldpilze…

Das für heute – ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Wird aber fortgesetzt.

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Gartenglück

Bis auf einige Jahre in einer Betonwüste habe ich fast mein ganzes Leben einen Garten um mich herum gehabt. Als Kind selbstverständlich und nicht immer geliebt (ich sag nur: Kartoffelkäfer sammeln…), später bewusster mit mal mehr oder weniger Freude (proportional zum Erfolg ;-)) daran. Und dann kam das neue Anwesen im Oderbruch mit diesem total abartigen Garten. Trotzdem (etwa gerade deswegen???) habe ich mich sofort darin verliebt, wusste aber, dass dieser Garten auf lange Sicht starke Hände brauchte – also nicht unbedingt meine. Demzufolge überließ ich dem Besitzer der starken Hände, dem Herrn Fadenkram also, die Entscheidung, indem ich ihn einfach überrumpelte mit der Frage, ob er sich vorstellen könne, in diesem Chaos Ordnung und Durchblick zu schaffen. Er sprach sofort ganz spontan „ja, klar!“ – damit war alles geritzt und der Makler konnte mit leuchtenden Augen und uns fest an der Angel von dannen ziehen.

Was dann hier an Arbeit, Ärger aber auch Freude und Erfolgserlebnissen auf uns zu kam, hatten wir nie im Leben bedacht. Jetzt, nach nur einem guten Jahr heftigsten Werkelns, geben die Erfolge uns recht – es war eine gute Wahl und der Aufwand lohnt sich – meistens.  Ich lade Euch mal zu einem kleinen Rundgang ein…

Die Einfahrt ist noch immer ein WIP, ein neuer Zaun ist gerade in Arbeit und ein Carport ist letztes Jahr entstanden. Da dieser den Hof sehr dominiert, haben wir ihn versucht zu begrünen und sind mit dem Erfolg recht zufrieden. Hof-links-02 vorher: Einfahrt01

Sämtliche Nadelgehölze erwiesen sich als krank bzw. überaltert und mussten demzufolge genau wie der wuchernde Wildpflaumenbaum oben rechts im Bild weichen. Am Ende der Einfahrt entstand dann voriges Jahr unser neue Terrasse, die inzwischen aussieht, als hätte sie schon immer dort gestanden . Terrasse-03

Diesen Blick vom und zum Gartenhaus

konnten wir inzwischen auch aufhübschen – rechts des Weges zum Gartenhaus sieht es jetzt so aus:Bunt-02direkter Blick auf dasselbe: Bunt-01Bereits im zweiten Jahr haben sich die Ringelblumen und die Löwchen sehr erfolgreich selbst ausgesät, damit hatten wir nichts mehr zu tun.

Besonders freuen wir uns in diesem Jahr über den mitgebrachten Wein, der jahrelang mit Ach und Krach überlebt, uns aber nie mehr als kleinste Kosthäppchen seiner Trauben beschert hatte. Jetzt sieht er so aus – wir sind begeistert!Wein-01Wein-02

Die Fundamentplatte des Vogel-Vernichtungslagers der Vorbesitzer  (beim Abriss fanden sich so viele Kleinvogel-Skelette…)Vogelvernichtungslager01 ist jetzt Basis unserer „mediterranen Abteilung“, wo wir unter andem langsam auf die Selbstversorgung mit Zitronen hinsteuern;-) Zitronen-02Ein Jacaranda-Bäumchen, Oleander, Olive sowie weitere Zitrusbäumchen haben hier ihren Sommerplatz, den sie offensichtlich lieben. Neben der Terrasse wächst eine Himbeere gigantisch gen Himmel – nie hätte ich gedacht, dass man Himbeeren mit der Leiter ernten müsste!Himbeere-02Soviel für heute. Demnächst zeige ich dann auch mal die Pflanzen, die mich hier am meisten begeistern.

Liebe Grüße in die Runde

Regina

 

Makrameè-Gewerkel

Makra-01 Was lag näher, als die jungfräulichen Flächen der neuen Veranda mehr oder weniger künstlerisch zu gestalten? Nichts. Und so sieht man jetzt die hintere Stirnwand mit Pflanzenhänger und Vorhang (der sich wegen des von hinten einfallenden Lichts wahnsinnig schlecht fotografieren lässt) anstelle dieses ehemals grauenhaften Anblicks. Veranda-Tag 0- 01Ja, aber das kennt man ja nun schon. Gegenüber neben der Haustür soll dann das Eulen-Gehege entstehen; die erste ist bereits eingezogen, weitere befinden sich in Wartestellung, da mir erst eine Befestigungsmöglichkeit einfallen muss, bei der die Wand nicht nächstes Jahr wieder neu aufgebaut werden muss.

 

Das ist überhaupt das große Problem bei meiner Werkelei – passende Plätze zu finden. Daher baumelt das bisher dekorativste Stück nach wie vor in Warteposition an der Schrankseite. Gefällt mir nicht wirklich. Einige weitere haben es noch nicht an die Wände geschafft, sie gucken mich dauernd vorwurfsvoll an, ich muss sie wohl erstmal in den Schrank räumen.

Überall im Haus sind inzwischen diese Pflanzenampeln eingezogen. Der Erfolg mit den darin wohnenden Pflanzen bestätigt, dass die wirklich eine gute Erfindung sind. Der erste Versuch fand so um die Weihnachtszeit im Wohnzimmer statt. Makra-05Wer aufmerksam hinsieht, erkennt die kleine Eule in der Mitte. Die baumelte Weihnachten völlig frei unter der Ampel… Jetzt sinniere ich, was ich mit dem irre rankenden Wirrwar am besten anstellen könnte.

LIebe Grüße in die Runde

Regina