Inzwischen sehen wir ja wieder einigermaßen Land im neuen Zuhause und sind bei passablem Wetter wieder viel unterwegs. Dabei haben wir jetzt den Vorteil der kurzen Wege für unsere Entdeckungen. Und zu entdecken gibt es hier viel, man muss  nur den Blick dafür haben.

Das Oderbruch ist ja eine sehr geschichtsträchtige Region, auch was das dunkle Kapitel des Zweiten Weltkriegs betrifft. Viele Relikte und Gedenkstätten erinnern daran, dass hier mit die schlimmsten Schlachten zu Kriegsende tobten, in denen beim verzweifelten Versuch zu retten, was längst nicht mehr zu retten war, auch Kinder und Greise auf den Schlachtfeldern verheizt wurden. Der russische Vormarsch auf Berlin war nicht zu stoppen.

Von diesem Irrsinn zeugen auch etliche Kirchen, die komplett zerbombt oder deren Türme zerstört wurden, um dem Feind die Aussichtsmöglichkeiten übers Land zu nehmen. Von den  zerstörten Oderbrücken sind auch nur sehr wenige wieder errichtet worden. Zu diesen gehört die Eisenbahnbrücke in Bienenwerder, die in den 1950er Jahren wieder aufgebaut wurde und eher strategischen Zielen der DDR diente, als dass jemals ernsthafter Verkehr darüber verlief. Bienenwerder-05Diese Brücke spannt sich zu einer Insel – im Hintergrund des Fotos zu sehen – und von dort weiter zum polnischen Oder-Ufer. Es ist ein wunderschönes Plätzchen hier und das hat eine äußerst kuriose Neuzeit-Geschichte.

Es gab da nämlich ein EU-gefördertes deutsch-polnisches Begegnungs- und Tourismuskonzept, das unter anderem die Einrichtung einer Draisinenbahn erstmal bis zur Mittelinsel vorsah. Diese Bahn sollte 2013 starten, tat es aber nicht, da auf einem der alten Brückenpfeiler ein Uhu brütete. 2014 wurde ebenfalls keine Betriebserlaubnis wegen Uhu-Sichtungen oder was auch sonst für kuriosen Gründen erteilt und bis heute ziert ein hässliches Tor und ein Stacheldrahtverhau den Zugang zur Brücke. Schade.

Bienenwerder-02

Die „Brutstätte“?

Aber abgesehen von all diesen Dingen, lässt es sich hier prima in aller Ruhe relaxen und Fische tummeln sich auch fröhlich an und unter der Brücke. Der Herr Fadenkram muss nur einen Weg finden, diese auch an seine Angel zu bekommen 😉 Aber er übt ja heftig.

LIebe Grüße in die Runde

Regina