die Tatsache, dass es hier sehr ruhig ist, hat nichts mit weihnachtlicher Besinnlichkeit oder solchen Dingen zu tun – ganz im Gegenteil, hier ist nun die ganz große Umtriebigkeit im Gange. Das neue Zuhause ist eine große Baustelle, auf der sich nun auch einige „Eier“ entpuppen, mit denen keiner rechnen konnte. So zeigte sich bei einem geplanten Türdurchbruch ca. 30 cm über dem Boden ein Ringanker. Das ist eine Eisenkonstruktion (normalerweise oben am Haus, aber was ist schon normal bei uns…), die das Haus als solches zusammenhält und an der man wirklich nicht herumsägen sollte, wenn man sein Haus liebt und erhalten möchte – vor allem und gerade im Oderbruch, wo alles auf dem Grundwasser „schwimmt“ und sehr unvorhersehbar auf Veränderungen desselben reagieren kann. Also Durchbruch wieder zugemauert und der Zugang zu meinem ganz privaten kleinen Reich erfolgt halt weiter gleich aus der Veranda – ohne direkten Zugang zum „Resthaus“. Aber wer weiß schon, wofür das mal gut sein könnte??? Dumm ist, dass diese Tür schon raugerissen aber zum Glück noch nicht zugemauert war.

Ja, es ist schon krass, dass es für das ganze Haus keinerlei Pläne irgendwelcher Art gibt, was unter anderem auch dazu führt, dass in jeder Wand und jeder Nische abenteuerliche Elektro-Installations-Ungeheuerlichkeiten auftauchen und die Arbeiten nicht gerade beschleunigen. Der Elektriker, der heute kommen sollte, hatte leider gestern Weihnachtsfeier und liegt noch auf Eis. Böser Bengel!

Die Maurer haben auch noch andere Überraschungen gefunden, die aber nicht ganz so gravierend waren, trotzdem bewundere ich die Jungs für ihre Geduld und ihre unerschütterliche gute Laune.

Heute vormittag ist der Herr Fadenkram nun mit einem Auto voll Survival-Ausrüstung und Malerkram gestartet, denn seine beiden Zimmer im Obergeschoss will er selber malern. Okay, dann soll es so sein und die sind auch relativ einfach herzurichten. Im Erdgeschoss sieht das schon anders aus, da ist der Fachmann gefragt, man möchte es ja auch für die nächsten Jahre schön haben und wann ist die Gelegenheit dazu, wenn nicht jetzt, wo alles leer ist. Hatte ich schon erzählt, dass unsere Vorgänger echte Paneel-Freaks waren? Ja, wirklich, es gibt keinen Raum (inklusive Keller), der nicht mit den unterschiedlichsten Paneelen in den unterschiedlichsten Material- und Farbkombinationen wenigstens teilweise (sehr teilweise manchmal, so statt Tapete um die Möbel herum geklebt und so Sachen) ausgestattet ist. Das Dumme daran – man weiß ja auch da nie, was dahinter zum Vorschein kommt, aber raus müssen sie alle.

So kommt nun eins zum anderen, viele Dinge tun sich auf, die man einfach nicht planen konnte, aber das Ganze geht voran, wir sind jetzt von unerschütterlichem Optimismus beherrscht und das ist gut so, denn es steht bereits der (einzig noch vorhandene) Umzugstermin im letzten Januar-Drittel fest. Da heißt es klotzen und alles muss klappen. Aber nett wie alle dort im fernen Osten, hat auch der Umzugs-Chef uns das Verschiebe-Hintertürchen offen gelassen, allerdings ohne neuen Termin, und die Jungs sind gut ausgebucht… Ein Grund mehr, dass jetzt alles laufen muss wie am Schnürchen. Also heißt es hier: Weihnachten? Was ist denn Weihnachten? Ganz ausfallen wird das Fest nicht, jedoch in einem sehr abgespeckten Rahmen stattfinden, so Gänsebraten, bissi Kerzenschein und Bescherung.

Es wird sicher auch niemanden wundern, wenn ich verrate, dass ein Zimmer hier (mein Atelier, klar doch, was sonst auch, nääch?) bereits komplett ausgeräumt ist und voller Umzugskartons steht. Aber das ist ein positiver Anblick, durchaus ;-))

Euch allen einen gemütlichen dritten Advent und liebe Grüße in die Runde!