ich sag’s ja immer, Fernsehen bildet – selbstverständlich auch den Herrn Wollfrosch. Und so kam es, dass ihm eines Tages eine pfiffige Idee für die Winterfütterung der lieben Federviecher sozusagen frei Haus geliefert wurde. Die Idee war umso besser, als sie doch die Anschaffung einer Flasche dieses igittigitt zuckerlastigen Getränkes notwenig machte, das er so liebt, das aber seit langem wegen akuter Gesundheitsgefährdung vom Einkaufszettel gestrichen ist. Mein Einwand, eine Saftflasche täte es doch sicher auch, wurde empört verworfen, denn die Bauanleitung verlangte nun mal eine Colaflasche! Nu gut, eine schadet ja sicher nichts. Es musste dann noch eine zweite angeschafft werden, weil die erste auf bislang ungeklärte Weise verschwand – als sie leer war, versteht sich!
Aber dann ging es ran an den Bau und in Windeseile entstand diese höchst originelle und perfekt funktionierende Vogel-Futterstelle, die inzwischen vorzugsweise von den Stieglitzen genutzt wird.

Diese lustigen bunten Pieper sind wie die meisten ihrer gefiederten Kollegen in der Nähe des Futters äußerst zänkisch und kampfbereit. Dass man sich hier an der Flasche gegenüber sitzen kann und sich nicht sieht, wertet diese Futtertechnik also enorm auf; sie ist auf jeden Fall doppelsitzig und Vogel kann fressen und dabei nach „Feinden“ im Geäst Ausschau halten und sie mit den entsprechenden Drohgebärden tief beeindrucken.
Aber es gibt ab und an auch Momente himmlischen Friedens, wo alle vier Stangen – allerdings immer „sortenrein“ – besetzt sind. 

Den beiden Äußeren sieht man zwar an, dass es ihnen nicht so ganz passt, was der Mittlere mit betont frechem Grinsen aber an sich abprallen lässt. Denn gemeinsam haben sie sich was echt Gemeines ausgedacht – sie sind längst satt und vertreiben sich hier gar putzig die Zeit damit, systematisch die große Flasche zu leeren. Man pickt geschickt ins Futterloch und bringt damit die Körnchen zum Rieseln, wieder und wieder, so dass innerhalb eines halben Tages die ganze Flasche von ein paar kleinen Flattermännern geleert ist.
Der Hintergrund ist sicher nicht, dass sie den anderen nichts gönnen, sondern dass Stieglitze wohl auch Bodenpicker sind, sich somit das Futter auf die zweite Gourmet-Ebene rinnen lassen. Diese Rechnung geht aber nicht auf, denn die auf der unteren Ebene allgegenwärtigen Ringeltauben sind schneller und hungriger…
Ja, Ihr seht, auch wer nicht so gut unterwegs ist, der kann sich doch das pralle Leben vor’s Küchenfenster holen ;-))) Und der Herr Wollfrosch ist gut damit beschäftigt, sich was auszudenken, dass eben nicht alles auf dem Boden landet….

Liebe Grüße in die Runde
Froggie