Jawohl!
Weshalb? Ganz einfach, mein Herr Fadenkram hat sich so an mich gewöhnt, dass er mich liebt, egal, wie gruselig ich auch daher komme! Ihr denkt, ich übertreibe wieder ? Nöö, gar nicht!
Letzt hatte ich mich ja als erwartungsfrohe Fast-schon-Rentnerin (bääääh, wie sich das nur anhört!!!) geoutet. Damit ist klar, dass ich kein allzu junger Hüpfer mehr bin – egal, wie auch immer ich mich fühlen mag und wie schnell ich stricken kann.
Damit ist dann auch klar, dass das eine oder andere Zipperlein am Alabasterkörper nagt. Die Entwicklung dieser Zipperlein, alle eher innerer Natur, veranlassten meine verehrte Frau Hausdoc vor einiger Zeit, mich mal zu einer Spezial-Kollegin zu schicken. Bei ihren obligatorischen Tests erschrak diese erstmal so sehr, dass sie mich nicht mal mehr in den heiß ersehnten Insel-Urlaub mit bester Freundin Anfang des Jahres fahren lassen wollte.
Erst als ich ihr glaubhaft versicherte, wenn sie das täte, würde ich auf der Stelle den befürchteten Infarkt ausbrüten, gab sie nach. Erklärte mir aber kategorisch, an neuen feinen Pillchen käme ich dann aber nicht vorbei. Nee. Kein Problem.
Noch weniger, als ich dann feststellte, dass ich die schon mal eine Weile inhalieren durfte und überlebt hatte. Weshalb die mit Arztwechsel ebenfalls gewechselt wurden, hatte sich mir damals nicht erschlossen aber ich bemerkte auch keine Unterschiede, die möglicherweise nur in der Kassen-Verträglichkeit gelegen haben könnten… Nur die Kombination war jetzt neu.
Ich schluckte die also alle tapfer und stellte wirklich und wahrhaftig schnell Besserung fest. Na bitte! Der neue Termin bei Fau Spezial-Doc (nach dem Urlaub!) ließ mich zwar recht flink an die Grenzen meiner eher mäßigen körperlichen Leistungskraft stoßen, aber die vorher kritisierten Symptome hatten sich zur allgemeinen Zufriedenheit sehr gebessert. Aufatmen, weiter fein Pillchen schlucken.
Dann kamen Frühjahr und Sommer. Die ersten warmen und die ersten heißen Tage. Hitze ist schon immer gut geeignet, mich total fertig zu machen, aber so wie ich das kürzlich bei den Sommertemperaturen erlebt habe, war es noch nie. Ich dankte täglich meinem Schöpfer, dass ich nicht (mehr) Tag für Tag in ein überhitztes Büro muss, nicht mehr in sardinenbüchsenartige Züge mit hunderten fremder Menschen gepresst werde, sondern die Hitzebeschwerlichkeiten zuhause im kühlen Zimmer abarbeiten kann. Aber dann stellte sich am rechten Unterarm ein riesiges juckendes Ekzem ein. Igitt. Dann fing das Gesicht an zu erblühen, ich nenne das inzwischen meine  spätpubertäre senile Mondlandschaft. Von dem quälenden Juckreiz, der mich abends heimsucht und mich fast dazu treiben könnte, diesen Körper an einigen Stellen zu enthäuten, will ich ja gar nicht reden, aber schon von den fünf Kilo, die ich seit Anfang des Jahres zugenommen habe, ohne bewusst oder absichtlich etwas dafür zu tun.
Die Waage gab dann den Anstoß, sich mal mit dem Beipackzettel der Medikamente zu befassen. Und siehe da, unter der Rubrik „eher selten“ fand ich all das aufgelistet, was mich so quält. Hätte ich das vorher gelesen, hätte ich wenigstens gleich gewusst, was auf mich zukommt, denn „eher selten“ trifft mich eigentlich immer.
Nun ja, ich wollte mich nun nicht mehr quälen, habe mir von Frau Hausdoc neue Pillchen ertrotzt und hoffe, dass sich wenigstens das Gesicht (altersentsprechend natürlich nur) wieder glättet und die Kilos verschwinden….
Aber glaubt Ihr jetzt, dass ich ein Glückspilz bin?

Liebe Grüße in die Runde
Pillen&Pickel-Froggie