Vorgestern musste mein Herr Wollfrosch wieder ins Krankenhaus, große Angst, große Aufregung, viele Fragen nach dem Warum, Wieso, Weswegen. Die sind in so einer Situation jedoch müßig. Wichtig war dann nur, dass es nicht der befürchtete Supergau war – wieder mal Glück gehabt. Wenn sich diese Anspannung dann löst, die akute große Angst vergeht, dann erfasst eine wahnwitzige Arbeitswut den Wollfrosch.
Gestern habe ich diese dann – man ahnt es – wieder mit Farbe ausgetobt (nebenbei gestrickt, genäht, Kartoffeln geerntet usw.).
Wie angekündigt, waren nun Blätter der Feuerbohne dran, Dost (Oregano) und Walnussblätter – frisch vom Baum. Die Bohnenblätter ließen mich bei den ersten Blicken auf die Wolle im Farbtopf frohlocken, ein zartes klares Grün. Dieses blieb natürlich nicht, leider, aber es wurde zu einem leuchten strahlenden Gelb – auch nicht schlecht.

Der Dost, von dem es in der Literatur heißt, er färbe rot, war die Enttäuschung des Tages, ein Beige-Grau-Grün oder wie auch immer man das nennen mag, war das Ergebnis. Ein bissel wie Brennnessel halt.

Und dann kam der Knaller – die Walnussblätter. Die Merino-Probesträngelchen, die ich in die Brühe mit den Blättern drin geworfen hatte, zeigten ein herrliches kräftiges Braun.

Von links nach rechts:
Walnussblätter, Dost, Feuerbohne auf Merino

So eine schöne Farbe, da konnte ich unmöglich die kaum genutzte Farbbrühe wegkippen! Als – denke, denke, denke – und der Groschen fiel. Da gammelt nämlich noch die Kokos-gefärbte Sockenwolle rum, die mir farblich nicht so gefällt. Also die große Versuchsanordnung lautete – 100-Gramm-Knäuel in die Beize, währendessen die Farbe abkühlen lassen, dann Knäuel in die schwarz-braune Blätterbrühe und gucken, was passiert. Und es ist was passiert und das so großartig, wie ich es nie und nimmer erwartet hätte, nämlich das hier:

Eine geradezu perfekte Melange, wie ich finde
Und das Probegestricksel „Bohne trifft Nussblatt“ gibt ganz gut die
Farben wieder, wie sie wirklich aussehen.