Gestern nun war das Große Abend-Färben im Hause Wollfrosch angesagt, da schwere Gewitter den Fernseher bzw. die Schüssel lahmgelegt hatten, kein Problem.
In den Töpfen war Färbesud aus Rainfarn, Brombeerblättern und die Sauerampferwurzelbrühe stand auch noch rum. Vorneweg, mein Favorit aus der Aktion ist eindeutig die Brombeerblätter-Färbung und zwar beide Varianten.
Da ich jetzt zu Testzwecken nur Probesträngelchen á ca. 5 Gramm färbe, ist ja der Experimentierwut material- und energiemäßig keine Grenze gesetzt. Und bei so kleinen Wollmengen denkt man (ich jedenfalls), dass die „normalen“ Rezepturen, sprich  Mengenverhältnisse, nicht ausreichen, um ein akzeptables Ergebnis zu erzielen, also „rin mitte Blätter innet Wasser!“. Die Ergebnisse der ersten Färbung – vorbehandelt mit Kaltbeize, dann ein Stündchen sanft geköchelt – waren schon im Topf beeindruckend und danach habe ich die jeweils ersten beiden Strängelchen erlöst. Zu den beiden verbliebenen habe ich ein paar Krümelchen Eisensulfat zur Entwicklung dazu gegeben und war völlig von den Socken, was dann passierte – herrlich dunkle Grüntöne entstanden – sowohl beim Rainfarn als auch bei den Brombeerblättern.
Im bereits benutzten und recht blassen Sauerampfersud habe ich für diesen zweiten Zug nur mit Eisensulfatzugabe gearbeitet, was da rauskam, sah dann aus wie das Fell einer Kanalratte – also bäääh.
Nach dem Trocknen allerdings erschien ein leicht rotstichiger freundlicher Grauton, der für Leute, die Grau mögen (ich nicht), sicher sehr interessant wäre.
Nun genug der Vorrede, hier die Fotos:

Von links nach rechts: Sauerampferwurzel pur, mit Eisensulfat
Brombeerblätter mit Eisensulfat, Brombeerblätter pur
Rainfarn mit Eisensulfat, Rainfarn pur



Die Brombeerfarben – leuchtendes Gelb ohne Grünstich



Der Rainfarn – leuchtendes Gelb mit leichtem Grünstich

Die Sauerampferwurzeln – links erster Zug pur,
rechts zweiter Zug mit Eisensulfat

Die Aktion – auch wenn eine kollossale Sauerei in der Küche eins der Ergebnisse war – hat Spaß gemacht und auf alle Fälle Lust am weiteren Experimentieren und das auch weg von den bekannten Rezepten, einfach nur so mal dies und das probieren. Ja und dann warten wir mal noch gespannt auf Herrn Wollfroschs angekündige Holunderbeeren-Färberei, diese reifen ja jetzt zusehends, also sollte das bald passieren….