wie gestern angekündigt (damit hab ich mich selbst überlistet – gesagt ist gesagt, da muss frau dann auch ran *grins*) hab ich heute gefärbt. Fünf Stränge hingen hier ja seit einiger Zeit traurig herum und warteten auf Farbe. Nun haben sie ausgewartet und ich hatte einen überaus lustigen Sonntag Vormittag. Ich erzähl’s Euch einfach – hab ja Zeit, Herr Wollfrosch ist schon vor einigen Tagen ins Krankenhaus umgezogen und wird dort wohl trotz aller Ungeduld noch ein paar Tage zubringen müssen.

Die lästigen und langwierigen Vorbereitungen erspare ich mir, es dauert halt so seine Zeit, bis man alles beisammen hat. Als dann nur noch der Küchentisch fürs Farbgepansche vorbereitet werden musste, bot sich erstmal folgendes Bild:

Igitt – Katze auf dem Küchentisch!
Aber wenn da mal so schön die Sonne drauf scheint?!

Ein kräftiges Fauchen machte mir dann auch klar, wessen Platz das ist. Egal, ich habe gewonnen und eine Schramme mehr auf der Hand. Dann stand die Versuchsanordnung und der erste Kandidat war aus dem essigsauren Entspannungsbad auf den wachstuchgeschützen Operationstisch umgezogen.

Man sieht es nicht, aber hier habe ich drei Stränge zu einem „gebündelt“; irgendwo hab ich mal staunend erfahren, man könne auf diese Weise bis zu 500 Gramm Wolle gleichzeitig färben. Meine heutigen Erfahrungen allerdings besagen, dass man sich auf höchstens drei beschränken sollte – jedenfalls was das Färben mit Ostereierfarbe betrifft. Abgesehen von der höllischen Panscherei durchdringt die Farbe nicht alle Wollschichten. Weil – die Pigmente an sich wissen ja nicht, worum es geht, sie setzen sich da hin, wo sie zuerst landen und basta. Nur der Mensch denkt und dreht und wendet den Strang dann, bis er meint, nun wäre die Farbe überall fein verteilt. Was sich immer noch oft genug als Irrtum herausstellt. Diesen Irrtum kann man aber kreativ nutzen und ich finde die ab und an auftretenden „nackten“ Stellen ganz spannend. Gut ist, dass die austretende überschüssige Flüssigkeit im Grunde farbfrei ist. Man kann sie dann ab und an mit einem alten Handtuch oder Küchenkrepp (in dem Fall sollte eine dicke Rolle bereit liegen) aufnehmen, was die weitere Färberei ungemein erleichtert (unter die Wachstuchdecke habe ich entlang der Tischkanten allerhand gerolltes Zeugs gelegt, was aus der Decke eine Wanne macht und alles Wasser darin hält). Ja und dann hatte ich auch einen Handschuh an. Einen. An der rechten Hand mit dem Farb-Löffel. An der linken Hand, die den Strang wendete, hatte ich keinen. Die ist jetzt sehr bunt. Warum? Weiß nicht. Ich bin so. An Handschuhmangel lag es nicht, hatte gerade ein Hunderter-Paket für die Gartensaison angeschafft.

Über eine Stunde ging dann das Gematsche mit dem Dreifach-Strang. Ja. Echt. Und dann sah der so aus und es ist sehr viel Farbe drin, die ich immer wieder nachgemixt habe:

Ja,ja, ich weiß, das künstlerisch wertvolle Deckenmuster stört….
So marschierte der Kandidat dann in die Mikrowelle

Etwas erschöpft war ich da schon und während ich mich ein wenig mit ein paar Reihen Teddyhöschen-Gestrick ausruhte, ergriff diese teuflische Katze ihre Chance und sprang auf den Rand der Essigbad-Schüssel, die auf einem Stuhl stand und selbstverständlich der plötzlichen Gewalt nachgab. Nun hatte die ganze Küche ein Essigbad. Katze flüchtete vorsichtshalber, was auch gut für sie war. Inzwischen ist sie stolz auf den strahlend blanken Küchenfußboden, den sie sich als ihr Verdienst anrechnet. Danke, Lieschen. Ich wüsste manchmal wirklich nicht, was ich ohne dich täte!

Nun ging Kandidat zwei ohne weitere Verzögerungen ins Rennen. Zwei Stränge zusammen. Da nach meinen Färbeaktionen immer massig blaue und grüne Pillen übrig bleiben, solte dieser in genau diesen Farben schwelgen. Tat er dann auch. Da das nun farblich – weiß der Geier warum – nicht so mein Feld ist, taufte ich ihn nach vollbrachter Tat auch in „die grausige Erna“ – in Anlehnung an Nachbars oft nur schwer zu ertragende Jack-Russel-Hündin Maja, die von ihren Herrschaften inzwischen in „die grausige Inge“ umbenannt wurde. Aber man soll ja nicht zu dolle nachäffen *grins.

Die grausige Erna fertig befärbt

Ja und im Gegensatz zu dem ersten noch unbenannten Werk weiß ich sogar schon, was aus Erna werden soll – nämlich das hier .

Inzwischen hängen beide nach weiteren Bade-Aktionen tropfend am Haken und ich lauere voller Spannung, wie sie dann wohl trocken aussehen werden.

So, dies der Färbebericht. Wer Fragen, Anregungen, Hinweise hat, kann sie gerne loswerden, ich bin für jede Anteilnahme dankbar.