Das Wetter hat uns also wieder voll im Griff, nur dass der Regen nun in fester Form vom Himmel fällt – ansonsten nichts Neues im Wollfrosch-land – das Jahr der gigantischen Niederschläge macht seinem Namen weiterhin alle Ehre. Wer heute früh aus dem Wollfroschfenster geguckt hätte, hätte dieses traumhafte Bild gesehen:

Ja, klasse, gewiss – wenn man da nur nicht in der Pflicht wäre mit der Schneeschipperei. Ich hab es tapfer getan, der Rücken ist schwer vergrätzt und inzwischen liegen schon wieder ein paar weitere Zentimeterchen. Das ignoriere ich jetzt erstmal, nachher kommt Herr Wollfrosch, der möchte ja auch noch ein bissel mittun, vermute ich mal keck.

Ja, über das Häkeldingsbums von gestern decken wir auch erstmal einen weißen Mantel; es ist (hat???) kaum gefilzt und muss demnächst zur Strafe dann die verschärfte Folter bei 60° über sich ergehen lassen. Aber es besteht noch berechtigte Hoffnung, dass es noch zu dem wird, was es eigentlich werden soll.

Nun kommen wird zum spannenden Teil, die Überschrift sagt es schon, ein folgenschwerer Entschluss ist gefallen! Vor ca. anderthalb Jahren bin natürlich auch ich auf den Bamboo-Hype hereingefallen. Mit kleinen Teilen gebe ich mich auf unbekanntem Terrain natürlich nicht ab, also ein Pullover sollte es sein. Figurfreundlich quer in Längsstreifen gestrickt – toll!

Das Wollpaket kam also an, die Freude war nicht so riesig, denn die Wolle sah wesentlich blasser aus als auf dem Foto im Shop. Naja, das mit den Farben kennen wir ja, also nicht so pingelig und ran ans Werk! Alsbald, noch vor der Mitte, stellte sich heraus, dass das Garn sehr schwer ist und auf keinen Fall für den kompletten Pullover reichen kann. Macht ja nix, bestellt man nach. Neues Päckchen kam und – was für eine Überraschung!!!! – das Garn entsprach dieses Mal genau dem Foto im Shop. Toll! Das beste daran war, dass die Farb-Partienummer identisch war, denn die hatte ich ja bei der Bestellung angegeben. Das andere war teilweise verstrickt, keine Chance mehr zu Umtausch oder Reklamation. Okay, dann eben das kräftige in die Mitte, soll halt so sein, man muss nur dran glauben.

Aber die Freude war schon sehr gedämpft und im hinteren Hirn wurde ein Stimmchen immer kräftiger: „watt denn, für zuhause is dit doch jut!“. Und so wurde das Dings denn auch fertig und das Tragegefühl war ein wirklich irrre angenehmes, also ein Teil, was man gerne öfter anzieht. Und hier nahm das Unheil dann weiter seinen Lauf – mit jedem Tragen wurde das Unglücksstück länger und länger und länger und länger. Bis nahezu knieumspielend. Besonders delikat dabei war, dass die Nähte nicht so sehr nachgegeben haben und vorn ein höchst interessanter Hängebaucheffekt entstand, auf der Rückseite analog ein Hängepo-Effekt. Toll, genau das braucht frau, wenn sie ohnehin schon nicht zu den ganz Dünnen gehört! Herr Wollfrosch schlug dann innere Schlüpfergummi-Raffungen vor; ich bin ja für konstruktive Hinweise immer dankbar, aber dieser schien mir dann doch nicht recht praktikabel. Nach Wäsche und tagelangem Trockenliegen sah das Teil für kurze Zeit wieder halbwegs normal aus, bis ich dann mal wieder reingeschlüpft bin. Nun isser dran, ich ribbel dieses ewige Ärgernis auf und überlege, was man dann draus machen könnte.
Und die Moral von der Geschicht: Solo verstricke Bambus nicht!!!
Kommt gut durch den Schnee – bis später!