Puhh, ein Riesenruck ging durch den Wollfrosch und geladen mit nicht zu übertreffendem Ehrgeiz sollte das Projekt Windsbraut in Windeseile fertig werden. Und *schulterklopf* – es ist fertig! Ich war selbst erstaunt, wie schnell das ging, eine kurze Fadenpanik zwischendruch, der Zauberball könnte womöglich nicht reichen, war unbegründet, er hat gereicht, ein paar kleine Meterchen sind sogar noch übrig. Seit gestern abend nun wartet das gute Stück auf der Wollfolterbank auf’s trocken werden, aber ich zeig das schon mal her:

Das fertige Werk in aller Pracht
Ein bissel dichter dran….
Das schönste Lob für mich war dann auch, als Herr Wollfrosch hingerissen vor dem Werk stand und meinte, er hätte nie gedacht, dass man sowas Schönes überhaupt stricken könne. Ich habe mich darüber so gefreut, dass ich im Stillen den Vorsatz, ihn mit seinem neuen Mützli zu knipsen, glatt fallen gelassen habe.
Ja, mir gefällt das Tuch auch, aber da ich schon ewig keine relativ komplizierten Lochmuster, die ja vollste Konzentration verlangen, gestrickt habe, fand ich es doch recht anstrengend. Ich denke auch, dass ich den Rand zu fest abgekettet habe, es gibt keine richtigen Bogen und die obere Rundung fällt daher recht flach aus. Ob ich ihn deswegen noch mal aufmache, das kann ich heute noch nicht sagen. Und ein paar kleine Bugs sind im Muster auch drin, aber, neee, wirklich nicht, ich mach keine Verlosung für diejenigen, die welche finden!  Aaaaber, ich habe deswegen längst nicht den Vorsatz gefasst, vorerst solche Dinge nicht mehr zu stricken, ganz im Gegenteil, werde ich wohl, es lauern so viele tolle Anleitungen in meinem dicken Strickordner, dass das Problem lediglich in der Auswahl der passenden besteht. Wolle dafür liegt auch reichlich bereit, gezeigt, dass ich es (einigermaßen) kann, habe ich auch – also, es kann los weitergehen!
Zu Erholung und Entspannung habe ich jetzt Stulpen zu meiner Diagonaljacke in Arbeit, die nachher bestimmt fertig werden. Allerdings sehen die total unterschiedlich aus, da ich nur noch ein paar winzige Fitzelchen Wolle hatte. Auch hier fand Herr Wollfrosch in seiner unendlichen Weisheit schnell tröstliche Worte: „da weißte wenigstens, welcher rechts und welcher links ist!“ – woher soll er nun wieder wissen, dass es da kein rechts und links gibt… Naja, ich zeig sie nach Vollendung mal vor.
Und da heute schon erster Advent ist, haben wir uns der Völlerei hingegeben und waren in unsererm Dorfkneipe Landgasthof essen. Ich liebe diese ländlichen Portionen; man hat beim Verlassen des Etablissements immer das Gefühl, nie wieder im Leben noch irgendwas essen zu können. Aber das liegt ja nur daran, dass man auch nie die Größe aufbringt, einfach auf dem Teller zu lassen, was nicht ohne Gewalt mehr reinpasst. Die Amerikaner (und sicher nicht nur die, denke ich) haben das Problem lange schon erkannt und toll gelöst – überall hat es „Doggiebags“ – man kann so tun, als wäre es für den lieben Wuffi daheim, dabei packt man sich klammheimlich das Mittagessen für die nächsten drei Tage ein… Naja, aber dass jetzt keiner denkt, der Adventskaffe wäre nun im Hause Wollfrosch gestrichen. Nein, bestimmt nicht, und ein Spekulatius und ein Dominosteinchen werden dann bestimmt auch schon wieder reinpassen…
Vorher werde ich aber flink die Stulpen beenden – als dann, einen gemütlichen Adventsnachmittag Euch allen, ob mit oder ohne Nadelgeklapper!