…wollte ich ja die „Experimentalstrickerei“ erstmal beenden und für das gebeutelte Ego, das trübsinnig vom vielen Ribbeln ist, Dinge werkeln, die auch fertig werden und dann eventuell auch noch gut aussehen, also einen großen Zufriedenheitsfaktor in sich tragen. Aber da das ja immer sooo lange dauert, bin ich doch wieder ins Ungewisse geschlittert und versuche nun eine Tasche nach Liane zu stricken, was relativ unproblematisch und nur eine Frage von Zeit und Ausdauer ist, und anschließend zu waschfilzen, was dann der unvorhersehbare experimentelle Teil der Sache ist.
Da Herr Wollfrosch aushäusig ist, hatte ich Zeit zum Stricken ohne Ende und hier das Ergebnis, die erste Seite der Tasche in Spe (dass die Farben so öde längst nicht aussehen, möchte ich anmerken, das liegt hier am lichtlosen trüben Dauerregen):

Dass die Wolle filzt, hat sie unbeabsichtigt und desaströs bewiesen – ich hatte sie mit noch einem schicken Gelb zusammen zu einem äußerst aufwändigen und schicken Patchwork-Pulli verarbeitet, diesen wie alles andere auch immer in die Waschmaschine gesteckt und das Unheil nahm unbemerkt und unbeabsichtigt seinen Lauf: alles war perfekt gefilzt – nur die gelbe Wolle hatte tapfer widerstanden und sorgte so für geniale Effekte. Die Trauer war überwältigend und das gute Stück landete schnell und gnadenlos auf dem Misthaufen meiner wolligen Fehlschläge – Friede sei mit ihm und ich habe wieder was gelernt – egal, was ein Verkäufer von seiner Wolle behauptet, ich stricke jetzt immer ein Läppchen und lasse das bei 60° seine Widerstands- oder auch Filzkraft beweisen – oder auch nicht. Je nach Ergebnis findet sie dann die entsprechende Verwendung.
Und da ich grundsätzlich viel zu viel Garn anschaffe, reicht das Unglückszeugs nun noch für die Tasche, von der ich annehme, falls was halbwegs Verwendbares raus kommt, dass sie dann meine dunkelgrüne Winterjacke trefflich schmücken und aufpeppen wird.
Ja und zwischendurch entstand noch ein kleines Geschenkchen, zwei Waschlappen, „Biene Maja und Willy“, die aus reichlich vorhandenem Fransengarn schnell gestrickt waren und nun den Alabasterkörper meiner Schwiegermutter rein halten werden.
Heute wird Herr Wollfrosch nun wieder im trauten Heim eintrudeln und das übliche Leben wird seinen Gang nehmen. Aber auf alle Fälle wird es mit der Tasche weiter gehen, egal, wie gequält er guckt… Und als „Fernsehstrick“ hab ich ja auch noch die Diagonaljacke, von der noch ein Teil fehlt, dann geht es an die Ärmel. Die Wolle wird ganz sicher reichen und ich freu mich auf ein kuscheliges Stück…