Paula – über alles liebte sie die Gemütlichkeit in „Papas“ Bett

  Schreckliches ist gestern im Wollfroschgarten passiert. Auf dem Weg zur Mülltonne sehe ich Paula ganz merkwürdig und furchterregend mit weit offenem Mäulchen zuckend herum springen. Sie reagierte auf keine Ansprache und als ich sie endlich eingefangen und im Arm hatte, ging ein letztes grausiges Zucken durch den kleinen Körper, er wurde schlaff und das Köpfchen fiel herunter – das kleine Katzenherz hatte aufgehört zu schlagen. Fassunglos stand ich mit dem leblosen Tierchen auf dem Arm, aber als praktisch veranlagter Mensch, der auch so schnell die Hoffnung nicht aufgibt, habe ich sie ins Auto geladen und bin zum Doc gebraust. Doch der zerstörte dann sofort jede Illusion – Paula war wirklich tot, erstickt. Woran war nicht festzustellen, die Atemwege waren frei.

Paula war eine ganz besondere Katze. Kurze Zeit, nachdem wir vor viereinhalb Jahren Abschied von unserem schwer kranken Dackel Felix nehmen mussten, stand eines Tages Paula süß, klein, zierlich, selbstbewusst und sehr hungrig in meinem Büro und forderte Futter. Auf sowas war keiner eingestellt, also tat es für’s erste eine Wurstpelle und dann noch eine halbe Bockwurst. Das Tier musste wirklich Hunger gehabt haben…. Das Ritual wiederholte sich, dann mit „richtigem“ Katzenfutter – Paula wurde schnell heimisch, denn sie hatte offenbar gewusst, dass bei uns die offene Stelle des Haustieres zu besetzen war. Und wir, die wir uns für die absoluten Hundemenschen hielten, verfielen in Blitzesschnelle dem umwerfenden Charme dieser kleinen Katzendame mit dem verkrüppelten Stummelschwänzchen. Umfragen in der Nachbarschaft ergaben, sie war ein Wildaufwuchs, also vermisste sie niemand. Und es dauerte nicht lange, machte sie uns klar, sie wolle gar nicht mehr draußen herumstromern, das war viel zu gefährlich und so wurde Paula zum Stubentiger und diese Rolle gefiel ihr über Jahre. Und es gefiel ihr auch, zum „Papatier“ zu werden. Seit einigen Monaten ist sie nach Umzug wieder begeisterter Freigänger und Kumpel meiner hier heimischen Katze Lieschen geworden. Herr Wollfrosch hängt mit jeder Faser seines leider sehr kranken Herzens an den Katzen, am meisten natürlich an seiner Paula und nun ist sie tot und ich muss es ihm nachher sagen, denn er war jetzt einige Tage unterwegs und ahnt nichts.



Immer keck, aufmerksam und neugierig unterwegs



Liebe Paula, wir hoffen, es geht dir gut, da hinter der Regenbogenbrücke, wo du jetzt bist. Lieschen sucht dich ganz verzweifelt und ist sehr unglücklich. Wir alle werden dich, deine Fröhlichkeit, deinen Charme und deine übersprudelnde Lebensfreude nicht vergessen. Leider konntest du nur vier Jahr bei uns sein, aber es waren vier schöne Jahre mit dir und ich hoffe, du siehst das genauso. Mach’s gut Paula, wir denken an dich, nachher bekommst du dein Grab im Garten, dass immer eine Stelle da ist, die uns an dich erinnert.
Deine tieftraurigen Dosenöffner