Das Ding mit dem Dreier-Tick

Dass ich derzeit von einem solchen beherrscht sein könnte, ist mir aufgegangen, als ich das Garn für das Mosaik-Tuch zusammengesucht hatte. Dreier-Kombis ohne Ende! Angefangen hatte das mit dem Pimentón, der war aber aus Lagergarn. Offenbar muss diese Dreifaltigkeit dann etwas ausgelöst haben. Ich zeig mal, wie ich darauf komme…

Cotton-Merino aus dem derzeitigen Drops-Merino-Sale:

Cotton_Merino-02

BC Garn Silkbloom Fino – ein federleichter Traum mit Seide: Silkbloom Fino-01Ebenfalls von BC Garn: Allino, 50% Leinen, 50% Baumwolle Lino_allino-03BC Garn mit dezentem Drahtcharakter – Lino aus 100% Leinenlino-02.jpg

Leuchtend sommerbunt passt Selba mit 50% Wolle und 50% Baumwolle ins Programm, wobei hier sogar eine vierte Farbe mit an Bord ist: Selba-1Zum Schluss dann noch diese märchenhaften Exoten von der Grünen Insel: IFTY-01

…und es ist so rein gar nix dabei, was die rote Jacke ergänzen könnte.

Erfolgreich entwurmt ;-)

Das Monstertuch, das mit dem Wurm drin, ist fertig. Und es gefällt mir. Und es ist gigantisch… Slip-03

Hier liegt es schüchtern und diskret nach dem Abnadeln und bringt gerade mal 1,95 x 0,54 m an die Latte. An sich ja auch nicht schlecht. Aber dann ging es in die lauwarme Strick-Badewanne. Gnadenlos an die Leine gepappt sah das dann so aus: Slip-06

Uiiijuiiiijuii, dachte ich mir, das Teil hat das Zeug zum Monster! Ja und heute früh entpuppte es sich dann mit 2,40 x 0,75 m als solches. Kuschelig warm und weich in einer für mich eher untypischen Farbigkeit. Die wiederum einer mich derzeitig beherrschenden Dreifarbigkeits-Marotte entsprungen ist. Obwohl ganz neu in meinem Besitz, wusste ich beim Kauf der Wolle leider noch nichts von der roten Jacke…

Das Tuch, seine Muster und Farben begeistern mich und so darf es vor den Wintereinsätzen erstmal eine Weile an die Wand der Herrlichkeiten, wo bis heute das Ägyptertuch von Ute seinen Platz hatte. Dieses könnte aber demnächst zum Einsatz kommen. Man sieht auch, dass meine Lust am Mosaikstrick ungebrochen ist. Derzeit grübele ich schon über einer Neuauflage dieses oder eines ähnlichen Tuches mit dünnerem Garn in Grautönen und einem dezenten bisschen Rot dabei ….Slip-07

Zu den technischen Details: Anleitung „Slip Knit Love“ von Lisa Hannes, gestrickt aus 400g Drops Merino Extra Fine, 105 m auf 50 g. Krausrechts mit Nadeln 4,0 mm, Musterstreifen mit 5,0 mm.

Wintervorfreude in Rot

Da freut man sich über die etwas moderateren Temperaturen und kommt sofort auf die Idee, endlich für den Winter vorsorgen zu müssen. Irgendwelche Heinzelmännchen müssen mir genau in dem Moment völlig datenschutzmissachtend in’s Hirn geschaut haben, denn schon flatterte mir ein Katalog ins Haus, auf dessen Titelseite (die einzige Chance, vor der Papiertonne meine Aufmerksamkeit zu finden) mir ein Jacke ins Auge sprang. Volltreffer, DIE und keine andere musste ich haben! Der Herr Wollfrosch guckte etwas verwirrt und meinte nur zweifeld, „was denn, so viel rooooot ??????“ Ja, meinte ich keck, warum denn nicht auch mal rot, außerdem leuchtet die dermaßen, dass du mich damit in jedem Gewühle findest (eine seiner größten Sorgen, ich könnte mal unverhofft verloren gehen…). Das überzeugte und gestern kam die Jacke an.

Jacke

Es war Liebe auf den ersten Blick. Und sie hat nur Eigenschaften, die noch keine meiner Jacken zuvor hatte: Sie hat so viel rot! Sie hat Knöpfe, keinen Reißverschluss, sie ist aus einem herrlich leichten weichen warmen Wollstoff, nicht aus wattiertem Vollplastik, sie hat eine Kapuze, die man nicht abnehmen kann, und ja, sie ist überwiegend rot.  Damit fangen die Probleme nämlich an. Nicht dass sie mir nicht stehen würde, nö, ich finde mich super darin, aber ich habe NICHTS an Accessoires, die dazu passen könnten, außer zur Not einem Paar grauer Stulpen. Zwölfunddrölfzig Schals und Tücher – Schränke und Kisten füllend – in allen Formen und Farben, aber nix dabei ist rot, auch nix einfarbig zu rot-schwarz-bunt passend. Schwarz auch nicht, versteht sich von selbst, glatt schwarz stricke ich nicht, weil ich es sehtechnisch nicht aushalte.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich muss mich schleunigst nach roter Wolle umsehen; wer hätte das jemals gedacht…

Da ist der Wurm drin…

Da ich ja nur zwölfunddrölfzig Tücher habe, muss jetzt dringend ein neues her, denn der Winter scheint zu nahen. Nachdem ich den Sommer über nur geschwitzt hatte, hat irgendwer oder irgendwas in mir einen Schalter umgelegt und nun friere ich hingebungsvoll. Ja, auch bei immer noch 27°. Schon eine neue Qualität, obwohl ich seit jeher nur zwei Temperaturbereiche für mich kenne: Zu kalt oder zu warm. Aber wie gesagt, in der Wahrnehmung scheint sich etwas verschoben zu haben und mir graust es schon vor der nächsten Heizkostenrechnung, wenn ich jetzt schon friere.

Ja, also das neue Tuch. Ein richtig dickes kuscheliges soll es werden aus der eigens angeschafften Drops Merino Extra Fine (Merinogarne sind gerade im Drops-Sale!). Merino_Extra-Fine-03-1

Das Objekt der Begierde war in Windeseile aus der Planung gefischt, eine Farbskizze mühsam gemalt und los ging das. Da ich mich meist sklavisch an einmal Festgelegtes halte, wunderte ich mich zwar über die Farbzusammenstellung, aber strickte tapfer drauflos. Bis ich dann endlich merkte, dass ich in der Anleitung die Farben falsch markiert hatte. Anstatt gleich mal nachzugucken…. Slip-01

Also ribbeln und neu starten; was hier gelb ist, muss türkis werden und umgekehrt. Eigentlich logisch, oder? Was sich aber schon erkennen lässt, ist, dass das Tuch durch clevere Randgestaltung mit Zu- und Abnahmen einen wirklich netten Schwung bekommt.

Buntes Dingsi fertig

Viel gibt es dazu nicht zu sagen, außer dass es fertig ist und infolge reichlicher Abwechslung bei den Strickrichtungen auch nicht langweilig wurde. Ganz so, wie ich mir das dachte: Zwei Segmente weniger stricken, NICHT zum Kreis schließen, und es entsteht zwangsläufig ein Tuch – nein, so war das nicht; fünf Segmente weniger hätte wohl gefunzt. Das „Tuch“ hat einfach zu viel Rund und damit zu viel Stoff im Rücken; man muss sich nun wirklich darin einwickeln. Ob es dann noch mit Stricken und anderen wichtigen Tätigkeiten klappt, kann ich noch nicht beurteilen, denn es hängt erstmal auf der Leine.

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Wie groß es danach sein wird, weiß ich auch noch nicht, jedoch um einiges größer als vor dem Bade. Zwischendurch sah es unter anderem so aus:

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Und genau hier hätte ich aufhören sollen, dann hätte es auch mit dem Tuch geklappt.

Zu der Anleitung – dass ich sie mit $ 8,33 total überteuert finde, hatte ich ja schon erwähnt. Anfänger sollten sich auch tunlichst fernhalten, es wird nichts erklärt oder beschrieben, es ist lediglich eine reihenweise Auflistung, bei der man auch ab und an ins Grübeln kommt, was eigentlich genau gemeint ist.

Mit einem netten Gruß aus der fadenkramschen Tierwelt wünsche ich Euch einen gemütlichen Restsonntag:

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Diese dicken Brummer hat es in diesem Sommer sehr reichlich bei uns und sie sind unermüdlich dabei, an einer großer Sonnenblume Material für ihren Nestbau zu ernten. Hornisse von hinten kommt auch ganz nett, finde ich (sie mögen es nicht beobachtet zu werden und drehen einem ganz fix das Hinterteil zu, während der abseits postierte Wächter recht fies anfängt zu brummen) :

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Jammern und Spielen

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Es ist sehr still geworden in der Bloglandschaft und das macht mich traurig. Mehr als die Hälfte der Blogs, die ich hier ursprüglich in der Leseliste hatte, existieren nicht mehr – aus welchen Gründen auch immer und wegen dieser dämlichen total überbewerteten DSGVO. Weitere Lieblingsblogs sind in der Sommerpause – da besteht ja noch Hoffnung. Ja, Mädels, so sehr ich Euch auch verstehe, Ihr fehlt mir!

So, das musste ich jetzt mal verkünden. Was mich betrifft, bin ich noch wild entschlossen weiterzumachen. Mal sehen, wie lange.

Und da das hier in erster Linie ein Strick- und kein Jammerblog ist, zeige ich Euch gleich mal, was ich so als Entspannungsgestrick für Zwischendurch auf den Nadeln habe. Der  Amburgo wächst ja stetig, aber nun bei den langen Runden immer rundherum ist das doch recht eintönig und so schlafe ich bei meiner Abendstrickerei gern auch mal ein…

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Auf Pinterest habe ich letzt so ein lustiges Verkürzte-Reihen-Dingsi (das eine kleine Decke werden soll) entdeckt (jaja, Pinterest, ich konnte noch nicht entscheiden, ob das nun Fluch oder Segen ist, da ja dort so viele Viren lauern…), dem ich nicht lange widerstehen konnte. Die Selbstüberlistung „…die Anleitung wird nur gekauft, wenn Wolle im Stash ist!“ ging voll in die Hose, denn die perfekte Wolle lauerte im Regal. Also musste ich zuschlagen.

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Es ist eine perfekte Kombi – die Wolle beißt mich, also für Pulli und Co. nicht geeignet, dafür ist sie herrlich warm und voluminös, um im Winter die Schultern zu wärmen.

Das Gestrick geht locker voran, und wenn man das einfache Prinzip dabei verinnerlicht hat, wird das auch schnell ermüdend. Aber man sieht gut, wie es voran geht. Die äußerst minimalistische Anleitung finde ich mit 8,33 $ unverschämt teuer, aber sie ist brauchbar, auch wenn sie nicht einmal die Tuch-Variante anbietet 😉

Fadenkramsche Maschenproduktion

Der Pimentón ist fertig. Das Garn ist bis auf den letzten Meter verstrickt und aller Zitterei zum Trotz hat es gereicht. Entstanden ist ein locker-luftig-fluffiges Teilchen, das auch schon nach Wiederholung schreit. Aber nicht jetzt. Pimenton-04

Verstrickt habe ich mit 3,5er Nadeln 436 g Rico Design Essentials Cotton DK in drei netten Grüntönen. Die Anleitung ist logisch und eingängig, das Ganze wird nahtlos von oben gestrickt – für mich immer ein Must-Have-Argument ;-). Der Ausschnitt war etwas gewaltig, aber zwei Runden feste Maschen mit dem allerletzten dunkelgrünen Garnrestchen konnten das locker beheben.

Den unteren Rand habe ich ohne jedes Bündchen gelassen, lediglich versucht, ihn „unrollig“ hinzukriegen, noch einmal mit kräftig Dampf drüber sollte das dann auch bringen. Danke, liebe Ute, für den Tipp!

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Aus diesem Garn hatte ich schon mal ein Shirt gestrickt, das zu einem Tuch umgestrickt wurde, da es leider unglaublich eingelaufen war.

Dementsprechend hatte ich jetzt auch allerhand Bammel und sag jetzt mal was kontraprodutives zur hochgelobten Maschenprobe. Hätte ich nämlich dieser vertraut, würde es keinen Pimentón bei mir geben. 60 Maschen x fast 50 Reihen – das war schon ein ganz schöner Lappen! – handgewaschen und liegend getrocknet ergaben einen Breitenzuwachs von knapp 2 cm und einen ähnlichen Längenverlust; ja, es musste sich ja irgendwie ausgleichen 😉 Nach einigem Sinnieren entschloss ich mich dann aber, doch furchtlos zur Nadel zu greifen. Der Erfolg hat mir recht gegeben, das Eigengewicht des Pullis hat es gerichtet; es hat einigen Längenzuwachs aber keinerlei Breitenschwund gegeben, puhhh….

Wer es jetzt bis herher geschafft hat, dem zeige ich auch noch mein nächstes Himawari-Projekt, den „Amburgo„. Man ahnt es spätestens jetzt, die Entwürfe der Designerin haben es mir angetan und das zu Recht, denn die Anleitungen sind narrensicher geschrieben und die Passform ist auch in meiner Größe absolut okay.

Also habe ich die nächste Farbe meiner Rowan-Panama-Vorräte herausgekramt und losgestrickt. So sieht es derzeit aus und auch hier muss kein einziger Stich genäht werden, außer evtl. mit den Fadenenden. Ausführliches dann in einem anderen Post.

Irrungen, Wirrungen

Ist es Klimawandel, ist es Hitze-plem-plem oder fehlt dem Baum einfach nur der Kalender?

Beim Einsammeln der zwei abgeworfenen Erstäpfel dieses Bäumchens entdeckte ich, dass er schon jetzt für die nächste Ernte sorgt. Keiner hat ihm gesagt, dass es bei aller Mühe dann wohl doch nicht klappen wird…. Aber die Bienen freut’s.

Apfelbluete_Tuempel-01

Irgendwas scheint in diesem Sommer in der Natur so ziemlich daneben zu laufen; gerade hatte unsere Magnolie ebenfalls die völlig untypische Zweitblüte abgeliefert…