Dies und das

Ostern naht und den Gatten hat es schon wieder heftigst auf die Bretter geknallt. Schwerste Entzündungen wüten wieder in verschiedenen Organen und wir hoffen inständig, dass er Ostern nicht doch noch im Krankenhaus verbringen muss. Das Hammer-Antibiotikum, das er nun wieder schlucken muss, nachdem er sich noch längst nicht vom letzten Mal erholt hatte, verursacht neben vielen anderen Nebenwirkungen extreme Sonnenempfindlichkeit. Jetzt, wo sie sogar zu Ostern mal scheint, ist das eine Extra-Strafe, nicht raus zu können. Da Jammern bekanntlich auch nichs ändert, werden wir irgendwie versuchen das Beste aus der Situation zu machen – für mich heißt das natürlich kampfstricken, aber das hauptsächlich im Garten, der sich ja jetzt von seiner schönsten Seite zeigt.

Mich zwiebeln ja die Schätze vom Wollefest ungemein, aber der Vorsatz lautet mal wieder, erst mindestens zwei UfOs fertig bekommen. Das wären dann dieser Pulli, nichts Aufregendes aber schön neutral und warm (also der Jahreszeit entsprechend und perfekt zum Sofa passend;-)). Pulli-02Das Gute hierbei ist, dass die Ärmel so gut wie komplett sind, jetzt geht es immer nur rundherum bis die Wolle alle ist.  Und wenn das so richtig schwer langweilig wird, dann stricke ich ein paar eher mühselige Reihen am Lavender-Schal, der zwar langsam aber stetig wächst; ein Viertel habe ich immerhin schon geschafft.

Lavender-02

Danach darf dann das erste der neuen Schätzchen auf die Nadeln. Probestrick mit Maschenprobe ist schon erledigt und ich bin hellauf begeistert! Entstehen soll dann der „Jushi“ von Claudia Eisenkolb, ich denke, das passt.

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Habt es gut, gesunde und erholsame Ostertage Euch allen!


(Enthält möglicherweise Werbung durch Nennung von Namen)

 

Traurig

Es gibt so Fixpunkte in der persönlichen Wahrnehmung, die unvergänglich erscheinen. Ein solcher Fixpunkt war für mich bis gestern die Notre-Dame de Paris. Fassungslos saß ich dann abends und die halbe Nacht vor den schrecklichen Bildern dieses riesigen lichterloh brennenden Gotteshauses und dachte immer nur, das könne doch nicht wahr sein.

Doch, es konnte sein, es ist so, die Flammen waren verheerend und noch ist nicht klar, ob ein Wiederaufbau möglich sein wird. Ich hoffe es sehr.

Notre Dame 01
Was für ein Bauwerk, 800 Jahre hat es allen „Stürmen“ widerstanden – bis gestern

Es ist müßig jetzt über die Ursache/n des verheerenden Brandes zu spekulieren, ich hoffe, sie können geklärt werden.

Notre Dame front 02
Die imposante Front der Kathedrale; wie klein sind wir Menschlein doch…

Obwohl durch und durch Atheist, beeindrucken mich so herrliche sakrale Bauten immer ungemein, ich sehe sie gerne, sie erfüllen mich mit Ehrfurcht – wovor weiß ich nicht so genau, am ehesten vor der Kunst der Baumeister, die in längst vergangenen Zeiten solche Wunderwerke geschaffen haben.

Notre Dame Gargoyles 01
Ein Detail der Seitenansicht, unzähliche Gargoyle zieren diese und jeder sieht anders aus

Ich hoffe, der Wiederaufbau gelingt, dann wird diese Kirche Grund genug sein, doch noch einmal nach Paris zu reisen….  Notre Dame 04

Meine Premiere beim Leipziger Wollefest

(enthält unbeauftragte unbezahlte Werbung)

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Es war wirklich ein Fest, das die Herzen aller Strickfanatikerinnen höher schlagen ließ; meines so sehr, dass ich mich erstmal setzten und eine Weile tief durchatmen musste, da mich Angebot und Fülle zu Anfang regelrecht überwältigten. Nach einem ersten Rundgang dann traf ich mich mit Ute, und wir stellten schnell fest, dass wir auch „live“ gut miteinander können. Dann gingen wir gemeinsam auf Beutezug, wobei Ute mir einen Fest-Tag voraus hatte und wusste, wo was zu finden ist, was sich als hilfreich erwies. Auch mit ihren Einkäufen war sie mir weit voraus, was heißt, dass ich zwar reichlich Geld ausgegeben habe, mich alles in allem doch eher zurückgehalten habe; es gab genug, was ich auch gern noch gehabt hätte….

Und nun zeig ich, was jetzt auf den Sprung auf meine Nadeln wartet, sicher nicht lange, denn so schöner Fadenkram muss auch schnell verstrickt werden, Ideen gibt es auch schon, naja – erstmal eine 😉 – hierfür:

Das ist kuschelweiche Merino vom einzigen polnischen Stand, der leider schon ganz schön leergekauft war. Eben bin ich durch den Online-Shop geschlendert und war der Ohnmacht nahe, was für Versuchungen! Für die mitgebrachten Schätzchen schwebt mir dieser Pulli vor, aber das ist noch  nicht entschieden…

Weiter geht es mit einem spätherbst-bunten Hightwist-Garn aus der Diakoniewerkstatt Weimar-Lobenstein. Für äußerst faire Preise gibt es hier sehr schöne Färbungen auf hochwertiger Wolle.

Mal sehen, was es werden könnte, diese „Cosi Fan Tutte“-Färbung bietet sich irgendwie für Pooling an, denke ich….

Ganz anderes Feeling vermitteln die Färbungen von Kathienchen Yarns, hier geht es entschieden pastelliger zu, was für mich ein absolutes Novum ist. Schön finde ich diese Garne allemal, konnte mich bisher aber noch nicht dazu durchringen. Jetzt, vor Ort in der Hand, sah das ganz anders aus. Diese drei Stränge Soft Socks durften in die Tüte:

Die beiden unteren sind nahzu identisch, der Obere ein Einzelstück.

Ein weiterer Glücksfall war der Stand von Bodolina, denn hier endlich konnte ich so eine geniale Tasche für Nadelspitzen ergattern, was mir im Shop bisher nicht gelungen war. Das beste – ich habe sie an den Gatten weiterverkauft, der sie mir dann in Kürze zum Geburtstag schenken darf ;-). Fotografieren konnte ich sie vorher aber schon mal:

Zum Schluss noch zwei Stränge Luxus pur von Fiberpassion (die Website ist leider gerade in Wartung). Superweiche Merino mit 600 m auf 100 g in einem Rot, das kaum zu beschreiben ist und auf dem Bild nicht mal annähernd dem Original entspricht. Mir schwebt hier ein Tuch, eventuell in Brioche, vor, ist aber noch alles offen…

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So, das wäre es im Wesentlichen, so viel Schönes, ich bin begeistert und freue mich schon auf nächstes Jahr!

 

Man soll eben nie nie sagen ;-)

Noch vor drei Tagen hätte ich empört und belustigt gegrunzt, hätte mir jemand gesagt, dass ich innerhalb der nächsten beiden Tage zwei Topflappen gestrickt haben werde. Und genau das ist aber passiert. Getreu der früheren Da*none-Werbung „…irgendwann kriegen wir euch alle…“ bin ich schließlich auch dem Topflappenhype auf Insta erlegen, habe die Anleitung von Ducathi gekauft, ein bissel nichtsnutziges geribbeltes Baumwollgarn hervorgekramt und los ging das. ToLa-04Es ist einfach nach diversen Pullovern (die leider alle noch unvollendet sind) und Tüchern ein tolles Gefühl, so ratz-fatz-haste-nicht-gesehen, ein Strickstück fertig zu haben, das dann auch noch einen ganz praktischen Nutzen hat. ToLa-03Da die Farbkombi dann doch recht düster daher kommt, habe ich heute vormittag gleich einen zweiten angeschlagen, der doch ein wenig freundlicher wirkt, Reste gibt es wahrlich genug! ToLa-02

Die (deutsche) Anleitung ist durchdacht, klar und verständlich geschrieben und kommt mit wirklich pfiffigen Details daher, die diesen Lappen auch wirklich für seinen eigentlichen Zweck geeignet machen. Das doppelfädige Krausrechts-Gestrick mit relativ dünnen Nadeln gibt Stabilität und Dichte, die Cord-Rippen dazwischen verstärken das Ganze noch und halten es in Form. Und zu dem witzigen Aufhänger muss man weiter nichts sagen, er entzückt einfach!

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Das erste Pärchen wartet auf seinen Einsatz 🙂

Vorsicht: Enthält unverlangte und unbezahle Werbung!

Frühlingsgefühle…

…wohin man guckt. Am eindrucksvollsten bei den Katzen. Isso auf’m Dorf, es reicht ein intakter Kater und zwei drei ebensolche Miezen und schon ist die Population auf Jahrzehnte hinaus gesichert. Schade eigentlich, es sind so viele arme Kreaturen dabei, die einem nur leidtun können und die keine andere Chance haben, als ihr klägliches Leben mit Vogel- und sonstigem Kleintierfang zu fristen. Nur an unsere beachtliche Wühlmauspopulation trauen sie sich offenbar leider nicht heran, die verwüstet uns fröhlich unter Missachtung sämtlicher menschlicher Feldzüge den Garten. Echt blöd.

Daher war ich gestern – auch wegen der angekündigten nächtlichen Minusgrade – im Garten unterwegs und habe das Grünen und Blühen festgehalten. Wir hatten Glück, obwohl wir letzte Nacht tatsächlich satte -6° hatten, sind anscheinend keine Schäden aufgetreten. Selbst die Hortensien, die mir letztes Frühjahr dreimal abgefroren waren, haben überlebt. Und das Aprikosendingsi (das ist weder Baum noch Strauch, nachdem es im Frühjahr nach der Pflanzung bis auf einen kleinen Stammstumpf über der Veredlungsstelle vergammelt war. Der Gärtner riet, diesen stehen zu lassen und abzuwarten – er hatte recht!) steht zur Freude zahlloser Hummeln und Wildbienengeschwader in voller Blüte und sieht trotz Frostnacht noch gut aus.

Das Pfirsichbäumchen hatte vorsichtshalber die Knospen noch geschlossen gehalten, so konnte dem auch nichts passieren.

Die untere Etage ist auch wie verrückt am Blühen, so dass die Winterwüste nach und nach endlich wieder grün wird.

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Veilchen in den unterschiedlichsten Farbschlägen allüberall…

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Diese kleinen „ich-weiß-nicht-wie-sie-heißen“-Blümchen liebe ich!

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Die Lenzrosen geben alles….

Unter hinter all diesen Schönheiten so ganz im Verborgenen werkelt der Herr Fadenkram unverdrossen an seinem neuen geräumigen Treibhaus. Unerwarteterweise kam das hier als Bastelsatz an, der ihm seit etlichen Tagen schon Kopfzerbrechen und Beschäftigung ohne Ende bereitet. Das Gestänge ist nicht nummeriert oder bezeichnet, alles ist Glückssache. Die Art der Verbindung lässt maximal einen Irrtum zu, da sonst die Schraublöcher ausgeleiert sind. Inzwischen ist er auf einem guten aber zunehmend heiklen Weg, denn die Platten müssen per Hand aus nicht vorgeschnittenen oder angezeichneten langen Bahnen ausgeschnitten werden. Treibhaus-01

Echt super. Wer seinen Mann wirklich liebt, sollte ihm sowas nicht antun. Das weiß ich aber leider erst jetzt, nachdem ich einen von nächtelangen Grübeleien zusätzlich geschwächten Gatten mein Eigen nennen muss…. Als hätte er nicht genug andere Probleme, tssss…

Nuja, er wird das packen und dann ist die Freude doppelt groß – hoffentlich….

Endlich geklärt!

Eine meiner drängendsten Fragen seit der Kindheit schon war, weshalb Feuerwehrmänner nie im Nachthemd beim Löschen sind! Endlich weiß ich es:

Hemd

Sie könnten abbrennen! Und das will ja keiner. Lagerfeuer im Bett mache ich vorläufig auch nicht mehr.

Kommt gut in die neue Woche 🙂

Ein bisschen Frühling

Nach zähem Nebel in den Vormittagsstunden gab es dann doch noch den ersehnten Wochenend-Sonnenschein, den wir zum An-Eisbechern und einem netten Spaziergang am großen Fluss genutzt haben. Nichts geht für uns über Deichspaziergänge, umso besser, wenn es auch noch das eine oder andere zu sehen gibt. Heute war das Örtchen Kienitz unser Ziel, den historischen Panzer in der Ortsmitte ließen wir links liegen, stellten das Auto an der Radwegekirche ab und schlenderten den Deich entlang zur Kienitzer Hafenmühle. Das Café liegt noch im wohlverdienten Winterschlaf, aber die diversen Kunstobjekte sind ja immer zu bewundern. Heute hatte es uns diese Schönheit angetan, die wohl im ersten Leben zum großen Teil ein Moped gewesen sein musste. Kienitz-02

Bitte kein Wind mehr…

…denn das Zitronenbäumchen muss raus zu den Bienen!

Vor drei Jahren haben wir aus lauter Mitleid ein erbarmungswürdiges Zitronenbäumchen für unpassend viel Geld vor dem totalen Kollaps beim Möbelschweden gerettet. Wir hofften auf seine Dankbarkeit und es hat uns nicht enttäuscht. Diesen Winter durfte es aufgrund seines hohen Dekowertes voll behangen mit kleinen grünen Zitronen in der Veranda auf der eigens dafür angeschafften Blumensäule verbringen. Belohnt hat es uns für den exquisiten Standort mit inzwischen herrlich gelben (Bio!!!) Zitronen – 21 an der Zahl. IMG_1566

Dazwischen tummeln sich jetzt zahllose neue Knospen, alle kurz vor dem Aufbrechen. Also muss das Bäumchen raus zu den Bienen, die sich bestimmt über eine Abwechslung zu Krokus, Narzisse und Hasel freuen würde.

Nur eben der Wind müsste mal Pause machen…