Wieder zuhause

Ein selten schöner Urlaub liegt hinter uns, es war einfach alles perfekt, das Wetter sowieso, das Ferienhaus mitten im Nirgendwo auch (war das dritte Mal dort, es konnte also keine böse Überraschung geben). Mit meinem professionellen Plan (normalerweise ist Planung für mich schon ein Unwort, vor allem, wenn es um Urlaub geht, aber in diesem Fall war es gut, sich darauf einzulassen), den wir gut abarbeiten konnten, habe ich den Herrn Fadenkram sowohl beeindrucken als auch begeistern können – was will man mehr. Wir haben viel gesehen und den herrlich goldenen Herbst so richtig genießen können.

So zum Beispiel den Brocken – am 17. Oktober hatte es dort 17°C im Schatten! Weiter unten sieht man als Dunstwand die an diesem Tag über das nördliche Deutschland von Südwesten hinweg gezogenen Aschewolken.Brocken-04-k

Oben war es dafür blitzeblau – und gebaut wird auch, der Bahnhof der Brockenbahn wird aufgehübscht.Brocken-01-kWir sind natürlich mit der Bahn hoch- und wieder runtergequalmt, aber viele mutige Wandersleute haben es auch zu Fuß auf den Gipfel geschafft.Brocken-02-k

Auch die Rosstrappe stand auf dem Programm. Mit dem Sessellift, versteht sich, denn wir sind beide nicht so gut zu Fuß, daher müssen wir auch diesen Aspekt in die Pläne einbeziehen, auch wenn ich da dann wieder ganz tapfer gegen meine Höhenangst ankämpfen muss. Wunderschöne Ausblicke belohnten uns.

Ebenfalls im Sonnenschein präsentierte sich das Fachwerkstädtchen Stolberg, wo wir im Ratskellergarten lecker Mittag essen konnten.

Auch ein Besuch in Goslar musste sein, dort hat man nach den verheerenden Hochwasserschäden im Sommer gut aufgeräumt, aber es ist noch viel geblieben, was erst nach und nach gerichtet werden kann.

In Thale, was sich zumindest im touristischen Bereich in den letzten Jahren sehr gemausert hat, beeindruckte uns der nahezu mystische Blick auf die BodeBode-Thale-02-kwie auch die überall anzutreffenden liebevoll gestalteten DetailsThale-02-kUnd wenn das kein Hingucker ist, den man gerne auch selbst bewohnen möchte, dann weiß ich ja nicht…Thale-04-kWahrscheinlich ein ehemaliger Wasserturm, der in einer Ecke des Parks steht und sicher sehr viele bewundernde aber auch neidvolle Blicke auf sich zieht.

Das waren so die Highlights, selbstverständlich haben wir uns auch in den touristischen Hochburgen Wernigerode und Quedlinburg herumgetrieben, wobei wir Quedlinburg definitiv vorziehen, hier schlägt der Kommerz noch nicht ganz so hohe Wellen, dafür gibt es malerische Gassen und stille Winkel, die einfach nur schön sind.

Ja, und nun geht es wieder zum Ernst des Rentnerlebens. Viel gestrickt habe ich in der letzten Woche nicht, also gibt es da noch nichts zu zeigen. Aber das kann und wird sich schnell ändern.

Liebe Grüße in die Runde – Regina

Harzliche Sonnen-Grüße

der lang ersehnte Harzurlaub ist fast schon wieder auf dem „absteigenden Ast“, aber er ist einfach perfekt! Das Wetter ist ein Traum – gestern auf dem Brocken hatte es neben strahlendem Sonnenschein 17°C im Schatten. Und so konnte ich endlich meinen Geburtstagsgutschein für den Gatten „eine Dampfbahn-Fahrt auf den Brocken“ einlösen und das bei idealen Bedingungen.

Am Montag war dann auch das Unglaubliche gelungen, der Herr Fadenkram konnte über die gigantische Hängebrücke an der Rappbode-Talsperre spazieren und das auch noch ohne jedes Gedrängel (der frühe Vogel fängt eben den Wurm bzw. latscht entspannt über Brücken; als wir zurück kamen, war der Parkplatz schon wieder ein einziges Chaos). Ich nicht, ich hab da große Angst, da hilft auch keinerlei Überredungskunst, in der der Gatte ja durchaus geübt und oft genug erfolgreich ist 😉

Brücke-01 Mal ehrlich, so hilflos über dem Abgrund – das muss man doch nicht haben, oder? Ich finde jedenfalls Fotos schießen aus sicherer Position, also mit festem Boden unter den Füßen, wesentlich besser.Brücke-04--k1Dieses Foto allerdings war von dort nicht zu bekommen; ich finde es phänomenal und der Gatte ist zu recht stolz darauf:Brücke-07-bFür heute ist noch einmal Sonnenschein angesagt und so wollen wir über das malerische Städtchen Stolberg auf den Kyffhäuser düsen.

Bis später liebe Grüße in die Runde – Regina (mehr dann von zuhause, wo ich auch erkennen kann, wie die Fotos wirklich aussehen ;-))

Der Blick zum Himmel

zeigt nicht immer nur Wolken oder Blau oder beides gemischt. Im Gegenteil, derzeit ist der Himmel über dem Oderland voll gesättigt mit Geflatter Dazu gehört auch ein unglaublicher Geräuschpegel, den wir aber eher entspannend als belastend empfinden – da oben kann man ja zum Glück nicht im Trecker dahin jagen 😉

Kraniche

Tausende Kraniche und Wildgänse tummeln sich hier auf den abgeernteten Feldern und fressen sich Winterspeck an. Die Stare konnten sich auch noch nicht zur Abreise aufraffen, also ist so richtig „Leben in der Bude“…

Liebe Grüße in die Runde – Regina

Ja, neee, öööhm, ich weiß nicht…

Seit längerem sinniere ich ja schon über einen Mosaik-Pulli; der erste Versuch war grandios in die Hose gegangen, hatte aber bereits die Idee zum nächsten gebracht. Diesen habe ich jetzt gestartet. Aus (geribbelter) BabyMerino von Drops, die mal „Comodo“ war, und der Boca von Online, die zwar herrlich auf der Haut, dabei aber dermaßen wabbelig ist, dass man sie nicht alleine verstricken sollte. Mosiak-02Höchste Konzentration ist dabei angesagt, das Strickbild verzeiht auch nicht den kleinsten Patzer. Schon mal schlecht, weil da kein Hörbuch nebenher geht. Wenn doch, weiß ich hinterher nicht, ob ich Krimi, Rock oder Kinderlachen gehört habe; geht also gar nicht. Was aber noch nicht das ganz große Problem ist. Dieses liegt im Volumen und der Maschenzahl. Es zieht sich mit den vielen Hebemaschen sehr zusammen und hinten läuft ja immer noch ein Faden mit. Ich glaube, so kalt, dass ich das brauche bzw. gern tragen würde, kann es eigentlich gar nicht werden. Und selbst wenn, ist mir was dünneres und eine Jacke drüber angenehmer. Aber die Entscheidung ist noch nicht getroffen, habe erst einen weiteren Pulli (ohne Mosaik) auf die Nadeln genommen (brauche dringend wieder einen gewissen Bestand an UfOs, ohne fühle ich mich so allein gelassen ;-)) – den zeige ich dann demnächst.

Liebe Grüße in die Runde – Regina

67 Stunden…

…saßen wir genau wie viele andere Dörfler hier in der Region nach „Xavier“ im Dunkeln und haben gefroren. Von Essen und Hygiene mal ganz zu schweigen. Und wir haben sehr viel gelernt.

Nämlich: Wir müssen vorsorgen, sowas kann immer wieder passieren, jetzt wohl mehr als je zuvor. Bisher sind wir immer von gewalttätigen Naturereignissen verschont geblieben. Ein Irrglaube zu meinen, das müsse immer so sein! Angesichts der immensen Zerstörungen auch hier in unserem kleinen Dorf sind wir mit einem zerknickten Rankbogen, einem auseinandergefallenen Gartenpavillon und einem angehobenen und ein paar Zentimeter weiter wieder runtergefallenen Dachgiebel am Stall ganz gut davon gekommen. Und ich sage nie, nie, nie wieder, dass die Linde, die da hinter dem „weißen Haus“ steht, dort ohne Sinn und Verstand steht. Ganz im Gegenteil, hätte sie nicht da gestanden, wäre jetzt nämlich das weiße Haus, der Stall und der Garten bis zur Mitte platt, vom Zaun dazwischen gar nicht zu reden, denn Nachbars monströsen 1000-Blüten-Baum hat es voll erwischt und diese liebe Linde hat ihn aufgefangen! Hinterher kann man wieder gut sagen, dass schließlich alles für irgendwas gut ist 😉

Weißes-Haus1

Ein altes Foto, jetzt waren ja beide noch in vollem Blattschmuck, was dem ganzen so richtig Wucht verliehen hat

Weiterhin haben wir gelernt, dass wir unbedingt einen Generator brauchen und damit nicht erst auf das nächste Hochwasser warten sollten, das u.U. gar nicht mehr fern sein könnte, bei all dem Regen in den letzten Monaten. Hätte nicht das ganze Dorf außer uns und den Nachbarn am anderen Ende schon seit Freitag wieder Strom gehabt, und der bestromte Nachbar uns nicht eine Kabeltrommel voller Strom zur Verfügung stellen können, dann wäre jetzt u.a. der Inhalt von drei TK-Geräten nur noch Matsch. Ja, aber Not macht auch erfinderisch – Frühstückssicherung mit Campingkocher (der Herr Fadenkram weiß längst, dass ich ohne vernünftiges Frühstück absolut nicht zu gebrauchen bin ;-)) und Bratschrippe ist echt edel! Frühstück

Die Straßen bieten noch heute ein Bild der Verwüstung und die Ursache der Stromlosigkeit liegt in den elenden Oberleitungen, die es hier leider noch sehr viel hat. Die, an der wir mit den anderen Nachbarn hängen, hat es voll erwischt, da lagen mehrere Bäume drin und etliche Betonmasten waren einfach abgeknickt. Bäume auch. Sogar Eichen, wie diese:Eiche-03Eiche-05

Hier hat man erstmal nur die Straße freigeschnitten…Baum-02

Der Himmel heute kann einen auch schon wieder das Fürchten lehren…Himmel-02Himmel-01

Diese idiotische Weidenalle, über die ich mich vor einiger Zeit schon mal ausgelassen hatte, liegt jetzt fast komplett auf die angrenzenden Felder verteilt. Das war aber nicht von Anfang an so, zuerst lag sie auf der Straße, dann kam die Feuerwehr und zerrte sie an den Rand, dann kam mehr Sturm und trieb sie auf den Acker.

Aber ich will nicht meckern, es hätte schlimmer kommen können. Für ein benachbartes Dorf lautet die Bestromungsprognose „nicht vor Mittwoch“. Man möchte nicht darüber nachdenken, was das bedeutet. Die Parole heißt nun: Vorsorgen und zwar schnell.

Aber die gute Nachricht ist: Er hat überlebt 🙂 Nicht nur das, er ist auch felsenfest davon überzeugt, dass er Vorfahrt hat. Fragt sich nur, wie lange das wohl gut geht….Storch

Liebe Restsonntagsgrüße – Regina

Auf gepackten Koffern

sitzen jetzt augenscheinlich auch die Stare und machen die letzten Flug- und Verständigungsübungen für die große Reise. Als ich vorhin nach dem Frühstück die Krümel vor’s Haus schüttelte, überfiel mich ein derart infernalisches Getöse aus Osten, dass ich zuerst dachte, die Russen kommen irgendwas Schlimmes sei im Gange. Es war ein Tosen, ein Schnattern, ein Rauschen – schwer zu beschreiben aber irrsinnig laut. Der zweite Gedanke war, meine Ohren wären nun auch dienstüberdrüssig und spielten mir einen bösen Streich. Nein, Augen auf und gucken – da sah ich sie. Aberhunderte Stare, auf den Stromleitungen und in ihren Schlaf- und Rastbäumen hinter unserem Grundstück. Es hatte echt was von Hitchcock und ich blieb mal lieber in Hausnähe, holte die Knipse und wartete auf ein Schwärmen, wie man es vom Berliner Dom oder aus Rom kennt. Und ja, die Pieper taten mir den Gefallen und schwärmten aus, aber die Knipse ist einfach zu träge, so dass ich nur ein eher unspektakuläres Bild der flatterigen Aktion mit nur noch wenigen Komparsen habe, die wohl den Anschluss verpasst hatten; die große professionelle Show-Formation war schon weg und der Regenhimmel macht es auch nicht gerade besser. Stare-02

Anschließend fiel ein Teilschwärmchen wieder in die große Weide zur Auswertung der Flugübung ein. Inzwischen hatte ich das Tele montiert und konnte wenigstens einen recht guten Blick in die Diskutierarena erhaschen.Stare-01

Ja, es ist Herbst geworden, man sieht es überall. Ungewöhnlich früh sind auch die Wildgänse ins Bruch eingefallen, die Kraniche eh. Alle feiern das große Schmausen auf den abgeernteten Feldern – sozusagen das gefiederte Erntedankfest. Einen übrig gebliebenen Storch haben wir gestern auch gesehen, er stolzierte über einen Acker und glaubt wohl nicht daran, dass es bald Winter werden könnte – wir schon, leider…

Herbstliche Grüße in die Runde – Regina

Der „Feuersalamander“ am Start

wie am Sonntag verkündet, sollte SOFORT ein Teilchen nur für mich auf die Nadeln. So ist es geschehen. Das Rennen gemacht hat mal wieder eine Anleitung von Swetlana Gordon, deren Designs ich liebe, weil sie immer einzigartig, überraschend und trotzdem narrensicher in den Anleitungen beschrieben sind. Dieser „Feuersalamander“ besteht im Grunde aus eingerahmten Löchern. Damit es durch diese nicht zieht – sie sollen ja den Hals wärmen – wird gleich noch ein gegengleiches Teil sozusagen als Futter gestrickt. Das werde ich wohl nicht tun, das wird mir dann im Sinne des Wortes wohl eher atemberaubend am Hals. Feuer-01Das Muster ist eingängig und leicht zu verinnerlichen, es ist jedoch ein ganz schönes Gefriemel und braucht seine Zeit. Hier findet das farbgefloppte Restknäuel der Malabrigo Silky Merino gut Verwendung, dazu selbstgefärbtes Wolle-Seiden-Gemisch.

Zum Zeitpunkt der Fertigstellung lässt sich noch nichts sagen, aber ich arbeite heftig daran 😉

Liebe Grüße in die Runde, genießt den Feiertag!

Erntedankfest im Oderbruch

nun liegt es hinter mir, das große Erntefest, und ich bin ganz zufrieden. Gelernt habe ich aber auch, dass dies nicht unbedingt die perfekte Gelegenheit ist, Strick zu hökern, denn die Leute kommen, um zu essen und zu trinken und wenn dann noch Geld übrig ist, dann kaufen sie halt Essen und Trinken zum Mitnehmen. Daher sinniere ich nun, ob ich dann dort im Schloss-Museum am Weihnachtsmarkt teilnehme, da geht König Kunde ja mit ganz anderer Motivation hin, nicht unbedingt (nur) zum Schlemmen.  Aber so platt, wie ich gestern abend war, muss ich die Entscheidung dazu wohl lieber eine Weile herausschieben und besser sinnieren, was ich jetzt als nächstes ganz alleine für mich auf die Nadeln nehme. Eine schnelle Entscheidung hilft dann auch sicher meinen Fersenspörnen, die sich nach allerheftigsten Protesten gegen die vielen Stunden auf den Beinen gestern so langsam wieder einkriegen sollten.

Für Euch ein paar Impressionen vom Festumzug. Als der eigentlich im Gange war, konnte ich nicht fotografieren, dann hätte ich das Büdchen alleine lassen müssen. Umzug-002

Aber die Wagen mussten ja alle zurück kommen, da waren sie noch genauso schön oder auch kurios.

Umzug-01-1Der Traktor oben hatte kurz nach dem Schnappschuss erstmal sein Leben ausgehaucht und stand mit brennendem Motor da. Aber damals bei seiner Geburt vor geschätzten 100 Jahren war ja alles noch handgeschmiedet und entsprechend robust, also schaffte man es tatsächlich, ihn wieder zum Leben zu erwecken, so dass er aus eigener Kraft weiter tuckern konnte. Nett für mich, man weiß ja inzwischen, dass ich tuckernde und qualmende Traktoren über alles liebe, der Wind stand auch gerade günstig…

Alte Landtecknik ist ja immer wieder von einer ganz besonderen Faszination, also hatte man da allerhand aufgeboten, was auch ehrfürchtig bestaunt wurde. Umzug-08Umzug-04Umzug-05

Die Stimmung auf den Erntewagen war durchweg ausgezeichnetUmzug-07Umzug-06

Liebe Grüße in die Runde und einen guten Start in die neue Woche

Regina