Sonne auf der Haut

selten nur begeistert mich ein Projekt von Anfang an so sehr, wie die soeben vollendete „Sonnenküste“ von Heidi Kirrmaier. Sunshine-04-1Hier hat einfach alles gepasst, angefangen vom Garn, der „Panama“ von Rowan (Achtung: könnte böse Werbung sein!), die perfekt geschriebene Anleitung, damit der Spaß am Stricken und natürlich das perfekt passende Ergebnis.

„Panama“ ist ein leichtes und lockeres leicht noppiges Mischgarn aus 55% Viskose, 33% Baumwolle, 12% Leinen mit 135 m auf 50 Gramm, das ich mit 3,5er Nadeln flott von oben nach unten verstrickt habe. Gerade mal 417 Gramm bringt das Teilchen auf die Waage – hatte bei meiner Größe definitiv mit wesentlich mehr gerechnet!

Hoch interessant ist der Start oben mit dem Halsausschnitt. Breite Raglan-Streifen betonen die Form, die anfangs mittels verkürzter Reihen perfekt entsteht. Sunshine-05Diese Streifen verlaufen dann entlang der Seiten des Pullis, an denen auch kleine Umschlag-Löchlein leichte A-Form und Weite bringen und nett aussehen – sofern man es mag. Mein Fazit: Den mache ich bestimmt noch mal!

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Die DSGVO ist nicht nur schlecht!

das wollte ich jetzt mal ganz deutlich klarstellen. Eigentlich geht sie mir ja am Allerwertesten vorbei und ich habe wirklich keinen Bock, diesen Blog hier aufzurüsten. Allerdings habe ich letzt als winzig kleines Zugeständnis – sozusagen als Zeugnis dafür, dass mir diese Geschichte durchaus schon zu Ohren gekommen ist – ein „Impressum“ mit meinem Klarnamen komponiert (ja, hoch lebe der Datenschutz!). Und dies just zur rechten Zeit, denn meine Schulfreundin „Erna“

Thuserna-02war gerade heftig auf der Suche nach mir. Leider hatten wir uns irgendwann Anfang der Neunziger Jahre aus den Augen verloren und der Name des Gatten, den ich ja jetzt trage (also den Namen, nicht den Gatten) war ihr eher nebulös im Gedächtnis. Mein Foto mit Hund auf der Ego-Seite gab letztlich den Aha-Effekt. Und so bekam ich eine Mail mit der vorsichtigen Frage, ob ich es denn wohl wäre. Jahaaa, ich war es! Was für eine Freude! Ein paar Tage später trafen wir uns und obwohl so viele Jahre dazwischen lagen, kam es uns vor, als setzten wir ein vor kurzem beendetes Gespräch fort. Nuja, so viele ereignisreiche Jahre wollen ja dann erstmal nachgearbeitet werden, aber das werden wir ganz sicher schaffen.

Leider kam mein „Impressum“ zu spät, um mir die Teilnahme an der gigantischen 50-Jahre-Abi-Feier zu ermöglichen, aber die 60 Jahre sind ja auch bald erreicht…

Landung im Nest

Die tönernen Urlaubs-Mitbringsel – Tribut an mein manchmal immer noch kindliches Gemüt – sind nun endlich in ihrem Nest gelandet. VoegelWenn sie dann etwas eingewöhnt sind, zeig ich, dass sie auch noch einen Papa haben und auf eigenen Beinen stehen können 😉

Und jaaaaa, es hat endlich auch hier mal geregnet; ca. 27 Liter, aber immerhin.

Gegensätzliches

Auch Brandenburg ächzt unter der Dürre, Noternten werden eingefahren und wo selbst die sich nicht mehr lohnen, wird das Getreide untergepflügt, um dem Boden ein wenig Dünger zu verschaffen. Man ergeht sich in Extrem- und „Rekord“rechnungen, was aber auch alles kein Wasser bringt. Mitte der kommenden Woche soll etwas Regen kommen, solche Ankündigungen gab es aber schon öfter, sie waren allesamt Enten. Den letzten Regen gab es hier am 11. Mai. Danach ab und an vereinzelte Tröpfchen, die in der Hitze verdampft waren, bevor sie den Boden erreichten.

So ist es jetzt kaum vorstellbar, dass vor ganz genau 21 Jahren die „Jahrhundertflut“ das Oderbruch beinahe überrollte und nur durch den beispiellosen Einsatz unzähliger Menschen konnte die ganz große Katastrophe, die möglicherweise das Ende dieser einzigartigen Kulturlandschaft bedeutet hätte, verhindert werden. Hier gibt es eine ganz gute Zusammenfassung der Ereignisse, deren Dramatik jedoch unvorstellbar war. Schlimmer nur war das Winter-Hochwasser 1947, als die Russen, angeblich im Bemühen, die Katastrophe zu verhindern, diese voll in Gang setzten, indem sie beim Bombenabwurf auf das Eis auch den Deich trafen. Das wird bis heute gern verschwiegen, Zeitzeugen gibt es aber noch und Spiegel online hat das mal aufgegriffen.

Auf unserem kleinen Ausflug heute haben wir das Flutzeichen – die Erinnerung an das 1997er Hochwasser – besucht. Es liegt abgelegen und recht schwer zu finden mitten in den Feldern, beeindruckt aber mit Größe und Gestalt.

Es ist ein Koloss aus vier Tonnen Bronze, der im August 1998 bei Neuranft enthüllt wurde. Die leider sehr spärlichen Informationen, die man in seiner Nähe findet, geben doch wenigstens einen guten Eindruck der gigantischen „Materialschlacht“. Schild-01 Ich habe es jedenfalls nicht geschafft, mir fast neun Millionen Sandsäcke ebenso wie 177.000 Tonnen Kies vorzustellen… Und trotzdem wünsche ich mir endlich Regen!

 

Urlaubs-Nachlese

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Wie jeder Urlaub war auch dieser wieder so schnell zuende… Die Zeit am Balaton haben wir genutzt, so gut es ging, denn das Wetter war sehr durchwachsen, recht wenig Sonne, dafür aber schwül-warm, was nicht so ganz begeisternd ist. Egal, wir waren viel unterwegs. Einen Tag lang haben wir Gesundheit getankt im Thermalbad Heviz und ein Abstecher nach Budapest war natürlich auch dabei. Dort waren wir das letzte Mal vor neun Jahren und waren entsetzt, wie heruntergekommen diese herrliche Stadt wirkte. Ganze Straßenzüge schockierten mit geschlossenen Geschäften, wirkten schmutzig und verkommen. Nach zwei Runden kreuz und quer durch die Stadt hatten wir damals ohne Stopp gleich wieder die Flucht ergriffen.

Ganz anders jetzt. Es herrscht wieder das quirlige Leben, das wir von früher kannten. Parkplätze gibt es nach wie vor nicht, also war viel Fußarbeit vom abgelegenen Parkhaus angesagt. Zuerst in die historische Budapester Markthalle. Ein Bauwerk, das auch von Außen begeistert und nicht erkennen lässt, was drinnen steckt.

Die Halle ist ein absoluter Touri-Treffpunkt mit dem entsprechenden Angebot. Landestypische Produkte kauft man besser und preiswerter auf den vielen kleinen Märkten auf dem Lande.

Dann wollten wir uns einen guten Kaffee in dem vielgepriesenen Café New York gönnen, das war uns leider versagt, denn hätten wir uns dort angestellt, wären wir wohl noch nicht wieder zuhause. Nuja, einen Blick rein konnten wir mal wagen – irrer Prunk zum Staunen mit Live-Kaffeehausmusik. Dann noch ein bisschen Schlendern und schon wieder waren die Stunden vergangen und es ging zurück.

Unser Quartier in Balatonalmadi war gemütlich und ruhig, die Wirtsleute nett und fast komplett sprachunkundig – trotzdem hat alles bestens geklappt. Auch dieses Gewitter haben wir lebend überstanden: 0000 Tihany-01Mehrere Male waren wir aus alter Verbundenheit auf der malerischen Halbinsel Tihany, 0000Tihany-Dorf-01wo ich einen der örtlichen Töpferläden ziemlich leergekauft habe – am Ende hat die Verkäuferin uns mit Handschlag begrüßt und satte Rabatte eingeräumt. Dafür haben wir unter anderem auch dieses Nest und sein „Drumherum“ fast komplett leergekauft – bis auf dieses spitzohrige Geschöpf, das ja nicht fliegen kann. 0000 Tihany-001Dort (auf Tihany, nicht in dem Nest) haben wir dann auch unser Abschiedsessen in der verrücktesten Kneipe überhaupt zelebriert – in jeder Hinsicht ein Erlebnis. 0000-Tihany-Skanzen-020000-Tihany-Skanzen-01

Und schon war die Zeit wieder vorbei – wir haben sie genossen, auch mit viel Bewegung, denn jeden Abend ging es bergab ins Zentrum auf ein Eis, zurück bergauf hatten wir die Kalorien dann wieder abgearbeitet.

Die Rückfahrt dann war leider ein absoluter Höllentrip, denn die Autobahn durch Tschechien ist eigentlich nur eine riesige Baustelle. Die Stadt“autobahn“ durch Prag hat uns über anderthalb nervenzerfetzende Stunden gekostet, danach ging es einigermaßen voran, bis hinter Dresden dann gar nix mehr ging. Dort hatte man aus zwei Spuren ohne jeden ersichtlichen Grund eine gemacht und „Reißverschluss“ klappt halt nicht, leider. Aber nach gut 12 Stunden (Hin: knapp 10 Stunden) flogen wir ins heimische Reich ein, erschöpft, aber froh wieder da zu sein.

Und was hier jetzt an der Obstfront abgeht, das erzähle ich demnächst, denn an dieselbe muss ich jetzt, den zweiten Eimer Sauerkirschen entkernen, zwei weitere werden sicher noch folgen….

Urlaub in Sicht!

Manchmal ist es bei den Fadenkrams geradezu unheimlich mit der Telepathie (oder wie man das so nennen will). Während der eher langweiligen Fahrt letzt an die Ostsee zog mir so durch den Sinn, dass wir ja durchaus mal wieder nach Ungarn an den Balaton fahren könnten.

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Blick auf die Abtei auf der Halbinsel Tihany

War ewig kein Thema mehr, da das letzte Mal ein ziemlicher Rund-um-die-Nacht-Lärm-GAU war. Aber man hat ja heutzutage alle Möglichkeiten, derart lärmende Geschichten (damals war es ein Rock- und Heavy-Metal-Festival auf der anderen Seeseite, das uns in vier von sechs Nächten jeweils von 17:00 bis ca. 4:00 h in der Früh in unserem herrlichen Haus im Weinhang mit Blick über den See mit brachialer Gewalt den Schlaf raubte) vorab terminlich auszuschließen. 0000 Tihany-01 Also sollte der Gedanke erstmal in meinem Hirn reifen. Und als wir dann versonnen in Prerow am Strand saßen, meinte auf einmal der Herr Fadenkram lässig und locker, wir könnten doch endlich mal wieder nach Ungarn fahren. Ja, klar, dachte ich auch gerade dran. Also abklatschen, freuen und in die Planung einsteigen.

Zuhause dann mündete meine sofort begeistert akzeptierte Idee, doch am besten so schnell wie möglich – also noch vor den Sommerferien – zu fahren, in heftige Organisationswut. Der Knackpunkt war dann wieder mal Katze Lieschen, 0000 Lachkatzedie man nicht einfach so in eine Tierpension stecken kann. Sie hat ein paar Dörfer weiter ihre Spezial-Nanny und diese sah keine Möglichkeit so kurzfristig unsere artgenossen-unverträgliche Diva zu beherbergen. Gestern kam aber dann doch der alles entscheidende Anruf – Liese kann kommen!

Ha, eine Stunde später war das Quartier klar, ein paar organisatorische Dinge (Maut-Vignetten und so Kram) geklärt und die Reisevorbereitungen konnten in die heiße Phase gehen. Dieses Mal soll es nicht mehr die total überlaufene Halbinsel Tihany sein,0000 Tihany-05 wir haben ein Häuschen am Nordostufer und in der Ortsmitte, wo wir um diese Zeit altersgerechte Ruhe zu finden hoffen.

Gelungener Neustart

So schnell lässt sich die manische Strickerin von Rückschlägen nicht entmutigen, also flott voran, neues Modell, neues Garn und ab geht die Luzie. Sunshine-01Das Objekt der Begierde ist „Sunshine Coast“ von Heidi Kirrmaier, das ich schon lange umkreist hatte, aber nie so richtig den finalen Anstoss gefunden hatte. Jetzt war es soweit und ich bin schwer angetan – die Anleitung ist narrensicher, der Anfang etwas frickelig, dafür passt der Halsausschnitt genial und dann geht es flott voran (sieht man ja ;-)). Als Garn habe ich mir die Panama aus dem Vorrat gegraben, eine sommerliche Mischung aus 55% Viskose, 33% Baumwolle und 12% Leinen von Rowan mit 135 m auf 50g. Mit Nadeln 3,5 treffe ich die Maschenprobe exakt und es geht lustig über die Nadeln.

Voll in die Hose

Sommer satt in Fernost – was liegt da näher als Sommerstrick? Also habe ich in den vorhandenen (!) Schätzen gewühlt und bin auch schnell fündig geworden: „Fred Linen“ von Ice Yarns, ein nettes dünnes Strickbändchen aus Leinen, Acryl und etwas PA dabei;

tegna-04 nie wäre ich darauf gekommen, dass da der Wurm drin sein könnte. War aber. Ich wusste es wie immer besser, denn der zeigte sich ja schon ansatzweise in der Maschenprobe, da dachte ich aber, bei Rundstrick wäre das kein Problem. War es leider doch – und was für eins: tegna-01Offenbar ist das Garn stark verdrallt, so dass ich fürchten musste, dass ich bei den Armlöchern eine volle Drehung erreicht haben könnte…  Schon jetzt sind es 12 Maschen in der Vertikalen (sieht man trotz verschwurbeltem Foto, hoffe ich). Dazu ist das Strickbild grausig und das Garn aus mikroskopisch dünnen Fädchen sehr empfindlich und schwer zu handeln.tegna-03Also gab es eine fadenkramsche Premiere: Das Ganze einschließlich Restgarn steckt schon in der schwarzen Tonne. Schade um die Arbeit, aber man muss wissen, wann es sinnlos ist.

Nun habe ich noch eine komplette Pullovermenge eines ähnlichen Garns aus Baumwolle tegna-05und Acryl – da werde ich wohl eine recht große MaPro machen und dann nicht das Prinzip Hoffnung fahren, sondern womöglich gleich die Reißleine ziehen. Schade drum…