Nix los hier

Außer den üblichen Hüftverbreiterern hat der liebe Nikolaus uns auch den Entschluss beschert (nein, nicht den, keine Süßigkeiten mehr zu essen, klappt ja eh nicht), in das nördlich gelegene Kleinstädtchen Angermünde zum traditionellen Gänse- und Weihnachtsmarkt zu gurken. Der Himmel war grau und feucht, aber wenigstens fiel nicht direkt so viel raus wie befürchtet. Da wir Pünktlichkeitsfanatiker sind, waren wir natürlich schon vor Eröffnung dort und waren schon da einigermaßen enttäuscht. Zwei Gänse- und diverse Fress- und Glühweinbuden, ein Kleinkinder-Karussell, das war’s.

Gaensemarkt

Selbst der Weihnachtsmann latschte überaus gelangweilt herum. Wenigstens wollten wir einen Happen essen und landeten bei der üblichen Bratwurst. Meine war nur alt, die vom Gatten war wohl noch älter, sodass ihm richtig fein übel wurde, was uns dann auf der Rückfahrt den Besuch im Lieblings-Café ersparte. Eine Gans haben wir auch nicht gekauft, die kriegen wir hier im Dorf für fünf Euro weniger das Kilo direkt von der Wiese und wissen, sie hatte dort ein feines Leben.

Hier an den Nadeln passiert auch nicht allzu viel, ich stricke tapfer an dem letzt gezeigten Schal von Svetlana Gordon und hätte ich nicht einmal unbemerkt die falsche Richtung bei einem neuen Segment (und damit auch bei den drei folgenden) gewählt, wäre die zweite Reihe fertig, so hab ich da noch drei Segmente und nur noch wenig Lust dazu. Der Hammer kommt aber erst, es werden dann 606 (ja, sechshundertundsechs) Maschen aus dem Rand aufgenommen, die dann hin und her gestrickt, dann kommt ein I-Cord drüber. Das Ganze dreimal, bis der Zusammenstrick-I-Cord das Ganze hoffentlich glücklich beendet. Ich hoffe, dass ich bis Weihnachten fertig bin 😉 jaja, ich weiß, die Endrunden vom Nuvem sind viel schlimmer, aber der war längst nicht so dermaßen frickelig ;-))

Zur meditativen Erholung zwischendurch habe ich dann ein bissel geribbelt. Mein Landlust-Tuch, das total die Form verloren hatte und den „Crazy-Stripes“, der schon ewig hier herumdümpelte, weil sich herausgestellt hatte, dass ich mir inzwischen zuviel Hüftgold einverleibt hatte und er einfach zu eng war. Und so leberwurstpellenmäßig mag ich das ja gar nicht. Also verwandelte ich das gute Stück auch größtenteils in ein lustiges Geribbel. In der Reihenfolge des Entstehens:

An das Pulloverfragment mit einem Ärmel (!) werde ich nun munter geringelt in leichter A-Form den Body anstricken und dabei versuchen, mittels trickreicher Knäule-Wechselei etwas breitere Streifen hinzubekommen. Aus dem Tuch werden wohl Socken, da ich diese Färbung aus den Anfangszeiten meiner Färbe-Karriere sehr schön finde.

Ja, das ist der Stand der Dinge. Strickzeit hab ich aus wettergründen (ja, es regnet tatsächlich auch hier mal!) reichlich. Und das Ziel heißt, diesen tollen Schal bis Weihnachten fertig zu haben.

Mosaikpulli geschafft!

Was lange die Nadeln blockiert währt, wird auch mal gut – oder so. Also habe ich den Mosaik-Pullover nun doch noch geschafft. img_0802.jpg

Das mit den Ärmeln war der Gau. Der Versuch von Armlöchern war ja sowas von schief gegangen. Nach laaanger Pause dann ribbeln und wieder neu hochstricken für gerade angesetze Ringelärmel. Zur Auflockerung mit zwei Mustersätzen in der Mitte und rund mit Ringeln gestrickt. Das ging in die Hose, weil das Muster sich doch sehr zusammenzieht und die Ringel dann gebeutelt haben. Also nur Ringel.

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Irgendwie muss ich völlig unbemerkt altersweise Geduld gelernt haben, jeder andere Pullover wäre schon längst in die Tonne Ecke geflogen. Apropos, man sollte niemals auf die Idee kommen, ein größeres Mosaikgestrick ribbeln zu wollen, man wird bei all der Dreherei dabei zu schnell total blöd in der Birne…

Gestern war Premierentragen und alles ist gut. Der Pulli sitzt und wärmt hervorragend, nur das klappt leider nicht allzu lange, denn es ist ja Alpaka drin, was mich bekanntermaßen und doch ständig ignorierterweise nun mal beißt. Vor allem am Hals.

Technische Daten: 580 g Drops „Nord“ mit Nadeln 3,5. Einfach drauflos gestrickt 😉

Sorry für die miesen Fotos, ist gerade kein Licht dafür. Wen es interessiert, die Farben sind Jeansblau (16) und Nebel (8) – wie passend, der verdüstert uns hier schon seit Tagen die Landschaft und die Stimmung…

 

UfOmania geht in die nächste Runde

Ganz tapfer habe ich mir nun ein Wahnsinnswerk hervorgekramt, das ja auch mal fertig werden soll. Es ist der Schal „Under the Sea„von Svetlana Gordon.

Gordon-01

Diese Designerin bewundere ich ja aufrichtig, habe auch schon so einiges von ihr gestrickt, aber das ist immer eine Herausforderung vor allem an die Geduld. Bei diesem Unterwasserdingsi kam dann auch noch dazu, dass ich mich in der Materialfrage total verschätzt hatte – ja, man soll schon glauben, was in der Anleitung steht, näääch?

Da beide Farben eher ausgefallen waren, gestaltete sich die Nachschuborganisation äußerst kompliziert. Bis ich dann bei Ferner so einigermaßen passend fündig wurde. Aber da war dann schon die Luft raus, das Körbchen mit dem Gestrick verschwand ganz diskret und kam jetzt bei der großen UfO-Jagd verschämt wieder ans Licht. Nun bin ich auch wild entschlossen, wenigstens ein gutes Stück voran zu kommen. Das Gekringel unten ist der erste von zwei Musterstreifen, der Anfang des zweiten liegt mitten drin.

Gordon-02

Ja und auch dieses Teil wird dann nicht zu meiner roten Winterjacke passen – leider …..

Gordon-03

 

 

Der nächste Streich

So ein wenig geht es doch voran mit dem UfO-Abbau. Einer der Kandidaten, die mir eigentlich am Herzen lagen, hat es nun zu seiner Vollendung geschafft. Es ist der (Achtung, Werbung!) Amburgo von Himawari. Hier hatte ich ihn schon einmal kurz vorgestellt, bin dann auch ganz gut voran gekommen, aber der letzte Ärmel hatte mir dann den letzten Nerv gezogen – oder so. Egal, das Ergebnis zählt, nicht der mühsame Weg dahin.

Amburgo_fertig-02

Gestrickt habe ich ihn mit Nadeln 3,5 aus 600 g Panama von Rowan (das war Werbung), ein kühles weiches Garn mit allerhand Leinen und Baumwolle darin, das absolut nicht kratzt und damit sogar bei mir in direkten Kontakt mit der Haut kommen kann. Auf dem Foto oben stimmt auch die Farbe. Den Halsauschnitt, der gut gelungen ist, habe ich trotzdem noch mit drei Runden Rippe umstrickt, um das Untendrunter nicht so blitzen zu lassen;-)

In ganzer Pracht sieht das dann so aus:

Ich bin sehr zufrieden und hoch motiviert für die weiteren UfOs. Zwischendurch habe ich aber einen höchst gelungenen Beutezug gemacht – 950 Gramm (Achtung, Werbung!) „Björk“ von Lang Yarns. Björk-02

Ein federleichtes fluffiges und kuscheliges Garn überwiegend aus Merino, bei dem zwei Fäden in unterschiedlichem Farbverlauf nebeneinander her laufen. Auch wenn die einzelnen Farben etwas – naja schmutzig – wirken, gibt es doch einen netten Gesamteindruck. Bei der Menge kann das dann auch nur eine dicke Jacke werden. Nach all den Ufos ;-))))))))

Es ist tatsächlich vollbracht!

Dolce-09

Dieses Feuerwerk von Farben mit seinen unzähligen Maschen ist von den Nadeln! 630 Gramm habe ich vorwiegend mit 4er Nadeln verstrickt und herausgekommen ist ein Schätzchen, das sich sehen lassen kann – denke ich jedenfalls.

Die Mühe hat sich gelohnt, die Jacke passt (dank der dickeren Wolle!) und gefällt. Eine wesentliche Änderung habe ich nachträglich vorgenommen, die kurzen Ärmel waren dann doch nichts für die dicke Jacke und zu eng waren sie ohnehin. Also habe ich seitlich jeweils drei Rippen Krausrechts angefummelt und das Ganze dann auf Langarm verlängert. Die „Verbreiterung“ sieht wahrlich nicht schön aus, ist aber beim Tragen nicht zu sehen und ich bin rundherum zufrieden.Dolce-11

Die Konstruktion der Jacke ist so pfiffig – da muss man erstmal drauf kommen! Dabei ist sie dann auch wieder logisch. Danke liebe Sylvia für diese tolle Anleitung, es war Strickspaß pur!

WerbungAnleitung hier, Wolle hier.

Stand der Dinge (enthält Werbung)

Mit der letzt so überzeugt angekündigten UfO-Aufarbeitung bin ich noch nicht sehr weit gekommen – gerade mal drei Mustersätze am ersten Ärmel des Mosaik-Pullovers – aber immerhin, besser als nix. So vieles zieht mir gerade durch’s Hirn und tötet Ausdauer und Konzentration, nur die Lust auf Neues und Versuchsreihen ist ungebrochen. So weiß ich jetzt, dass mir dieses Tuch nicht auf die Nadeln kommen wird, denn zwei Versuche mit unterschiedlich starken Garnen haben mich nicht überzeugen können. Ich finde das einfach nur chaotisch. Läuft übrigens auch unter der Marke „Mosaikmuster“.

Freeze-01

Und immer, wenn der Begriff „Mosaik“ meinem Hirn gefährlich nahe kommt, muss ich was damit anfangen. Trotz aller gegenteiligen Absichtserklärungen sind das nun mal wieder ein Paar Socken. Diese hier. Eigentlich völlig blöd, da Anleitungen zu kaufen (die gibt es gerade auf der Website unter „woanders kaufen“ für einen Euro!), aber ich bin nun mal faul, denkfaul.

Mosaiksocken-01

Aus einem Crazy-Zauberball und naturfarbener Flora strickt sich das munter weg, das Muster gefällt mir, alles ist gut. Allerdings bestätigt sich auch hier, das dünne Garn ist nicht die optimale Mosaik-Variante.

Ansonsten „arbeite“ ich gerade an der Passformoptimierung meiner Pullis, man weiß ja, dass es „früher“ nicht nur bei etwas fülligerer Oberweite, da aber immer, Brustabnäher gab; solche von der Seite und solche von unten. Seit der T- und Sweatshirt-Mode gibt es sowas schon lange nicht mehr, was die Passform aber nicht gerade verbessert. Für mich heißt das, ständiges Gezupfe, da das Vorderteil die Tendenz vom Körper weg nach oben zeigt und dafür dann nach hinten runter zieht. Sieht am Ende aus wie verunglückte Umstandsdingsis. Nicht gerade kleidsam. Also hab ich mich auf die Suche gemacht, die maschentechnische Problemlösung zu finden und habe sie wahrscheinlich hier gefunden. Der Praxistest steht noch aus, das vorgesehene Testobjekt ist aber – wen wundert’s – längst vorhanden.

Tanzen-01

Der Gatte ist über’s Wochenende zum Hochseeangeln auf der Ostsee bei Fehmarn. Nach einer total vergeigten OP Anfang August kommt er einfach nicht zur Ruhe, die anhaltenden Nachwirkungen rauben Kraft und Nerven, womöglich steht ein „zweiter Versuch“ an, so dass er ein wenig positive Ablenkung gut gebrauchen kann. Und ein paar Fische in der Gefriere sind ja auch nicht zu verachten. Für mich heißt das jetzt drei Tage hemmungsloses Stricken 😉

Habt ein gemütliches Wochenende!

Selbstüberlistung

Der Vorsatz lautet – mal wieder – UfOs abbauen. Damit das eventuell etwas besser klappt, mache ich das jetzt öffentlich, das gibt dann vielleicht ein bissel Ehrgeiz ….  Dieser Mosaikpullover war bisher ein echter Unglücksrabe.

Mosiakpulli-02

Irgendwie hatte ich den ersten Anlauf des Oberteils vergurkt, aufgrund der Weite bekamen die Armlöcher einfach keine Passform und saßen absolut nicht da wo sie sollten. Also flog das Ding in die Ecke. Zum Ribbeln hatte ich auch keine Lust, da das bei dem Muster sehr mühsam ist. Bei einer der letzten UfO-Schauen dann sollte er seine zweite Chance bekommen. Ich habe das Oberteil geribbelt, einen Mustersatz mehr in der Runde gestrickt und dann glatt hoch für angesetzte Ärmel. Da er sehr warm ist – Mosaikstrick ist ja fast doppelt, also sehr kuschelig, auch wenn es die die eher zierliche „Nord“ von Drops ist – sollte er auch hoch geschlossen sein, was schon mal gelungen ist. Und dann musste die kunterbunte Jacke dringendst auf die Nadeln.  Da ist sie ja runter und so habe ich nun den ersten Ärmel gestartet, mühsam mit zwei Rundnadeln und viel Gedrehe in der Runde. Um nicht in Depression zu verfallen, habe ich mir ein großzügiges Ziel gesetzt: Weihnachten soll er fertig sein. Anmerkung für Trödler: Bekanntlich ist jedes Jahr Weihnachten ;-)))

Mosiakpulli-01

Die Farben sind sehr schlecht rübergekommen, am besten sind sie beim oberen Foto unten am Bund.

Dolce Vita auf der Zielgeraden

Noch nie habe ich ein so großes Teil so schnell von den Nadeln gebracht! Und nicht immer macht das Werkeln an einem Strickstück so viel Spaß wie eben hier bei meiner „Dolce Vita“. Noch versuche ich aber die Begeisterung in Grenzen halten, da ich nicht weiß, ob wir am Ende zueinander passen werden – größentechnisch.

Heute sind die Vorderteile fertig geworden und da ich erst nach dem Bade die Nähte schließen werde, sah das dann so aus:

Dolce-05

Die Vorderteile könnten etwas knapp über’m Balkon werden, daher sind noch die Seile drin, um das eventuell noch etwas zu richten.

Verständlicher sieht es  aber so aus – Vorder- und Rückenansicht nebeneinander (raufhauen macht größer):

Die größenbedingten Zweifel haben sich jetzt nach dem Entspannungsbad etwas reduziert, aber trotz der nassen Monstermaße bleibt die Spannung bis zum Trocknen. Dass es zu groß werden könnte, fürchte ich aber eher nicht;-)

Technische Details: NoNa Wool 50% Merino, 50% Acryl, LL: 300 m / 100g. Mit Nadeln 3,5 und 4,0 gestrickt, stecken 565 g in der Jacke. Kann aber mehr werden, da ich noch unschlüssig bin, ob ich nicht die Ärmel verlängern sollte….  Die Farbzusammenstellung mag aberwitzig erscheinen, mir gefällt sie, dem Gatten ebenfalls, das Sofa hat sich auch einverstanden erklärt und damit ist das Thema gegessen 😉