Mal eben so nebenbei…

…entsteht gerade ein völlig ungeplanter und unvorhergesehener Pullover. Einfach so, weil die erste Hälfte des neuen Mosaik-Pullis einfach nicht trocknen wollte, ich ohne Stricknadeln in den Fingern nicht leben kann und auch mal wieder ein UfO anfangen musste 😉 Aber sicher wird das keins, denn es macht einfach nur Spaß und saust nur so über die Nadeln. Das Werk von drei Tagen: manos-01

Die Ausschnitt- und Raglangestaltung ist angelehnt an die „Lotta“ von Regina Mößmer. Und endlich konnte ich mal dieses niedliche kleine Strukturmuster zum Zuge kommen lassen: manos-04 Ins Gefecht gerollt habe ich hier die Manos del Uruguay Silk Blend, 70% Merino und 30% Seide mit 137 m auf 50 g, die schon lange hier rumdümpelt. manos-03Ein schönes Dochtgarn, das mit 4er Nadel schnell zu verstricken ist. Allerdings strotzt es nur so vor Knoten, was die Sache nicht ganz so lustig macht. Aber es ist kuschelweich auf der Haut und das ist am Ende wichtig für mich. Da kann ich dann auch über die total ungleichmäßige Färbung hinwegsehen, die in den Strukturmustern auch etwas untergeht. In glatt rechts würde ich darin sicher aussehen wie ein gescheckter Esel.

Jetzt wird dem Teil aber erstmal das Schicksal aller halben Pullis zuteil und es muss in die Wanne, um die Wellen im Oberteil zu glätten. Ich hoffe, das gelingt zufriedenstellend…

Wir werden jetzt hier die Zelte abbrechen und irgendwo hinfahren, wo es warm ist, denn passenderweise wird uns gleich für mehrere Stunden wiedermal der Strom abgestellt.

Potzblitz!

Vor längerer Zeit schon habe ich mir die Anleitung für dieses wirklich originelle Tuch geleistet. Dieses ist lange im derzeitigen Mosaikfieber untergegangen, nun aber als Kontrastprogramm doch auf die Nadel gekommen. Da ich derzeit mit dem Vorhaben liebäugele, Wolle aus dem üppigen Bestand zu verstricken, in der angegebenen Garnstärke aber leider gar nichts am Lager habe, gab es einen Kompromiss. Das „Übungstuch“ wird aus (viel zu) dünner vorhandener Wolle gestrickt und dann kommt ein Nachfolger mit stärkerem Faden. Also ging es los mit Flora von Drops und dazu selbstgefärbte Merino-Seiden-Mischung. Der Anfang kommt ja immer eher krumpelig daher und die gelbe Flora ist nicht wirklich das Gelb, das sie sein sollte. Egal. Erstmal.Potzblitz-01-01Dann rollte ich weitere Farben ins Gefecht: Potzblitz-01-02

So richtig weiß ich immer noch nicht, ob mir das wirklich gefällt, aber ich mache einfach weiter 😉 Es macht Spaß, denn wenn man es einmal verinnerlicht hat, ist es mindless – vor allem, wenn die Reihen länger und länger werden. Es sieht nun auch nicht mehr ganz so störrisch aus, wobei ich da ja auch noch große Hoffnungen auf Baden und Spannen setze. Und ja, groß soll es werden, das ist eine Frage von Geduld und Ausdauer.

Aber was wäre fadenkramsche Schöpfungswut, wenn nicht andauernd Haare in die Suppe fallen würden! Längst hatte ich mich entschieden, dass ein „richtiges“ Geschwister folgen sollte und habe lange nach passendem Garn gesucht (nee, nicht bei mir, online ;-)). Als ich meinte, solches bei Schmeichelgarne in passener Farbkombi gefunden zu haben, schluckte ich zwei-, drei Mal heftig und schlug dann zu. Die Ernüchterung kam heute mit der Post. Die vorgegebene Lauflänge stimmt ja exakt, die Farben sind genau wie gewünscht, aber ich hatte nicht bedacht, dass eine 50/50-Woll-Baumwollmischung einen viel dünneren Faden als Wolle mit dieser Lauflänge hat. Dieser ist nun keine Spur dicker als der gerade verstrickte.  Selba-2Man sieht es und ich bin ratlos… Wahrscheinlich werde ich es zurück schicken. So blöd – was nun? Wahrscheinlich stricke ich Tuch 1 fertig und warte mit dem Nachfolger bis zum nächsten Winter – oder so…

Strickerei

stolz kann ich vermelden, dass mein erster Mosaikpulli endlich fertig ist. Und dass er passt, richtig gut passt, sofern ich noch ein wenig reinschrumpfe, indem ich noch ein wenig Festtagsspeck abbaue. Dieses Unternehmen läuft ja gerade recht erfolgreich  😉

Zickzack-final-04(hier sind die Ärmel leider noch nicht gedämpft…). Da der Pulli für mich sehr ungewohnt in Teilen gestrickt ist, mussten diese ja am Ende zusammengefügt werden. Dafür habe ich mich für die Drei-Nadel-Zusammenstrick-Variante entschieden. Das war gut so, das passt für mich viel besser als die Nähnadel, mit der ich – aus welchen Gründen auch immer – auf Kriegsfuß stehe.  Zickzack-final-02Die Ärmel habe ich mit einem längslaufenden Mustersatz in Kraus rechts gestrickt und hoffe, das war eine gute Entscheidung…. Zickzack-final-01Und um immer schnell zu wissen, wo vorne und hinten ist, habe ich dieses einmalige Kunststück vollbracht, dessen Tage/Stunden aber leider gezählt sind ;-)) Zickzack-final-03

Da mich dieses Erstlingswerk in all seinen Phasen wirklich begeistert hat, ebenso das Ergebnis, ist das zweite bereits auf der Nadel. Mosaik-02-02Man sieht, ich habe keine Mühe gescheut, um dann mit traumwandlerischer Sicherheit die Variante zu bevorzugen, bei der ich nach dem Ende des ersten dunklen Knäuels bemerkt habe, dass ich von dieser Farbe – nicht wie gedacht – sechs Knäule, sondern nur drei habe. Mosaik-02-01Genial Frau Fadenkram, muss also Wolle nachbestellt werden. Aber drei Knäulchen alleine fürchten sich im Karton, also müssen unbedingt ein par Mitreisende gefunden werden… Nach denen suche ich dann mal gleich ;-))

Neujahrsspaziergang

Mit düsteren Wolkengebilden und leuchtenden Farbspielen lockte uns das bisschen Sonne am Neujahrsnachmittag doch auf eine kleine Runde um’s Haus. Immer ganz dicht dran, dass wir dem nächsten Schauer doch schnell ins Trockene entkommen können. Ein paar frische Bilder haben wir aber doch mitgebracht – so viel Zeit ist immer  😉

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Neujahr-03

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und ganz zum Schluss dann das:

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Neues Jahr – besseres Jahr?

Euch allen, die Ihr hier gerne vorbei kommt und auch zu meiner Freude Eure Gedanken zu dem Einen oder Anderen hinterlasst, wünsche ich von Herzen ein gutes, ein gesundes, ein fröhliches und ein friedliches Jahr 2018! All uns mehr oder weniger fanatischen KampfstrickerInnen dann auch noch immer reichlich Garn im Vorrat, vor allem immer das Passende!

Wir sind gestern ganz still und gemütlich mit Raclette, Erbeerebowle (jahha, an Silvester rollt mir sogar auch mal der eine oder andere Tropfen Allohol über die Zunge ;-)) und TV hinübergerutscht. Zuvor hatten wir uns versprochen, wer müde wird, darf einfach ins Bett gehen, das neue Jahr kommt auch ohne unsere Aufmerksamkeit auf die Welt. Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf haben wir den Abend dann natürlich putzmunter schnell vergehen lassen. Ich war so hellwach, dass ich dann noch eine Stunde gestrickt habe, um nicht von verspäteten Böllern aus dem ersten Tiefschlaf gerissen zu werden, sowas löst bei mir Schockstarre aus, muss man nicht haben.

Diese Befürchtung erwies sich dann als unbegründet, hier in der überalterten tiefsten Brandenburger Provinz hat man es zum Glück nicht so mit der Extrem-Böllerei. Wir haben zum Jahreswechsel ein bisschen aus dem Fenster zugeguckt, wie im Nachbarort die Raketen ihren Glitzerregen versprühten, während ein paar Unermüdliche vorn auf der Straße ihren Knallkram in die Luft jagten. Man darf nicht darüber nachdenken, was in dieser einen Nacht an Schadstoffen in die Luft geblasen wird, von dem Getöse mal nicht zu reden. Man kommt leider nicht umhin, das ertragen zu müssen, aber mögen muss man es ja trotzdem nicht. Mir tun all die Tiere leid, Haustiere genauso wie Wildtiere, die vor Angst in dieser Nacht nicht wissen, wie sie dem Terror entgehen können… Nachbars Beagle, allein im Schuppen eingesperrt, hatte auf Dauerheulton geschaltet, armes Tier! Unser Lieschen dagegen hat das locker weggesteckt, wenn wir keine Angst zeigen, dann hat sie auch keine – oder so ähnlich.

Ja, auch wenn dieses hier ein völlig unpolitischer Blog ist, bin ich doch schon immer ein politischer Mensch. Als solcher mache ich mir so meine Gedanken, vor allem darüber, was in unserem Land so vor sich geht. Beinahe Vollbeschäftigung und wirtschaftlicher Aufschwung sind ja sehr schön, aber sie können nicht darüber hinwegtäuschen, was alles immer mehr verquer geht. Zunehmende Gewalt vor allem, aus allen Richtungen und bei allen Gelegenheiten, wo soll das hinführen? Sehr verstörend ist für mich auch die Tatsache, dass jetzt schon Rettungskräfte Ziel aggressiver Attacken sind – ja Leute, geht’s denn noch? Ja und ich gebe zu, dass ich zu denen gehöre, die meinen, es ist allerhöchste Zeit, dass der Staat in Form seiner Polizei, endlich mal erkennen lässt, wo das Gewaltmonopol liegt, nämlich nicht bei all denen, die versuchen, es zu ihrem vermeintlichen Recht zu machen!

Wir fühlen und hier in Fernost sicher, auch ohne sichtbare Staatsmacht. Aber wir haben schon lange nicht mehr die geringste Lust, mal in die gar nicht ferne Hauptstadt zum Bummeln zu fahren. Schade eigentlich. Und recht oft gehen mir Gedanken durch den Kopf, die da sagen, bloß gut, dass wir schon so alt sind, da wird uns vieles erspart bleiben. Ist doch blöd, eigentlich sollte man sich doch eher ärgern, schon so alt zu sein, weil man dann so vieles verpasst. Nee, ich glaube, wir verpassen da nix wirklich. Auch schade.

Aber ich will niemandem den Start ins neue Jahr vermiesen, mir selbst auch nicht. Für mich wird es mal wieder mit dem Kampf gegen die Kilos beginnen; das ist aber kein Vorsatz, sowas fange ich gar nicht erst an, sondern ein Plan, der heute gestartet ist. Ansonsten hoffe ich auf ein Jahr in Gesundheit, vor allem für den Herrn Fadenkram, der das sehr nötig hat, auf schöne Wolle für viele schöne Projekte und darauf, dass es mal ein paar Tage nicht regnen möge!

Restweihnachten

Advent3-Weihnachten

Wenn schon kein Schnee und kein Frost, dann wenigstens mal ein beeindruckender Sonnenaufgang, der vielleicht mal einen Tag ohne Regen in Aussicht stellt? Der morgendliche Blick über den Gartenzaun lässt das ja hoffen.

Euch allen einen gemütlichen und entpannten Weihnachtsausklang!

Trampeltier und Schweinehund

zur Erklärung vorneweg: Mit dem einen versuche ich das andere zu besiegen. Ganz einfach also. Und das kam so:

Ein Gespräch unter Eheleuten mit Anmerkungen der Verfasserin:

Ich: Hmmm, der Hintern wird immer fetter und die Waage schnauft immer widerwilliger…

Gatte: Ooch nöö, das kannste nicht so sehen… (ha, ich weiß immer, wann der lügt!!!)

Ich: Doch, doch, das MUSS ich so sehen, weil es so ist.

Gatte: Naja, wenn du meinst, ich soll dir ja nicht widersprechen (gut gelernt!) – und was willste nun machen?

Ich (bisher): Ja, spannende Frage; weniger essen? Aber da gibt es hier einen im Haushalt, der das nach Kräften sabotiert!

Gatte (empört): Iiiich doch aber nicht… (möchte an dieser Stelle an die Advents-Plätzchenorgie erinnern! Die Dinger sind längst alle!)

Ich (jetzt): Ja, ich kaufe mir ein Trampeltier und rackere mir darauf jeden Tag die Lunge aus dem Hals.

Gatte (der Blick ist nicht mit Worten zu beschreiben, es gibt auch kein Emojy dafür): Wenn du meinst….

Ja, ich habe gemeint und ein Trampeltier zog ein. Der erste schweißtreibende Akt der Gewichtsreduzierung bestand im Zusammenbau dieses radlosen Fahrrad-Dings, das in unzähligen Einzelteilen in seinem Riesenkarton herumklapperte. Aber die Bauanleitung war zum Glück IKEA-mäßig gut und ich habe geschraubt was das Zeug hielt und auch so, dass das Ding, was am Ende dann dabei herauskam und jetzt zwischen Tiefkühlmöbeln, Saisonwechselschrank, überzähligem Küchenkram und sonstigen schwer verstaubaren Dingen im „Hinterzimmer“ mitten im Weg steht, auch mich aushält (hmm, soll ich da jetzt lieber mehrere Sätze draus machen?). Trampel

Und nun – man ahnt es schon – kommt der Schweinehund ins Bild. Klare Ansage war: „Und täglich strampelt die Frau Fadenkram…“ . Klar doch. Jetzt weiß ich, wie viele zwingende Hinderungsgründe es gibt, genau das dann doch immer auf den nächsten Tag zu verschieben. Und jeder Tag ist der nächste – oder so.

Aber jetzt, jetzt bin ich voll computerisiert auf der Pedale unterwegs. Um nicht so auf das Vergehen der Zeit fixiert zu sein, habe ich meine Lieblings-CD auf den Ohren (nein ich singe nicht mit, das Fenster ist schließlich weit offen, weil gesunde Landluft hilfreich ist!) und meine Leistung kann ich an den gehörten Titeln erkennen. Denn der Computer am Trampeltier ist mir suspekt und auch nicht wohlgesonnen, das was der anzeigt, ist eher demotivierend, oder findet etwa jemand, dass 150 Kalorien (na gut, Kilokalorien) auf 10 Kilometer in 25 Minuten ein Anreiz sind, um bei der Stange (Pedale) zu bleiben? Aber wenn ich es auf Level-siehste-ja-gar-nicht geschafft habe, den Couch-Potato-Puls nicht mehr über 160 zu treiben, dann geht es ins bergauf-bergab-Programm; man darf gespannt sein.

Grabenkämpfe

stricktechnisch bin ich nach wie vor ziemlich verbissen (soll ja Weihnachten fertig sein) an meinem Zick-Zack-Mosaik-Pulli; heißt, an seinen Ärmeln, korrekt: Noch immer am ersten Ärmel. Die gute Nachricht ist aber, bis dahin passt alles bestens.

Das Wetter ist auch hier wie fast überall im Lande miserabelst und Petrus sollte sich mal anfangen zu schämen. Outdoor-Aktivitäten sind damit gegen Null geschrumpft, Weihnachtsstimmung kann man sich mit sehr viel gutem Willen nur im Kopf basteln.

Aber die Natur ist dennoch unermüdlich am Werkeln. Hier sehr gerne in Gestalt der vielen, vielen fleißigen Biber, die ja auch satt werden wollen und dazu brauchen sie speziell im Winter viel Baumrinde. Da sie nicht klettern können, müssen sie auf andere Weise für Nahrung sorgen, also fällen sie sich die Bäume. Bevorzugt natürlich in der Nähe ihres angestammten Lebensraumes – des Wassers. Und das hat es hier ja besonders reichlich, auch wenn es gerade mal nicht regnet, was aber eher selten vorkommt.

Das Oderbruch, das sehr tief liegt (fast holländische Verhältnisse), ist von einem dichten Grabensystem zur Wasserableitung durchzogen. Damit es ableiten kann, muss vielfach mit Pumpen nachgeholfen werden, die sind dann in so lustigen Häuschen versteckt. Hier an diesem Häuschen, gleich bei uns um die Ecke, hat man nun Kumpel Biber bei der Nahrungsgewinnung freundlich geholfen, um das Häuschen zu schützen und auch ihm eine Weihnachtsfreude zu machen  😉Biber1Er hatte gut vorbereitet, den Rest hat die Säge passgenau erledigt; Familie Biber muss nicht mal aus dem Matsch auftauchen, das Essen liegt ja nun drin. Biber2Und alle sind zufrieden. Bibers kommen gut durch den Winter, und Häuschen steht.

Aber nicht alle sind hier so nett zu dem immer hungrigen und wasser-architektonisch hochbegabten Pelztier, es ist problematisch, vor allem in Deichnähe, wo es ja besonders gerne seine Burgen gräbt und schon mal Hochwasser-Übungsalarme auslösen kann. Da kann es dann auch zu etwas drastischeren Meinungsäußerungen kommen…  Biber3