Gartenfreude mit Monsterblüten

Oft sind wir bei unserem Lieblingsgärtner im Hauptdorf. Meist eigentlich „nur mal gucken“. Ganz oft wird daraus nichts und schwupps sind wir wieder mit neuen Lieblingen für den Garten beladen. Einer dieser Besuche endete im letzten Sommer mit der Adoption eines Riesenhibiskus. Absolut winterhart sei der, meinte der nette Gärtnermeister, und das war dann auch der Spruch, der uns überzeugt hatte. Nur, dass das Ding nach dem Winter einen sehr, sehr toten Eindruck machte. Kummer überkam uns. Aber da andere Dinge wichtiger waren, blieb der vermeintlich tote Überrest in der Erde. Und irgendwann, es war wohl schon Mai, regten sich dort grüne Spitzen! Mitte Juni dann war schon zu erkennen, dass noch etwas daraus werden könnte 😉  21-06-17-Hibiskus-01Dann wuchs in Windeseile ein Busch heran, der uns ehrfürchtig erstarren ließ. Inzwischen ist er einiges über zwei Meter hoch und heute früh zeigte er die ersten seiner riesigen Blüten, was für eine Freude! Hibi-04Hibi-03hibiDer reiche Knospenbesatz lässt auf eine lange Hibiskus-Freude hoffen.

Nachtrag – zwei Tage später, ein Hingucker, an dem man sich kaum sattsehen kann: Hibi-05 und es sind noch unzählige Knospen für lange Blütenfreude vorhandenHibi-06

Kommt gut in ein hoffentlich nicht allzu verregnetes Wochenende; liebe Grüße

Regina

Weidengrotte und Spinnenpopo

Sowie die Temperaturen mal im erträglichen Bereich sind, ist der Herr Fadenkram fleißig. In demokratischem Meinungsaustausch (er kommt mit seiner und geht mit meiner Meinung ;-)))) hatten wir beschlossen, dass wir nicht warten wollen, bis der böse Zünsler den hässlichen großen Buchsbaumbusch unter der drolligen Puschelkopf-Weide für sich entdeckt, und diesen prophylaktisch dem Boden gleichgemacht. Und schon haben wir wieder ein sehr interessantes Vorher-Nachher.

Das völlig unerwartet zutage getretene aktuelle Nachher ist jetzt unsere Weidengrotte; der Herr Fadenkram meinte, da könne nun ein Gruseldrachen vom Polenmarkt auf einem großen Podest seine Heimat finden. Ich meine das nicht. Ich habe aber noch keine bessere Idee, außer der Überzeugung, das wächst eh von ganz alleine ganz schnell zu. 0Grotte-01

Unmittelbar bevor diese Weide (eine Korkenzieherweide mit ursprünglich ca. 12 Stämmen – man hatte wohl einen bewurzelten Frühlingsstrauß eingestöpselt und hemmungslos wachsen lassen) im vergangenen Jahr einen sauteuren Radikal-Kopfschnitt verpasst bekommen hatte, sah sie so aus (zum Vergleich: die Hecke darunter war gut zwei Meter hoch): 0Grotte-03

Und für alle, die eher Freude an kleineren Kalibern haben, hier noch ein Foto vom Poppo der Krabbenspinne:

0Spinne-01Diese hat sich auf unserer momentan schönsten Rose eingenistet und wir gönnen ihr das 0Spinne-02

Und ja, ich stricke auch noch 😉

Liebe Grüße in die Runde – habt einen entspannten Sonntagabend!

Regina

Natürliches

Es scheint ein gutes Storchenjahr zu sein. Überall sind die großen Rotschnäbler jetzt in Scharen zugange; am liebsten hinter der Erntetechnik her über die Felder. Allzu lange dauert es ja auch nicht mehr, bis sie dann zum großen Flug gen Süden rüsten. Dann wissen wir, dass der Herbst unmittelbar vor der Tür steht…Storch-01Storch-02Und dann war da noch dieser Abendhimmel – gestern, vor dem Küchenfenster…Abendhimmel-05Abendhimmel-01

Kommt gut ins Wochenende – liebe Grüße

Regina

Eiskalt erwischt oder sag niemals nie…

Diese handgewickelten Farbverlaufs-Bobbels geistern ja schon recht lange durch die strickende Welt und bisher konnte ich mich gar nicht dafür erwärmen, da der Farbverlauf eben kein Verlauf ist sondern eher in dezenten Streifen daher kommt. Aber nun hat es sich doch ergeben, dass ich – angefixt von schönen Fotos von schönen Projekten – auch mal Bobbels haben musste. Heute sind sie angekommen und ich liebe sie schon jetzt. Bobbel_Harmonie

Diese beiden (sind gleich, nur andersherum gewickelt) tragen den schönen Namen „Harmonie“, bestehen aus drei Fäden 50% BW/50%PA und sind kuschelweich. Und dass sie versandkostenfrei nicht einsam und verloren im Karton herumkullern mussten, durften noch weitere zwei wie oben aber vierfädig, mit auf die Reise gehen. Sie haben den netten Namen „Libelle-Capri-Riviera“, stammen von hier, wo noch unzählige Geschwister auf der Lauer liegen, um weichherzige Strickliesels zu umgarnen. Leider ist meine Knipse nicht in der Lage, diese fantastischen Farben einigermaßen vernünftig rüberzubringen. Bobbel_LibelleUnd sollte sich jetzt jemand über meine neuen sonderbaren Farbvorlieben wundern, dem sei gesagt, auch ich wundere mich, mag sie aber immer mehr ;-))

Liebe Wochenendgrüße in die Runde

Regina

Über das Landleben – Teil 4: Die Natur

Jetzt, nach eineinhalb Jahren Landleben im Oderbruch, kann ich mir wohl das erste Urteil auch über die Natur erlauben – sie ist für mich einfach grandios. Nicht im landläufigen Sinne – Wälder, Berge, Seen, sondern vor allem aufgrund der wechselnden Stimmungen, die in erster Linie mit den Wetter- und Lichtverhältnissen zu tun haben. Die Abwesenheit von Wäldern und Bergen, selbst von Hügelchen, ermöglicht einen weiten Blick. Man redet hier sowohl von „hohem Himmel“ wie auch vom „niedrigen Himmel“. Ich tendiere zu der zweiten Betrachtungsweise, dem niedrigen Himmel und zeige einfach mal, weshalb das für mich so ist. DSC00774Könnten einem diese Wolken nicht fast auf den Kopf fallen? Wohlgemerkt, wir sind hier nur ganz wenig über NN. Wolken_02

DSC00897DSC00859

Auch Fotos ohne direkten Fokus auf den Himmel zeigen fantastische „Lichtbilder“, denen wir uns nicht entziehen können und daher immer den Fotoapparat dabei haben. DSC01010 - KopieZehn Minuten später, gleiche Stelle:Gro-Neu-Nebl-08aDSC0100929-10-2016-Gross-Neuendorf-06

Gleicher Ort, einige Zeit später, erstes Winterahnen:

DSC01022 - KopieNoch etwas später; der Winter ist da:

Gro-Neu-Teich-03aDieser Tümpel direkt vor dem Deich, der letzt kaum noch Wasser hatte, hat etwas von einem magischen Ort für uns, den wir oft aufsuchen.

DSC00975

Und weg vom Winter, wieder hin zum Himmel: DSC00887DSC01030Kopfweide-02All diese Fotos entstanden im Umkreis von nicht einmal 10 Kilometern und ich denke, damit leben wir hier an einem durchaus privilegierten Ort.

Es kann auch einfach nur der Blick aus dem Küchenfenster sein: Regenbogen-01Sonne-03

Liebe Grüße in die Runde

Regina

Halbzeit bei den Halbkreisen

Was erst ganz schön knifflig aussah, hat sich schnell als leicht&locker-Gestrick entpuppt, so dass ich manchen der inzwischen sechs Halbkreise für den „Aurora Borealis“ von Svetlana Gordon an nur einem Tag geschafft habe. Aurora-02Was mich ein wenig umtreibt ist jetzt die Frage, ob und wie ich die langen geraden Seiten der Halbkreise, die ja die Außenseiten des Schals bilden werden, so schön glatt und gerade hinkriege wie die Designerin. Aber irgendwie muss das gehen; sie hat es ja auch geschafft  😉 Aurora-01Ich stricke mit dem wundervoll weichen Malabrigo-Garn „Mechita“ (bis 4. August 15% Rabatt!) und muss sagen, das Projekt ist ein ganz schöner Meterfresser. Die ersten 100g von dem Braun sind fast verbraucht; ich hoffe aber, mit den vorhandenen 200 g auszukommen.

Liebe Grüße aus dem Dauer-Landregen oder aus dem perfekten Dauerstrick-Wetter

Regina

Über das Landleben – Teil 3: Der alte Fritz

Preußenkönig Friedrich der II (kennt hier kaum einer) oder wie er in seinem späteren Leben meist genannt wurde, der Alte Fritz (kennt hier jeder), war ein äußerst umtriebiger, vielseitig interessierter und sehr fleißger Monarch, der speziell hier sehr verehrt wird, denn das Oderbruch in seiner heutigen Form verdankt ihm schließlich seine Existenz. Und so haben dann auch viele Dörfer entweder ein Fritz-Denkmal und/oder eine Alte-Fritz-Gastwirtschaft. Unser Hauptdorf hat beides an einem zentralen Platz vereint, die Gastwirtschaft sucht leider seit Jahren schon nach einem neuen Betreiber.

Auf der Website unseres Hauptdorfes gibt es eine recht gute, wenn auch knappe Übersicht zum Thema.

Im Hauptdorf steht an zentralem Platz ein recht imposantes Fritz-Denkmal (das fast immer mit Blumen geschmückt ist) mit einer spannenden Geschichte, denn zu DDR-Zeiten mochte man ja Könige und Kaiser nicht und der Alte Fritz machte da auch keine Ausnahme, es galt halt Sippenverachtung.

00Fritz-01

Denkmal und Gaststätte „Zum Alten Fritz“ in Letschin – leider derzeit unbewirtschaftet

Doch er konnte dank selbstlosen Einsatzes „getreuer Untertanen“ vor der Einschmelzung gerettet werden. Hier gibt es einen – wenn auch schon etwas älteren – so doch wundervollen Artikel der „Zeit Online“ zum Thema; besser könnte ich das auch nicht aufschreiben ;-))

 

Rund 600 000 Taler soll es Mitte des 18. Jahrhunderts gekostet haben, das Bruch trockenzulegen, rund 50 Dörfer zu gründen und zu besiedeln. Aufrufe im Oderbruch zu siedeln wurden weithin bekannt gemacht, gewürzt auch mit dem Versprechen, hier fruchtbarstes Ackerland zu erhalten. Tausende Kolonisten kamen vor allem aus Österreich, der Pfalz und aus Frankreich. Rund 8000 Menschen sollen dem Versprechen auf Land, Religionsfreiheit, Verzicht auf Militärdienst und Steuervergünstigungen gefolgt sein. Viele der Neusiedler erhielten auch ein Fachwerkhaus zum bereits gerodeten Land. Vielerorts sind die Fachwerkgebäude noch heute erhalten, so in Neulietzegöricke, dem ältesten Kolonistendorf und auch in unserem kleinen Dörfchen.

Spannend machen diese Gegend auch die vielen Zeugnisse des unermüdliches Wirkens von Carl Friedrich Schinkel, des Fritz’schen Oberlandesbaudirektors. Kleinste Dörfer haben ihre Schinkel-Kirche, die man alle an ihrer unverwechselbaren Schinkel- Architektur sofort erkennt (hier gab es schon mal eine Geschichte dazu). Das Hauptdorf hatte allerdings mehrfach Pech mit seiner Fachwerk-Kirche, die nach einem Brand und Wiederaufbau wenigstens einen Schinkel-Turm erhielt. Im Zweiten Weltkrieg allerdings wurde sie dann endgültig zerstört; übrig davon ist jetzt der „Zuckerhut“ – der Denkmals-Schinkel-Kirchturm aus den Resten der einstigen Kirchen – hat auch was – so als Denkmal (im Innern gibt es eine kleine Geschichtsstunde dazu): 00Fritz-04

Ohne die königliche Trockenlegung wäre das Oderbruch immer noch eine Landschaft ähnlich der des Spreewaldes. Unzählige Nebenarme des Flusses zogen sich durch das Land, noch heute ist die „Alte Oder“ in Teilen erhalten. Man begegnet ihr und ihren vielen Seitenarmen sehr häufig, denn ein gerades Bett hat sie wirklich nicht, ist aber speziell bei Anglern sehr beliebt. DSC00745Bei meinem auch, aber er scheint immer noch nicht die passende Stelle gefunden zu haben, seine Fischzüge bleiben meist ohne Fische;-).

Das zur Historie der neuen Heimat. Die nächste Folge wird dann kulturell. Bis dahin  liebe Grüße in die Runde

Regina