Richtig bunt muss es sein!

Klar, ich bin leicht zu begeistern, aber dann doch nicht mit allem und jedem. Aber als ich das so schöne bunte Tuch „Nightshift“ von Andrea Mowry gesehen habe, da war es sofort passiert, das muss zum Herbst auf die Nadeln. Und da mir noch ein passendes Urlaubsgestrick fehlte, das auch nicht langweilig wird, wenn uns einige Regentage überraschen sollten, war nur noch die Materialfrage zu klären. Dann fiel mir Utes Begeisterung für die schoppelschen Zauberbälle ein und ich wusste, wo ich suchen muss. Fündig wurde ich bei „Zauberball Edition 3“, einem herrlich weichen und nicht gar so dünnen Merinogarn mit 150 Metern LL auf 50 Gramm. Was ein Farbfeuerwerk! Also schlug ich zu und wurde nicht enttäuscht. Die helleren Farbmischungen:Schoppel-edition_3-04

Und die dunklere Seite der Wolle:Schoppel-edition_3-03

Gerade habe ich die eine mögliche Zusammenstellung der Farben ausbaldowert und muss ganz schwer an mich halten, nicht sofort zu starten. Würde gut passen, da ich eh gerade in einem UfO-Produktionsrausch stecke. Leider zum Glück ziehen diese Anfälle ja immer eine aktute Nadelknappheit nach sich, so dass der Haufen der Unfertigen dann doch letztlich irgendwie überschaubar bleibt 😉

Mein Rechner lebt auch wieder, dank des wertvollen Expertenrats (s. Kommentar von Anonym unter meinem Jammerpost) konnte ich den Blechknecht ohne teure Eingriffe von außen retten und wurde in meinem Verdacht bestätigt, dass dieses Malheur tatsächlich und ausschließlich eine Folge des zuvor installierten Windows-Sicherheits-Updates war. Nochmals also mein Dank an die Typen bei Microsoft! Danke Jungs, irgendwie muss ja mein alter Blutdruck immer mal in Schwung gebracht werden!

Und Danke H.E. für die so geniale Hilfestellung!

Es gibt sie doch …

…die totale Datensicherheit! Microsoft hat sie mir gerade beschert! Ich habe dafür nichts weiter getan, als wie alle halbe  Jahre mal ein „dringend empfohlenes“ Sicherheitsupdate zu installieren. Das Ergebnis sah dann so aus:1FDA0266-EFE2-4E18-BD3C-46EB0EF04862

Ich bin restlos begeistert und möchte mich bei Herrn Gates herzlich bedanken! Supér Bill, ich zahle auch gerne für das Wiederherstellen, sofern ich jemanden finde, der das schafft.

Da man ja alles irgendwie positiv sehen soll, sag ich mal, dieses Desaster hat mich dazu gebracht, mal am Tablet zu posten und es sieht ganz danach aus, dass es klappen könnte 👍😁👍

Habt ein entspanntes Wochenende!

Mal wieder begeistert

bin ich vom allgegenwärtigen Bürokratiewahn. Jetzt gerade in Gestalt der von der EU ausgeheckten neuen Sicherheitsvorgaben „PSD2“ für das Online-Banking. Online-Banking mache ich, seit es das gibt und hatte nie Probleme. Heute habe ich nun den kompletten Vormittag damit zugebracht, auf dem aktuellen Konto alles umzufummeln und ein neues Konto, das zwar auch keinen Service bietet, dafür aber kostenlos ist, frei zu schalten und sicher zu machen, inklusive zweier Kontensperrungen zwischendurch.

Was mir nicht passt: „meine“ Postbank hat beschlossen, dass Landeier lange Wege gewohnt sind und von jetzt auf gleich die kleine Filiale bei Edeka im Hauptdorf dichtgemacht. Alternativen für ein bisschen Bargeld: 25 km in die Kreisstadt, 45 km in die ehemalige Kreisstadt, denn ich bin ja noch so ein Bargeld-Dino. Dafür plus Kreditkarte zahle ich satte 100 Glocken im Jahr, rechne ich das um in Wolle, leuchten mir die Augen. Also neues Konto, kostenlos mit kostenlosem Zugriff auf alle Sparkassen- und Raiffeisen-Automaten, die hat es hier ja – noch.

Also frisch voran, neues Sicherheitsverfahren einrichten. Klasse Ding, man wird damit quasi zum Smartphone genötigt, Verweigerung dieser Dinger ist ja eh kaum noch möglich. Ich habe diese Verweigerung inzwischen auch aufgegeben und war also wenigstens technisch gerüstet. App laden und einrichten ging einigermaßen problemlos, wenn man mal von der altersgerechten Phobie vor all diesem Kram absieht.  Erfolgsgestärkt wollte ich dann  das neue Konto aktivieren inkl. Ingangsetzung aller Sicherheitsmaßnahmen. Dazu habe ich von der Bank einen dicken Packen bedrucktes Papier bekommen, was die Furcht nicht gerade verringerte. Ich tat also, was ich sonst kaum tue, ich habe alles fein durchgelesen und habe das meiste verstanden. Und dann – ran ans Werk! Apps laden – problemlos. Passwörter vergeben, sofern verlangt, problemlos, hatte ich mir ja schon ausgedacht. Fingerabdruck-Identifizierung eingerichtet, prima, diesen entsprechenden Finger habe nur ich, kann nix passieren.  Dann tiiiiiief durchgeatmet, Kontozugang schaffen. Da ging das Theater dann los. Ich erspare mir die ausführliche Beschreibung, habe aber zwei Kontensperrungen geschafft und konnte so gleich mal den Telefonservice der Bank testen – ja, geht so, gibt viel schlimmere Warteschleifen. Zwischendurch habe ich dann verzweifelt versehentlich ein neues Konto beantragt, was mir aber erst klar wurde, als ich den Antrag abgeschickt hatte ;-)). Ja, am Ende läuft jetzt alles, habe ein paar Euros auf das neue Konto überwiesen, wenn die da angekommen sind, bin ich für heute restlos glücklich, das „neue Konto“ hat man inzwischen auch unbürokratisch storniert.

Fazit: Am Bürokratenwahn (mit irgendwas müssen die sich ja in Brüssel die Zeit vertreiben) kommt man nicht vorbei, also abgehakt nach dem Motto, ehe ich mich aufrege, ist es mir lieber egal. Nun warte ich mal ab, was dann demnächst das Online-Einkaufen für Überraschungen bereit hält. Vor allem die Händler werden sich freuen, wieder eine neue Verkomplizierung übergeholfen zu bekommen.

Aber – an die Adresse der Banken – warum zum Teufel seid ihr einfach nicht in der Lage, wichtige Begriffe, die in etlichen Schreiben zu diesen ganzen Freischaltprozessen mitgeteilt werden, namens-identisch mit denen hinzukriegen, die dann in der Anmeldung abgefragt werden???  Es würde viel Kummer, Selbstzweifel und Verbitterung verhindern und das Callcenter könnte um mindestens drei Mitarbeiter entlastet werden. Oder geht es gar um die Sicherung/Schaffung von Arbeitsplätzen, wenn man möglichst viele Kunden erstmal gegen die Wand knallen lässt?

So ganz nebenbei

ist mal wieder ein UfO aus seiner Kiste in den Schrank gehüpft – fertig. Das Garn hatte ich mal einfach so mitbestellt, damit sich das Porto lohnt, kennt man ja ;-). Aber was ich mir bei 350 Gramm gedacht hatte, ist unklar. Jedenfalls startete ich irgendwann – offenbar in einer Phase akuter Strick-Unlust (dann kommen mir sollche „Einfälle“) – einen RVO, ohne Muster, ohne Plan, einfach glatt rechts, die Struktur des Garns eignete sich dafür ja perfekt. Und es kam, wie es kommen musste, ich verlor die Lust, das Teil flog in die UfO-Kiste, wo es wenigstens nicht einsam war. Nachdem ich dann vor kurzem meine Begeisterung für kriminelle Prime-Serien entdeckt hatte, kam endlich Bewegung in die UfO-Kiste, auch dieses Teil wollte ich zum Leben erwecken. Immer rundherum geht selbst beim spannendsten Krimi. Leider kam es wie es kommen musste, das Garn reichte nicht. Voller Freude stellte ich fest, dass es in dem Shop noch vorrätig war, dachte ich jedenfalls, bis die Nachbestellung ankam. Ging gar nicht.Nebenbei-01

Aber so schnell gibt man ja nicht auf, schon gar nicht, wenn so viel Fadenkram vorhanden ist, so fand sich schnell eine akzeptable Ergänzung für das Saumbündchen (hätte ich ja eher auch schon drauf kommen können…); alle anderen Bündchen und die Halsblende hatte ich schon fertig und vorbildlich die Fäden vernäht, also blieben die wie sie waren. Lange Rede, kurzer Sinn, ich habe jetzt einen bequemen, super leichten, ausreichend langen, dreiviertelärmeligen neuen Lieblingspulli. Nebenbei-03Am V-Ausschnitt hatte ich aus den drei Randmaschen eine Verzopfung gebastelt, um dem dort gerne entstehenden Loch vorzubeugen, ob es eine so gute Idee war, weiß ich nicht, aber ein Loch ist da nicht mehr.  Nebenbei-04

Plauderei am Sonntag

heute ist es nun soweit, in Sachsen und hier in Brandenburg ist die Spannung am Sieden, denn hier wird gewählt und zwar nichts geringeres als der neue Landtag. Wie viele Parteien zur Wahl stehen, hat mir erst der Wahlzettel verraten, die meisten davon sind absolut chancenlos. Wir werden hier seit 30 Jahren, heißt seit der Wende,  ununterbrochen von der SPD regiert, da könnte es ja schon mal Veränderungen geben. lassen wir uns überraschen und hoffen, dass es nicht zu so einer rot/dunkelrot/grün-Koalition kommen würde wie die, die gerade erfolgreich Berlin rest-ruiniert…

Ampel-01 Ich zeige Euch mal lieber den Ausblick aus unserem Küchenfenster. Wie diese Pflanze heißt, weiß ich nicht, aber ist sie nicht wunderschön?

Gestern habe ich mein Susurrate-Tuch geribbelt und gleich wieder neu gestartet. Es wirkt mit den „getauschten“ Farben völlig anders aber es gefällt mir wesentlich besser so. Das ist der aktuelle Stand kurz vor Start des 2. Abschnitts:

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Und hier mal so ein vorher-nachher-Ding:

Einen Pullover habe ich zwischendurch so sang- und klanglos ebenfalls vollendet (man weiß ja, das Ding mit den Serien hat bei mir ungeahnte Produktivitäts-Effekte hervorgebracht), der liegt aber noch zum Trocknen – demnächst auf diesem Sender dann.

Und jetzt stricke ich mich schwitzend den Wahlergebnissen entgegen… Der für morgen angekündigte Regen ist auch schon wieder gestrichen, wenigstens ein bisschen Abkühlung soll es aber geben.

Oh heilige Einfalt!

da philosophiere ich schon seit Wochen über dieses Susurrate-Tuch und dass es ganz bald auf die Nadeln kommen soll. Aber irgendwas kam immer dazwischen, dann gefiel mir das mit den ursprünglich geplanten Farben grün und lila nicht mehr und ich fand keine passende Kombi.

Aber dann, dann ging es eines Tages tatsächlich los mit einem wunderbaren Strang dunkelroter Merino aus der Leipziger Beute und doppeltem Faden Drops Lace in hellgrau. Und wie immer, wenn Euphorie Professionalität ersetzt, schlichen sich ganz schnell diverse Fehler ein, die ich tapfer versuchte zu ignorieren, denn in zweifarbigem Brioche Fehler zu beheben oder längere Strecken zurückzustricken, das ist für mich Blindflieger schlicht nicht drin.

Aber so langsam kam ich in Schwung und es lief immer besser, ich begann zu verstehen, was ich da mache und wie und warum … Bis dann in Abschnitt 3 die Reihe 5 mit diesem „brpLsl dec“ daher kam. Also eine linksgestrickte linksgeneigte doppelte Abnahme. Die Beschreibung der Technik dazu trieb mir den Angstschweiß auf die Stirn und ich begriff es nicht (man muss es halt nur verständlich rüberbringen können; in so einer teuren Anleitung wären da auch ein paar Fotos sehr hilfreich!), dachte aber, ich könnte das trotzdem irgendwie hinkriegen. Dazu noch das „brpRsl dec“ und beides in Kombination 15 Mal in der Reihe. Da jeder der ersten acht bis zehn Versuche am Ende anders aussah, kam viel zu spät die Erleuchtung und ich griff endlich zum Rettungsanker, Nancy Marchands „Knitting fresh Brioche“, und siehe da, das ist ja ganz einfach! Die letzten Abnahmen sahen dann auch so aus, wie sie sollten und alles war schick. Aber das Tuch ist verhunzt. Ich dachte, ich könnte das irgendwie hintricksen, aber das geht nicht, Briochestrick ist da gnadenlos.

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Finde die Fehler – es sind davon reichlich vorhanden, der Neustart ist unvermeidlich…

Das Urteil ist nun gefallen, ich ribbel das und fang von vorne an. Sollten nicht noch unerwartete böse Fallen im weiteren Verlauf der Anleitung lauern, weiß ich jetzt, wie es geht und worauf es ankommt, außerdem ist das die Chance, die Farben zu „drehen“, ich möchte das Rot nach oben und das Grau als Kontrastfarbe.

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Nadel gezogen, aus die Maus!

Mein Superschal ist einsatzbereit

Mit einem heißen Sommer ist es für mich wie mit einem kalten Winter – um ihn auszuhalten, sitze ich hauptsächlich drinnen. Stricktechnisch ist das grandios, über alles andere dabei rede ich lieber nicht. Und so kam es dann auch, dass der Schal der Begierde (die Anfänge + Links gab es hier) inzwischen fertig ist. Und ich bin sowas von begeistert!

Er hat sich flott voran gestrickt und die reihenweise ausgeschriebene Anleitung war klar und deutlich, es gab keine Sicherheitsnadel-Stechereien und kein überflüssiges Gezähle, also total entspannt, wenn man ein bisschen Konzentration aufbringen kann.

Gestrickt habe ich mit Nadeln 3,25 und es stecken 303 Gramm Garn drin; 180 g von der Hauptfarbe (geribbelte LG Meilenweit Magico, ehemals das hier) und 115 g gelb-bunte SoWo-Reste für die Kontrastrippen. Anders als angegeben habe ich nur vier statt fünf Mustersätze gestrickt und bin damit auf eine Endgröße von 225 x 40 cm gekommen, absolut ausreichend und gut zu handeln. Blätterschal-04

Jetzt schwirrt mir schon durchs Hirn, dass man ja auch locker eine Jacke oder Weste nach dieser Anleitung stricken könnte, für die Breite etwas die Garn- und Nadelstärke variieren, die Länge anpassen und man hat ein Traumteil, das überall Bewunderung einheimsen wird. Einzige Voraussetzungen: Zeit und Geduld 😉 …

Off Topic: Brandenburg wählt

Da dies hier ein Strick- und Plauderblog ist, bleibt eigentlich total außen vor, dass ich ein sehr politischer Mensch bin und schon immer war, was mir letztlich im ersten Leben auch die ersehnte berufliche Karriere versaut bzw. verwehrt hat – aber das ist jetzt nicht das Thema. Thema ist, dass wir am übernächsten Sonntag zur Wahl gerufen sind und der Wahlkampf hier in Brandenburg tobt wie nie zuvor, denn es geht um sehr viel, wie immer um Machterhalt, klar, aber es geht auch und ganz besonders um das Ja oder Nein zur AfD. Letzteres soll hier auch nicht das Thema sein, sondern der in meinen Augen eher abartige dummdreiste Parolen-Wahlkampf der Grünen.

Ich sehe das so, dass sich die „Grüne Elite“ in der Landeshauptstadt ausgedacht hat, wie das landwirtschaftlich geprägte Leben in der Fläche, besonders am Rande wie hier im Oderbruch, so aussehen könnte und wie es ihrer Meinung nach künftig auszusehen hätte. Das eingeborene Landvolk, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, unter anderem diese grüne Elite, auch wenn sie modisch vegan daherkommt, mit den Produkten seines Schaffens angemessen zu ernähren, kann dem nicht oder nur sehr schlecht folgen.

Besonders schwer daneben ist somit diese eigenartige „Hallo –Tschüss…“-Plakatkampagne. Eines der beliebtesten Werke aus dieser Serie ist hier im Dreh „Hallo Fahrrad – Tschüss Blechlawine“. Kommt großartig, wir liegen einkaufs- und versorgungstechnisch beispielsweise im guten Mittelfeld, heißt, der nächste Supermarkt ist nur 12 Kilometer entfernt, das geht aber auch ganz anders. Von Kultur und ähnlichem wollen wir mal gar nicht reden. Da kommt dann „Hallo Dorf – Tschüss abgehängt“ sehr passend ins Spiel. Das lasse ich mal unkommentiert so stehen und frage mich jedoch, was mir „Hallo Kinder – Tschüss Armut“ sagen soll. Die paar Kinder, die es hier gibt, sind nicht arm, es fehlt ihnen nur an Angeboten in der Nähe, denn für die ist überhaupt kein Geld da; und so kommt dann wieder die Blechlawine ins Spiel, man karrt sie viele Kilometer weit zu entsprechenden kindgerechten Aktivitäten. Und dann kommt mit Themenplakat-Landwirtschaft-400x566der regionale Knaller schlechthin. Und über allem die für mich nicht deutbare Parole vom „erneuerbaren Brandenburg“. Wie blöd ist das denn? Wer wurde denn gefragt, ob er erneuert werden möchte? Falls es da zwei oder drei Figuren geben sollte, dann wissen auch diese, dass all diese hohlen Thesen solche bleiben werden, da schlicht und einfach kein Geld da ist, und selbst noch so großartige grüne Ideale das nicht herbeizaubern können. Abgesehen davon hat man es hier nicht so gerne belehrt zu werden von Leuten, die nicht wirklich wissen, wovon sie überhaupt reden. Und das sieht dann so aus, steht am Straßenrand und begeistert mich: Grün

So, das musste mal gesagt werden und dazu stehe ich.

Der Grünling

Wer kennt das nicht, wenn man online beim Wolleshoppen ist, dann soll es sich auch lohnen. Also wird mehr gekauft als beabsichtigt, ist bei mir immer so. Und so kamen dann mal 250 g dünnes gefachtes buntes Ice Yarn in einer Mischung aus Merino und Alpaka von Hungariana mit ins Paket. Ice-Bunt-02

Von dort ins Regal. Da purzelte es mal raus und ich überlegte, was draus werden könnte. Die naheliegende Antwort hieß „Pulli“. Und schon ging das los, ein grüner Faden Drops Lace lief mit und macht die Farbigkeit etwas weniger unruhig. Gestartet bin ich natürlich von oben nach der Anleitung „It needs 2 to dance“ von Regina Mößmer. Grünling-02-1

Alles lief wie meist, nach der Ärmelabtrennung wurde das Stück zur Schlafpille, andere spannendere Anleitungen hingen in der Pipeline, also flog der Grünling in die UfO-Kiste.

Da kam er dann in einer beispiellosen Anti-Ufo-Aktion wieder heraus und war dann auch – wie einige weitere Kollegen aus dieser Kiste – dank einiger spannender Krimiserien-Episoden im Handumdrehen fertig. Das heißt, ich habe nun das ultimative Anti-Ufo-Rezept gefunden, Serien, bei denen man eigentlich weiß, wer es war, aber wissen möchte, ob die Macher das dann am Ende nach langen Irrungen und Wirrungen auch herausbekommen ;-)).

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„Yokester“ vollendet

Instagram ist doch wirklich eine unendliche Quelle von Inspiration und Versuchung; wer etwas anderes behauptet, der irrt ;-). Ich versuche, diese beiden Eigenschaften einigermaßen im Gleichgewicht zu halten, bisher klappt das auch ganz gut. Meine bevorzugten „Verfolgten“ sind natürlich (neben Katzen) StrickdesignerInnen und Handfärberinnen (Gibt es eigentlich auch männlicher Vertreter dieser Zunft?). So erfährt man bevorzugt von Neuerscheinungen auf dem Anleitungsmarkt und hat die aktuellen Entwicklungen gut im Blick. Das brachte mich zu der Anleitung für den genialen „Yokester“ von Hanna Maciejewska.

Gesucht hatte ich ein Projekt für die umgefärbte Drops Baby-Merino, von der ich letzt berichtet hatte. Von der Vorstellung die beiden Farben miteinander zu verarbeiten, hatte ich mich gelöst, den Rest des Garns gelb nachgefärbt, was dem aktuellen Fading geschuldet gerade noch akzeptabel war, und dann ging es los. Die Maschenprobe stimmte auf Anhieb und nach einem furiosen Fehlstart (selbstgemacht und selbstverschuldet) ging das mit viel Spaß in die Vollen.

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Das falsche Muster unter dem Hals-Bündchen habe ich gelassen und denke, das muss so sein 😉

Mustertechnisch sieht er nun ziemlich anders aus als das Original, das tut meiner Freude aber keinen Abbruch, denn die Anleitung ist nicht nur sehr gut verständlich geschrieben, man merkt auch, dass die Designerin sich was gedacht hat und so habe ich nun in Windeseile einen wirklich perfekt passenden Pulli, dessen Anleitung für mich das Zeug zu einer Grund- und Universal-Anleitung hat.

Gestartet bin ich für einen nicht so großen Halsausschnitt mit XL, was wunderbar geklappt hat, und habe dann bei den Passenzunahmen auf XXL für „Balkon und Taille“ erweitert.

Das Fading betrachte ich als gelungen, die Wolle ist bis zum letzten Meter aufgebraucht und es hat nur zu Dreiviertel-Ärmeln gereicht, das ist okay, denn die mag ich und es ist ja kein Winterpullover.

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Technische Daten: 466 Gramm, Nadeln 3,25

Ein Detail, nämlich der untere Rand, gefällt mir ganz besonders. Es ist eine äußerst pfiffige Kombination aus 1/1-Rippen mit Krausrechts. In meiner Variante weicht es auch vom Original ab, da ich den Rand weitergestrickt habe, bis die Wolle auch wirklich alle war ;-).  Das Ganze ergibt ein anliegendes Bündchen, das sich aber nicht ausgerechnet unter dem Bauch zusammenzieht. Perfekt! Yokester-05

Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Wolle, die für ihren gigantischen Leierfaktor berüchtigt ist, sich nach dem Waschen kein bisschen verändert hat. Der Pulli hat seine Form behalten und das schiebe ich auf die „Sonderbehandlung“ mit kochend heißem Wasser beim Färben. Da ich die Baby-Merino liebe, unter anderem, weil sie mich absolut nicht beißt, werde ich das künftig berücksichtigen. Da sie sich auch noch wunderbar färben lässt, habe ich gleich mal ein paar naturfarbene Knäule bestellt und werde demnächst den großen Test starten.