Irrungen, Wirrungen

Ist es Klimawandel, ist es Hitze-plem-plem oder fehlt dem Baum einfach nur der Kalender?

Beim Einsammeln der zwei abgeworfenen Erstäpfel dieses Bäumchens entdeckte ich, dass er schon jetzt für die nächste Ernte sorgt. Keiner hat ihm gesagt, dass es bei aller Mühe dann wohl doch nicht klappen wird…. Aber die Bienen freut’s.

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Irgendwas scheint in diesem Sommer in der Natur so ziemlich daneben zu laufen; gerade hatte unsere Magnolie ebenfalls die völlig untypische Zweitblüte abgeliefert…

Der Garten in der Dürre

Dem unermüdlichen Einsatz des Herrn Fadenkram mit Kanne und Spritze ist es zu verdanken, dass der Garten heuer eben nicht aussieht wie eine Brandenburger Nebenstelle der Wüste Gobi, sondern alles nett und gefällig blüht und fruchtet. Vor genau einem Jahr hatte ich Euch auch auf einen Rundgang durch den fadenkramschen Garten eingeladen, also will ich das heute auch tun. Der damals bereits heftig bewunderte Riesenhibiskus hat in diesem Jahr alles bisherige übertroffen und präsentiert sich in herrlicher Blütenpracht und -fülle. Allerdings reiche ich nun auch nicht mehr an die Triebspitzen heran, um Abgeblühtes zu entfernen. Wissenswert zu dieser Pflanze ist vielleicht, dass sie sehr wohl an ihrem Platz überwintert, jedoch komplett unterirdisch. Was hier auf dem Foto zu sehen ist, ist in wahnwitziger Geschwindigkeit ab Mai gewachsen.

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Zur Veranschaulichung: Der längste Trieb der Rose hat meine Länge – und ich bin wahrlich kein Zwerg 😉

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Ganz in der Nähe ist das mediterrane Gärtchen, das in diesem Sommer zu Höchstform aufläuft – zu der Höchstform, die ihm gestattet wird, denn die Töpfe müssen ja alle irgendwann  im Wintergarten wieder auf den Frühling warten. Keine Not wird es mit den Zitronen geben (ist eher ein Suchbild, aber man kann doch etliche entdecken):

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Dicht daneben überrascht gerade eine wohl etwas verwirrte Schwertlinie mit einer neuen Blüte. Darüber ist der Oleander kurz vor dem Knospenknall – eine wirklich gelungene Kombination 😉

 

Auch der Wein lässt sich nicht lumpen und verwöhnt uns schon mit der Vorfreude auf eine gute Ernte.

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Das im letzten Frühjahr gepflanzte Pflaumenbäumchen (Königin Victoria) hat sich unglaublich angestrengt und lässt viele leckere Früchtchen erwarten, auf die wir uns schon gewaltig freuen. Die dünnen Ästchen mussten schon gestützt und angebunden werden, leider gilt diese Sorte als eher brüchig im Holz, aber die zuckersüßen Pflaumen, die ich aus der Kindheit kenne, sind das Experiment wert.

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Ein weiterer Kandidat, der sich maximal beliebt machen will, ist das Pfirsichbäumchen, auch im letzten Frühjahr gepflanzt. Während voriges Jahr das heiß ersehnte Koste-Exemplar leider vor uns einen Liebhaber gefunden hatte, mit dem keiner rechnen konnte,

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bleibt dieses Mal bestimmt was für uns übrig,

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nachdem das Bäumchen auch die Fassaden-Grundsanierung vor ein paar Wochen bis auf ein paar Farb- und Mörtelspritzer unbeschadet überstanden hatte.

Soweit der Rundgang durch den halbwegs präsentablen Teil des fadenkramschen Gartens. Auf der anderen Seite sieht es nicht so gut aus, da der Gatte seit einiger Zeit doch eher gehandicapt war. Gestern hat er nun die längst notwendige Operation hinter sich gebracht und ist wieder guter Dinge und ich bin maximal erleichtert.

 

Keine Lust mehr zu gar nix…

Wann immer in den letzten Wochen/Monaten der Wetterbericht mir abends verspricht, dass es am nächsten Tag noch heißer werden wird (und das wird es dann ja auch), könnte ich den ganz großen Trampelbock kiegen und brüllen wie die Minis vor den Regalen an der Supermarkt-Kasse. Letztere kann man ja mit etwas Geschick oder einfacher mit Nachgeben zur Ruhe bringen, aber an diesem Scheißwetter kann halt keiner drehen. Inzwischen tröstet es mich auch nicht mehr, dass ich dadurch endlose Strickzeit gewinne, es ist nur noch alles doof, wenn man überhaupt nicht mehr raus kann, da der Kreislauf mit permanenter Entgleisung droht und der Schädel reinste Wasserfälle absondert. Einmal die Woche schleppen wir uns zum Eisdealer im Hauptdorf, aber das war’s dann auch. Der Gatte geht frühmorgens ein bissel in den Garten, das Notwendigste zu erledigen, danach passt er genau wie ich auf, keinen Lagerkoller zu bekommen.

Aber es ist ja nicht so, dass die Nadeln nun gar nichts mehr zu tun  hätten. Derzeit bin ich aber eher im mehr oder weniger lustlosen Spielmodus und was liegt da näher als ein bisschen Mosaik. Seit langem schon sammle ich Vorlagen dafür, die noch über die Schätze von Barbara Walker hinausgehen. So entstand gestern dieses Werk

Mosaik-01aus diesem Muster (besser gesagt, aus einem Drittel davon….): Mosaik-02-vorl.

Ja, ganz nett, vielleicht mal eine Kante für einen Pulli, ich werde das aufheben und versuchen, mich irgendwann daran zu erinnern oder es staunend beim Aufräumen finden 😉

Das Schattenreich im Sonnenschein

Jaja, ich weiß, total blöder Titel. Aber das Hirn ist zu heiß, um Geistesblitze zu produzieren 😉

Jedenfalls habe ich nun mein Schattentuch in affenartiger Geschwindigkeit vollendet und bin stolz auf mein (und Utes) Werk, das jetzt gerade nach dem Wannen- ein Sonnenbad nimmt (ich weiß, dass das nicht gut für Wolle ist, aber zum Spannen ist es zu groß und in ein paar Minuten dann auch schon trocken).

Das Tuch hat im Wasser einiges an Breite und Länge zugelegt: Frisch von der Nadel waren es 166 x 80 cm, jetzt sind es 188 x 83 cm – gespannt wäre da sicher nochmal was dazu gekommen.

Verstrickt habe ich 158 g NoNa-Wolle, dazu 153 g Drops Flora zusammen mit  73 g Drops Lace in schwarz. Das Tuch ist mit seinen 384 g ein Leichtgewicht, das sich angenehm um die Schultern legt – nur gerade jetzt nicht 😦

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In der Draufsicht ist der geniale Effekt nicht zusehen, das ist klar, er erscheint wie bei einer 3-D-Postkarte, wenn man von der Seite oder von oben oder unten guckt. Kann ich hier auch nur ansatzweise zeigen, weil es für Foto-Akrobatik ebenfalls viel zu heiß ist.

Hier unten kommt das aber schon ganz gut zur Geltung:

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ein bisschen dichter dran:

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Fazit: Das ist ein richtig kuschlig-warmes Wintertuch, in das man sich gut einrollen und stricken kann. Im Moment eine eher schweißtreibende Vorstellung…

Wenn die Anleitung online ist, könnt Ihr sie hier bei Ute (pöse Wääärpunk – ich krieg aber nix, sondern musste hart schuften dafür!!!!) finden.

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Der nächste Volltreffer aus dem Panama-Lieblingsgarn ist fertig. Dieses Mal genau nach Anleitung und alles hat gepasst, gleich beim ersten Mal. Der extrem weite untere Lace-Rand war schon eine Herausforderung, hilfreich war das Wissen, dass sich die Maschenzahl alle paar Runden verringert. Es bleibt aber allerhand Weite, die dann für maximale Bequemlich- und Luftigkeit sorgt – sehr angenehm!

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Auf dem Foto ist der Pulli lediglich gewaschen, auf das Spannen habe ich verzichtet und so fällt die Weite unten gar nicht auf. Alles ist fein, auch der Halsauschnitt passt, was mir nicht so ganz gefällt, sind die Ärmelchen; die sind irgendwie so drangepappt. Ich denke, einfach eine kleine Blende an den Armlöchern wäre besser gewesen. Mal sehen, vielleicht mache ich das ja noch.

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Zu den technischen Daten: 463 g Panama (ein absolutes Leichtgewicht bei der Lauflänge von nur 135 m auf 50 g) verstrickt mit Nadeln 3,5 mm. Habe den Pulli um einiges länger gestrickt als angegeben – mit so kurzen Teilchen habe ich es dann doch nicht so 😉

Das für heute, ich werfe mich jetzt auf den Stricksessel und hoffe sehnsüchtig auf angenehmere Temperaturen…

 

Ausflug ins Reich der Schatten

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Was liegt wohl näher, als bei glimmender Sonne mal ein etwas stärkeres Garn, gern auch allerhand Wolle darin, aus dem Vorrat zu fischen und sich auf einen Teststrick für die Wintergarderobe einzulassen? Dieses Mal geht es mit Ute ins Reich der Schatten. Ja, wahrscheinlich brauche ich für meine neuen Vorlieben auch immer erst eine Vordenkerin und -strickerin, die mir den Einstieg erleichtert. Bei dieser spannenden Angelegenheit lag es sehr nahe, dass ich die Frage nach der Teststrick-Bereitschaft ohne Nachzudenken sofort positiv beschieden hatte.  Dabei hatte ich die Materialfrage überhaupt nicht bedacht – aber das Glück ist mit dem Tüchtigen und der Stash wird es schon hergeben. So war es auch. Das superschöne feuerfarbene Nona-Garn sollte es sein, dazu für den schwarzen Kontrast Drops Flora vereint mit einem Faden Drops Lace. Und los ging das. Gestern. Heute früh sah das dann so aus – in der Draufsicht:  Schatten-01-1

Die Schattensicht kommt dann etwa so daher:  Schatten-02

Dass es Spaß machen würde, hatte ich ja gedacht, dass es aber auf Anhieb suchterzeugend wäre, nicht. Und so schaffte ich es dann gestern auf einen Rutsch von neun Startmaschen auf 247 Maschen in der Reihe, was jetzt den sichtbaren Zuwachs doch schon etwas bremst.

Meinen Ruf als Virenschleuder habe ich ja längst weg, also verrate ich auch gleich, wo Ihr die Anleitung dann nach ihrer Veröffentlichung finden könnt – hier nämlich.

Sonne auf der Haut

selten nur begeistert mich ein Projekt von Anfang an so sehr, wie die soeben vollendete „Sonnenküste“ von Heidi Kirrmaier. Sunshine-04-1Hier hat einfach alles gepasst, angefangen vom Garn, der „Panama“ von Rowan (Achtung: könnte böse Werbung sein!), die perfekt geschriebene Anleitung, damit der Spaß am Stricken und natürlich das perfekt passende Ergebnis.

„Panama“ ist ein leichtes und lockeres leicht noppiges Mischgarn aus 55% Viskose, 33% Baumwolle, 12% Leinen mit 135 m auf 50 Gramm, das ich mit 3,5er Nadeln flott von oben nach unten verstrickt habe. Gerade mal 417 Gramm bringt das Teilchen auf die Waage – hatte bei meiner Größe definitiv mit wesentlich mehr gerechnet!

Hoch interessant ist der Start oben mit dem Halsausschnitt. Breite Raglan-Streifen betonen die Form, die anfangs mittels verkürzter Reihen perfekt entsteht. Sunshine-05Diese Streifen verlaufen dann entlang der Seiten des Pullis, an denen auch kleine Umschlag-Löchlein leichte A-Form und Weite bringen und nett aussehen – sofern man es mag. Mein Fazit: Den mache ich bestimmt noch mal!

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